Nutzersignale sind sichtbare „Spuren“, die uns Hinweise darauf geben, ob Besucher mit einer Website zufrieden sind oder nicht.
Aus diesem Grund geht die Optimierung dieser Signale Hand in Hand mit der Verbesserung der Nutzererfahrung (User Experience).
Warum ist das so wichtig? Nun, eine positive Nutzererfahrung ist wie ein virtueller roter Teppich, den man ausrollt. Sie lädt Besucher ein, zu bleiben, zu entdecken und zu handeln – sei es in Form eines Kaufs oder einer Anmeldung oder einfach nur das positive Bild einer Marke, das in ihren Köpfen zurückbleibt.
Das ist aber längst nicht alles. Spätestens seit dem Page-Experience-Update Ende 2021 ist klar, dass Suchmaschinen-Gigant Google eine besondere Vorliebe für Seiten mit guter Nutzererfahrung hat und diese in seinen Rankings auch entsprechend belohnt.
In diesem Gastbeitrag erklärt Dir Dennis Redder, was die wichtigsten Nutzersignale sind und wie man diese messen kann. Außerdem liefert er Dir eine Anleitung, wie Du diese optimieren kannst, und wirft einen kurzen Blick auf die kontroverse Diskussion darüber, ob die Nutzersignale selbst Rankingfaktoren darstellen.
In diesem Abschnitt schauen wir uns zunächst die wichtigsten Nutzersignale an. Jedes einzelne davon hätte an sich bereits das Potenzial, einen eigenen Beitrag zu füllen. Wenn Du also noch genauer Bescheid wissen willst, folge am besten den weiterführenden Links im jeweiligen Abschnitt.
Click-Through-Rate (CTR/Klickrate)
Die Click-Through-Rate gibt das Verhältnis von Klicks zu Impressionen in den Suchergebnissen an. Das heißt, wenn ein Suchergebnis 100-mal angezeigt wird und 10-mal geklickt wird, ergibt sich daraus eine CTR von 10 %.
Wie hoch die Klickrate ist, hängt stark von der Gestaltung der jeweiligen Suchergebnisseite (SERP) und vom Ranking einer URL ab.
Grundsätzlich kann die Messung einer Klickrate an verschiedenen Kontaktpunkten erfolgen, beispielsweise anhand der Anzahl der Klicks auf eine bestimmte Werbeanzeige im Vergleich zu deren Sichtbarkeit. Im Kontext dieses Beitrags geht es allerdings um die CTR in den Suchergebnissen.
Bounce Rate (Absprungrate)
Die Bounce Rate misst den Anteil an Nutzern, welcher Deine Website verlässt, ohne eine weitere Interaktion durchzuführen. Google versteht unter einem Absprung eine sogenannte Single-Page-Session, also einen Websitebesuch, bei dem nur eine einzige Seite aufgerufen wird und keine weitere Anfrage an den Google-Analytics-Server geschickt wird.
Mittlerweile betrachtet Google jedoch die sogenannte Engagement Rate (nächster Abschnitt) als bessere Alternative.
Engagement Rate (Interaktionsrate)
Mit Google Analytics 4 wurde die Engagement Rate als neuer Wert zur Messung der Interaktion eingeführt. Bei dieser neuen Metrik werden alle Sessions als „engaged sessions“ betrachtet, die entweder länger als 10 Sekunden dauern, ein Conversion-Event beinhalten oder bei denen mehr als ein Seitenaufruf aufgetreten ist.
Die Time-on-Site bzw. die durchschnittliche Interaktionsdauer gibt an, wie lange Nutzer auf einer URL oder einer Domain verweilen. Grundsätzlich ist es erstrebenswert, die Verweildauer zu erhöhen. Im Optimalfall sollte dies auch zu einer Erhöhung der Conversion Rate führen.
Besonders positiv ist es in der Regel zu werten, wenn ein Besucher innerhalb einer Sitzung Zeit auf mehreren URLs Deiner Domain verbringt.
Die Time-on-Site wird auch Verweildauer genannt. Da Google diesen Wert in der neuesten Analytics-Version aber in „durchschnittliche Interaktionsdauer“ umbenannt hat, verwende ich hierbei diesen Begriff.
Return-to-SERP-Rate
Ein Return-to-SERP bedeutet, dass ein Nutzer ein Suchergebnis anklickt und danach wieder auf die Suchergebnisseite zurückkehrt, von wo aus er gegebenenfalls eine andere Seite besucht, die dort als Ergebnis erscheint. Dieses Verhalten wird oft als Indikator für Unzufriedenheit oder mangelndes Interesse des Nutzers interpretiert.
In vielen Fällen handelt es sich jedoch um eine voreilige Interpretation, denn Nutzer tendieren zu komplexeren Verhaltensweisen. Sie können beispielsweise mehrere Suchergebnisse in neuen Tabs öffnen oder zwischen der Suchergebnisseite und den Suchergebnissen hin und her springen (das letztgenannte Phänomen wird „Pogo-Sticking“ genannt).
Dies hat zur Folge, dass die Return-to-SERP-Rate als Metrik stark verschwimmt. Mit Schwammigkeit („Noisy Signals“) begründet Google auch die eigene Behauptung, Nutzersignale nicht als Rankingfaktor heranzuziehen. Aber dazu mehr im nächsten Kapitel.
Als Websitebetreiber hast Du keine Möglichkeit, die Return-to-SERP-Rate einzusehen.
Nachdem wir nun die wichtigsten Nutzersignale kennen, stellt sich in weiterer Folge die Frage, woher wir die entsprechenden Informationen und Kennzahlen für unsere Website denn nun bekommen. Das schauen wir uns im nächsten Abschnitt an.
Messung der Nutzersignale
Je nachdem, welches Nutzersignal Du betrachten möchtest, findest Du die Informationen an unterschiedlichen Orten. Im Folgenden werden wir auf die Google Search Console und Google Analytics zurückgreifen.
Zu Google Analytics gibt es auch Alternativen, die Du verwenden kannst, z. B. Matomo Analytics. Außerdem bieten andere Suchmaschinen ebenfalls vergleichbare Tools wie die Google Search Console an, z. B. die Bing Webmaster Tools.
Messung der Click-Through-Rate
Die Click-Through-Rate von den Google-Suchergebnissen zu Deiner Seite wird Dir in der Google Search Console angezeigt. Dazu wählst Du in der Navigation links den Pfad „Leistung > Google Suche-Ergebnisse“ aus. Eventuell musst Du die Daten im Diagrammbereich noch durch einen Klick auf die dritte Schaltfläche von links aktivieren.
Über das Feld „Datum“ kannst Du den gewünschten Betrachtungszeitraum auswählen:
Folgendes solltest Du dabei beachten:
Um sinnvolle Ergebnisse zu erhalten, solltest Du nur die CTR für einzelne Suchanfragen/Keywords betrachten. Im gezeigten Screenshot ist das beispielsweise das Keyword „wordpress headless“. Google zeigt Dir zwar auch den Mittelwert über Deine gesamte Website an, das ist aber in etwa so aussagekräftig wie die durchschnittliche Körpertemperatur aller Patienten in einem Krankenhaus.
Die CTR hängt stark von Deinem Ranking für das Keyword und vom Aufbau der Suchergebnisse (SERP) ab. Wenn beides in Bewegung ist, haben Änderungen der CTR nicht unbedingt etwas mit einer veränderten Nutzererfahrung zu tun. Die Interpretation ist deshalb nicht immer einfach.
Bei Suchanfragen mit wenigen Klicks, was z. B. im B2B-SEO üblich ist, schwanken die Klickraten von Tag zu Tag extrem (siehe Screenshot). Daher kann es sinnvoll sein, den Durchschnittswert über einen längeren Zeitraum hinweg zu betrachten.
Messung der Interaktionsrate & Bounce Rate
In seiner neuen Analytics-Version hatte Google die Absprungrate zwischenzeitlich abgeschafft. Allerdings wurde sie mittlerweile wieder eingefügt. Jetzt kannst Du sie Dir genau wie die Engagement Rate in Google Analytics anschauen.
Auch die Time-on-Site wird Dir als sogenannte „durchschnittliche Interaktionsdauer“ in Google Analytics zur Verfügung gestellt. Du kannst sie beispielsweise einsehen, indem Du in der linken Navigationsleiste dem Weg „Berichte – Engagement – Übersicht“ folgst:
Messung der Return-to-SERP-Rate
Die Return-to-SERP-Rate ist uns leider nicht zugänglich. Wie oben beschrieben, handelt es sich dabei um eine sehr schwammige Metrik. Das könnte ein Grund dafür sein, dass Google entsprechende Daten nicht zur Verfügung stellt.
Im Google-Analytics-Bericht zur Interaktionsrate wird für unterschiedliche Traffic-Quellen eine separate Interaktionsrate angezeigt. So kann man gegebenenfalls indirekt auf eine hohe Return-to-SERP-Rate schließen, wenn die Interaktionsrate für die Traffic-Quelle „google“ eher niedrig ist:
Dieses Beispiel betrifft eine Website, die viel informativen Content enthält. Dabei ist es üblich, dass Nutzer die Seite verlassen, sobald sie die benötigten Informationen gefunden haben.
Im Gegensatz zur Absprungrate gilt bei der Interaktionsrate bereits eine Verweildauer von mehr als 10 Sekunden als Interaktion (s.o.).
Das bedeutet, dass im obigen Beispiel nur 56,4 % der Nutzer, die über Google kommen, länger als 10 Sekunden auf der Seite verweilen. Das ist durchaus ein Hinweis darauf, dass diese Seite die Suchintention der Nutzer nicht exakt erfüllt und viele Nutzer zu den Suchergebnissen zurückkehren, um eine andere Seite „auszuprobieren“.
Sind Nutzersignale ein Google-Rankingfaktor?
Jetzt kennen wir die wichtigsten Nutzersignale und wissen, wie man sie messen kann.
Bevor wir richtig loslegen, möchte ich aber noch einen viel diskutierten Punkt ansprechen. So herrschen um die Frage, ob einige der genannten Nutzersignale für Google ein direkter Rankingfaktor sind, in SEO-Kreisen heiße und kontroverse Diskussionen.
Google selbst bestreitet dies. Wer sich schon länger mit SEO beschäftigt, weiß jedoch, dass das nicht unbedingt etwas zu bedeuten hat.
Ein Nutzersignal, das als besonders heißer Kandidat dafür gehandelt wird, dass es sich hierbei um einen Rankingfaktor handeln könnte, ist die Click-Through-Rate. Ob dem tatsächlich so ist, wissen wir nicht. Manche Experimente, Untersuchungen und Argumente sprechen dafür, andere wiederum dagegen.
Fakt ist, dass Google tagtäglich eine enorme Masse an Daten zum Verhalten seiner Nutzer sammelt. Ich persönlich finde es schwer vorstellbar, dass man diese nicht nutzt, um die Qualität der SERPs zu verbessern. Hinweise darauf treten auch immer wieder zutage.
Ob Rankingfaktor oder nicht, eines ist klar: Mit unzufriedenen Nutzern wird keine Website erfolgreich. Daher erscheint es in jedem Fall sinnvoll, wenn Du die entsprechenden Kennzahlen im Auge behältst und eine stetige Verbesserung anstrebst.
Im nächsten Abschnitt stelle ich 10 Ideen vor, wie Du das erreichen kannst.
10 Tipps zur Optimierung der Nutzersignale
1. Konsistente Inhalte & Messages
Die meisten Nutzer kommen von anderen Plattformen auf Deine Website (Suchmaschine, Social Media, andere). Damit sie bei Dir bleiben, ist es wichtig, dass Dein jeweiliger Inhalt auch das hält, was dort versprochen wird.
Bei Suchmaschinen betrifft das vor allem die inhaltliche Ebene, bei sozialen Medien und Anzeigen kommen visuelle Aspekte wie Logo, Corporate Identity und die ausgewählte Farbpalette hinzu.
Sehen wir uns doch einmal genauer an, warum Konsistenz zwischen der Suchergebnisseite und Deiner Website so wesentlich ist.
Suchintention verstehen
In der modernen Suchmaschinenoptimierung ist die Suchintention das absolut zentrale Konzept. Man geht davon aus, dass hinter jeder Suchanfrage eine konkrete Absicht des Nutzers steckt.
Hinter jedem Suchbegriff können dabei eine oder mehrere dominante Suchintentionen stecken (die für die meisten Nutzer zutreffen). Um „den Klick zu bekommen“, musst Du genau verstehen, wie diese aussehen. Darüber hinaus solltest Du sicherstellen, dass Deine Inhalte diese Absichten erfüllen.
Zu diesem Zweck musst Du zunächst die Suchintention identifizieren. Nur wenn Du diese kennst, kannst Du Dein Suchergebnis so gestalten, dass Du eine hohe Click-Through-Rate erreichst. Ziel ist es, den Suchenden zu signalisieren, dass sie bei Dir die Antwort auf all ihre Fragen und Bedürfnisse bekommen (dazu gleich mehr).
Hast Du es geschafft, jemanden zum Klick zu „verführen“, müssen Deine Inhalte konsistent zu dem sein, was Dein Suchergebnis versprochen hat. Dazu muss auf den ersten Blick klar sein, dass Dein Inhalt die Suchintention erfüllt.
Ein Beispiel hierfür ist die Suche nach dem Keyword „Staubsauger“. In den Suchergebnissen wirst Du mit Werbung überhäuft und auch in den organischen Ergebnissen findest Du ausschließlich Produkt- und Produktkategorie-Seiten. Damit ist klar: Google geht davon aus, dass Leute, die nach „Staubsauger“ suchen, ein entsprechendes Gerät kaufen wollen.
Für Dich bedeutet das, dass es nicht den geringsten Sinn hat, hier mit einem Wiki-Artikel zum Thema „Wie funktioniert ein Staubsauger“ an den Start zu gehen.
Title & Meta Description optimieren
Suchmaschinen nehmen sich heute bei der Gestaltung einzelner Suchergebnisse viel Freiheit. Wenn Du es richtig machst, schaffst Du es jedoch oft, dass in den Suchergebnissen Dein eigener Title Tag und Deine eigene Meta Description ausgespielt werden.
Das kann dann für den Suchbegriff „seo betreuung“ beispielsweise wie folgt aussehen:
So hast Du es selbst in der Hand, diese so zu gestalten, dass sie so gut wie möglich die Erfüllung der Suchintention suggerieren. Dazu solltest Du den Title Tag optimieren und die Meta Description entsprechend gestalten.
Beachte außerdem, dass es 2021 ein Google-Update gab, welches dazu geführt hat, dass Title Tags vermehrt umgeschrieben werden. Du kannst allerdings durch eine entsprechende Formulierung verhindern, dass dies bei Deinen Title Tags passiert.
2. Ladegeschwindigkeit und Core Web Vitals optimieren
Die Core Web Vitals sind ein Set von bestimmten Faktoren, die Google im Hinblick auf die gesamte User Experience von Websites als wichtig erachtet. Sie umfassen drei spezifische Seitenlade- und Interaktionsmetriken:
Largest Contentful Paint (LCP) misst die Lade-Performance.
First Input Delay (FID) bezieht sich auf die Interaktivität.
Cumulative Layout Shift (CLS) bewertet die visuelle Stabilität der Seite.
Im April 2023 kündigte Google hingegen an, dass der FID ab März 2024 durch die Metrik INP (Interaction to Next Paint) ersetzt wird.
Seit dem Page-Experience-Update Ende 2021 haben die Core Web Vitals einen direkten und messbaren Einfluss auf Google-Rankings. Eine Optimierung dieser Werte kann also sowohl die Nutzererfahrung als auch die Platzierung verbessern.
In der Praxis hat sich gezeigt, dass einige Faktoren besonders großen Einfluss auf die Core Web Vitals haben:
1. Bilder:
Bilder sollten in adäquater Komprimierung, in verschiedenen Größen für verschiedene Bildschirme und mit „height“- und „width“-Attributen in HTML ausgeliefert werden.
2. TTFB (Time to First Byte/ Serverantwortzeit)
Wenn die erste Antwort des Servers zu lange auf sich warten lässt, ist es kaum noch möglich, die Core Web Vitals zu „bestehen“. Betreibst Du zum Beispiel eine WordPress-Website, ist es aus diesem Grund etwa unumgänglich, serverseitiges Caching zu nutzen. Für Websites mit vielen internationalen Zugriffen ist zudem die Nutzung eines CDNs erforderlich.
3. Zu viele Serveranfragen
Nach der ersten Serverantwort werden aus dem HTML-Code einer Webseite noch zahlreiche weitere Anfragen an den Server geschickt, z. B. zum Abruf von CSS- oder JavaScript-Dateien sowie von Bildern oder Schriften. Die Anzahl solcher Anfragen sollte im Idealfall möglichst niedrig gehalten werden.
Wenn Du eine WordPress-Website mit vielen Plug-ins betreibst, kann es jedoch sein, dass jedes Plug-in eigene JS- und CSS-Dateien lädt. Auch Page Builder laden oft eine Vielzahl verschiedener Scripts und sind ein häufiger Grund für langsame Websites. Ironischerweise können in diesem Fall wiederum ausgerechnet Plug-ins Abhilfe schaffen, z. B. das Optimierungs-Plug-in Autoptimize. Grundsätzlich ist es jedoch immer ratsam, möglichst wenige Plug-ins zu nutzen.
Weitere Informationen darüber, wie Du die Core Web Vitals richtig misst und optimierst, erhältst Du in diesem Core Web Vitals Guide.
Einfluss auf Deine Rankings nehmen die Core Web Vitals übrigens nur, wenn genügend Nutzer Deine Seite besuchen. Ob das der Fall ist, erkennst Du daran, wenn Dir in der Search Console in der Sektion „Core Web Vitals“ oder im Google Pagespeed Tool echte Nutzerdaten angezeigt werden.
So sieht es aus, wenn nicht genug Daten vorhanden sind:
So sieht es aus, wenn genug Daten vorhanden sind:
3. Klare „Above the Fold“-Inhalte
Die Bezeichnung „Above the Fold“, zu Deutsch „über der Falte“, kommt ursprünglich aus dem Zeitungswesen. Sie bezieht sich auf den Bereich oberhalb der Knickfalte von gedruckten Zeitungen, also auf alles, was man mühelos lesen kann, ohne die Zeitung dafür aufklappen zu müssen. Die ganz heißen Schlagzeilen werden nämlich immer „above the Fold“ gedruckt, damit sie im Zeitungsständer sofort sichtbar sind und zum Kauf animieren.
In Anlehnung daran ist bei einer Website damit der sofort sichtbare Bereich gemeint, d. h. derjenige Teil, den Du siehst, ohne scrollen zu müssen.
Um die Bounce Rate zu senken, ist es von höchster Bedeutung, dass jeder Nutzer sofort eindeutig sieht, was ihn erwartet. Ferner sollte das, was er zu sehen bekommt, konsistent zu dem sein, was zuvor (in Suchmaschinen, sozialen Medien, Anzeigen …) versprochen wurde.
Je nachdem, welches Display verwendet wird, ändert sich der Above-the-Fold-Bereich natürlich bei der Nutzung eines anderen Geräts. Daher ist es ebenso wichtig, dass Du ein responsives Design hast, welches dafür sorgt, dass die Above-the-Fold-Message auch auf allen Geräten sofort sichtbar ist.
Eines der wichtigsten Elemente dabei ist die Hauptüberschrift der Seite. Diese sollte sowohl sofort sichtbar sein als auch unmissverständlich klarmachen, worum es auf der Seite geht, und den Besucher zum weiteren Betrachten der Seite animieren.
Ein gutes Beispiel hierfür ist die Startseite von Seobility. Es wird auf den ersten Blick klar, was den Besucher hier erwartet und es gibt nur einen hervorgehobenen Call-to-Action:
4. Modernes & zielgruppenorientiertes Design
Es gibt Unternehmen, deren Foyer mit Designermöbeln für Hunderttausende Euro vollgestellt ist, während ihre Website aussieht, als wäre sie mit einer Zeitmaschine aus dem Jahr 1999 zu uns gekommen.
Das erste Axiom der Kommunikationstheorie von Paul Watzlawick besagt, dass „man nicht nicht kommunizieren kann“. Was sagt eine derartige Website also über ein Unternehmen aus?
Das Design der eigenen Website sollte immer auf dem neuesten Stand gehalten werden und an den Werten ausgerichtet sein, die für die jeweilige Zielgruppe wichtig sind.
Hilfreich ist dabei auch das Prinzip „weniger ist mehr“. Ausgefallene „Designer-Websites“ mit spektakulären Effekten haben meiner Erfahrung nach häufig eine schlechte Marketing-Performance (SEO, Core Web Vitals, Conversion Rate …).
Im Zweifelsfall würde ich daher immer zur schlichteren, funktionalen Variante raten, die die Nutzer nicht verwirrt und verständlich macht, worum es geht. Im Mittelpunkt sollte stets der Nutzer stehen, nicht die Selbstverwirklichung des Designers.
5. Klare und sichtbare Struktur der Website
Mithilfe einer klaren Struktur finden sich die Besucher leichter auf der Website zurecht. Sie sollten idealerweise dazu in der Lage sein, schnell und einfach zu den Informationen zu gelangen, die sie suchen. Websites mit einer unklaren Struktur bieten hingegen eine schlechte Nutzererfahrung.
Das kann dazu führen, dass Besucher die Website verlassen, bevor auch nur die Möglichkeit einer Conversion besteht. Die Bounce Rate steigt und die Time-on-Site sinkt.
Übersichtliche Navigation
Bei der Navigation ist Einfachheit Trumpf! Bilder und Untertitel machen ein Navigationsmenü unübersichtlich und verhindern, dass der Nutzer einen schnellen Überblick bekommt.
Einige Websites, wie etwa größere Shops, benötigen sogenannte „Mega-Menüs“ mit sehr vielen Links. Hier ist es hilfreich, diese durch einfache, schlagwortartige Überschriften zu strukturieren.
Eine ziemlich verbreitete „Bad Practice“ bei Menüs ist die Verwendung von Hamburger-/ Mobile-Menüs auf Desktop-Websites. Studien belegen, dass diese die Nutzererfahrung verschlechtern.
Breadcrumb Navigation
Eine Breadcrumb-Navigation ist ein sekundäres Navigationselement, das den Nutzern zeigt, wo sie sich innerhalb der hierarchischen Struktur einer Website befinden. Sie ist typischerweise in Form einer horizontalen Liste von links oben auf der Seite angeordnet, wobei jeder Link einen bestimmten „Schritt“ zurück zur Startseite darstellt.
Der Begriff „Breadcrumb“ (dt. Brotkrume) stammt aus dem Märchen „Hänsel und Gretel“, in dem die Hauptfiguren eine Spur von Brotkrumen legen, um ihren Weg zurück nach Hause zu finden.
Insbesondere bei Online-Shops mit tiefen Hierarchien sind Breadcrumbs ein wichtiges Element. Dadurch, dass von jeder Seite zur jeweils übergeordneten Seite verlinkt wird, helfen sie nicht nur Nutzern, sondern auch Suchmaschinen, die Struktur einer Website besser zu verstehen.
6. Kurze Absätze verwenden und auf verständliche, hilfreiche Inhalte achten
Bei Online-Texten haben sich deutlich kürzere Absätze als im Printbereich bewährt. Begründet wird dies dadurch, dass das menschliche Auge vor einem Bildschirm schneller ermüdet und dem durch häufige Augenbewegung entgegengewirkt werden kann.
Im Internet reichen oft schon zwei Sätze für einen Absatz. Von Leuten, die viel mit Print-Texten zu tun haben, erntet man dafür manchmal Spott. Ihnen gegenüber kannst Du Dich aber einfach auf den UX-Guide der Stanford University berufen.
Auf dem Seobility Blog wird das ebenfalls so umgesetzt:
Tendenziell hat sich auch eine kürzere Satzlänge bewährt, wobei dies mitunter stark von der Zielgruppe abhängt. So kann es bei einer akademisch geprägten Zielgruppe durchaus sinnvoll sein, wenn Du einen komplexeren Satzbau verwendest.
Mithilfe von Lesbarkeitsindizes kannst Du Dir ein objektiveres Bild davon machen, wie gut lesbar Dein Text für Deine Besucher ist.
Unabhängig von der konkreten Zielgruppe sind aktive Formulierungen immer besser als passive. So hat aktive Sprache den Vorteil, dass sie einen Text direkter sowie leichter nachvollziehbar macht und gleichzeitig zu mehr Interaktionen führt. Aktive Sätze sorgen für Klarheit und halten den Leser involviert. Ein Beispiel hierfür wäre etwa die Formulierung „Maria liest das Buch“, während es sich bei „Das Buch wird von Maria gelesen“ um passive Sprache handelt.
Für die Verständlichkeit ist es zudem wichtig, dass Du nur Fachwörter verwendest, die Deine Leser mit hoher Wahrscheinlichkeit kennen. Im Zweifel hilft eine Verlinkung auf ein Glossar – womit wir zum nächsten Abschnitt kommen.
7. Sinnvolle Links setzen
Interne Links können dazu beitragen, Nutzer länger auf Deiner Website zu halten. Wie Du oben im Abschnitt Absprungrate erfahren hast, führt der Klick auf einen internen Link auch dazu, dass ein Besuch nicht als Absprung bewertet wird.
Stelle sicher, dass die internen Links auf relevante Seiten verweisen, die dem Nutzer zusätzliche Informationen bieten oder ihn auf eine logische Weise durch die Website führen.
Der Ankertext des Links sollte präzise und aussagekräftig sein, um dem Nutzer eine klare Vorstellung davon zu geben, wohin dieser führt.
Ein bekanntes Positiv-Beispiel, welches in diesem Kontext häufig erwähnt wird, ist Wikipedia. Hier findest Du in jedem Beitrag Links zu Inhalten, die erwähnt werden, sowie zu den zugrundeliegenden Quellen.
Auch in Form von Calls-to-Action (dazu gleich mehr) können interne Links hilfreich sein. Ebenso sind systematische Verlinkungen wie Abschnitte mit verwandten Produkten bewährte Maßnahmen.
Dass menschliche Gesichter die Augen der Nutzer auf sich ziehen, gilt als „common wisdom“. Es wurde zudem bereits im Rahmen zahlreicher Studien belegt. Daher wird der Einsatz von Bildern mit Gesichtern, etwa in Autorenboxen, auch vielerorts empfohlen.
Doch Vorsicht! Nur weil ein Gesicht die Augenbewegungen der Nutzer nachgewiesenermaßen auf sich zieht, heißt das noch lange nicht, dass dies auch gut für den Zweck Deiner Website ist.
In dieser Studie zu Gesichtern auf Websites wurde festgestellt, dass ein Autorenfoto auf einer Finanzseite das Vertrauen in die Richtigkeit der Informationen gesenkt hat.
Es ist daher sinnvoll, den konkreten Fall zu betrachten und im Zweifelsfall A/B-Tests durchzuführen.
9. Calls-to-Action
Calls-to-Action (CTAs) sind Handlungsaufforderungen an Deine Besucher. Meist sind diese mit einem Button verbunden. Dabei kann es sich um direkte Aufforderungen zu einer Handlung handeln, die Du als Conversion definiert hast (z. B. „Kaufen“ oder „Newsletter abonnieren“).
Es können aber auch „sanftere“ CTAs sein, wie „weiterlesen“ oder „mehr erfahren“, welche einen Zwischenschritt in Richtung Conversion darstellen.
Ohne CTAs sind Conversions mehr oder weniger ausgeschlossen. Das allein sollte Grund genug sein, sich mit dem Thema intensiver auseinanderzusetzen.
Der Klick auf einen CTA-Button wird in den meisten Fällen jedoch ebenso als weitere Interaktion mit Deiner Website gewertet. Somit wird ein Besuch nicht mehr als Absprung verzeichnet, wenn der Nutzer einen Button klickt und über diesen auf eine andere URL geführt wird oder ein URL-Parameter hinzugefügt wird.
Calls-to-Action (CTAs) sind unerlässliche Elemente jeder effektiven Website, da sie den Nutzern klare Anweisungen geben, was als Nächstes zu tun ist und sie dazu ermutigen, sich weiterhin mit Deinen Inhalten zu beschäftigen oder einen Kauf zu tätigen.
Hier sind einige Best Practices und Tipps, wie Du die Wirksamkeit Deiner CTAs maximierst:
Verwende handlungsorientierte Sprache: Nutze in Deinem CTA ein starkes Verb, das zur Handlung anregt, wie „Jetzt herunterladen“, „Hier anmelden“ oder „Sofort kaufen“.
Hervorhebung durch Design: Dein CTA sollte auffallen. Verwende kontrastreiche Farben, die sich von Deinem Website-Hintergrund abheben, und genügend Weißraum, damit er leicht zu finden und zu lesen ist.
Platzierung ist der Schlüssel: Platziere Deine CTAs an einer Stelle auf der Seite, wo die Nutzer sie auf natürliche Weise finden, idealerweise nach einem überzeugenden Abschnitt von Inhalten, der sie dazu ermutigt, mehr wissen oder tun zu wollen.
Biete einen klaren Mehrwert: Die Nutzer wollen wissen, was sie im Gegenzug bekommen. Stelle sicher, dass Dein CTA klar kommuniziert, welchen Wert oder Nutzen der Klick für den Nutzer hat.
Größe: Dein CTA sollte groß genug sein, um aufzufallen, aber nicht so groß, dass er vom Inhalt ablenkt.
Teste und optimiere: Verwende A/B-Tests für verschiedene CTA-Versionen, um herauszufinden, welche Nachrichten, Designs und Platzierungen bei Deiner Zielgruppe am besten ankommen. Beobachte die Ergebnisse und passe Deine Strategie entsprechend an. Leider hat Google sein AB-Test-Tool Google Optimize mittlerweile eingestellt. Alternativen bieten kommerzielle Anbieter wie AB Tasty oder Optimizely.
Verwende sekundäre CTAs: Wenn Dein Haupt-CTA mit einer größeren Verbindlichkeit einhergeht (z. B. mit einem Kauf), füge einen sekundären, weniger verbindlichen CTA hinzu (z. B. „Mehr erfahren“), um Nutzer mitzunehmen, die noch nicht vollends bereit dazu sind, den Haupt-CTA auszuführen.
Klarheit über das Ziel: Vermeide vage CTAs wie „Hier klicken“. Sei stattdessen spezifisch im Hinblick auf das, was der Nutzer erwarten kann, wenn er den CTA ausführt. Ein gutes Beispiel hierfür liefert HubSpot:
Hier weiß der Nutzer genau, was ihn erwartet – nicht nur aufgrund der klaren CTA-Texte, sondern auch durch den umgebenden Text.
10. Visuelle Inhalte
Die Zeiten, in denen Du Nutzer mit reinen Textinhalten überzeugen konntest, sind vorbei. Bei Webinhalten gilt längst das Motto „Das Auge isst mit“. Dabei geht es aber keineswegs nur um ansprechendes Design.
Im Fokus steht wieder die leichte und „gehirnschonende“ Konsumierbarkeit der Inhalte. Es geht darum, Deinen Besuchern möglichst genaue Informationen mit (für die Besucher) minimaler Anstrengung zur Verfügung zu stellen. Visuelle Inhalte sollen vom Gehirn 60.000-mal schneller aufgenommen werden können als Texte.
Wenn es Dir gelingt, dass sich Deine User bei Dir wohlfühlen, bleiben diese auch länger.
Wichtige visuelle Faktoren für Deine Website sind:
übersichtliches Layout
professionelles Design, das zu Deinem Inhalt passt
passende und authentische Bilder (z. B. wann immer es geht, eigene Fotos anstelle von Stockfotos verwenden)
Infografiken & Illustrationen
interaktive Grafiken
Videos
Viele Website-Betreiber schrecken wegen des Aufwands davor zurück, Infografiken und Illustrationen einzusetzen. Häufig haben diese jedoch aus SEO-Sicht zusätzlich das Potenzial, Besucher über die Bildersuche anzulocken und Backlinks zu generieren.
Ein Beispiel: Der Service zur Drohnenvermessung MapCad3D hat auf seiner Webseite das 3D-Modell der Vermessung eines historischen Bauwerks eingebunden:
Zusammenfassung
Ob es sich nun um Rankingfaktoren handelt oder auch nicht – die Optimierung der Nutzersignale ist für eine erfolgreiche Online-Präsenz von großer Bedeutung. Mit den 10 Tipps aus diesem Beitrag hast Du verschiedene Anhaltspunkte dafür erhalten, wie Du die Nutzererfahrung verbesserst und letztlich auch Deine Conversion Rate erhöhst.
Unabhängig von den einzelnen Tipps empfiehlt es sich, wenn Du auf Einfühlungsvermögen gegenüber Deinen Besuchern, konsistente Inhalte, Einfachheit und die Verwendung gelernter Konzepte setzt, um mit Deiner Website Erfolg zu haben.
So wechselst Du von HTTP zu HTTPS – Leitfaden für eine sichere Umstellung
Das Problem: HTTP überträgt Daten unverschlüsselt im Klartext. Das macht Nutzerdaten angreifbar, löst „Nicht sicher“-Warnungen im Browser aus und kann Deinen Rankings und dem Nutzererlebnis schaden.
Die Lösung: Sichere Deine Website mit einem SSL/TLS-Zertifikat, erzwinge HTTPS über eine seitenweite 301-Weiterleitung und passe interne Links, Canonical Tags und Tracking-Tools an, damit keine Mixed-Content-Fehler entstehen.
Quick Win: Springe direkt zum Abschnitt Zusammenfassung / Checkliste. Dort findest Du alle technischen Aufgaben vor, während und nach der Umstellung Schritt für Schritt.
HTTPS (HyperText Transfer Protocol Secure) sorgt nicht nur dafür, dass die Besucher Deiner Website sicher surfen können, es ist auch für jede moderne Website ein absolutes Muss.
Neben der Sicherheit spielt HTTPS auch in Sachen SEO und Benutzerfreundlichkeit eine entscheidende Rolle. Für Google ist es sogar ein Rankingfaktor und die meisten gängigen Browser stufen Seiten ohne HTTPS eindeutig als unsicher ein.
Kurzum: Es gibt viele gute Gründe, zu wechseln!
Doch der Umstieg von HTTP auf HTTPS ist mehr als das Herunterladen eines TLS/SSL-Zertifikats und lässt sich nicht einfach mit einem Klick erledigen. Insbesondere wenn Deine Website bereits online ist, gibt es viele Dinge, die Du beachten solltest, um den Wechsel sicher zu gestalten.
Aber keine Sorge: In diesem Leitfaden tauchen wir tief in das Thema ein und erklären Dir, warum HTTPS so wichtig ist, wie Du den Umstieg vollziehst und was Du dabei alles beachten solltest.
HTTP vs. HTTPS – Was steckt dahinter und worin liegt der Unterschied?
Beim Surfen im Internet ist Dir vielleicht schon aufgefallen, dass manche Website-URLs mit „https://” beginnen und andere wiederum mit „https://”. Auch wenn dieser Unterschied nur gering zu sein scheint, hat das zusätzliche „s” für Websites und deren Besucher tatsächlich eine entscheidende Bedeutung.
HTTP (Hypertext Transfer Protocol)
Von den späten 90er-Jahren an bildete HTTP die Basis der Datenkommunikation im Internet. Es erleichtert den Austausch von Informationen zwischen Deinem Webbrowser und dem Server, auf dem die von Dir besuchte Website gehostet wird. Dank HTTP kannst Du lustige Hundevideos auf YouTube genießen oder einen weiteren spannenden SEO-Artikel im Seobility-Blog lesen. 😉
Doch die Sache hat einen Haken: Der größte Nachteil von HTTP ist, dass es Daten im Klartextformat überträgt, was es Hackern sehr leicht macht, sensible Daten zu stehlen, während diese vom Browser zum Server übertragen werden.
… und genau hier kommt HTTPS ins Spiel.
HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure)
HTTPS ist das sichere Gegenstück zu HTTP. Es fügt eine zusätzliche Sicherheitsebene hinzu, indem es das Verschlüsselungsprotokoll TLS (Transport Layer Security) verwendet, das früher als SSL (Secure Socket Layer) bezeichnet wurde. Diese zusätzliche Verschlüsselungsebene stellt sicher, dass die zwischen Deinem Browser und dem Server ausgetauschten Daten in einem unlesbaren Format und nicht als Klartext gesendet werden. So wird der Inhalt für potenzielle Lauscher unbrauchbar.
Warum lohnt sich der Umstieg auf HTTPS?
Es gibt viele Gründe, HTTPS zu verwenden, darunter Aspekte wie Sicherheit, SEO und Benutzerfreundlichkeit. Schauen wir uns die einzelnen Punkte mal etwas genauer an.
Sicherheit
Die Umstellung auf HTTPS gewährleistet, dass die Kommunikation zwischen dem Browser und dem Server verschlüsselt wird. Das bedeutet, dass sämtliche Informationen, die vom Browser gesendet werden, wie beispielsweise Daten aus Kontaktformularen oder Zahlungsaufforderungen, nicht gelesen werden können, wenn sie abgefangen werden.
Jetzt fragst Du Dich vielleicht: „Wie kann jemand eine Nachricht abfangen, die von meinem Computer an eine Website gesendet wird?“
Ohne zu technisch zu werden, hier ein grundlegender Überblick darüber, wie es funktionieren könnte:
Wenn Du Informationen über ein Kontaktformular sendest, werden diese über den Router durch zahlreiche Leitungen, die (fast) den gesamten Globus umspannen, an den Server weitergeleitet, der sich auf der anderen Seite der Welt befinden könnte. Auf dem Weg zum Server könnten diese Informationen von jemandem abgefangen werden, der dann Deine Nachrichten sowie andere wichtige Informationen, die Du mitsendest, einsehen kann.
Eines der häufigsten Beispiele hierfür ist die Nutzung eines manipulierten öffentlichen WLAN-Netzwerks. Manchmal erstellt ein Hacker einen WLAN-Hotspot mit dem Namen eines öffentlichen Netzwerks, in der Hoffnung, dass sich jemand mit diesem verbindet. Wenn ein Nutzer eine Verbindung zum Hotspot des Hackers herstellt, werden sämtliche Daten, die er sendet, über diesen weitergeleitet, so dass der Hacker genau sehen kann, was derjenige gerade tut!
Wenn diese Informationen mit TLS/SSL verschlüsselt sind, kann der Hacker nicht viel damit anfangen. Ist dies allerdings nicht der Fall, kann er Deine Zahlungsinformationen, Kontaktformular Nachrichten oder andere persönliche Daten problemlos in die Finger bekommen.
Es gibt viele andere Möglichkeiten, wie Informationen abgefangen werden können, aber das obige Beispiel ist klar nachzuvollziehen und verdeutlicht den Wert von HTTPS in Bezug auf den Aspekt Sicherheit.
Hier siehst Du ein Beispiel für eine unverschlüsselte Nachricht:
Und so sieht dieselbe Nachricht verschlüsselt aus:
Völlig nutzlos!
SEO
Das Bereitstellen Deiner Website über HTTPS hat darüber hinaus wichtige SEO-Vorteile.
Google hat bereits 2014 verkündet, dass HTTPS ein (schwacher) Rankingfaktor ist. Die sichere Bereitstellung von Seiten, bei der HTTPS eine zentrale Rolle spielt, ist auch Teil des Page Experience Updates, ebenso wie die Core Web Vitals und andere Kennzahlen zur Usability. Auch wenn HTTPS lediglich einen Teil dieses Ranking-Signals ausmacht, bringt es über den direkten Einfluss auf das Ranking hinaus noch weitaus mehr SEO-Vorteile mit sich.
Natürlich ist HTTPS keineswegs mit anderen entscheidenden Rankingfaktoren, wie der Relevanz der Inhalte oder der Autorität bzw. Vertrauenswürdigkeit einer Website, vergleichbar, wenn es um die direkten SEO-Auswirkungen geht. Dennoch kann es sich indirekt auf das Ranking auswirken, da es die Nutzererfahrung auf Deiner Website und das Verhalten der Besucher beeinflusst.
Nutzererfahrung
Der Wechsel von HTTP zu HTTPS wirkt sich auch positiv auf die User Experience aus, was wiederum zu einer besseren Performance in den SERPs beitragen kann.
Der offensichtlichste Vorteil, den wir bereits angesprochen haben, ist der Schutz der Daten Deiner Nutzer. Abgesehen davon, dass der Schutz der Nutzerdaten in den meisten Ländern heutzutage gesetzlich vorgeschrieben ist, trägt er selbstverständlich ebenso zur Verbesserung der Nutzererfahrung bei.
Das ist vermutlich nicht die glanzvolle Bewertung, die wir anstreben.
Jedoch beeinflusst die Nutzung von HTTPS auch direkt, wie Nutzer mit Deiner Website interagieren. Die meisten gängigen Browser wie Edge, Chrome und Firefox warnen Nutzer, wenn diese auf eine Seite ohne HTTPS zugreifen.
Oder zumindest markieren sie solche Seiten in der Adressleiste als unsicher.
Obwohl einige Nutzer vielleicht verstehen, was diese Warnung bedeutet, und wissen, wie man HTTP-Websites auf sichere Weise besucht, werden die meisten das nicht tun. Mit Sicherheit wird dies dazu führen, dass einige Deiner Besucher zu einem Deiner Konkurrenten abspringen werden, insbesondere wenn sie aufgefordert werden, ihre Daten auf Deiner Website einzugeben. Und wenn Google feststellt, dass viele Besucher Deine Website verlassen und zu den Suchergebnissen zurückkehren, ist das ein klares Zeichen dafür, dass Deine Website keine gute Nutzererfahrung bietet und dementsprechend wahrscheinlich niedriger im Ranking eingestuft werden sollte.
Wie Du siehst, gibt es eine Menge von Gründen, warum Du zu HTTPS wechseln solltest:
Es schützt Deine Nutzer und deren Daten.
Es ist wichtig für Suchmaschinen wie Google.
Es verbessert die Nutzererfahrung auf Deiner Website.
Und als ob das nicht schon genug gute Gründe wären, stellt es obendrein noch sicher, dass Du nationale und internationale Gesetze einhältst.
Jetzt, da Du von der Entscheidung überzeugt bist, lass uns schauen, wie Du den Wechsel vollziehen kannst!
Schritt für Schritt von HTTP zu HTTPS wechseln: So funktioniert’s!
Zwar ist die Umstellung von HTTP zu HTTPS nicht allzu komplex, jedoch ist es wichtig, diesen Prozess korrekt auszuführen. So stellst Du sicher, dass so viel wie möglich von Deiner bisherigen “Ranking-Power” erhalten bleibt und keine Probleme mit Duplicate Content oder andere Schwierigkeiten im Hinblick auf die SEO auftreten.
Doch bevor wir loslegen, gibt es noch eine Sache, die wir erledigen müssen.
Kleiner Tipp: Wenn Du schon dabei bist, Deine Website auf HTTPS umzustellen, kann es sich lohnen, vorher ein kurzes SEO-Audit durchzuführen. So findest Du heraus, ob es auf Deiner Website irgendwelche schwerwiegenden Probleme gibt, die Du vor der Umstellung besser beheben solltest.
Mit Tools wie Seobility kannst Du Deine gesamte Website durchleuchten und automatisch technische Fehler sowie Onpage-SEO-Probleme ermitteln. Falls Du noch keinen Seobility-Account hast, bieten wir Dir eine 14-tägige kostenlose Testphase für unsere Premium-Funktionen an.
Sicherheit zuerst: Erstelle ein Backup Deiner Website
Bevor Du größere Änderungen an Deiner Website vornimmst, solltest Du für den Fall, dass etwas schiefgeht, unbedingt ein Backup erstellen. Zwar lassen sich die meisten Änderungen, die wir vornehmen, problemlos rückgängig machen, aber sicher ist sicher. Es wäre nicht das erste Mal, dass jemand seine Website bei alltäglichen Anpassungen versehentlich lahmlegt, und es wird auch garantiert nicht das letzte Mal gewesen sein.
Wenn Du WordPress nutzt, kannst Du Plug-ins wie UpdraftPlus, Jetpack, BackupBuddy oder eines der (zahlreichen) anderen Plug-ins mit guten Bewertungen verwenden.
Und wenn Du cPanel verwendest, ist das Erstellen eines Backups mit nur einem Klick erledigt.
Nachdem Du unter der Registerkarte „Files“ zum Bereich „Backup“ gelangt bist, klicke einfach auf „Download a Full Account Backup“.
Das Ganze ist innerhalb von zwei Minuten erledigt, kann Dir jedoch tagelange Arbeit ersparen, falls doch etwas schiefgeht.
Und wenn dieser Fall doch eintritt, zeigt Dir dieser Leitfaden, wie Du eine WordPress-Website aus einem Backup wiederherstellst.
Richte eine Testumgebung ein und bereite die Onpage-Anpassungen vor
Nachdem Du eine Sicherungskopie Deiner Website erstellt hast, lohnt es sich, eine Testumgebung (Staging Website) einzurichten. Auf diese Weise kannst Du alle notwendigen Anpassungen in Ruhe vorbereiten, bevor Du auf HTTPS umstellst.
Wenn Du eine sehr kleine Website oder kaum Traffic hast, könntest Du vielleicht direkt auf HTTPS umstellen und anschließend diese Änderungen vornehmen. Generell ist es aber sinnvoll, sämtliche Onpage-Anpassungen zuerst in einer Testumgebung auszuprobieren, ehe sie tatsächlich vorgenommen werden. Dadurch stellst Du sicher, dass Suchmaschinen klare Signale erhalten, wenn Du den Wechsel vornimmst, anstatt die Änderungen nach der Implementierung von HTTPS unter Zeitdruck auf der Haupt-Website vornehmen zu müssen.
Das Einrichten einer Testumgebung ist wirklich einfach, wenn Du erst einmal verstanden hast, wie es funktioniert. In diesem Beitrag von Blogmojo erfährst Du, wie Du das Schritt für Schritt mit WordPress bewerkstelligen kannst.
Hast Du Deine Testumgebung bereit? Dann schauen wir uns die Änderungen mal an …
Canonical Links
Die wichtigste Änderung, die Du vornehmen solltest, ist die Anpassung der Canonical Tags auf die neue HTTPS-URL. Denn später werden wir alle HTTP-Seiten per 301-Weiterleitung auf ihre HTTPS-Versionen umleiten. Wenn jedoch eine HTTPS-Seite ihrerseits wiederum die HTTP-Version als Canonical Tag hat, entsteht eine Endlosschleife, da die Seiten gegenseitig aufeinander verweisen.
Das wollen wir definitiv vermeiden!
Wenn Du mit WordPress arbeitest und ein Plug-in wie Yoast nutzt, wird dies wahrscheinlich automatisch angepasst, wenn Du die Weiterleitung implementierst (möglicherweise musst Du vorher jedoch die URL der Haupt-Website in den Einstellungen ändern). Allerdings ist das nicht bei jedem der Fall.
Falls Du noch keine Canonical Tags eingerichtet hast, könnte es sinnvoll sein, ein SEO-Plug-in zu verwenden, um dies zu tun.
Interne Verlinkung
Deine Webseiten verweisen durch interne Links aufeinander. Doch die Adressen, auf die sie verweisen, werden sich bald ändern. Da derzeit noch alle Links auf Deiner Seite die HTTP-Version nutzen, müssen sie dementsprechend angepasst werden, sodass sie zukünftig auf die HTTPS-URL verweisen.
Zunächst solltest Du die Hauptnavigation, Fußzeilennavigation, Seitenleiste und andere wichtige Navigationselemente ändern. Diese werden entweder auf der gesamten Website oder zumindest auf vielen Seiten verwendet und sind daher die wichtigsten Links, die geändert werden müssen.
Als Nächstes sind die Startseite, Hauptkategorieseiten und andere wichtige Seiten dran.
Damit hast Du Dein Ziel schon zu 80 % erreicht und hast sichergestellt, dass die wichtigsten internen Links auf Deiner Website auf die richtigen URLs verweisen und klare Signale an die Suchmaschinen Crawler senden.
Anschließend kannst Du – insbesondere wenn Deine Website klein ist – jede Seite einzeln durchgehen. Du kannst aber auch ein Plug-in wie „Better Search Replace“ verwenden, wenn Du mit WordPress arbeitest, um den Prozess zu beschleunigen. Solltest Du Dich für die Plug-in-Methode entscheiden, denk daran, vorher noch ein Backup Deiner Website zu erstellen.
Schema-Markup
Schema-Markup ist ein weiterer wichtiger Punkt, insbesondere wenn Du Dein eigenes individuelles Markup verwendest. Einige SEO-Plug-ins nehmen die erforderlichen Änderungen automatisch vor, wenn Du die URL der Haupt-Website änderst. Es ist jedoch wichtig zu überprüfen, ob dies bei Deinem Plug-in der Fall ist.
Wenn Du kein Plug-in verwendest, solltest Du jetzt alle URLs in Deinem Markup auf die sichere Version umstellen.
In WordPress kannst Du die Änderungen entweder Seite für Seite manuell vornehmen oder ein Search-and-Replace-Plug-in verwenden, um die ganze Sache zu beschleunigen. Ersetze mit dem Plug-in einfach jedes Vorkommen von https://deinedomain durch https://deinedomain.
Wenn Du Dein Schema nicht direkt auf der Seite, sondern in einer separaten Datei gespeichert hast, kannst Du mithilfe von “Bulk Editing” Features der meisten Code-Editoren die nötigen Änderungen schnell vornehmen.
Sitemaps & Robots.txt-Datei
Wirf als Nächstes einen Blick auf Deine Sitemap(s) und die Robots.txt-Datei und stelle sicher, dass alle Links auf die HTTPS-Version verweisen.
Auch hierbei handelt es sich um eine Anpassung, die viele SEO-Plug-ins automatisch für Dich übernehmen, sobald Du die URL Deiner Haupt-Website änderst. Aber es schadet nicht, noch einmal nachzuprüfen, ob das auch bei Deinem Plug-in der Fall ist. Falls nicht, nimm die Änderungen jetzt auf der Staging Website vor, um später einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten.
Hreflang-Links
Die hreflang-Tags auf Deinen Seiten sind ein weiterer wichtiger Punkt, den Du beachten solltest. In der Regel werden diese Tags mittels SEO-Plug-ins oder Sprachwechsel-Plug-ins zu WordPress-Websites hinzugefügt. Meist reicht es aus, die Haupt-URL der Website in den Einstellungen anzupassen, um diese Änderungen auf der gesamten Website widerzuspiegeln.
Nachdem Du nun die Vorbereitungen auf Deiner Staging Website abgeschlossen hast, vergewissere Dich, dass Du alles gespeichert hast. Wir werden diese Website später wieder brauchen.
Jetzt ist es erst einmal an der Zeit, Dein SSL/TLS-Zertifikat zu besorgen.
Besorge Dein SSL-Zertifikat
SSL/TLS-Zertifikate erhältst Du bei unterschiedlichen Anbietern. In 99 % der Fälle ist es am einfachsten, das Zertifikat direkt bei Deinem Hosting-Anbieter zu erwerben. Tatsächlich bieten viele Hosting-Provider sogar kostenlose SSL/TLS-Zertifikate in ihren Paketen an. Für Blogs und kleinere Websites ist das oft völlig ausreichend. Für Websites, die viele sensible personenbezogene Daten oder Zahlungsinformationen verarbeiten, sind diese kostenlosen Zertifikate aber womöglich nicht geeignet.
Solltest Du also mehr als das benötigen, hast Du verschiedene Möglichkeiten:
Zertifikate mit Domain-Validierung (DV):
Für die meisten Websites sind Zertifikate mit Domain-Validierung ideal geeignet. Als Antragsteller musst Du hierbei lediglich nachweisen können, dass die Domain Dir gehört. Das ist alles. Die Validierung erfolgt dabei meist über eine E-Mail an den Domaininhaber. Derartige Zertifikate sind recht günstig ab etwa 50 € pro Jahr erhältlich.
Zertifikate mit Organisationsvalidierung (OV):
Beim organisationsvalidierten Zertifikat wird nicht nur die Website, sondern auch die dahinterstehende Organisation geprüft. Dass es eine bessere Verschlüsselung bieten soll, ist allerdings ein weit verbreiteter Irrglaube. Der Hauptunterschied liegt in der gründlicheren Überprüfung des Zertifikatinhabers. Oft sind diese Zertifikate mit einer Garantie von bis zu 1.000.000 € oder mehr verbunden, weshalb sie sich insbesondere für Online-Shops eignen. Sie sind aufgrund des komplexen Validierungsprozesses teurer und beginnen bei etwa 100 € pro Jahr.
Zertifikate mit Extended Validation (EV):
Extended-Validation-Zertifikate (auf Deutsch „Zertifikate mit erweiterter Überprüfung”) bieten die höchste Authentizitätsstufe und sind meist großen Unternehmen oder Websites mit sehr sensiblen Daten vorbehalten, obwohl sie auch für mittelgroße Online-Shops eine gute Option darstellen können. Diese Art von Zertifikat wird nur von spezialisierten Zulassungsstellen erteilt, welche die Unternehmensinformationen weitaus detaillierter überprüfen. Sie bieten auch die höchste Garantie und starten bei Preisen von rund 500 € pro Jahr.
Sobald Du das passende Zertifikat bei Deinem Hosting-Anbieter erworben hast, geht es mit dem nächsten Schritt weiter.
Ein kleiner Tipp am Rande: Viele Hosting-Provider unterstützen Dich nach dem Kauf bei der Installation Deines Zertifikats. Wenn Du also nicht weiterkommst, zögere nicht, sie um Hilfe zu bitten. Aber denk daran, dass sie keine SEO-Experten sind. Es liegt also in Deiner Verantwortung, alle Änderungen in der richtigen Reihenfolge vorzunehmen und sicherzustellen, dass aus SEO-Perspektive alles korrekt eingerichtet ist.
Bevor Du fortfährst:
In den folgenden Abschnitten werden wir das Zertifikat installieren und den Umstieg von HTTP auf HTTPS auf unserer Live-Website durchführen. Wie immer, wenn Du Änderungen an Deiner Website vornimmst, solltest Du hierfür einen Zeitpunkt wählen, an dem wenig Traffic auf Deinen Seiten herrscht. Schau in Deine Analytics-Daten, um herauszufinden, wann die wenigsten Besucher auf Deiner Website sind, und versuche, ein paar Stunden für die Änderungen zu diesem Zeitpunkt einzuplanen, wenn möglich.
Installiere Dein SSL-Zertifikat
Wenn Du Dein SSL-Zertifikat nicht bei Deinem Hosting-Provider erworben hast oder dieser keine Unterstützung anbieten kann, musst Du es selbst installieren. Wie das genau funktioniert, hängt stark von Deinem Hosting-Setup ab. Da jedoch die Mehrheit unserer Leser WordPress verwendet, konzentrieren wir uns hier darauf, wie Du ein SSL-Zertifikat auf einer WordPress-Website mithilfe von cPanel installierst.
Dazu musst Du zunächst die ZIP-Datei mit dem SSL-Zertifikat von Deinem Anbieter herunterladen und Dich in Deinem cPanel anmelden. Im cPanel gibst Du dann einfach „SSL” in die Suche ein:
Im Menü „SSL/TLS” klickst Du auf „Manage SSL sites”:
Wähle anschließend die Domain aus, für die Du das Zertifikat installieren möchtest.
Mit den Informationen aus der ZIP-Datei kannst Du nun die verbleibenden Felder ausfüllen.
Jetzt kannst Du das Zertifikat installieren.
Sobald das Zertifikat installiert wurde, solltest Du schließlich noch sicherstellen, dass der gesamte Traffic auf Deiner Website auf die sichere HTTPS-Version umgeleitet wird.
Erwinge HTTPS
Das Erzwingen von HTTPS bedeutet, dass der gesamte Traffic auf die HTTPS-Version Deiner Website umgeleitet wird. So wird verhindert, dass Besucher auf die unsichere Version zugreifen, und Deine Nutzer werden geschützt.
Da die Erstellung einer HTTPS-Version für jede URL technisch gesehen die Erstellung einer neuen URL bedeutet, “erzwingen” wir HTTPS durch einen 301-Redirect. Damit stellen wir sicher, dass alle wichtigen SEO-Signale an die neue URL weitergeleitet werden. Auf diese Weise vermeiden wir auch Probleme mit Duplicate Content, die durch das Vorhandensein von zwei Versionen derselben Seite, einer HTTP- und einer HTTPS-Version, auf der Website entstehen könnten.
Bevor wir jedoch ins Detail gehen, ist es wichtig zu verstehen, welche Auswirkungen 301-Weiterleitungen auf das Ranking einer Seite haben.
Durch die Weiterleitung aller HTTP-URLs auf HTTPS stellen wir nicht nur sicher, dass kein Duplicate Content entsteht, sondern auch, dass die Ranking-Signale für jede Seite auf eine einzige URL konzentriert werden. Durch das Erzwingen von HTTPS werden außerdem Besucher und Bots, die über externe HTTP-Links auf Deine Seite gelangen, automatisch auf die korrekte Version umgeleitet.
Wir möchten für jede Seite unserer Website eine Weiterleitung einrichten. Das hört sich nach viel Arbeit an, kann aber zum Glück für die gesamte Website auf einmal erledigt werden. Wir müssen nicht für jede Seite einzeln eine Weiterleitung erstellen.
Im Folgenden konzentrieren wir uns auf WordPress-Websites, die auf einem Apache-Server gehostet werden, und verwenden die .htaccess-Datei. Dies ist eine der gängigsten WordPress-Konfigurationen und auch die einfachste Möglichkeit, 301-Weiterleitungen zu implementieren.
301-Redirects mittels .htaccess-Datei
Um eine 301-Weiterleitung für die gesamte Website einzurichten, musst Du zunächst zur .htaccess-Datei navigieren.
Gehe dazu im cPanel in den „File Manager”.
Suche dann den Ordner „public_html“ und klicke mit der rechten Maustaste auf die .htaccess-Datei, um diese zu bearbeiten.
Füge die folgende Regel in die Datei ein:
RewriteCond %{HTTPS} off
RewriteRule .* https://%{HTTP_HOST}%{REQUEST_URI} [L,R=301]
Glückwunsch, Deine Website ist nun auf HTTPS umgestellt!
Der nächste Schritt besteht darin, die Staging-Website zu veröffentlichen, die Du zuvor erstellt hast, und nach der Umstellung einige Änderungen vorzunehmen, um sicherzustellen, dass alles reibungslos funktioniert.
Veröffentliche Deine Staging Website
Du hast auf HTTPS umgestellt? Klasse! Jetzt ist es an der Zeit, Deine Staging Website zu veröffentlichen und sicherzustellen, dass alle internen Links auf die sichere Version Deiner Website verweisen.
Falls Du im Vorfeld vergessen hast, ein Backup Deiner Website anzulegen, solltest Du dies unbedingt noch tun, bevor Du die Staging-Version online stellst. So kannst Du im Notfall immer auf die ursprüngliche Website zurückgreifen, wenn doch etwas schiefgehen sollte.
Änderungen nach dem Umstieg
Nun werden all Deine Seiten auf die sichere URL umgeleitet. Der wichtigste Teil der Umstellung ist damit abgeschlossen. Aber bevor Du Dich entspannt in Deiner Hängematte zurücklehnen und Deine Arbeit bewundern kannst, gibt es noch einige wichtige Aufgaben zu erledigen…
Bestehende 301-Weiterleitungen
Eines der ersten Dinge, die Du tun solltest, ist die bestehenden 301-Weiterleitungen auf Deiner Website zu überprüfen und dementsprechend anzupassen, dass sie auf die endgültige Seite verweisen. Ein Beispiel: Angenommen, Du hast Seite A, die auf Seite B weiterleitet (beide HTTP):
Es kann auch sinnvoll sein, eine Weiterleitung von der HTTPS-Version von Seite A zur HTTPS-Version von Seite B einzurichten, um den Kreis vollständig zu schließen:
Ja, wenn Du viele Redirects hast, kann das viel Arbeit bedeuten. Aber das Senden klarer Signale und das Vermeiden von Weiterleitungsschleifen gehört zu den SEO Best Practices.
CDN-Links
Nutzt Du ein CDN, um Bilder oder andere Medien bereitzustellen? Dann solltest Du unbedingt prüfen, ob diese sicher über HTTPS bereitgestellt werden. Wenn nicht, ist es höchste Zeit, dies von nun an sicherzustellen, damit die Website keine Warnungen über unsichere Inhalte anzeigt.
In den meisten Fällen musst Du wahrscheinlich nichts ändern. Es lohnt sich jedoch, dies noch einmal zu überprüfen, bevor Du mit dem nächsten Schritt fortfährst.
JavaScript, CSS-Dateien, Bilder und mehr
Die Überprüfung der CDN-Links wird leider nicht alle potentiellen Medienprobleme lösen. Es ist genauso wichtig, zu überprüfen, ob eingebettete Medien und andere wichtige Dateien (Bilder, Videos, CSS, JS) ebenfalls über HTTPS bereitgestellt werden. Ist dies nicht der Fall, zeigen Browser eine Warnung an, selbst wenn die Seite, auf der die Medien eingebettet sind, HTTPS verwendet.
Solltest Du auf Warnungen bzgl. unsicherer Inhalte stoßen, behebe jegliche Probleme mit eingebundenen Medien so schnell wie möglich. So gehst Du dabei vor:
Finde heraus, welche Ressourcen noch über HTTP bereitgestellt werden. Dazu kannst Du ein Crawling der Website mit Seobility durchführen. Im Bereich „Technik & Meta“ Deines Onpage-Audits findest Du den Punkt „Unsichere Inhalte unter https“.
Stelle sicher, dass die aufgelisteten Dateien über HTTPS zugänglich sind und passe alle Links zu diesen Dateien an. Wenn Du einen Page Builder oder bestimmte Plug-ins verwendest, die die Dateien generieren, musst Du möglicherweise die URL der Website in den Einstellungen des Plug-ins ändern.
Führe ein Onpage-Audit durch
Nachdem Du nun alle notwendigen Onpage-Anpassungen vorgenommen hast, ist es an der Zeit, Deine Arbeit noch einmal genau unter die Lupe zu nehmen.
Wenn Du es noch nicht getan hast, wäre jetzt der perfekte Zeitpunkt, Deine Website zu crawlen. Dadurch erhältst Du einen klaren Überblick über Deine Website und kannst feststellen, ob Du wichtige Änderungen übersehen hast. Einige der wichtigsten Punkte, die Du im Bereich „Technik & Meta” von Seobility (Projekt > Onpage > Technik & Meta) überprüfen solltest, sind folgende:
Die Anzahl der gecrawlten Seiten und die Seiten mit technischen Problemen in den Crawling-Informationen:
Unsichere Inhalte unter HTTPS in der Analyse der eingebundenen Dateien:
Ein besonders wichtiges Detail, das Du im Bereich „Struktur” (Projekt > Onpage > Struktur) nicht übersehen solltest, ist die Analyse „Weiterleitungen“.
Falls es auf Deiner Website noch interne Links gibt, die auf die HTTP-Version einer URL verweisen, werden diese hier aufgelistet (sofern Du Deine Weiterleitung korrekt eingerichtet hast). Solche Links führen nämlich zu einer Weiterleitung.
Wenn es Probleme mit Deiner Weiterleitung gibt, kann das zu Problemen mit Duplicate Content führen. Diese werden im Bereich „Inhalt“ angezeigt:
Ein weiteres nützliches Tool, um zu überprüfen, ob Deine Website korrekt auf die HTTPS-Version weiterleitet, ist der kostenlose Redirect Check von Seobility.
Gib einfach Deine Domain ein und wähle die URL-Version, zu der Besucher und Suchmaschinen weitergeleitet werden sollten, als „Ziel Base-URL”.
Backlinks
Nachdem Du alle Onpage-Probleme behoben hast, solltest Du einen Blick auf Deine Backlinks werfen. Überprüfe, ob Du einige davon so ändern kannst, dass sie auf die HTTPS-Version Deiner Website verweisen.
Wenn Du eine Liste von Verzeichnissen und Social Media Kanälen hast, die auf Deine Website verweisen, gehe diese zuerst durch und ändere die Links, damit sie auf die sichere Version verweisen.
Wenn Du einen Seobility-Account hast, kannst Du in Deinem Dashboard unter „Projekt > Backlinks” nachsehen. Alternativ kannst Du den kostenlosen Backlink Check von Seobility nutzen, um Deine Backlinks zu finden.
Wenn Du andere Backlinks hast, die Du leicht ändern kannst, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, um sicherzustellen, dass sie auf die sichere Version verweisen. Dies ist zwar nicht zwingend erforderlich, da Nutzer ohnehin automatisch auf die sichere Version weitergeleitet werden, aber es schadet nicht, dies für Links zu tun, die schnell geändert werden können.
Google Search Console & Google Analytics
Je nachdem, wie Du die Google Search Console eingerichtet hast, musst Du möglicherweise eine neue Property für die HTTPS-Version Deiner Website hinzufügen, um weiterhin Daten sammeln zu können.
Wenn Du die Domain-Property verwendet hast, um Deine Website hinzuzufügen, musst Du nichts weiter tun. Wenn Du jedoch die URL-Präfix-Methode verwendet hast, musst Du eine neue Property für die HTTPS-Version einrichten, um sicherzustellen, dass Daten für sie gesammelt werden können.
Für Google Analytics musst Du ebenfalls eine neue Property einrichten, um weiterhin Daten sammeln zu können. Dieser Artikel von Google zeigt Dir, wie Du Deine GA4-Property korrekt einrichtest.
Google Ads & Microsoft Ads (Bing)
Wenn Du Anzeigen über Plattformen wie Google Ads oder Microsoft Ads schaltest, empfiehlt es sich, die URLs, auf die Deine Anzeigen verweisen, direkt auf die neue HTTPS-Version umzustellen. So vermeidest Du unnötige Weiterleitungen und bietest den Nutzern ein reibungsloses Erlebnis. Dies kannst Du ganz einfach im Ziel-URL-Feld Deiner Anzeigen anpassen.
Andere Marketingkanäle /Software
Als nächstes solltest Du alle anderen Marketingkanäle, die Du verwendest, überprüfen und sicherstellen, dass so viele Links wie möglich direkt auf Deine neuen, sicheren URLs verweisen. Hier einige Kanäle, die Du in Betracht ziehen solltest:
E-Mail-Signaturen
E-Mail-Marketing-Tools
Text- oder QR-Code-Kampagnen
Banner-Werbung
Rechnungen und Rechnungssoftware
Bing Webmaster Tools
Überwache Deinen Traffic
Zu guter Letzt ist es wichtig, dass Du Deinen Traffic in den folgenden Wochen genau im Auge behältst. Auch wenn es selten vorkommt, dass Websites nach einer derartigen Umstellung einen Traffic-Rückgang verzeichnen, ist es trotzdem sinnvoll, den Traffic zu überwachen, falls doch etwas schieflaufen sollte.
Solltest Du einen plötzlichen Rückgang des Traffics feststellen, nimm Dir die Zeit, um mögliche Ursachen zu identifizieren. Einige Punkte, die Du überprüfen solltest, wären etwa:
Als Zusammenfassung findest Du hier eine Checkliste der wichtigsten Schritte, die Du bei der Umstellung von HTTP auf HTTPS beachten solltest:
Erstelle eine Sicherungskopie Deine Website!
Richte eine Testumgebung ein und bereite die Onpage-Änderungen dort vor
Besorge Dir ein SSL-Zertifikat
Installiere Dein SSL-Zertifikat
Erzwinge HTTPS
Veröffentliche die Testversion Deiner Website
Führe nach dem Wechsel noch notwendige Änderungen durch
Behalte Deinen Traffic im Auge
Deine Website ist jetzt sicher!
Das war doch gar nicht so schwer, oder?
Durch die Umstellung Deiner Website von HTTP auf HTTPS hast Du das Nutzererlebnis, die Suchmaschinenoptimierung und die Sicherheit Deiner Seiten verbessert.
Ein echter Erfolg!
Wenn Du Fragen hast oder einfach nur „Hallo” sagen möchtest, kannst Du unten gerne einen Kommentar hinterlassen. Wir melden uns so schnell wie möglich bei Dir.
Es kann viele Gründe dafür geben, warum bestimmte Wettbewerber in der organischen Suche (SEO) besser ranken als Du. In diesem Artikel gehen wir auf einige der häufigsten Gründe dafür ein und geben Dir praktische Tipps, die Dir dabei helfen werden, Deine Konkurrenten einzuholen!
Onpage-SEO ist oft ein guter Ausgangspunkt, wenn Du Deine organischen Suchmaschinen Rankings verbessern möchtest. Mit einem Tool wie Seobility kannst Du Deine Seiten entsprechend optimieren und sicherstellen, dass die grundlegenden Rahmenbedingungen stimmen. Sobald Du erst einmal starke Onpage-SEO-Scores erreicht hast, wirst Du diese wahrscheinlich mit denen Deiner Konkurrenten vergleichen und dabei möglicherweise eine merkwürdige Beobachtung machen.
Obwohl einige Deiner Konkurrenten niedrigere Scores aufweisen, ranken sie für bestimmte Keywords immer noch über Dir. Doch warum ist das so und was kannst Du dagegen tun?
Warum ranken Konkurrenten mit niedrigeren Onpage-SEO-Scores höher als Du?
Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder SEO-Neuling früher oder später. Natürlich ist es frustrierend, wenn Unternehmen mit niedrigeren Onpage-Scores besser abschneiden als Du. Aber denk daran: Die Onpage-Optimierung ist nur ein Baustein einer umfassenden SEO-Strategie. Darüber hinaus setzen viele Tools unterschiedliche Schwerpunkte bei der Beurteilung Deiner Website und deren Inhalte.
Schauen wir uns zunächst einmal an, was ein typischer Onpage-SEO-Score tatsächlich aussagt.
Was genau ist ein Onpage-SEO-Score?
Onpage-SEO-Scores und Kennzahlen wie die Domain Authority (DA) sind keine offiziellen Rankingfaktoren im Suchalgorithmus von Google. Diese Metriken werden von SEO-Analyse-Anbietern entwickelt, um Dir die Onpage-Optimierung zu erleichtern. Sie fassen mehrere Signale, die von Suchmaschinen wie Google analysiert werden, in einem einzigen Wert zusammen, den Du dann als Richtwert für die Seitenoptimierung heranziehen kannst.
Genau auf diese Weise ist der SEO-Score bei Seobility aufgebaut. Mit dem SEO Check kannst Du sofort eine kostenlose Überprüfung für eine einzelne Seite durchführen.
Viele SEO-Tools haben ihre eigene Version dieser Metrik, die sie möglicherweise auf eine etwas andere Weise berechnen. Jedoch verfolgen sie alle denselben Zweck – sie bieten einen grundlegenden SEO-Score als Ausgangswert, der bei der Optimierung von Webseiten für Suchmaschinen helfen soll.
Zum Beispiel berücksichtigt der SEO-Score, den der SEO Check von Seobility berechnet, über 200 Signale aus den folgenden Kategorien:
Metaangaben: Es wird sichergestellt, dass MetaTitle und Meta Description vorhanden sind und die richtige Länge für die Suchergebnisse haben.
Seitenqualität: Getestet wird hierbei, ob jede Seite ausreichend Inhalt aufweist und ob Duplicate Content (doppelte Inhalte) vorhanden ist, der behoben werden muss.
URL-Qualität: Es wird überprüft, ob die Seiten-URLs aussagekräftig und optimiert sind.
Alt-Attribute bei Bildern: Dabei wird kontrolliert, ob alle hochgeladenen Bilder ein Alt-Attribut für Screenreader und Suchmaschinen enthalten.
Überschriften: Überprüft wird, ob Du die korrekte Überschriftenstruktur auf Deinen Seiten verwendest (h1, h2, h3).
Link-Analyse: Die internen und externen Links werden überprüft. Zudem wird gecheckt, dass Du nicht zu viele Verlinkungen auf einer Seite verwendest und Dein Ankertext sowohl für Leser als auch für Suchmaschinen optimiert ist.
Server: Etwaige Serverfehler und andere technische Probleme, die Suchmaschinen dabei behindern, Deine Seiten zu crawlen und zu indexieren, werden ermittelt.
Backlinks: Die eingehenden Links zu jeder Seite werden gezählt und auf ihre Qualität hin überprüft.
Der SEO Check von Seobility zeigt Dir nicht nur Deinen Score an, sondern schlüsselt das Ergebnis auch nach Kategorien auf und weist auf mögliche Probleme hin, die angegangen werden sollten.
Ein SEO-Score von 80 % oder mehr bedeutet, dass Deine Seite gut für die Suche optimiert ist. Wenn der Score jedoch darunter liegt, bedeutet das, dass Du Deiner Seite mehr Aufmerksamkeit schenken solltest.
Hinweis: Der SEO Check überprüft lediglich eine einzelne Seite Deiner Website. Du kannst eine umfassende Analyse Deiner kompletten Website durchführen, wenn Du Dich bei Seobility registrierst. Damit werden alle Seiten Deiner Website automatisch gecrawlt und geprüft. Zudem umfasst das Website Audit von Seobility noch mehr Checks und Analysen, als vom SEO Check abgedeckt werden. Du kannst Seobility Premium hier 14 Tage lang kostenlos testen.
Die Grundlagen zur Berechnung des Onpage-SEO-Scores sind jedoch dieselben, unabhängig davon, ob Du das komplette Website-Audit von Seobility oder den SEO-Check verwendest.
Was Dir der Onpage-SEO-Score nicht verrät
Du hast starke Onpage-SEO-Scores und dennoch landen Konkurrenten mit niedrigeren Werten vor Dir in den Suchergebnissen? Dann bedeutet das, dass sie in anderen Bereichen die Nase vorn haben oder in größeren Maßstäben arbeiten, also in Bereichen aktiver sind, in denen Du womöglich weniger präsent bist. Onpage-SEO bietet zweifellos eine gute Ausgangsbasis, aber Suchmaschinen, insbesondere Google, berücksichtigen viele weitere Faktoren in ihren Algorithmen. Dazu zählen:
Keyword-Relevanz: Passen Deine Seitentitel, Überschriften und Inhalte genau zu dem, wonach der Nutzer sucht?
Suchintention: Wie sehr entspricht Deine Seite der Absicht des Nutzers? Sucht er beispielsweise nach Informationen oder möchte er etwas kaufen?
Inhaltsqualität: Ausführliche Inhalte, die E-E-A-T (Erfahrung, Expertise, Autorität, Vertrauenswürdigkeit) demonstrieren und echten Mehrwert bieten, werden höher eingestuft als qualitativ minderwertige Inhalte.
Nutzererfahrung: Die User Experience (UX) gewinnt im Suchalgorithmus von Google immer mehr an Bedeutung.
Engagement: Starke Engagement-Werte (z. B., wenn Nutzer lange auf Deiner Seite verweilen oder zu anderen Seiten auf Deiner Website weiterklicken) signalisieren Suchmaschinen, dass es richtig war, Deine Seite für dieses Keyword zu ranken, und dass sie sie eventuell höher einstufen sollten als andere Seiten mit geringerem Engagement.
Traffic-Volumen: Dabei handelt es sich zwar nicht um ein direktes Ranking-Signal, allerdings ermöglicht es ein hohes Traffic-Volumen einer Website sehr viele positive Signale an Google zu senden.
Backlinks: Backlinks zeigen Suchmaschinen, dass andere Websites Deine Inhalte empfehlen.
Reputation bei Suchmaschinen: Unternehmen mit einer langen Historie, die sich bereits ein gewisses Vertrauen der Suchmaschinen erarbeitet haben, sind meist nur schwer zu überholen.
Die Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden, aber der Punkt ist: Onpage-SEO ist nicht der einzige Faktor, den Suchmaschinen berücksichtigen. Und selbst innerhalb des Onpage-SEO Bereichs gibt es auch Faktoren, die sich nicht in Form eines SEO Scores messen lassen (z.B. ob Du das Potential Deiner internen Verlinkung voll ausschöpfst.)
Für die meisten Unternehmen ist es jedoch der erste Schritt in Richtung SEO, da hierdurch ein grundlegendes Fundament geschaffen wird, auf dem Du aufbauen kannst.
Optimiere für SEO-Scores über 80 % und baue darauf auf
Betrachte Deinen SEO-Score als Grundlage für eine wettbewerbsfähige SEO-Strategie. Letztendlich wirst Du schneller bessere Ergebnisse erzielen, wenn Du mit einem SEO-Score von über 80 % startest, bevor Du Dich mit Deinen Konkurrenten misst. Alles, was unter diesem Prozentsatz liegt, bedeutet für Dich einen noch größeren Nachteil gegenüber Deinen Mitbewerbern, die über eine längere Suchhistorie, höheres Traffic-Volumen und weitere Vorteile verfügen.
Zunächst solltest Du sicherstellen, dass Du die SEO-Grundlagen abgedeckt hast, damit Du mit einem Vorsprung gegenüber Konkurrenten mit niedrigeren Onpage-Werten starten kannst. Du wirst nicht sofort in den SERPs (Suchmaschinen-Ergebnisseiten) über ihnen landen, aber sobald Du sie in anderen Bereichen übertriffst und eine eigene Historie aufbaust, werden sich Deine besseren Onpage-Werte auszahlen.
So findest Du heraus, warum Konkurrenten vor Dir ranken
Sobald Du mit hohen Onpage-SEO-Scores gut aufgestellt bist, kannst Du anfangen, die Strategien Deiner Konkurrenten zu analysieren, um zu sehen, womit Du es zu tun hast.
Grundsätzlich solltest Du herausfinden, was Deine Wettbewerber gut machen, und es ihnen gleichtun oder deren Leistung noch übertreffen. Außerdem kannst Du versuchen, Schwächen aufzudecken, damit Du diese zu Deinem Vorteil nutzen und schneller in den SERPs aufsteigen kannst.
Identifiziere Deine Keyword-Konkurrenten
Als Erstes solltest Du herausfinden, welche anderen Websites eigentlich mit Dir um die Top-Platzierungen für Deine wichtigsten Keywords konkurrieren. Diese kannst Du beispielsweise manuell identifizieren, indem Du jede Suchanfrage, für die Du ranken möchtest, bei Google eingibst und eine Liste Deiner Konkurrenten für jedes Keyword erstellst.
Ein SEO-Tool wie das Keyword-Monitoring-Tool von Seobility erleichtert dies erheblich. Für jedes Keyword, das Du zum Monitoring hinzufügst, kannst Du einen Blick auf die Top-100-Seiten werfen, die bei Google ranken:
Indem Du auf das „+“ neben einer Domain klickst, kannst Du eine konkrete Domain als Wettbewerber hinzufügen. Auf diese Weise überwacht Seobility auch die Backlinks und Rankings dieser Domain.
Sobald Du eine Liste von Keyword-Konkurrenten hast, kannst Du ihre Keyword-Strategien analysieren, um zu sehen, worauf sie abzielen und welche Themen sie behandeln. Dadurch kannst Du Lücken in Deiner Keyword-/Themenabdeckung erkennen und auch nach Lücken bei Deinen Konkurrenten suchen, die Du Dir zunutze machen kannst. Zu diesem Zweck kannst Du das kostenlose Keyword-Recherche-Tool von Seobility nutzen. Mit dem Tab “URL/Domain” kannst Du für jede beliebige Website überprüfen, welche Keywords dieser am meisten Traffic einbringen. Die “Wettbewerbsanalyse” kannst Du wiederum verwenden, um Keywords zu identifizieren, auf die Deine Konkurrenten abzielen, Du aber noch nicht.
Analysiere die Onpage-SEO-Scores Deiner Konkurrenten
Jetzt, wo Du weißt, wer Deine Mitbewerber sind, solltest Du einen Blick auf ihre Onpage-SEO-Werte werfen. So kannst Du eine Liste von Konkurrenten erstellen, die vor Dir ranken, und diese in zwei Kategorien unterteilen, je nachdem, ob ihre Werte höher oder niedriger als Deine eigenen sind. Anschließend kannst Du die SEO-Strategien von Unternehmen mit niedrigeren Werten, die dennoch vor Dir ranken, genauer unter die Lupe nehmen und herausfinden, warum sie in den SERPs trotzdem besser abschneiden.
Das Tool zeigt Dir auch eine detaillierte Aufschlüsselung des Scores nach Metaangaben, Seitenqualität, Seitenstruktur und anderen grundlegenden Faktoren. Dadurch erhältst Du einen tieferen Einblick in Deine SEO-Performance im Vergleich zu Deinen Mitbewerbern und kannst Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren.
Nun kannst Du gezielt Unternehmen ins Visier nehmen, die trotz deutlich niedrigerer SEO-Scores vor Dir ranken. Wenn Du herausfindest, warum sie dennoch vor Dir liegen, und in anderen Bereichen mit ihnen gleichziehst (oder sie sogar übertriffst), werden sich Deine besseren Onpage-Werte auszahlen.
Suche nach Stärken und Schwächen in der Content-Strategie Deiner Konkurrenten
Durch die Analyse der Keyword-Abdeckung Deiner Wettbewerber weißt Du bereits, welche Themen sie behandeln und welche Lücken in ihrer Keyword-Strategie Du zu Deinem Vorteil nutzen kannst. Jetzt solltest Du Dich auf den Content konzentrieren, den sie tatsächlich veröffentlichen, und diesen im Detail analysieren.
Achte dabei auf folgende Aspekte:
Relevanz: Wie relevant ist der Content Deiner Konkurrenten für das Ziel-Keyword?
Suchintention: Inwiefern entspricht der Inhalt der Suchintention des Keywords (z. B. Recherche, Vergleich, Kauf usw.)?
Mehrwert: Welchen Nutzen zieht der Besucher aus dieser Seite?
Handlungsaufforderung: Wie effektiv regt die Seite die Nutzer zum Handeln an?
Interne Verlinkung: Weist die Website eine logische Struktur von Kategorien, Themen und Seiten mit einem sinnvollen internen Verlinkungssystem auf?
Keyword Cannibalization: Gibt es mehrere Seiten, die für dasselbe Keyword ranken und dadurch ihr Ranking-Potenzial auf mehrere Seiten aufteilen? (Mehr dazu später!)
Aktualität: Wann wurde der Content zuletzt aktualisiert, um sicherzustellen, dass er noch relevant und korrekt ist?
Um die Relevanz, die Suchintention und Mehrwert einer Seite zu ermitteln, musst Du die Seiten manuell analysieren, was durchaus Zeit erfordert. Nimm Dir also am besten Deine wichtigsten Keywords oder jene, die das größte Potential haben, als Ausgangspunkt, um damit loszulegen.
Dabei solltest Du keineswegs nur die Schwächen Deiner Wettbewerber ermitteln, sondern vor allem darauf achten, was diese möglicherweise besser machen als Du. Dies kannst Du als eine hervorragende Inspirationsquelle nutzen, um Deinen eigenen Content zu verbessern. Einige Dinge, auf die Du achten solltest, sind:
Ist der Content detaillierter oder umfassender als Deiner?
Ist der Content besser strukturiert und daher leichter zu lesen und zu verstehen?
Enthält der Content mehr Bilder/Medien oder wird er generell ansprechender präsentiert?
Enthält der Content Elemente, die für Besucher besonders hilfreich sind (z. B. kostenlose Kalkulatoren, Infografiken, Checklisten usw.)?
Versuche, so objektiv wie möglich zu sein, und suche nach Bereichen, in denen Du Deinen eigenen Content verbessern kannst, um das bestmögliche Ergebnis für Dein Ziel-Keyword zu erreichen.
Bonus-Tipp: Überprüfe, ob mehrere Seiten auf dasselbe Keyword abzielen!
Eine der schnellsten Möglichkeiten, sich erfolgreich gegenüber Konkurrenten durchzusetzen, besteht darin, zu ermitteln, ob mehrere Seiten des Konkurrenten auf dasselbe Keyword optimiert sind. Wenn eine solche “Keyword Kannibalisierung” vorliegt, verteilt sich das Ranking-Potenzial auf all diese Seiten. Und genau hier liegt Deine Chance!
Wenn Du eine einzige qualitativ hochwertige Seite für dieses Keyword erstellst, könntest Du Deinen Konkurrenten schneller überholen.
Gleichzeitig solltest Du regelmäßig Deine eigene Keyword-Abdeckung überprüfen, um sicherzustellen, dass Du Dein Ranking-Potenzial nicht auf mehrere Seiten verteilst. Als Faustregel gilt: Überprüfe mindestens einmal im Jahr Deine Content-Strategie, um Keyword Kannibalisierung zu erkennen.
Das Website-Audit von Seobility überprüft automatisch für Dich, ob es mehrere Seiten auf Deiner Website gibt, die auf dieselben Keywords abzielen:
Indem Du die Websites Deiner Konkurrenten als Projekt hinzufügst, kannst Du überprüfen, ob bei diesen dasselbe passiert.
Bei Vertical Leap führen wir für unsere Kunden jedes Jahr sogenannte „kill/combine/keep“-Kampagnen durch, bei denen wir sämtliche Fälle von Keyword Kannibalisierung und schwach performenden Seiten identifizieren. Dabei kennzeichnen wir jede einzelne Seite entweder als „kill” (töten), „combine” (kombinieren) oder „keep” (behalten) und ergreifen je nach Kategorie die folgenden Maßnahmen:
„kill”: Seiten, die keinen Mehrwert bieten oder die SEO-Performance beeinträchtigen, werden entfernt.
„combine”: Mehrere Seiten, die auf dasselbe Keyword abzielen, werden zu einer einzigen qualitativ hochwertigen Seite zusammengeführt.
„keep”: Die leistungsstärksten und wichtigsten Seiten werden aktualisiert, um die Leistung beizubehalten oder zu maximieren.
Auf diese Weise wird sichergestellt, dass jede Seite ihr Ranking-Potential voll ausschöpft. Wenn Du das mindestens einmal im Jahr machst, kannst Du Konkurrenten überholen, die ihren Content nicht regelmäßig aktualisieren oder Keyword Kannibalisierung nicht beseitigen.
Analysiere die Backlinks Deiner Konkurrenten
So fortschrittlich der Suchalgorithmus von Google auch sein mag, er hat immer noch Schwierigkeiten, die subjektive Qualität von Seiten und Inhalten zu bewerten. Daher setzt Google auf ein Team von menschlichen Qualitätsprüfern, um den Algorithmus zu trainieren. Und genau deshalb sind Backlinks nach wie vor ein so wichtiger Rankingfaktor.
Bei einem Backlink handelt es sich im Grunde um eine Empfehlung einer anderen Website, die besagt, dass die verlinkte Seite im Zusammenhang mit dem genannten Thema und dem Ankertext einen Besuch wert ist. Je besser die Reputation der Website ist, die auf Deine Seite verlinkt, und je relevanter deren Seite für Deine ist, desto wertvoller ist dieser Backlink für Dich.
Wenn Du Dich also fragst, warum Deine Konkurrenten besser ranken als Du, solltest Du immer deren Backlinks überprüfen. Das betrifft sämtliche Backlinks der gesamten Website ebenso wie die der jeweiligen Seite, die Du übertrumpfen möchtest. Wenn Du die Konkurrenz-Website in Seobility als Wettbewerber angelegt hast, kannst Du im “Backlinks” Bereich (ganz unten) unter “Wettbewerber” deren Backlinks im Detail einsehen:
Hat die Seite Deines Konkurrenten deutlich mehr Backlinks als Deine, ist es sehr wahrscheinlich, dass dies der Grund (oder zumindest einer der Gründe) ist, warum er in den Rankings vor Dir landet.
Um Backlink-Möglichkeiten für Deine eigene Website zu finden, schau Dir die wertvollsten Links Deines Konkurrenten an. Anhand dieser Daten kannst Du versuchen, Backlinks von ähnlichem oder höherem Wert aufzubauen, um Deine Seite in den SERPs zu pushen. Wie Du qualitativ hochwertige Backlinks aufbaust, erfährst Du in unserem Linkbuilding Guide.
Du könntest sogar versuchen, die besten Backlinks Deines Konkurrenten zu „klauen“, um dadurch Deinen Vorteil zu verdoppeln. Eine erfolgversprechende Möglichkeit besteht darin, nach qualitativ hochwertigen Backlinks zu suchen, die auf Seiten verweisen, die Dein Konkurrent schon länger nicht mehr aktualisiert hat. Du kannst Deine Seite dementsprechend optimieren, dass sie bessere Inhalte und die aktuellsten Informationen liefert – beispielsweise aktuelle Statistiken oder Branchennews. Wenn Du fertig bist, kannst Du Dich an die Website wenden, die Deinen Konkurrenten verlinkt, und dem Betreiber mitteilen, dass Du eine aktuellere und relevantere Seite hast, auf welche er stattdessen verlinken sollte.
Analysiere die UX-Performance der wichtigsten Seiten
Die User Experience (UX) bzw. Nutzererfahrung gewinnt immer mehr an Bedeutung für die Suchmaschinenoptimierung (SEO). Google möchte, dass die eigene Suchmaschine weiterhin von Nutzern verwendet wird. Daher ist es Google sehr wichtig, dass die Websites, die in den Suchergebnissen gelistet werden, eine gute UX bieten. Denn diese beeinflusst das gesamte Sucherlebnis genauso wie die UX in Googles SERPs selbst.
Wird der Inhalt auf mobilen Geräten gut angezeigt?
Ist der Inhalt frei von störenden Anzeigen, die vom Hauptinhalt ablenken?
Werden auf Deinen Seiten aufdringliche Interstitials vermieden?
Können Besucher den Hauptinhalt Deiner Seiten leicht finden und darauf zugreifen?
Ist die Seite so gestaltet, dass Besucher den Hauptinhalt leicht von anderen Inhalten unterscheiden können?
Wenn Du all diese Fragen mit „Ja“ beantworten kannst, dann bist Du laut Google „wahrscheinlich auf dem richtigen Weg, um eine gute Seitenerfahrung zu bieten“.
Falls Du mit den Core Web Vitals nicht vertraut bist: Es handelt sich hierbei um drei Metriken, welche die Ladezeiten, die Interaktivität und die visuelle Stabilität von Seiten ermitteln. Im Prinzip sollten Deine Seiten in weniger als 2,5 Sekunden geladen werden, interaktive Elemente sollten innerhalb von 100 Millisekunden reagieren und visuelle Elemente sollten während des Ladens nicht auf der Seite “herumspringen”.
Abseits der Optimierung Deiner eigenen Seiten im Hinblick auf die Qualität der Nutzererfahrung solltest Du Dir die aufgeführten Fragen auch in Bezug auf die Seiten Deiner Wettbewerber stellen. Weisen sie Schwächen auf, was die Ladezeiten, die mobile Optimierung oder wichtige Sicherheitsfunktionen wie die Verschlüsselung anbelangt? Oder musst Du zugeben, dass ihre Website tatsächlich eine bessere User Experience bietet als Deine?
Dabei geht es nicht nur um quantitative Kennzahlen wie die Core Web Vitals, sondern auch um das allgemeine Erscheinungsbild und die Usability der Website im Allgemeinen. Ist die Website Deines Wettbewerbers modern und ansprechend gestaltet und macht sie es Besuchern leicht, das zu finden, wonach sie suchen? Dann wird es für Dich schwer, mitzuhalten, wenn Deine eigene Website immer noch so aussieht, als ob sie in den 90ern erstellt worden wäre.
Der Grund dafür ist, dass die Nutzererfahrung nicht nur einen direkten Einfluss auf Dein Ranking bei Suchmaschinen hat (in Form von Core Web Vitals), sondern auch einen indirekten – und der ist eigentlich noch wichtiger …
Schlage Deine Konkurrenten mit Engagement
Ein fesselndes Nutzererlebnis sorgt dafür, dass Besucher länger auf Deiner Seite verweilen und mehr mit den Inhalten interagieren. Dadurch steigen wesentliche Engagement-Messwerte wie die Sitzungsdauer, die Verweildauer auf der Seite, die Anzahl der besuchten Seiten usw. Starke Engagement-Werte senden ein klares Signal an Google: Es war richtig, Deine Seite für die betreffende Suchanfrage zu ranken, und sie sollte gegebenenfalls eine noch bessere Platzierung erhalten!
Umgekehrt werden die Besucher schnell abspringen und sich bei Google nach einer Alternative umsehen, wenn Deine Webseite nicht überzeugt oder unseriös wirkt. Dieses Verhalten, das als „Pogo Sticking” bezeichnet wird, kann Deinem Ranking erheblich schaden.
Optimiere Deine Seiten daher für folgende Engagement-Metriken in Google Analytics 4, um sicherzustellen, dass sie die richtigen Signale senden:
Sitzungen mit Interaktionen: Anzahl der Sitzungen, die 10 Sekunden oder länger dauern, mindestens ein Conversion-Ereignis oder zumindest zwei Seitenaufrufe umfassen.
Interaktionsrate: Der Prozentsatz derjenigen Sitzungen, die als Sitzungen mit Interaktionen gemessen wurden.
Sitzungen mit wenigen Interaktionen: Sitzungen, die kürzer als 10 Sekunden dauern, weniger als zwei Seitenaufrufe und keine Conversion-Ereignisse umfassen.
Absprungrate: Dabei handelt es sich um den Kehrwert der Engagement-Rate, also den Prozentsatz der Sitzungen ohne nennenswertes Engagement. (Bei der vorherigen Version der Bounce Rate wurde der Prozentsatz der Sitzungen gemessen, bei denen Nutzer nur die Seite besuchen, ohne auf einen Link zu klicken oder eine Onpage-Aktion auszulösen).
Durchschnittliche Sitzungsdauer: Die Gesamtdauer aller Sitzungen mit Interaktionen geteilt durch die Gesamtzahl der Sitzungen.
Aufrufe pro Sitzung: Die durchschnittliche Anzahl der von den Nutzern pro Sitzung aufgerufenen Webseiten.
Ereignisse pro Sitzung: Die durchschnittliche Anzahl der Ereignisse (Link-Klicks, Hinzufügen zum Warenkorb, Übermittlung von Formularen, Conversions usw.) pro Sitzung.
Sitzung – Conversion-Rate: Der Prozentsatz der Sitzungen, die mindestens eine Conversion-Aktion enthalten.
Eine detaillierte Übersicht über die Kennzahlen in Google Analytics 4 findest Du auf der entsprechenden Analytics-Hilfeseite. Besonders der Abschnitt über Sitzungs-Messwerte in GA4 verdient Deine Aufmerksamkeit.
Leider ist es schwierig, die Engagement-Metriken Deiner Konkurrenten zu ermitteln und zu verfolgen. Einige Analysetools bieten Schätzungen für bestimmte Messwerte wie die Absprungrate oder die Verweildauer auf einer Seite an, jedoch sind diese Zahlen nicht besonders zuverlässig. Dennoch kannst Du sie als groben Anhaltspunkt nutzen und konkrete Hinweise überprüfen, um Konkurrenten ausfindig zu machen, die möglicherweise Schwierigkeiten mit dem Engagement haben.
Zum Beispiel: Wenn einer Deiner Konkurrenten lange Ladezeiten hat (messbar mit PageSpeed Insights von Google), wird sich dieser Umstand wahrscheinlich auf die Absprungrate und andere Engagement-Messwerte auswirken. Gleichermaßen ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Nutzer auf andere Seiten klicken oder Conversion-Ziele erfüllen, wenn die Seiten keine CTAs und weiterführende Schritte aufweisen.
Solche Analysen helfen Dir, ein besseres Nutzererlebnis als Deine Konkurrenten zu bieten und herauszufinden, welche Engagement-Kennzahlen Dir einen Vorteil verschaffen könnten. Nebenbei zeigen sie Dir, was Deine Konkurrenten womöglich besser machen als Du, so dass Du diese Aspekte auf Deiner eigenen Website verbessern kannst.
Warum sind manche Konkurrenten so schwer zu schlagen?
Selbst wenn Du alles richtig machst, kannst Du auf bestimmte Konkurrenten stoßen, die sich hartnäckig an der Spitze der Suchergebnisse halten. Deine Website bietet ein besseres Nutzererlebnis, Deine SEO-Strategie ist ausgefeilter und Deine Inhalte sind um Längen besser – wie ist es dennoch möglich, dass sie immer noch vor Dir ranken?
Die häufigsten Gründe dafür sind:
Reputation bei Suchmaschinen: Ein Unternehmen mit einer langen Suchhistorie hat mehr Zeit gehabt, sich bei den Suchmaschinen ein gewisses Vertrauen aufzubauen.
Traffic-Volumen: Ein Unternehmen, das viel Traffic generiert, kann mehr positive Signale senden als Du, selbst wenn diese schwächer sind.
Obwohl die Suchalgorithmen von Google durchaus fortschrittlich sind, basieren sie immer noch auf statistischen Modellen. Sie sind nicht auf die gleiche Weise wie ein Mensch dazu in der Lage, die Qualität eines Inhalts direkt zu beurteilen oder zu entscheiden, ob eine Seite besser als eine andere ist. Stattdessen berechnen sie, dass Seite X in der Vergangenheit bei ähnlichen Sitzungen bessere Ergebnisse erzielt hat als Seite Y. Folglich schließen sie daraus, dass das in der Theorie auch in Zukunft so sein sollte.
Ein großes Problem dieser Methode ist, dass sie eine große Menge an Daten benötigt, damit Entscheidungen getroffen werden können. Je mehr Daten die Algorithmen von Google zur Verfügung haben, desto sicherer sind sie in ihrer Analyse. Das verschafft wiederum Websites mit langer Suchhistorie oder hohem Traffic einen statistischen Vorteil.
Das erklärt teilweise, warum manche Konkurrenten so schwer zu überholen sind, selbst wenn Deine SEO-Strategie auf dem Papier besser aussieht. Google entdeckt nicht einfach eine neue Website und sagt: „Das ist großartig! Lassen wir sie doch direkt auf Platz 1 ranken!” Du musst Dir Deinen Platz in den SERPs verdienen, und das braucht Zeit. Folglich haben Unternehmen, die schon länger dabei sind, hier einen historischen Vorteil – zumindest vorerst.
Um diese Rivalen zu überholen, musst Du dranbleiben und Deine eigene Suchhistorie aufbauen, während Du Dir die Schwächen Deiner Konkurrenten zunutze machst, wo immer Du kannst. Mit der Zeit wird ihr Vorteil durch den hohen Traffic und die lange Suchhistorie schwinden. Sobald das passiert, wird alles, was Du besser machst, stärkere Signale an die Suchmaschinen senden und ihnen zeigen, dass Deine Seite es verdient, besser zu ranken.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel
In diesem Artikel haben wir viele Unterthemen besprochen. Hier eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Punkte, die Du daraus mitnehmen solltest:
Onpage-SEO ist zwar wichtig, aber keineswegs der einzige Grund, warum Konkurrenten möglicherweise bessere Platzierungen erreichen als Du.
Starte zunächst mit der Onpage-Optimierung und erziele Scores von mindestens 80 %, bevor Du Deine weitere SEO-Strategie darauf aufbaust.
Identifiziere Deine Keyword-Konkurrenten und analysiere deren Keyword-Strategien, um herauszufinden, welche Keywords sie nutzen und welche Themen sie behandeln.
Analysiere die Onpage-SEO-Scores Deiner Mitbewerber, um zu sehen, welche Unternehmen mit niedrigeren Werten immer noch besser ranken als Du.
Suche nach Schwachstellen in den Content-Strategien Deiner Konkurrenten, die Du nutzen kannst, um wettbewerbsfähiger zu werden. Lass Dich auch von ihren Stärken inspirieren, um Deinen eigenen Content zu verbessern.
Analysiere die Backlinks Deiner Konkurrenten, um festzustellen, woher sie ihre besten Links beziehen und ob Du einige davon für Dich gewinnen kannst.
Analysiere die User Experience (UX) Deiner Konkurrenten und optimiere Deine Website/Seiten, um den Nutzern ein besseres Erlebnis zu bieten.
Übertrumpfe Deine Konkurrenten mit Engagement, um Suchmaschinen zu zeigen, dass Besucher auf Deiner Seite finden, wonach sie suchen.
Baue Dir mit der Zeit eine Reputation bei Suchmaschinen auf, um mit größeren Unternehmen mithalten zu können, die schon länger dabei sind.
Bereits seit einiger Zeit gehört es zu den höchsten Prioritäten Googles, qualitativ hochwertige, für den User hilfreiche Inhalte im Ranking zu belohnen. Das Helpful Content System, das ursprünglich im August 2022 im Rahmen des sog. “Helpful Content Updates” eingeführt wurde, gehört zu den aktuellsten Neuerungen, die bei der Umsetzung dieses Ziels helfen sollen.
Dieses erste Update wurde von SEOs und Webmastern auf der ganzen Welt mit Spannung verfolgt. Die meisten konnten jedoch kaum Veränderungen in ihren Rankings feststellen und nach dem Rollout fragten sich viele, was die ganze Aufregung eigentlich sollte.
Im Dezember desselben Jahres folgte jedoch ein weiteres Update, gefolgt von einem dritten im September 2023. Es scheint also, dass das Helpful Content System auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen wird und vermutlich weitreichende Auswirkungen auf die Suchmaschinenoptimierung haben wird.
In diesem Beitrag werden wir uns daher näher mit dem Helpful Content System befassen und einen Blick darauf werfen, was über die Auswirkungen der Updates bekannt ist. Außerdem geben wir Dir Tipps, mit denen Du sicherstellen kannst, dass Deine Website auch nach zukünftigen Updates weiterhin gute Rankings erzielt!
Hinweis: Seit dem March 2024 Core Update ist das Helpful Content System kein eigenständiges Ranking-System mehr, sondern Teil des Kern-Algorithmus geworden. Es wird daher keine eigenständigen Helpful Content Updates mehr geben. Stattdessen spielt das Helpful Content Konzept nun bei Google’s Core Updates eine zentrale Rolle. Die Tipps in diesem Artikel gelten hierfür aber genauso.
Rollout des 1. Updates: 25. August bis 9. September 2022
Rollout des 2. Updates: 5. Dezember 2022 bis 12. Januar 2023
Rollout des 3. Updates: 14. bis 28. September 2023
Art: neues Ranking-Signal, das automatisch angewendet wird
Ziel: Belohnung von hilfreichen, auf den Nutzer fokussierten Inhalten
Mechanismus: negatives Ranking-Signal (wirkt ähnlich wie eine Abstrafung, wenn es zum Tragen kommt)
Effekt: betrifft eine Website als Ganzes (nicht nur einzelne Unterseiten)
Empfehlung von Google: Entferne Content, der nicht hilfreich ist, von Deiner Website
Standort/Sprache: Während das 1. Update nur englischsprachige Suchanfragen betroffen hat, hat das System mit den nachfolgenden Updates Einfluss auf alle Sprachen.
Das Helpful Content System im Detail
Die Helpful Content Updates sind Algorithmus-Updates, die sich gegen qualitativ minderwertige, für Suchmaschinen erstellte Inhalte richten (also Content, der ausschließlich zu dem Zweck erstellt wurde, bei Google ein hohes Ranking zu erreichen).
„Das Hilfreiche-Inhalte-System in der Google Suche generiert ein spezielles Signal für unsere automatisierten Ranking-Systeme. Dieses ermöglicht es den Systemen, in den Suchergebnissen bevorzugt hilfreiche Inhalte anzuzeigen, die von Nutzern für Nutzer geschrieben wurden.“
Da es sich um ein gewichtetes Signal handelt, intensivieren sich die Auswirkungen mit der Menge der nicht-hilfreichen Inhalte auf einer Website. Es wirkt sozusagen wie eine Abstrafung, die schrittweise über einen Zeitraum von Monaten verhängt wird.
Anfangs fand das Helpful Content System nur Anwendung auf englischsprachige Suchanfragen, doch Google wendet es mittlerweile auf alle Sprachen an.
Größere Updates des oben beschriebenen Systems werden von Google und der SEO-Community als “Helpful Content Updates” bezeichnet.
Die Helpful Content Updates
Bei den Helpful Content Updates handelt es sich um Weiterentwicklungen des Helpful Content Systems. Bisher gab es drei davon. Diese Updates waren auf minderwertigen Content fokussiert, der nur zu dem Zweck geschrieben wurde, ein hohes Ranking zu erzielen.
Next week, we will launch the “helpful content update” to better ensure people see more original, helpful content written by people, for people, rather than content made primarily for search engine traffic. Learn more & advice creators should consider: https://t.co/fgf2TPNIqDpic.twitter.com/xOuX2iVk2d
Künftig wird es mit großer Wahrscheinlichkeit weitere Updates geben, während Google das Signal ständig weiterentwickelt.
Der Rollout des ersten Helpful Content Updates fand im August 2022 statt und kennzeichnete die Einführung des Helpful Content Systems in Googles Ranking-Algorithmus.
Im Blogartikel von Google zum ersten Update heißt es, dieses sei
„Teil eines umfassenden Bestrebens, den Nutzern in den Suchergebnissen hilfreiche Originalinhalte zu präsentieren, die von Nutzern für Nutzer verfasst wurden.”
Weiter heißt es:
„Ziel der Aktualisierung zu hilfreichen Inhalten ist es, Inhalte stärker zu belohnen, bei denen Besucher zufrieden sind, und weniger Inhalte, die die Erwartungen der Besucher nicht erfüllen.”
Der Rollout des zweiten Helpful Content Updates fand am 5. Dezember 2022 statt. Hierbei sollte das Signal, das mit dem ersten Update eingeführt wurde, optimiert werden. Ebenso wurde es mit diesem Update global auf alle Sprachen ausgeweitet anstatt nur auf englischsprachige Suchanfragen. Bei dem zweiten Update wurden außerdem neue Signale eingeführt, die es dem Helpful Content System ermöglichten, leichter Inhalte zu erkennen, die nur für Suchmaschinen erstellt wurden, sowie Seiten, die aus der Perspektive von Besuchern qualitativ minderwertig sind.
Das Rollout des dritten Updates fand schließlich am 14. September 2023 statt. Laut Google wurde hier ein verbesserter Klassifikator eingeführt. Allerdings hielt man sich weiterhin vage und es wurden kaum Details dazu preisgegeben, was dies für Website-Betreiber und SEOs bedeuten könnte.
The September 2023 helpful content update is rolling out with an improved classifier. It will take about two weeks to complete. We'll update our ranking release history page when the rollout is complete: https://t.co/hgjEkfpbA2
Welche Auswirkungen des Helpful Content Systems sind bisher bekannt?
SEOs und Webmaster konnten nach den drei Updates gemischte Ergebnisse verzeichnen. Viele sahen während oder direkt nach den Updates nur wenige oder überhaupt keine Veränderungen.
Grund dafür ist aber wahrscheinlich, dass das System schrittweise angewandt wird, sodass es ziemlich schwierig ist, Schwankungen beim Ranking direkt darauf zurückzuführen.
Wenn Du Dich ohnehin schon an die SEO Best Practices hältst und nur hochwertigen Content auf Deiner Website veröffentlichst, wird das Signal gar nicht erst auf Deine Website angewandt. Du wirst also kaum Veränderungen feststellen können.
Davon abgesehen scheint es das System auf minderwertige „SEO-Inhalte” abgesehen zu haben. Allerdings gibt es – außer dem allgemeinen Rat, hilfreiche Inhalte zu erstellen – noch keine neuen Best Practices in Bezug auf das System.
Allerdings können wir ein besseres Verständnis darüber erlangen, auf welche Seiten es das neue Signal abgesehen zu haben scheint, indem wir uns die Websites ansehen, die negativ davon betroffen sind.
Dieser Artikel von Lily Ray befasst sich mit einer breiten Auswahl an Beispielen. Diese reichen von Websites mit KI-generiertem Content und Produktbewertungen bis Lyrik- und Reise-Websites mit geringem Wert. All diese Websites mussten nach dem ersten und zweiten Rollout eine drastische Verschlechterung ihrer Rankings verzeichnen.
Die im Artikel aufgeführten Websites sind allesamt Beispiele für offensichtlichen Spam oder allgemein minderwertige Inhalte. Letztere umfassen z.B. unbearbeitete KI-Inhalte, Websites mit einer großen Anzahl wenig origineller Blogartikel, die keinerlei Expertise, Experience, Authority und Trust (E-E-A-T) aufweisen, oder Websites mit Songtexten, die im Vergleich zu anderen Seiten, die für dieselben Keywords ranken, keinerlei Mehrwert bieten.
Es scheint außerdem bestimmte Nischen und Website-Arten zu geben, die am schwersten von der Einführung des Helpful Content Systems betroffen sind. Dieser Artikel auf Web CEO liefert einen guten Überblick darüber, welche Websites das sind. Darüber hinaus werden auch die Branchen beleuchtet, die nach dem ersten Update die geringsten Schwankungen beim Ranking zeigten.
Websites in den folgenden Bereichen konnten den größten Einfluss spüren: Business, Karriere, Kunst & Unterhaltung, Gesundheit & Fitness, Hobbys & Freizeit, Nachrichten & Wetter, Persönliche Finanzen, Reisen.
Google wird auch weiterhin an seinem Helpful Content System arbeiten und es wird immer wieder Updates geben, sodass es zumindest theoretisch immer schwieriger werden sollte, mit nicht-hilfreichen Inhalten zu ranken. Dagegen ist zu erwarten, dass Websites mit hilfreichen Inhalten häufiger belohnt werden.
Das Helpful Content System scheint also seinen Job zu erfüllen, auch wenn es aktuell vielleicht noch nicht dazu in der Lage ist, alle nicht-hilfreichen Inhalte aus den Suchergebnissen auszuschließen.
Minderwertige Seiten werden wahrscheinlich durch diese strengeren Regeln irgendwann aussterben. Das bedeutet, dass es wichtiger als je zuvor wird, hilfreichen Content zu erstellen.
Da „Hilfreiche Inhalte” allerdings ein sehr vager Begriff ist, wissen einige SEOs und Webmaster nicht genau, was sie tun sollen, um ihren Traffic gegen den neuen Algorithmus zu wappnen.
Auch wenn wir nicht genau wissen, wie dieser Algorithmus funktioniert, kannst Du etwaige Schäden durch das neue Ranking-System größtenteils abwehren, indem Du Dich an die folgenden Best Practices hältst.
Was solltest Du tun, um negative Auswirkungen zu vermeiden?
Um es kurz zu machen: Du solltest weiterhin hochwertige Inhalte bereitstellen, die auf ein klares Thema ausgerichtet sind und die Suchintention Deiner Nutzer erfüllen, und Dich sowohl an die Google-Richtlinien als auch allgemeine SEO Best Practices halten.
Zudem empfiehlt Google im offiziellen Blogartikel zum ersten Update mehrfach, nicht-hilfreiche Inhalte von Deiner Website zu entfernen. Aber woher weißt Du, welche Inhalte „nicht hilfreich“ sind?
Google stellt eine Reihe von Fragen zur Verfügung, anhand derer Du prüfen kannst, ob Deine Content-Strategie nicht die Suchmaschine in den Vordergrund stellt:
Geht es bei den Inhalten in erster Linie darum, Besucher über Suchmaschinen anzulocken, statt Inhalte für Nutzer zu erstellen?
Erstellt ihr viele Inhalte zu verschiedenen Themen in der Hoffnung, dass einige davon in den Suchergebnissen gut abschneiden?
Nutzt ihr umfangreiche Automatisierung, um Inhalte zu vielen Themen zu erstellen?
Fasst ihr hauptsächlich zusammen, was andere sagen, ohne einen Mehrwert zu bieten?
Schreibt ihr für eure bestehende Zielgruppe einfach nur über Dinge, weil sie im Trend liegen, und nicht aus anderen Gründen?
Haben Leser eurer Inhalte das Gefühl, noch einmal suchen zu müssen, um bessere Informationen aus anderen Quellen zu erhalten?
Schreibt ihr auf eine bestimmte Wortzahl hin, weil ihr gehört oder gelesen habt, dass Google eine bevorzugte Wortzahl hat? (Wir haben keine.)
Habt ihr euch entschieden, auf ein Nischenthema ohne wirkliches Fachwissen einzugehen, hauptsächlich weil ihr dachtet, dass ihr so Suchzugriffe erzielen würdet?
Wird in euren Inhalten eine Antwort auf eine Frage versprochen, für die es gar keine Antwort gibt, z. B. durch die Andeutung, dass es für ein Produkt, einen Film oder eine Serie ein Veröffentlichungsdatum gibt, obwohl gar keins bestätigt wurde?
Zusätzlich liefert Google einige Fragen, um zu überprüfen, ob Deine Inhalte tatsächlich hilfreich sind:
Habt ihr bereits eine Zielgruppe oder gibt es eine Zielgruppe für euer Unternehmen oder eure Website, die die Inhalte interessant finden würde, wenn sie direkt zu euch käme?
Sind eure Inhalte klar als fundiertes Wissen aus erster Hand erkennbar (z. B. Wissen infolge der Verwendung eines Produkts oder Dienstes oder infolge des Besuchs eines Orts)?
Hat eure Website einen Hauptzweck oder Schwerpunkt?
Hat jemand nach dem Lesen eurer Inhalte das Gefühl, genügend über ein das Thema gelernt zu haben, um sein Ziel zu erreichen?
Hat jemand beim Lesen eurer Inhalte das Gefühl, dass er damit zufrieden ist?
Berücksichtigt ihr unsere Richtlinien für grundlegende Aktualisierungen und Produktrezensionen?
Ob Du die Empfehlungen von Google in die Tat umsetzen und nicht-hilfreiche Inhalte vollständig entfernen solltest, hängt von der Situation ab. Bevor Du Inhalte löschst, solltest Du immer berücksichtigen, wie hoch der aktuelle Traffic der Seite ist, wie sich dieser nach dem Update entwickelt und ob die Seite bearbeitet werden kann oder nicht.
Es kann sein, dass Du nur ein paar Kleinigkeiten ändern oder Deine Seite ein wenig überarbeiten musst, um sie hilfreicher für den Nutzer zu gestalten.
Gehe am besten die Fragen oben einzeln durch und prüfe, ob Deine Inhalte den Richtlinien von Google entsprechen. Anschließend kannst Du entscheiden, welche Änderungen Du vornehmen willst.
Wie Du Dich auf kommende Helpful Content Updates vorbereiten kannst
Es ist nicht einfach, sich auf kommende Updates vorzubereiten, da niemand genau weiß, welche Faktoren aktuell relevant sind und welche künftig eine Rolle spielen werden. Im Falle des Helpful Content Systems kommuniziert Google das Ziel allerdings recht deutlich: Inhalte belohnen, die darauf ausgelegt sind, “hilfreiche, vertrauenswürdige Informationen für Nutzer bereitzustellen, und nicht darauf, im Suchmaschinen-Ranking und in den Top-Suchergebnissen aufzusteigen.”
Wir wissen zwar nicht genau, welche Kriterien Google bei der Entscheidung, ob Inhalte hilfreich sind oder nicht, heranzieht, aber es gibt ein paar allgemeine Best Practices, die Du bei Deiner täglichen SEO-Arbeit berücksichtigen kannst, um Deine Chance auf ein positives Ergebnis zu verbessern.
Weiche nicht vom Thema Deiner Website ab
Zuallererst solltest Du beim Hauptthema Deiner Website bleiben und nicht zu weit davon abweichen. Das ist nicht nur für Content wie einen Blog wichtig, sondern auch für die Service- und Produktseiten sowie alle anderen Unterseiten Deiner Website.
Es mag sein, dass Websites mit hoher Autorität, wie z.B. große Nachrichten-Websites oder wichtige Publikationen, immer noch ein breites Themenspektrum abdecken können, das Hunderte von Nischen umfasst, aber die meisten Websites sind dazu nicht in der Lage.
Es ist eine Sache, wenn Forbes – ein Magazin, das es seit über 100 Jahren gibt und dessen Domain 30 Jahre alt ist – für alle Business-Themen von Finanzen über Buchhaltung bis hin zu Marketing rankt. Aber wenn Jonas das mit seinem Blog versucht, der erst seit einem Jahr online ist, wird er höchstwahrscheinlich scheitern.
Deshalb: Wähle Deine Nische mit Bedacht und bleibe eng am Thema, damit Suchmaschinen leichter verstehen, worum es auf Deiner Website geht und wer Dein Zielpublikum ist. Je enger Deine Nische ist, desto relevanter ist Deine Website für das Thema und desto schneller wirst Du als Experte in Deiner Nische anerkannt.
Liefere Erfahrungen aus erster Hand und/oder Expertenmeinungen
Ob in Artikeln über E-E-A-T, das Product Review Update oder das Helpful Content System – Google verweist immer wieder auf Expertise und Erfahrungen aus erster Hand.
Das überschneidet sich zwar in gewisser Weise mit dem vorigen Abschnitt, aber Du solltest dennoch wissen, dass es wichtig ist, dass Du über Dinge schreibst, mit denen Du tatsächlich selbst Erfahrung hast. Außerdem solltest Du über das nötige Fachwissen (Expertise) verfügen.
Es wird viel diskutiert, was Google mit Expertise und Erfahrung meint. Manche sind der Meinung, es gehe “nur um Links”, während andere behaupten, dass Google Bilder und Inhalte darauf überprüft, ob sie Anzeichen für Erfahrung aus erster Hand aufweisen.
Wir können Dir nicht sagen, was Google jetzt und in Zukunft tun oder nicht tun wird. Aber wir können Dir einen allgemeinen Rat geben:
Halte Dich an die Themen, in denen sich Dein Unternehmen auskennt und Erfahrung hat. Versuche diese Erfahrung und Expertise möglichst überall zu zeigen. Dazu gehören Backlinks, aber auch Biografien der Autoren und Deine Inhalte im Allgemeinen. Lies unseren detaillierten E-E-A-T-Leitfaden, um Dir umfangreiche Tipps zu holen, wie Du auf Deiner Website Erfahrung und Expertise demonstrieren kannst.
Schreibe für Deine Leser
Nichts ist weniger hilfreich als ein oberflächlicher Blogpost, der vollgestopft mit Keywords ist. Es ist das A und O zu wissen, wer Deine Leser sind und nach welcher Art von Inhalten sie suchen. Nicht nur, um künftige Helpful Content Updates unbeschadet zu überstehen, sondern auch um die allgemeine Performance Deiner Website zu optimieren.
Wenn Du für Deine Leser schreibst und nicht für Suchmaschinen, kannst Du Deine User Signals und Deine SEO-Performance verbessern.
Das heißt aber nicht, dass Du die Onpage-Optimierung vernachlässigen solltest (dazu später mehr). Du solltest Deine Inhalte weiterhin für Suchmaschinen optimieren und die richtigen Keywords und verwandte Suchbegriffe an den richtigen Stellen verwenden.
Die Benutzerfreundlichkeit sollte jedoch immer an erster Stelle stehen. Nimm Dir die Zeit, Deine Inhalte richtig zu optimieren und achte darauf, dass die Optimierung die Lesbarkeit Deiner Inhalte nicht beeinträchtigt.
Halte Deine Inhalte aktuell
Veraltete und überholte Inhalte werden mit hoher Wahrscheinlichkeit als nicht hilfreich angesehen, da sie für niemanden mehr von Nutzen sind. Das Datum der letzten Aktualisierung spielt eine wichtige Rolle bei der Beurteilung der Relevanz und Sachdienlichkeit von Inhalten. Indem Du Deine Inhalte regelmäßig aktualisierst, sorgst Du dafür, dass sie für Deine Besucher so hilfreich wie möglich bleiben.
Das ist besonders bei zeitkritischen Themen wichtig, gilt aber auch für Evergreen Content.
Wie wir in unserem Beitrag über Content Refreshes erklären, sind regelmäßige Content Updates sehr wirksam, um Deine Rankings mit wenig Aufwand zu verbessern. Lies Dir also am besten den Artikel durch, um zu erfahren, wie Du das Thema angehen kannst.
Promote Deinen Content
Auch wenn Google es nicht direkt sagt, sind sich die meisten SEOs einig, dass Backlinks und Offpage-Signale eine wichtige Rolle spielen, um Vertrauen und Kompetenz zu demonstrieren.
Wenn andere Websites auf Inhalte verlinken, sind diese für die Leser der verlinkenden Seite offensichtlich nützlich. Wenn Nutzer über soziale Medien oder sogar über Werbung auf die Inhalte zugreifen, ist dies ebenfalls ein Zeichen dafür, dass die Inhalte für sie hilfreich oder interessant sind.
Wenn Du also einfach nur Inhalte schreibst und hoffst, dass irgendwann jemand darauf aufmerksam wird, bist Du auf dem Holzweg, egal wie gut Deine Inhalte auch sein mögen.
Wenn Du Deine Inhalte aktiv bewirbst, werden diese auch wahrgenommen und Google sieht, dass andere Websites und Leser sie als hilfreich betrachten.
Werden allgemeine SEO Best Practices in Zukunft weniger wichtig?
Google macht sehr deutlich, dass das Ziel der Updates darin besteht, Inhalte zu belohnen, die sich an Nutzer und nicht an Suchmaschinen richten. Inhalte, die für Menschen gemacht sind und nicht nur geschrieben wurden, um in der Suche gut abzuschneiden, werden also im Ranking bevorzugt. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass die bekannten SEO Best Practices dabei nicht außer Acht gelassen werden sollten:
„Unser Tipp für einen Ansatz, bei dem der Mensch an erster Stelle steht, spricht nicht gegen die Einhaltung der Best Practices für die Suchmaschinenoptimierung, wie sie beispielsweise im SEO-Leitfaden von Google behandelt werden. SEO ist hilfreich, wenn sie auf Inhalte angewendet wird, bei denen der Mensch im Mittelpunkt steht. Inhalte, die in erster Linie für Zugriffe über Suchmaschinen erstellt wurden, sind jedoch oft Inhalte, die die Nutzer der Suche nicht zufriedenstellen.”
Das heißt, dass SEO Best Practices weiterhin wichtig für den Erfolg Deiner Website bleiben (solange sie auf die richtige Art von Content angewendet werden), und Du diese nicht vernachlässigen solltest.
Und seien wir ehrlich – SEO ist in den letzten Jahren mindestens 20 Mal „gestorben“…
Aber es ist immer noch einer der besten Marketingkanäle, die es gibt. Wir sind sicher, dass es noch ein paar Mal sterben kann, bevor es überflüssig wird. 😉
Do’s & Don’ts
Googles Intention hinter den Helpful Content Updates ist nichts Neues. Seit dem Panda Update im Jahr 2011 hat Google es auf minderwertigen Content abgesehen und das wird sich auch nicht allzu schnell ändern.
Wenn Deine Website also langfristig in den SERPs gut performen soll, solltest Du Dich an diese wichtigen Dos und Don’ts halten:
Do:
Erstelle hochwertige und einzigartige Inhalte, die auf Deine Zielgruppe zugeschnitten sind.
Überprüfe, ob die Inhalte auf Deiner Website tatsächlich hilfreich sind und den Google-Richtlinien entsprechen.
Behalte Deine Website in den Monaten nach einem Update genau im Auge, damit Du schnell siehst, wenn sich Dein Ranking/Traffic verschlechtert.
Entferne nicht-hilfreiche, minderwertige Inhalte oder überarbeite sie.
Stelle sicher, dass Deine Website sich auf ein einziges spezifisches Thema konzentriert.
Demonstriere mit Deinen Inhalten Erfahrung, Expertenwissen, Autorität und Vertrauenswürdigkeit (E-E-A-T).
Halte Dich an SEO-Best Practices.
Bewirb Deine Inhalte über verschiedene Marketingkanäle.
Don’t:
Vermeide minderwertige Inhalte.
Verzichte auf Inhalte, die vom Thema Deiner Website abweichen.
Verzichte auf Deiner Website auf Spam oder unüberarbeitete KI-generierte Inhalte.
Erstelle Inhalte nicht ausschließlich für Suchmaschinen (zum Beispiel durch Keyword Stuffing).
Wenn Du diese Do’s und Dont’s beachtest und weiterhin qualitativ hochwertigen Content erstellst, stehen die Chancen gut, dass Du die Updates unbeschadet überstehst. Und wer weiß, vielleicht verbessert sich Dein Ranking mit den Updates sogar!
So optimierst Du die Produktseiten Deines Online-Shops
Das Problem: Viele Online-Shops richten ihre SEO nur auf Kategorieseiten aus und vernachlässigen einzelne Produktseiten. Durch generische Herstellertexte oder fehlende Longtail-Optimierung verschenken sie Traffic von kaufbereiten Nutzern.
Die Lösung: Optimiere Produktseiten gezielt auf Longtail- und Buyer-Intent-Keywords, schreibe einzigartige, strukturierte Produktbeschreibungen und stärke Deine Sichtbarkeit mit interner Verlinkung und Schema-Markup für Rich Snippets.
Kategorieseiten sind bei vielen Online-Shops die größten Umsatzbringer. Dennoch lässt Du eine Menge Traffic-Potential ungenutzt, wenn Du all Deine SEO-Bemühungen nur auf diese Seiten konzentrierst und Deine Produktseiten außer Acht lässt.
Stell Dir vor, ein Bauer kümmert sich intensiv um den Eingangsbereich seines Obstgartens, vernachlässigt aber die einzelnen Bäume und Pflanzen darin. Sicher, der Eingang wirkt einladend und vermittelt einen Gesamteindruck von den angebotenen Früchten. Wenn die einzelnen Bäume jedoch nicht gepflegt werden, wird der Garten nicht die bestmöglichen Früchte tragen und weitaus weniger profitabel sein.
Wenn Du einen Online-Shop betreibst, ist die Optimierung Deiner Produktseiten daher essentiell. Denn dadurch stellst Du sicher, dass potenzielle Kunden ihre gewünschten Produkte in Suchmaschinen leicht finden. Dies führt zu mehr Traffic und letztlich auch zu mehr Verkäufen.
Wenn Du Deine Online-Sichtbarkeit steigern und Produkte auf effektivste Weise präsentieren möchtest, solltest Du weiterlesen. Wir erklären, was Produktseiten-Optimierung ist, warum sie so wichtig ist und wie sie funktioniert.
Die Relevanz der Optimierung von Produktseiten kann nicht oft genug betont werden – sie ist ein grundlegender Bestandteil beim Aufbau eines erfolgreichen Online-Shops. Wie so viele andere Dinge baut die Produktseiten-Optimierung auf Deiner Keyword-Recherche auf.
Deshalb werden wir uns zuerst anschauen, wie die Keyword-Recherche für Produktseiten funktioniert und wie Du darauf basierend den Inhalt dieser Seiten optimierst. Außerdem zeigen wir Dir, welche Fehler Du dabei vermeiden solltest.
Danach werden wir uns ansehen, wie Du die interne Verlinkung Deiner Produktseiten optimierst, welche in Online Shops oft vernachlässigt wird. Auch die Organisation Deiner Produktseiten im Allgemeinen werden wir genau unter die Lupe nehmen.
Im letzten Abschnitt befassen wir uns mit Schema-Markup und Rich Snippets sowie mit dem Potenzial, das in Kundenrezensionen steckt. Beides kann den Erfolg Deiner Produktseiten verstärken und ist für Online-Shops unerlässlich.
Starten wir aber zunächst mit der Keyword-Recherche!
Keyword-Recherche und -Optimierung
Die Keyword-Recherche ist der erste Schritt, um herauszufinden, welche Begriffe oder Phrasen Menschen in Suchmaschinen eingeben, wenn sie nach Informationen zu Deinem Produkt oder Deiner Dienstleistung suchen. Um die richtige Zielgruppe anzusprechen, ist die Auswahl der geeigneten Keywords entscheidend.
Doch es geht bei der Optimierung nicht nur darum, die richtigen Keywords zu finden, sondern auch darum, diese strategisch in den Content Deines Online-Shops einzubauen. So kannst Du die Sichtbarkeit und Relevanz Deiner Seiten für Suchmaschinen steigern.
Allerdings wird die Keyword-Recherche für Produktseiten oft vernachlässigt oder sogar völlig außer Acht gelassen. Dieser Irrtum fußt auf der Grundannahme, dass es für die meisten Produktnamen schlichtweg kein Suchvolumen gibt.
Nehmen wir an, Du verkaufst Bügelbretter und hast eine Kategorieseite mit 50 verschiedenen Modellen. Man kann davon ausgehen, dass es nur wenige oder kaum jemand nach spezifischen Produktbezeichnungen sucht, wie zum Beispiel:
Leifheit 72576 Bügelbrett Classic
SIDE BY Bügelbrett Au Pair
Vileda Bügelbrett Star
Viele spezifische Produktnamen haben kein nennenswertes (oder gar kein) Suchvolumen. Daher ist es sinnvoll, sich bei der Optimierung auf die Eigenschaften und Varianten der Produkte zu konzentrieren.
Beispielsweise suchen nur wenige nach „Vileda Bügelbrett Star”. Aber es ist gut möglich, dass jemand nach konkreten Merkmalen wie „stabiles Bügelbrett” oder „gepolstertes Bügelbrett mit Kindersicherung” sucht. Ebenso könntest Du beispielsweise eine Produktseite für das „Leifheit 72576 Bügelbrett Classic” für Begriffe wie „höhenverstellbares Bügelbrett” oder „Bügelbrett für kleine Haushalte” optimieren.
Im Kern geht es darum, die Alleinstellungsmerkmale (USP) oder die wesentlichen Eigenschaften Deiner Produkte zu identifizieren und diese für spezifischere Longtail-Keywords und Buyer Intent Keywords (Keywords mit Kaufabsicht) anstatt für konkrete Produktnamen zu optimieren. Die nächsten beiden Abschnitte werden sich jeweils näher mit diesen Themen befassen.
Longtail Keywords
Longtail-Keywords sind spezifischere Keyword-Phrasen, die in der Regel aus drei oder mehr Wörtern bestehen. Wenn Du diese noch nicht in Deinem Online-Shop nutzt, lässt Du Dir wichtige Optimierungsmöglichkeiten entgehen!
Durch den Einsatz von spezifischen Longtail-Keywords auf Deinen Produktseiten erhöhst Du nicht nur die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Seiten in den Suchergebnissen erscheinen, sondern ziehst auch Nutzer mit einer hohen Kaufabsicht an. Dabei handelt es sich um Personen, die aktiv nach dem suchen, was Dein Geschäft anbietet, und die daher wahrscheinlicher zu zahlenden Kunden werden.
Zum Beispiel könntest Du anstelle von „Bügelbrett” das Keyword „höhenverstellbares Bügelbrett mit Kindersicherung” in Betracht ziehen. Personen, die nach diesem Longtail-Keyword suchen, haben wahrscheinlich ein sehr konkretes Bedürfnis und sind daher viel eher geneigt, bei Dir zu kaufen. Mit Longtail-Keywords kannst Du zeigen, dass Du kein gewöhnlicher Online-Shop bist, sondern ein spezialisierter.
Longtail-Keywords sind zwar weniger verbreitet, machen aber den Großteil des durch Suchanfragen generierten Traffics aus. Aufgrund des niedrigeren Wettbewerbs ist es leichter, für diese Keywords zu ranken, und Du kannst damit sehr gezielten Traffic auf Deine Produktseite leiten.
Abbildung: Longtail-Keywords – Autor: Seobility – Lizenz: CC BY-SA 4.0
Buyer Intent Keywords
Buyer Intent Keywords, also Keywords mit Kaufabsicht, sind Phrasen, die darauf hinweisen, dass der Suchende bereit ist, einen Kauf zu tätigen. Diese Keywords verdeutlichen die Absicht hinter einer Suche und zeigen, dass der Nutzer einen Kauf tätigen möchte und nicht bloß Informationen sammelt. Beispiele für solche Keywords sind „Bester Preis für iPhone“ oder „MacBook online kaufen“. Indem Du diese Keywords in Deine Strategie einbeziehst, kannst Du die Wahrscheinlichkeit von Conversions erhöhen.
Und wie findest Du nun die passenden Keywords für Deine Produktseiten?
Glücklicherweise bietet Seobility dafür ein praktisches Tool! Mit dem kostenlosen Keyword Recherche Tool kannst Du basierend auf den Eigenschaften Deines Produkts nach attraktiven Keywords suchen.
Mit den Filteroptionen kannst Du Deine Suche sogar noch weiter verfeinern. Setze zum Beispiel die Wortanzahl auf mehr als 3, um Longtail-Keywords zu finden, oder suche nach Keywords, die Begriffe wie „kaufen“ enthalten, um speziell Buyer Intent Keywords zu finden.
Sieh Dir am besten unsere ausführliche Keyword Recherche Anleitung an, um zu sehen, wie Du das Keyword Recherche Tool in der Praxis einsetzen kannst.
Sobald Du die passenden Keywords gefunden hast, ist es an der Zeit, den Content auf Deiner Produktseite zu strukturieren und mit der Optimierung loszulegen – und dabei einige entscheidende Fehler zu vermeiden.
Optimierung der Inhalte von Produktseiten: Die Dos
Die Optimierung von Produktseiten geht weit über die Suche nach wichtigen Keywords hinaus. Vielmehr geht es darum, relevante Informationen für den Kunden bereitzustellen und diese gleichzeitig in einem ansprechenden und übersichtlichen Format zu präsentieren.
Wenn Du den Content auf Deinen Produktseiten optimal nutzt, hat das sowohl auf das Nutzererlebnis als auch auf die SEO einen großen Einfluss. Mit Hilfe von klaren, gut formulierten Inhalten kannst Du Kunden den Wert Deines Produkts besser nahebringen und die Conversion Rate steigern. Zudem demonstrierst Du durch hochwertige Experten-Inhalte, dass Deine Website eine Autorität in Deiner Branche darstellt, was sich wiederum positiv auf Deine Rankings auswirkt. (Mehr über die Bedeutung von Content, mit dem Du Dir Autorität verschaffst, findest Du in diesem E-E-A-T-Leitfaden.)
Das Ziel der Optimierung der Inhalte von Produktseiten ist es, Besucher dazu zu ermutigen, länger auf der Seite zu verweilen, sich mit den Details zu beschäftigen und letztlich auch einen Kauf zu tätigen. Im Folgenden zeigen wir Dir einige Möglichkeiten, wie Du den Content auf Deinen Produktseiten optimieren kannst.
Optimiere Deinen Content basierend auf Deiner Keyword-Recherche
Wenn Du Inhalte für Deine Produktseiten erstellst, solltest Du sicherstellen, dass diese für Deine recherchierten Keywords optimiert sind. Das bedeutet, diese Keywords strategisch, aber auf natürliche Weise auf der gesamten Seite einzubauen.
Dabei sollten die Keywords u.a. im Meta-Title, in der URL und in der Meta-Description der Seite verwendet werden. Konzentriere Dich außerdem darauf, qualitativ hochwertige Produktbeschreibungen zu verfassen, die Deinen potenziellen Kunden einen Mehrwert bieten und gleichzeitig Deine Ziel-Keywords enthalten. Nutze Überschriften, Bullet Points und andere Möglichkeiten zur Formatierung, um den Inhalt leicht lesbar und optisch ansprechend zu gestalten.
Produkttitel
Deine Produkttitel sind oft der erste Eindruck, den ein Kunde von Deinem Produkt hat. Sie sollten klar, prägnant und zutreffend sein.
Am besten verwendest Du bei Produkttiteln eine Sprache, die die Hauptmerkmale des Produkts auf den Punkt bringt. Anstatt beispielsweise den Produkttitel:
„WENKO 475837”
zu verwenden, wähle diesen:
„WENKO 475837 Höhenverstellbares Bügelbrett mit Kindersicherung und Edelstahlfach ”.
Dieser Titel macht für Nutzer sowie Suchmaschinen deutlich, welche einzigartigen Eigenschaften dieses Produkt aufweist.
Der Produkttitel sollte an prominenter Stelle auf Deiner Produktseite angezeigt werden. Füge den Produkttitel als Hauptüberschrift auf Deiner Produktseite mit dem H1-Tag ein. Das H1-Tag zeigt die Hauptüberschrift der Seite an und hilft Suchmaschinen zu verstehen, was das Hauptthema ist. Jede Seite sollte dabei nur eine eindeutige H1-Überschrift beinhalten.
Produktbeschreibungen
Gute Produktbeschreibungen sind für den Erfolg eines Online-Shops unerlässlich. Eine sorgfältig ausgearbeitete und detaillierte Produktbeschreibung sollte potenziellen Kunden ein klares Bild von den Eigenschaften, Vorteilen und Alleinstellungsmerkmalen des Produkts vermitteln.
Optimiere Deine Produktbeschreibungen, indem Du auf folgende Faktoren achtest:
Informativer und ansprechender Inhalt
Dein Content sollte überzeugend und detailliert sein. Einige Strategien, um sicherzustellen, dass Deine Inhalte das Interesse der Nutzer wecken, sind:
Verwende einen überzeugenden, fesselnden Tons, um die Leser zu begeistern
Hebe die wichtigsten Produktmerkmale und -vorteile hervor
Betone Alleinstellungsmerkmale, um Dein Produkt von jenen der Konkurrenz zu unterscheiden
Hier ein Beispiel für eine informative und ansprechende Produktbeschreibung über ein Haarshampoo auf newsha.de:
Es ist entscheidend, Informationen logisch und verständlich zu präsentieren, damit Kunden Deine Produktbeschreibung leichter nachvollziehen können. Hier sind einige Tipps, wie Du das erreichen kannst:
Beginne mit den wichtigsten Eigenschaften oder Vorteilen des Produkts.
Nutze Zwischenüberschriften, um verschiedene Bereiche zu untergliedern (falls notwendig).
Verwende Bullet Points, um Merkmale aufzulisten, damit man sie leichter überfliegen kann.
Ein gutes Beispiel liefert auch hier die Produktseite unseres Haarshampoos:
Beantworte alle potentielle Nutzerfragen
Für Nutzer kann es durchaus frustrierend sein, wenn sie die gesuchten Informationen nicht finden. Um dem entgegenzuwirken, solltest Du in Deinen Produktbeschreibungen häufig gestellte Kundenfragen berücksichtigen:
Überlege, welche Informationen Kunden typischerweise über Deinen Produkttyp interessieren könnten.
Füge Angaben zur Größe, Anwendung und Kompatibilität sowie Pflegehinweise hinzu, sofern zutreffend.
Biete klare und prägnante Antworten auf mögliche Fragen.
Auch hier bietet die Seite unseres Haarshampoo-Anbieters ein hervorragendes Beispiel:
Optimierung der Inhalte von Produktseiten: Die Don’ts (und was Du stattdessen tun kannst)
Effektive Produkttitel und -beschreibungen können Deinem Online-Shop einen echten Schub verleihen. Doch es gibt einige Dinge, die Du unbedingt vermeiden solltest, auch wenn sie auf den ersten Blick einfacher erscheinen.
Kopiere nicht lediglich die Beschreibungen des Herstellers
Die Beschreibungen von Herstellern bieten zwar eine schnelle und einfache Lösung, um Deine Produktseiten mit Inhalten zu füllen, aber sie sind nicht einzigartig und können Deinen SEO-Bemühungen schaden. Wenn Suchmaschinen feststellen, dass Deine Produktbeschreibung identisch mit der von 10 anderen Seiten ist, warum sollten sie dann gerade Deine Seite vorziehen?
Stattdessen solltest Du die Herstellerbeschreibung als Ausgangspunkt nehmen und sie verbessern. Hebe dabei die Alleinstellungsmerkmale und Besonderheiten des Produkts hervor, die für Deine Zielgruppe am wichtigsten sind, und stelle sicher, dass Du alle besonderen Informationen oder häufig gestellten Fragen zum Produkt berücksichtigst.
Dadurch bist Du mit dem Content auf Deiner Produktseite all jenen Deiner Konkurrenten einen großen Schritt voraus, die einfach die Beschreibung des Herstellers übernommen haben.
Vermeide Thin Content auf Produktseiten
Einige Websites versuchen, Abkürzungen zu nehmen, um schnell Traffic zu generieren. Solche Arten von Inhalten werden als „Thin Content” bezeichnet, bei dem eine Seite nur minimale Informationen und dem Nutzer wenig Mehrwert bietet. Beispielsweise kann eine Seite nur aus ein paar Absätzen mit grundlegenden Informationen bestehen, die wenige Details und Erkenntnisse für den Leser enthalten.
Kurzfristig kann Thin Content zwar zu einem raschen Anstieg der Besucherzahlen führen, doch auf lange Sicht wird er die Nutzer nicht binden. Deshalb ist es so wichtig, dass Du auf aussagekräftige und detaillierte Inhalte achtest, die Deine Zielgruppe sowohl informieren als auch überzeugen.
Zum Beispiel habe ich kürzlich mit einem Kunden zusammengearbeitet, dessen Produktseiten nur Thin Content aufwiesen. Wir haben den Inhalt aller Produktseiten erweitert und innerhalb von nur drei Monaten stieg der organische Traffic von 1.000 Besuchern pro Monat auf über 16.000.
Hier sind einige Tipps, wie Du sicherstellen kannst, dass die Inhalte Deiner Produktseiten erstklassig sind:
Lege großen Wert auf Tiefe und Detailgenauigkeit: Stelle sicher, dass Deine Produktbeschreibungen umfassend sind und einen Mehrwert bieten.
Verwende einzigartige Inhalte: Wie bereits zuvor erwähnt, solltest Du vermeiden, die Beschreibungen der Hersteller wortwörtlich zu kopieren.
Aktualisiere Deine Inhalte regelmäßig: Halte Deine Produktseiten durch regelmäßige Updates und Überarbeitungen relevant und auf dem neuesten Stand. (Für weitere Informationen dazu kannst Du diesen Content Refresh Guide heranziehen.)
Mit diesen Strategien können Deine Produktseiten höhere Rankings in den Suchmaschinen erreichen und eine bessere Nutzererfahrung bieten, was zu mehr Conversions und einer höheren Kundenzufriedenheit führt.
Vermeide Keyword-Stuffing
Das Überladen von Inhalten mit Keywords, auch bekannt als Keyword-Stuffing, war einst eine weit verbreitete Methode, um Suchmaschinen auszutricksen und die eigene Seite besser ranken zu lassen.
Früher handelte es sich dabei um eine geläufige Praxis, doch mittlerweile wird sie nicht mehr gerne gesehen, da das Leseerlebnis maßgeblich darunter leidet. Außerdem ist Google schlauer geworden und bestraft ein solches Vorgehen mit schlechten Platzierungen.
Ein Beispiel für Keyword-Stuffing in einer Produktbeschreibung:
„Kaufe unsere Kehrschaufel mit langem Stiel. Diese Kehrschaufel mit langem Stiel ist ideal für all Deine Reinigungsarbeiten. Mit unserer Kehrschaufel mit langem Stiel musst Du Dir nie wieder…”
In diesem Beispiel wird „Kehrschaufel mit langem Stiel” übermäßig oft wiederholt, was den Inhalt gezwungen und unnatürlich wirken lässt.
Um Keyword-Stuffing zu vermeiden und dennoch die SEO-Performance im Blick zu behalten, befolge die folgenden Tipps:
Natürliche Verwendung von Keywords: Nutze Deine Keywords so, dass sie sinnvoll sind und dem Leser einen Mehrwert bieten. Dein Hauptkeyword sollte sich auf natürliche Weise in Deinen Titel, die Überschriften und Inhalte einfügen.
Semantische Keywords: Verwende Synonyme und verwandte Begriffe, anstatt immer wieder denselben Ausdruck zu benutzen. Suchmaschinen sind inzwischen dazu in der Lage, Synonyme und den Kontext Deines Inhalts zu verstehen. Anstelle von „Kehrschaufel mit langem Stiel” könntest Du beispielsweise auch die Variante „Handfeger mit verlängertem Griff” verwenden.
Fokus auf Inhalte mit Mehrwert: Man kann es nicht oft genug betonen: Konzentriere Dich darauf, Inhalte zu erstellen, die für den Leser nützlich und ansprechend sind. Dieser Aspekt sollte immer im Vordergrund stehen. Wenn Du die Bedürfnisse des Nutzers im Blick hast, fügen sich die Keywords oft ganz automatisch in den Inhalt ein.
Zusammengefasst:
Die Qualität Deiner Produktbeschreibungen und die richtige Verwendung von Keywords können darüber entscheiden, ob eine Seite viel Traffic und Verkäufe generiert oder unbeachtet bleibt.
Nimm Dir also die Zeit, um genaue und detaillierte Produktbeschreibungen zu erstellen und relevante Keywords einzubauen, damit Deine Produkte leicht gefunden werden und die richtige Zielgruppe ansprechen.
Bildoptimierung für Produktseiten im Online-Shop
Deine Produktseiten sind natürlich nicht nur ein reiner Textblock. Bilder spielen bei Online-Shops ebenfalls eine entscheidende Rolle. So beeinflussen Produktbilder maßgeblich die Kaufentscheidungen potenzieller Kunden. Wenn sie jedoch nicht richtig optimiert sind, können sie sich negativ auf die Ladezeiten Deiner Seite und somit auch auf Dein Ranking auswirken.
Ein Paradebeispiel für Bildoptimierung ist eBay. Mit über einer Milliarde Produktangeboten auf seiner Website sorgt eBay dafür, dass jedes Produktbild für schnelle Ladezeiten und eine hohe Bildqualität optimiert wird.
Die Produktbilder auf eBay haben in der Regel eine Größe von weniger als 50 kB auf der eigentlichen Produktseite. Möchten Nutzer ein Bild in höherer Auflösung sehen, können sie auf das Bild klicken und es in einem Popup-Fenster in HD-Qualität öffnen.
Das bedeutet, dass das erste Laden der Seite rasch erfolgt und den Nutzern dennoch die Möglichkeit geboten wird, Bilder in höherer Qualität zu betrachten. Dies schafft ein nahtloses Einkaufserlebnis für die Kunden.
Vergiss also nicht, Deine Bilder zu optimieren, wenn Du an Deinen Produktseiten arbeitest.. Da es sich bei der Optimierung von Bildern für Suchmaschinen um ein spezialisiertes Thema handelt, empfehlen wir Dir, diesen ausführlichen Artikel über Bilder SEO zu lesen.
Okay, bist Du noch bei der Sache? Prima, denn bislang haben wir uns nur mit dem Inhalt von Produktseiten auseinandergesetzt. Allerdings ist das lediglich ein Teil des großen Ganzen.
Interne Verlinkung im Online-Shop
Während Keywords, Inhalte und Bilder für die Nutzer gut sichtbar sind, konzentrieren sich andere wichtige Optimierungsstrategien darauf, wie Deine Seiten miteinander verbunden sind.
Eines der am häufigsten vernachlässigten Details, wenn es um Produktseiten geht, sind interne Verlinkungen. Das Hinzufügen interner Links gehört zu den effektivsten Maßnahmen, um die Sichtbarkeit Deiner Seiten in den Suchergebnissen zu verbessern.
Stell Dir Deine Website wie ein Netz aus miteinander verbundenen Seiten vor. Die interne Verlinkung ist der Klebstoff, der alles zusammenhält. Sie ist wie eine Art Wegweiser, mit dessen Hilfe sich sowohl Suchmaschinen als auch Deine Leser zurechtfinden.
Wenn Du beispielsweise auf einem Modeblog einen Artikel über die Geschichte der Jeans liest, siehst Du vielleicht einen Link zu einem anderen Beitrag auf demselben Blog, der sich mit den besten braunen Jeans und anderen verwandten Themen befasst.
Quelle: vogue.de
Das ist interne Verlinkung in der Praxis. Es geht darum, Deine Leser zu fesseln und ihnen den einfachsten Weg durch Deinen Online-Shop zu bieten. Außerdem helfen interne Links den Suchmaschinen dabei, die Beziehungen zwischen den einzelnen Seiten Deiner Website zu verstehen.
Das Einfügen interner Verlinkungen erfüllt mehrere zentrale Aufgaben:
Aufbau von Autorität für Dein Thema: Interne Links helfen Suchmaschinen dabei, die Relevanz und den Kontext Deiner Inhalte zu verstehen, indem sie verwandte Seiten miteinander verbinden. Dadurch tragen sie dazu bei, dass Dein Online-Shop als Autorität in Deiner Nische erkannt wird.
Verbesserung der Website-Navigation: Interne Links erleichtern den Nutzern das Navigieren zwischen verwandten Seiten.
Aufbau einer inhaltlichen Hierarchie: Interne Links signalisieren Suchmaschinen die Wichtigkeit von Seiten. Je mehr Links zu einer Seite führen, desto wichtiger erscheint sie für Suchmaschinen.
Verbesserung der “Crawlbarkeit”: Interne Links unterstützen Suchmaschinen-Crawler dabei, Seiten zu entdecken und zu indexieren. Mehr Links bedeuten somit eine bessere Sichtbarkeit.
Verteilung von “Link Juice”: Interne Links übertragen die Autorität einer gut rankenden Seite auf verlinkte Seiten, wodurch letztere ebenfalls bessere Chancen auf ein gutes Ranking haben.
Reduzierung der Absprungrate: Interne Links animieren die Nutzer dazu, mehr Inhalte auf Deiner Seite zu erkunden, was zu einer geringeren Absprungrate (Bounce Rate) und höherem Engagement führt.
Wenn Du wissen möchtest, wie Du interne Verlinkungen optimal für Deine Produktseiten nutzen kannst, haben wir hier einige Tipps für Dich:
Link von
Link zu
Empfohlener Ankertext
Kommentar
Produktbeschreibung
Hauptkategorie, in der das Produkt gelistet ist
Eine möglichst originalgetreue Variante des Keywords, für das die Kategorieseite ranken soll; der Ankertext sollte sich natürlich in die Produktbeschreibung einfügen.
Wenn ein Produkt in mehreren Kategorien gelistet ist, verlinke zu derjenigen Kategorie, die thematisch am besten zum Produkt passt.
Produktbeschreibung
Ein verwandtes Produkt
Verwende einen aussagekräftigen Ankertext, der das verlinkte Produkt genau beschreibt, damit der Nutzer genau weiß, wohin er gelangt.
Meine Empfehlung ist, in einer Produktbeschreibung nicht mehr als zwei verwandte Produkte zu verlinken.
Blogbeiträge
Produktseiten
Nutze den Produktnamen oder eine möglichst ähnliche Variante davon.
Blogbeiträge eignen sich auch gut, um zu Deinen Kategorieseiten zu verlinken, die in der Regel ein höheres Traffic-Potenzial als Produktseiten haben.
Ein Beispiel für die Anwendung interner Verlinkungen siehst Du in der folgenden Produktbeschreibung für gefriergetrocknete Himbeeren. Hier verlinkt die Produktseite zu zwei alternativen Produkten, die den Nutzer ebenfalls interessieren könnten, sowie zur übergeordneten Kategorieseite:
Es gibt einige wichtige Punkte, die Du beim Aufbau interner Verlinkungen beachten solltest:
Verwende einen relevanten Ankertext (auch Linktext genannt).
Vermeide es, mit demselben Ankertext auf verschiedene Seiten zu verlinken.
Schauen wir uns diese beiden Punkte im Detail an.
Verwende relevante Ankertexte
Der Ankertext, also die anklickbaren Wörter oder Phrasen innerhalb eines Hyperlinks, ist ein essentielles Element für die SEO.
Um einen guten Ankertext zu erstellen, solltest Du vage oder allgemeine Begriffe (wie „Klick hier“, „dies“ oder „hier“) vermeiden und sicherstellen, dass der Text zum Inhalt passt, auf den er verweist. Leser sollten immer wissen, was sie erwartet, bevor sie auf einen Link klicken.
Es ist wichtig, eine abwechslungsreiche und natürliche Mischung von Ankertexten zu verwenden, die zum Inhalt des Online-Shops passen. Wenn Du aussagekräftige und vielfältige Linktexte in Deinen Content integrierst, wirkt sich das positiv auf Deine Rankings aus, insbesondere wenn dies im großen Stil auf der gesamten Website umgesetzt wird.
Eine Studie von Zyppy.com hat gezeigt, dass es eine Korrelation zwischen guten Rankings und der Varianz von Ankertexten gibt. Wenn Du Deine Ankertexte abwechslungsreich gestalten möchtest, stelle sicher, dass die verwendeten Texte relevant für die verlinkte Seite sind. Zum Beispiel könnte ein Link zu einem Ranking-Check-Tool folgende Ankertexte verwenden:
Keyword-Checking-Tool
Keyword-Checker
Überprüfe Deine Keyword-Rankings
Ranking-Check-Tool
usw.
Mit hochrelevanten Ankertexten wissen die Nutzer genau, wohin der Link sie führt.
Vermeide es, mit demselben Ankertext auf verschiedene Seiten zu verlinken
Ein häufiges Problem auf großen Websites, insbesondere bei Online-Shops mit vielen Kategorien und ähnlichen Produkten, ist die Verwendung identischer Ankertexte für unterschiedliche Seiten.
Stell Dir vor, Du betreibst einen Online-Shop, der Stiefel verkauft. Deine Verlinkungen sehen vielleicht so aus:
Produktseite 1 – verlinkt auf /rote-stiefel/ mit dem Ankertext „Stiefel“
Produktseite 2 – verlinkt auf /blaue-stiefel/ mit dem Ankertext „Stiefel“
Produktseite 3 – verlinkt auf /schwarze-stiefel/ mit dem Ankertext „Stiefel“
Für Suchmaschinen ist hierbei völlig unklar, welches Produkt bei einer Suche nach „Stiefel“ angezeigt werden soll, da alle drei Seiten auf den gleichen Begriff abzuzielen scheinen.
Ein derartiges unplanmäßiges Vorgehen bei der internen Verlinkung führt oft dazu, dass auf diese Weise alle drei Kategorieseiten schlechtere Rankings erzielen, als sie es mit einem einzigartigen und relevanten Ankertext tun würden. Besser wäre Folgendes:
Produktseite 1 – sollte auf /rote-stiefel/ mit dem Ankertext „rote Stiefel“ verlinken
Produktseite 2 – sollte auf /blaue-stiefel/ mit dem Ankertext „blaue Stiefel“ verlinken
Produktseite 3 – sollte auf /schwarze-stiefel/ mit dem Ankertext „schwarze Stiefel“ verlinken
Wenn Du einen großen Online-Shop betreibst, kann der Gedanke, jede einzelne Seite auf schlecht optimierte Ankertexte zu überprüfen, auf den ersten Blick ein wenig entmutigend erscheinen. Zum Glück übernimmt das Website Audit Tool von Seobility das für Dich:
Seobility > Onpage > Struktur > Identische Linktexte für unterschiedliche Seiten
Wenn Du diese Probleme behebst, kann das einen großen Unterschied für Deine Rankings machen!
Zusammengefasst:
Eine durchdachte interne Verlinkung Deines Produktseiten-Contents ermöglicht es Suchmaschinen und Nutzern, Deine Website leicht zu erkunden. Dies erhöht wiederum die Chance, dass Besucher auch andere Seiten Deines Online-Shops besuchen. Durch den klugen Einsatz von Ankertexten stellst Du sicher, dass Suchmaschinen die Inhalte von verlinkten Seiten besser verstehen.
Wenn Du einen Online-Shop betreibst, ist es nicht nur wichtig, dass Du Deine einzelnen Produktseiten optimierst. Du solltest auch darauf achten, wie Du Deine Produkte überhaupt auf den Produktseiten anordnest.
Die Organisation der Produktseiten bringt drei häufige Herausforderungen mit sich:
Umgang mit ähnlichen Produkten
Umgang mit Produktvarianten
Umgang mit „nicht vorrätigen” Produkten
Umgang mit ähnlichen Produkten
Wenn Dein Online-Shop viele sehr ähnliche Produkte im Angebot hat, kann es schwierig sein, den besten SEO-Ansatz dafür zu finden. Da kann es leicht einmal passieren, dass Probleme mit Duplicate Content entstehen.
Duplicate Content ist aus SEO-Sicht sehr problematisch. Wenn der Inhalt auf mehreren Seiten identisch oder sehr ähnlich ist, ist unklar, welche Seite für einen bestimmten Suchbegriff ranken soll. Dies kann sich negativ auf die Rankings aller betroffenen Seiten auswirken.
Um Probleme mit Duplicate Content aufgrund von ähnlichen Produkten zu vermeiden, können Dir die folgenden Schritte helfen:
1. Finde heraus, wie Kunden nach Deinen Produkten suchen!
Es ist entscheidend zu verstehen, wie Deine Kunden aller Voraussicht nach nach Deinen Produkten suchen, um Duplicate Content zu minimieren. Deshalb haben wir diesen Artikel mit einem Abschnitt über Keyword-Recherche und -Optimierung begonnen. Es kann nicht oft genug betont werden, dass die Keyword-Recherche das Fundament für eine effektive Optimierung Deiner Produktseiten ist.
2. Verwende einzigartige Produktbeschreibungen!
Selbst wenn Deine Produktseiten unvermeidlich mit sehr ähnlichen Inhalten gefüllt sind, solltest Du Dir dennoch die Mühe machen, für jedes Produkt eine einzigartige Beschreibung zu erstellen.
Auch wenn die Produkte einander stark ähneln, stelle sicher, dass der Inhalt kleine Unterschiede deutlich hervorhebt, wie Farbe, Größe, verwendete Materialien oder andere kleine Details, die für Deine Kunden wichtig sein könnten. Dies erleichtert es jemandem, der genau nach dem Produkt sucht, das Du verkaufst, Deine Produktseite zu finden.
3. Verwende einzigartige Meta-Descriptions und Seitentitel!
Es reicht nicht aus, nur Deine Produktbeschreibungen einzigartig zu gestalten. Ebenso ist es wichtig, für jede Produktseite einzigartige Meta-Descriptions und Titel zu erstellen. Das hilft dabei, ähnliche Produkte in den Suchmaschinenergebnissen voneinander zu unterscheiden und Verwirrung zu vermeiden.
Umgang mit Produktvarianten
Dieselben Schwierigkeiten ergeben sich oftmals bei Varianten eines Produkts, die beispielsweise im Hinblick auf Farbe, Größe und Beschaffenheit leichte Abweichungen vom ursprünglichen Produkt aufweisen, um speziellen Kundenwünschen gerecht zu werden.
Wenn Du bereits ein Produkt in Deinem Online-Shop hast und überlegst, Varianten davon zusätzlich anzubieten, hast Du im Grunde zwei Möglichkeiten: Entweder Du erstellst eine neue Produktseite oder Du fügst Filter auf der bestehenden Seite hinzu.
Mit Hilfe der folgenden Schritte kannst Du entscheiden, welche Option für Dich am besten geeignet ist:
Öffne die Google Search Console.
Klicke im Menü auf „Leistung > Google Suche-Ergebnisse“.
Oben wählst Du „+ Neu > Seite“ und gibst dann Deine bestehende Produktseite ein.
Aktiviere die Buttons „Impressionen insgesamt“ und „Durchschnittliche Position“ über dem Diagramm.
Scrolle nach unten und klicke auf den Tab „Suchanfragen“.
Hier siehst Du eine Liste aller Suchbegriffe, für die Deine Produktseite rankt, sowie die Anzahl der Impressions für jeden Suchbegriff und die Position Deiner Seite.
Wirf einen Blick auf die Suchanfragen, um zu sehen, ob einige der Suchbegriffe, für die Deine Seite rankt, mit der Variante übereinstimmen, die Du hinzufügen möchtest. (Leichter geht das, wenn Du die Filter oben auf der Seite nutzt!)
Wenn Du Keywords findest, die zu Deiner neuen Produktvariante passen, überprüfe deren Rankings. Sollten diese fernab von Seite eins zu finden sein, deutet das darauf hin, dass eine separate Produktseite für diese Variante bessere Resultate erzielen könnte.
Bevor Du jedoch eine endgültige Entscheidung triffst, ob Du eine separate Seite erstellen oder Filter auf derselben Seite verwenden möchtest, überprüfe die Suchergebnisse.
Suche nach mehreren eng verwandten Produktvarianten und prüfe, ob immer wieder die gleichen Seiten ganz oben stehen oder ob verschiedene Produktseiten in den Rankings erscheinen.
Auf diese Weiser erfährst Du, was Google für die jeweilige Suche als relevant ansieht. Das gibt Dir klare Hinweise darauf, ob Du separate Produktseiten verwenden oder Filter für ähnliche Produktvarianten einsetzen solltest.
Zum Beispiel könnte eine Seite sehr gut für „Gartenhaus mit Veranda“ ranken, aber viele Impressions und gleichzeitig jedoch niedrige Rankings/Klicks für „Metall-Gartenhaus mit Veranda“ haben. Wenn Du beide Begriffe bei Google suchst, wirst Du feststellen, dass die Top 10 recht unterschiedlich aussehen:
vs.
Das ist ein gutes Anzeichen dafür, dass Google für diese Suchbegriffe unterschiedliche Ergebnisse erwartet. Daher solltest Du in Erwägung ziehen, eine separate Seite für „Metall-Gartenhaus mit Veranda“ zu erstellen. Stelle sicher, dass Du auf beiden Seiten einzigartige und voneinander unterscheidbare Inhalte bereitstellst, um Probleme mit Duplicate Content zu vermeiden.
Wenn jedoch die Ergebnisse für zwei Suchbegriffe mehr oder weniger identisch wären (vielleicht in leicht voneinander abweichender Reihenfolge), dann wäre es sinnvoller, das Metall-Gartenhaus als Variante auf derselben Seite zu belassen. Du könntest dann ein Dropdown-Menü verwenden, um den Nutzern die Wahl zwischen verschiedenen Optionen zu ermöglichen. Bei diesem Gartenhaus werden beispielsweise unterschiedliche Produktvarianten auf einer Produktseite dargestellt.
In jedem Online-Shop sind früher oder später irgendwelche Produkte nicht mehr auf Lager. Das bedeutet, dass eine einst wertvolle Seite so schnell zu einer Seite werden kann, die keinen Umsatz mehr generiert.
Es mag zwar durchaus verlockend sein, ein nicht verfügbares Produkt einfach aus dem Sortiment zu nehmen und die Seite zu entfernen, bis es wieder verfügbar ist. Doch davon raten wir Dir ab, denn damit verschenkst Du nur das Potenzial der Seite.
Stattdessen könntest Du eine der folgenden Optionen in Betracht ziehen:
Ist ein Produkt nur vorübergehend nicht auf Lager? Dann füge eine Notiz auf der Seite hinzu, in der Du angibst, wann es voraussichtlich wieder vorrätig sein wird. Um das Ganze noch kundenfreundlicher zu gestalten, könntest Du ein E-Mail-Feld hinzufügen, in dem sich Kunden für eine Benachrichtigung anmelden können, sobald das Produkt wieder verfügbar ist.
Wenn ein Produkt dauerhaft nicht mehr verfügbar ist, die Produktseite aber weiterhin Besucher anzieht, dann hinterlasse eine Nachricht und erkläre den Nutzern, dass dieses Produkt nicht mehr angeboten wird, sie jedoch ähnliche Produkte aus Deinem Sortiment ausprobieren können.
Eine letzte Option, die sich vor allem dann lohnt, wenn externe Seiten auf Deine Produktseite verweisen (also Backlinks vorhanden sind), besteht darin, dauerhaft nicht verfügbare Produktseiten mittels einer 301-Weiterleitung auf die relevanteste Kategorieseite oder ein ähnliches Produkt weiterzuleiten. Auf diese Weise kannst Du den Link Juice, den die Seite durch ihre Backlinks erhält, auf andere relevante Seiten lenken.
Rich Snippets und Schema-Markup
Besonders für eCommerce Websites bieten Rich Snippets interessante Möglichkeiten, um Deine Produktseiten in den Suchergebnissen stärker hervorzuheben. Voraussetzung hierfür ist die Verwendung von Schema-Markup.
Mit Schema-Markup stellst Du sicher, dass wichtige Produktinformationen korrekt indexiert und präsentiert werden. Dadurch steigen Deine Chancen, in den Rich Snippets zu erscheinen und zusätzliche Features in den Suchergebnissen anzuzeigen.
Zu diesen Features können zum Beispiel zusätzliche Informationen über Dein Produkt gehören:
Eine weitere Möglichkeit ist die Anzeige von Produktbewertungen:
Daneben können noch viele weitere Extra-Features angezeigt werden ! Sie alle tragen zu einer besseren Sichtbarkeit in den Suchergebnissen bei und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass jemand auf Deine Produktseiten klickt.
Diese zusätzlichen Features sind wie kleine Teaser, die potenziellen Kunden einen Einblick in das Produkt geben, bevor sie überhaupt auf den Link klicken. So kannst Du Dich von der Masse abheben und sicherstellen, dass Dein Produkt Beachtung findet.
Um diese Art von Snippets zu erhalten, musst Du Schema-Markup auf Deinen Seiten implementieren.
Einige Schema-Typen, die es wert sind, auf einer Produktseite hinzugefügt zu werden, sind:
Product-Schema: liefert detaillierte Informationen über das Produkt, wie Name, Marke, Beschreibung, Artikelnummer und Bild. Dies hilft Suchmaschinen dabei, relevante Produktinformationen zu verstehen und in den Suchergebnissen anzuzeigen.
Offer-Schema: zeigt den Preis, die Währung und den Lagerstatus (Verfügbarkeit) des Produkts direkt in den Suchergebnissen an. So können potenzielle Kunden schnell beurteilen, ob das Produkt ihren Anforderungen und ihrem Budget entspricht.
AggregateRating-Schema: zeigt Kundenfeedback an, indem es die durchschnittliche Bewertung eines Produkts einblendet. Diese Informationen stärken das Vertrauen potenzieller Käufer und beeinflussen das Kaufverhalten, was sich positiv auf die Conversion Rate auswirkt.
Review-Schema: hebt einzelne Kundenbewertungen hervor und bietet Einblicke in die Erfahrungen früherer Käufer. Dies fördert das Vertrauen und liefert potenziellen Kunden wertvolle Informationen für ihre Kaufentscheidung.
BreadcrumbList-Schema: verbessert die Navigation und das Nutzererlebnis, indem es Breadcrumb-Trails in den Suchergebnissen anzeigt. Breadcrumbs helfen den Nutzern, die Hierarchie der Website zu verstehen und sich durch große Online-Shops mit zahlreichen Kategorien und Produkten zu navigieren.
Update (22.02.2024): Am 20. Februar 2024 hat Google einen neuen Schema-Typ für Produktvarianten eingeführt. Damit kannst Du Google nun noch eindeutiger mitteilen, wenn es sich bei verschiedenen Produkten um Varianten handelt, und hilfst der Suchmaschine, Dein Produktsortiment besser zu verstehen. Eine detaillierte Anleitung zur Implementierung dieses Schema-Typs findest Du auf Google Search Central.
So implementierst Du Schema-Markup
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Schema-Markup auf einer Produktseite eines Online-Shops zu integrieren. Die einfachste Methode ist, dies selbst manuell zu tun, wie im Folgenden beschrieben.
Allerdings ist diese Methode nur für kleinere Websites mit einer begrenzten Anzahl von Produkten sinnvoll. Wenn Du einen großen Online-Shop mit Hunderten oder gar Tausenden von Produkten betreibst, empfiehlt es sich, dies programmatisch durchzuführen oder ein Plugin dafür zu verwenden.
Product-Schema manuell hinzufügen
Um Product-Schema-Markup manuell zu einer Seite hinzuzufügen, gehe wie folgt vor:
Kopiere das untenstehende Beispiel-Product-Schema:
Passe das Skript an, indem Du die hervorgehobenen Teile an Deine Produktseite anpasst.
Füge das Skript Deiner Produktseite hinzu und platziere es in einem HTML-Block auf dieser Seite.
Teste das Schema. Hierfür kannst Du den Schema Markup Validator verwenden, um sicherzustellen, dass alles funktioniert und keine Fehler enthalten sind oder Informationen fehlen.
So fügst Du Product-Schema auf großen Shopify-Websites hinzu
Arbeitest Du an einer großen Shopify-Website? Dann ist der einfachste Weg, um Product-Schema hinzuzufügen, die Installation einer Shopify-Schema-App, wie zum Beispiel SchemaPlus for SEO.
Installiere einfach die App und befolge die Anweisungen auf dem Bildschirm, um sie auf der gesamten Website einzurichten. Dadurch kannst Du automatisch Product-Schema auf Basis des Inhalts jeder Seite generieren lassen, ohne es für jedes einzelne Produkt manuell bearbeiten zu müssen.
So fügst Du Product-Schema auf großen WordPress-Websites hinzu
Ist Dein Online-Shop auf WordPress mit WooCommerce aufgebaut? Dann ist ein Plug-in wie „All in One SEO” genau das Richtige für Dich.
Öffne nach der Installation und Aktivierung die Plug-in-Einstellungen und navigiere zu Search Appearance > Content Types > Schema Markup.
Hier kannst Du grundlegende Details für jede Art von Seite, die Du auf Deiner Website hast, wie zum Beispiel Produktseiten, festlegen.
Standardmäßig werden dann die entsprechenden Daten – einschließlich Preisen, Verfügbarkeit, Bewertungen und mehr – automatisch in Dein Schema auf jeder Seite übernommen, es sei denn, Du deaktivierst den „Autogenerate Fields”-Schalter (siehe unten) auf einer bestimmten Seite.
Auf diese Weise kannst Du einer Seite, die nicht in die von Dir festgelegte Standard-Schema-Vorlage passt, ein benutzerdefiniertes Schema hinzufügen.
Kommen wir nun zum letzten großen Punkt, der für die Optimierung von Produktseiten essentiell ist: Produktbewertungen.
Produktbewertungen: Best Practices und Umsetzung
Eine Studie von Power Reviews hat ergeben, dass Kunden, die eine Produktseite mit ein bis zehn Bewertungen besuchen, zu 52,2% eher dazu bereit sind, einen Kauf zu tätigen als jene, die Seiten ohne Bewertungen besuchen. Produktbewertungen effektiv zu nutzen, ist entscheidend für den Erfolg Deines Online-Shops!
Im Folgenden findest Du eine einfache Checkliste für Produktbewertungen, mit der Du sicherstellen kannst, dass Du das Beste aus Deinen Bewertungen herausholst:
Frage
Vorteile
Wie es sich umsetzen lässt
Werden die Bewertungen an prominenter Stelle angezeigt?
Bewertungen, die ins Auge fallen, steigern die Nutzerinteraktion. Das kann sowohl die Conversion Rate als auch Deine Rankings durch positive User Signals verbessern.
Platziere den Bewertungsbereich in der Nähe von Produktdetails, dem Preis oder dem „In den Warenkorb”-Button, um maximale Sichtbarkeit und Wirkung zu erzielen.
Gibt es ein Sternebewertungs-System?
Ein Sternebewertungs-System bietet eine schnelle visuelle Zusammenfassung der Kundenmeinungen, verbessert das Nutzererlebnis und erhöht die Klickrate.
Führe ein Sternebewertungs-System ein, das die durchschnittliche Bewertung und die Gesamtzahl der Bewertungen neben den Produktdetails anzeigt.
Werden Kunden dazu ermutigt, Bewertungen abzugeben?
Neue Kundenbewertungen erzeugen frischen Content, der die Relevanz, Autorität und SEO des Online-Shops verbessern kann. Zudem liefern sie wertvolle Einblicke für potenzielle Käufer und erhöhen die Conversion Rate.
Sende Follow-up-E-Mails nach dem Kauf oder biete Anreize wie Rabatte oder Treuepunkte für das Abgeben einer Bewertung an.
Können Nutzer die Bewertungen sortieren oder filtern?
Die Möglichkeit, Bewertungen zu sortieren und zu filtern, führt zu einer verbesserten Usability, einer längeren Verweildauer auf der Website und letztlich zu einer höheren Conversion Rate.
Ermögliche das Sortieren und Filtern von Bewertungen nach Kriterien wie hilfreichste, neueste oder höchste Bewertung.
Sind Bilder und Videos enthalten?
Durch das Einbeziehen von Medien verbesserst Du die Nutzerfreundlichkeit, was zu höheren Conversion Rates führen kann.
Ermutige Kunden dazu, ihren Bewertungen Bilder und Videos beizufügen, und zeige diese gemeinsam mit den Textbewertungen an.
Werden Bewertungen getrackt und analysiert?
Das Tracken und Analysieren von Bewertungen ermöglicht eine kontinuierliche Verbesserung der Produkte und des Kundenerlebnisses, was zu einer höheren Kundenzufriedenheit führt.
Überprüfe und analysiere regelmäßig das Kundenfeedback, um Trends, Erkenntnisse und Verbesserungspotenziale zu identifizieren.
Umgang mit negativen Bewertungen
Negative Bewertungen können für Online-Shops problematisch sein, insbesondere wenn sie sich sehr auffällig auf ein hochwertiges Produkt oder auf ein Produkt, das mit hohen Umsätzen verbunden ist, beziehen.
Doch negative Kundenrezensionen können auch einen positiven Effekt auf Dein Geschäft und Deine Suchmaschinenoptimierung haben, wenn Du effektiv und richtig darauf reagierst. Hier sind einige Tipps, wie Du das machen kannst:
Überwache Deine Bewertungen: Behalte Deine Bewertungen stets im Auge, um zeitnah darauf reagieren zu können und wiederkehrende Probleme zu erkennen.
Antworte professionell: Reagiere immer professionell und höflich auf negative Bewertungen. Es ist wichtig, die Erfahrung des Kunden anzuerkennen, selbst wenn Du anderer Meinung bist.
Geh auf das Problem ein: Versuche, das Problem des Kunden zu verstehen und eine Lösung zu finden. Wenn es sich um ein Missverständnis handelt, kläre es in Deiner Antwort. Bei einem echten Problem mit Deinem Produkt versichere dem Kunden, dass Du es prüfen und notwendige Verbesserungen vornehmen wirst.
Biete eine Lösung an: Wenn der Kunde eine schlechte Erfahrung gemacht hat, biete eine Lösung an. Das kann eine Rückerstattung, ein Ersatz oder ein Rabatt auf den nächsten Einkauf sein.
Bitte um eine Folgebewertung: Nachdem das Problem gelöst wurde, bitte den Kunden höflich, seine Bewertung zu überdenken und eventuell zu aktualisieren. Das zeigt anderen Kunden, dass Du ihre Erfahrung schätzt und Probleme ernst nimmst.
Ermutige zu positiven Bewertungen: Fordere zufriedene Kunden auf, Bewertungen zu hinterlassen. Je mehr positive Bewertungen Du hast, umso weniger fallen ein paar negative ins Gewicht.
Aus SEO-Sicht ist es wichtig, zu betonen, dass Bewertungen – sowohl positive als auch negative – Deine SEO-Maßnahmen unterstützen können. Bewertungen erzeugen frischen User Generated Content, den Suchmaschinen gut finden, und können darüber hinaus Deine Klickrate in den SERPs erhöhen, wenn Du sie für Rich Snippets nutzt.
Außerdem: Wenn Nutzer sehen, dass jemand ein Problem mit einem Produkt hatte und Du schnell reagiert und das Problem gelöst hast, sei es durch eine Rückerstattung oder den Versand eines Alternativprodukts, wird dies das Vertrauen der Nutzer in Deinen Online-Shop stärken.
Starte jetzt mit der Optimierung Deiner Produktseiten
Die Suchmaschinenoptimierung von Produktseiten wird oft zugunsten der Kategorieseiten vernachlässigt. Dabei sind überzeugende Produktseiten genauso entscheidend, um den organischen Traffic Deines Online-Shops zu steigern. Durch die Optimierung der im Artikel angesprochenen Faktoren – den Inhalt Deiner Produktseite, interne Verlinkungen und die Seitenstruktur sowie den Einsatz von Schema-Markup und Kundenbewertungen – kannst Du die Performance Deiner Produktseiten und Deine allgemeine Online-Sichtbarkeit verbessern.
Dabei ist es entscheidend, die Performance Deiner Seiten zu überwachen und zu analysieren, um datenbasierte Anpassungen vornehmen zu können. Indem Du Kennzahlen wie Seitenaufrufe, Klickraten und Absprungraten (mit Tools wie Google Analytics) beobachtest, erhältst Du wertvolle Einblicke, wie Kunden mit Deinen Produktseiten interagieren und welche Bereiche Verbesserungen benötigen.
Diese Daten können dann als Grundlage für zukünftige Optimierungsmaßnahmen für Produktseiten dienen und letztlich zu höheren Umsätzen führen. Deshalb ist es unerlässlich, in leistungsstarke Überwachungs- und Analysetools zu investieren und datenbasierte Entscheidungen zu treffen, wenn Du Deine Produktseiten für die Zukunft optimierst.
Da Du jetzt weißt, wie Du Deine Produktseiten optimieren kannst, ist es an der Zeit, diese Änderungen in die Tat umzusetzen!
Keyword-Recherche und -Analyse: So findest Du die besten Keywords für Deine Website
Das Problem: Wer Keywords nur nach Bauchgefühl auswählt, verschwendet oft SEO-Ressourcen: an zu stark umkämpfte Begriffe oder an Traffic, der nie konvertiert.
Die Lösung: Nutze einen systematischen 4-Schritte-Prozess: Definiere Seed-Keywords, filtere mit SEO-Tools nach Suchvolumen, Suchintention und Wettbewerb und gruppiere die besten Begriffe in thematische Cluster für Deinen Content-Plan.
Quick Win: Springe direkt zum Abschnitt Schritt 2: So findest Du relevante Keywords. Die Wettbewerber-Analyse dort zeigt Dir über eine Gap-Analyse, für welche Keywords Deine Mitbewerber bereits ranken und wo Deine Chancen liegen.
Für welche Keywords möchtest Du ranken? Viele SEOs lassen sich bei dieser Frage gerne von ihrer Intuition leiten. Das ist am Anfang nicht grundsätzlich falsch. Wer das Beste aus der Keyword-Recherche herausholen und wirklich potentialreiche Keywords aufdecken möchte, geht aber besser systematisch vor.
Eine systematische Keyword-Recherche und -Analyse liefert Dir die Begriffe, nach denen Deine Zielgruppe bei Google sucht und auf Basis derer Du eine Content-Strategie für Deine Website entwickeln kannst.
Dieser Artikel führt Dich Schritt für Schritt durch den Prozess der Keyword-Recherche und liefert Dir viele nützliche Tipps und Strategien, um relevante Keywords für Deine Website zu finden. Außerdem zeigen wir Dir, wie Dich das kostenlose Keyword Recherche Tool von Seobility dabei unterstützen kann.
Tipp: Melde Dich am besten gleich für den kostenlosen Basis-Account an. Damit kannst Du täglich bis zu 5 Checks durchführen. Und mit dem 14-tägigen kostenlosen Testzeitraum für Seobility Premium stehen Dir ganze 50 Abfragen pro Tag zur Verfügung.
Im Rahmen einer Keyword-Recherche findest Du Suchbegriffe, die Deine Zielgruppen in die Suchmaschine eingeben, um ihre Suchintention zu erfüllen: etwas kaufen, recherchieren, sich informieren, unterhalten oder zu einer bestimmten Website (oder einem Teil einer Website) navigieren. Indem Du diese Suchbegriffe kennst, kannst Du passgenauen Content auf Deiner Website bereitstellen, mit dem Du Suchende auf Deine Website ziehst und beispielsweise zu Kunden konvertieren kannst.
Die Recherche basiert in der Regel auf einer Kombination aus kreativen Prozessen und der Verwendung von Tools. Letztere haben den Vorteil, dass sie Keywords liefern können, auf die man durch einfaches „Nachdenken“ nicht gekommen wäre oder die andere Vorgehensweisen nicht hervorbringen können. Außerdem sparen sie Zeit, da ein Tool in der Regel schneller ist als eine manuelle Suche über Google.
Ein weiterer großer Vorteil: Tools liefern qualitative und quantitative Daten über den Wert von Keywords, die in der Google-Suche und anderswo nicht zu finden sind. Etwa Daten über den Wettbewerb zu einem Keyword, das Suchvolumen, Cost-per-Click-Preise und Linkdaten. Das vereinfacht eine Einschätzung, ob es sich lohnt, für ein Keyword zu optimieren oder ob es eventuell zu teuer und kostspielig wird.
Gute Gründe für die Keyword-Recherche
Eine Keyword-Recherche ist aus mehreren Gründen für die Suchmaschinenoptimierung wichtig.
Bessere Sichtbarkeit: Sobald Du die richtigen Schlüsselwörter in Deine Webseiten einbaust, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass diese Seiten ein höheres Ranking für genau diese Schlüsselwörter erhalten. Das bedeutet zunächst einmal potenziell mehr Traffic in quantitativer Hinsicht.
Höhere Traffic-Qualität: Mehr Traffic ist aber nicht das Maß aller SEO-Dinge. Nur gezielt ausgewählte Keywords und Keywordkombinationen bringen qualifizierten bzw. qualitativ hochwertigen Traffic auf Deine Website. Mehr Besucher bedeuten nicht zwangsläufig mehr Umsatz. Die richtigen Besucher sind entscheidend. Ein hohes Ranking für den Begriff „Fahrrad“ (Suchvolumen: 368.000) kann zum Beispiel zahlreiche Besucher bringen. In diesem Fall ist aber nicht klar, was genau Suchende finden wollen: einen Fahrrad-Onlineshop oder den Wikipedia-Artikel zum Begriff „Fahrrad“? Für die Kombination „Leichtes Trekkingrad 27 Zoll unter 1.000 EUR“ zu ranken, ist für einen Onlineshop, der genau diese Art von Fahrrädern verkauft, erfahrungsgemäß deutlich profitabler. Die Suchenden haben bei dieser Suchanfrage bereits die Kreditkarte gezückt und sind bereit zu kaufen.
Die Zielgruppe verstehen: Die Keyword-Analyse gibt Dir wertvolle Informationen über die Bedürfnisse, Interessen und Absichten Deiner Zielgruppen. Mit diesem Wissen kannst Du Deine Inhalte besser auf diese zuschneiden. Außerdem erhältst Du so wertvolle Inspiration für Deinen Contentplan und meist auch für Dein Produkt- und Dienstleistungsangebot. Bleiben wir beim Beispiel “Fahrrad”. Wer sich für leichte Trekkingräder interessiert, sucht vielleicht auch nach Informationen über attraktive Trekkingtouren. Und speziell darüber, welches Trekkingrad für welche Art von Strecke am besten geeignet ist. Eine Keyword-Recherche kann das aufdecken.
Konkurrenzanalyse: Auch die Konkurrenzsituation kannst Du schneller verstehen, wenn Du siehst, über welche Suchbegriffe Deine Konkurrenten ihre Besucher auf die Website locken (was typischerweise Teil einer Keyword-Recherche ist). Mit dieser Analyse erkennst Du weniger umkämpfte Nischen-Keywords, für die es sich lohnt, Content- und Produktseiten zu erstellen. Aber auch Keywords, für die Du in Deiner Nische unbedingt ranken solltest.
Effizientere Ressourcennutzung: Mit einer gezielten Keyword-Recherche kannst Du Deine SEO-Ressourcen besser nutzen, indem Du Dich auf die Keywords konzentrierst, die für Dein Unternehmen einen höheren Wert haben. Denn niemand kann auf Dauer für alles ranken. Keyword-Recherche im Allgemeinen und Content-Produktion im Besonderen kosten viel Zeit und Geld. Mit den Erkenntnissen aus der Keyword-Recherche kannst Du diese beiden Faktoren priorisieren und auch notwendige Kompromisse begründen. Für ein Shorttail-Keyword wie „Fahrrad“ ranken in der Regel Seiten mit sehr vielen Links und hoher Domain-Autorität. Hier mit einer neuen Website zu konkurrieren, ist erfahrungsgemäß unrealistisch.
So funktioniert die Keyword-Recherche
Bevor es ans Eingemachte geht, lohnt sich ein Blick auf den allgemeinen Ablauf der Keyword-Recherche. Je nach Anforderung kann dieser recht einfach oder auch sehr komplex sein. Es kommt darauf an, ob Du eine Recherche für wenige (Dutzende) Keywords durchführst oder ob Dein Projekt die Recherche und Kategorisierung von Tausenden Keywords erfordert, wie es beispielsweise bei Onlineshops mit sehr vielen Produkten der Fall ist. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf den grundlegenden Prozess, der für alle Arten von Websites gleich ist.
Schritt 1: Jede Keyword-Recherche beginnt mit der Ermittlung Deiner “Seed-Keywords”. Das sind die Hauptkeywords rund um Deine Produkte und Leistungen, die den Ausgangspunkt für eine tiefergehende Recherche bilden.
Schritt 2: Tools liefern Dir umfangreiche Listen von relevanten Keywords rund um Deine Seed-Keywords.
Schritt 3: Als nächstes musst Du die Keywords in diesen Listen priorisieren, um ideale Keywords zu extrahieren, und diese dann in sinnvolle Keyword-Cluster strukturieren.
Schritt 4: Im Rahmen Deines Content Plans legst Du fest, welche Inhalte für die wertvollsten oder sinnvollsten Keywords produziert werden sollen.
Schritt 1: Finde die richtigen Seed-Keywords
Am Anfang einer Keyword-Recherche stellt sich immer die Frage: „Wofür soll ich überhaupt optimieren?“ Diese Frage kann Dir in der Regel kein Tool beantworten. Schließlich weißt Du selbst am besten, welche Ziele Deine Website hat.
Basierend auf diesen Zielen leitest Du Deine Hauptkeywords ab. Das sind meist Begriffe, für die Du im Idealfall auf Platz 1 ranken würdest – Deine Seed-Keywords. Diese Basisliste deckt im Idealfall die wichtigsten Themengebiete Deiner Website ab. Sie bildet die Grundlage für eine tiefergehende Keyword-Recherche.
Die gute Nachricht: Für das Erstellen Deiner ersten Seed-Keyword-Listen brauchst Du anfangs keine Tools. Seed-Keywords finden sich mithilfe ganz klassischer Techniken.
Brainstorming
Vielleicht kennst Du Dein Thema so gut, dass Du relevante Begriffe einfach aus Deiner Erfahrung ableiten kannst. Alternativ kannst Du Dich auch mit Kunden, Kollegen und Partnern zusammensetzen, um eine erste Liste von Schlüsselwörtern zu erstellen. Die folgenden Fragen können Dir beim Brainstorming helfen:
Zielgruppenanalyse: Wer sind die Hauptzielgruppen des eigenen Angebots? Welche Bedürfnisse haben sie? Wie suchen diese Zielgruppen nach Deinen Angeboten?
Kernthemen identifizieren und kategorisieren: Welche Hauptthemen ergeben sich aus den eigenen Produkten und Dienstleistungen? In welche Kategorien können diese Kernthemen eingeteilt werden?
Fragen und Antworten: Welche Fragen stellen die Zielgruppen im Zusammenhang mit den Kernthemen?
Mit diesen Fragen solltest Du bereits eine ansehnliche Liste von Keywords und Fragen erhalten. Sie dient als Basis für Deine Keyword-Recherche. Wenn Dir das noch nicht reicht, haben wir noch ein paar kreative Ideen für Dich:
Kundengespräche
Im Gespräch mit Deinen Kunden tauchen immer wieder Probleme auf, für die es Lösungen gibt. Mache Dir in solchen Situationen immer Notizen, denn daraus lassen sich leicht Inhalte wie FAQs und Anleitungen erstellen. Auch eine aktive Befragung kann wertvolle Informationen liefern.
E-Mail-Anfragen
Support- oder Verkaufsanfragen liefern ebenfalls viele Hinweise darauf, was die Besucher/Kunden suchen.
Konkurrenzanalyse
Vor allem Bewertungen und Rezensionen, sei es in Kommentaren, Foren, Newslettern oder in den sozialen Medien, sind Goldgruben für die kreative Keyword-Recherche. Also nicht nur auf den Seiten der Konkurrenz selbst suchen, sondern überall dort, wo Kunden und Interessenten über die Produkte und Dienstleistungen Deiner Mitbewerber sprechen, etwa in Foren, auf Facebook und Twitter etc. Auch unabhängig von der Konkurrenz können diese Plattformen eine interessante Recherchequelle sein.
Printmedien
Auch in fachlich passenden Printmedien finden sich Ideen für Keywords und Themen. Gehe einfach mal in eine gut sortierte Buchhandlung mit einer großen Auswahl an Fachzeitschriften und Magazinen. Das macht Spaß und liefert Dir Ideen, die Deine Mitbewerber nicht haben, weil sie oft nur online recherchieren.
Zum Schluss solltest Du eine umfangreiche Liste an Seed-Keywords haben, die als Basis für die Keyword-Recherche dienen.
Schritt 2: So findest Du relevante Keywords
Im nächsten Schritt geht es darum, relevante Suchbegriffe rund um Deine Seed-Keywords zu ermitteln. Dabei kann es sich beispielsweise um Variationen des Keywords, ähnliche oder verwandte Begriffe oder spezifischere Longtail-Keywords handeln.
Um den Ablauf im Folgenden exemplarisch darstellen zu können, denken wir uns ein Beispielprojekt aus. Nehmen wir an, wir starten mit einem neuen Onlineshop, in dem wir Kickertische zum Verkauf anbieten. Bei all der SEO-Arbeit tut es zwischendurch gut, sich mit den Kolleginnen und Kollegen im Büro ein wenig auszutoben, um mehr Energie für neue Ideen zu haben 🙂
Das Seed-Keyword lautet also „Kickertisch kaufen“. Nun gilt es, mithilfe des Keyword-Recherche-Tools herauszufinden, welche Varianten und Sub-Keywords es gibt und welches Potenzial diese im Einzelnen haben. Du kannst den Schritten gerne folgen und dabei Dein eigenes Seed-Keyword verwenden.
Ähnliche Keywords und Varianten finden
Gib als Erstes im Keyword-Recherche-Tool Dein Seed-Keyword ein und wähle als Analyse “Ähnliche Keywords”:
Nach einem Klick auf den Button “Keyword Recherche” zeigt Dir das Tool eine Liste an ähnlichen Keywords zu Deinem Seed-Keyword an:
Hier kannst Du nun alle Begriffe auswählen, die für Deine Website interessant sein könnten. Die Daten rechts neben jedem Keyword geben Dir wertvolle Informationen über das Potential der Keywords, die dahinter liegende Suchintention und darüber, wie schwierig es sein könnte, für einen Begriff zu ranken:
Suchvolumen: Das ist die geschätzte Anzahl der monatlichen Suchen. Der Begriff „tisch kicker kaufen“ beispielsweise wird im Durchschnitt 1.900 Mal im Monat gesucht. Je höher das Suchvolumen, desto mehr Traffic kannst Du potentiell über ein Keyword auf Deine Website ziehen. Begriffe mit hohem Suchvolumen sind jedoch meist auch stärker umkämpft, wodurch es schwieriger ist, ein gutes Ranking zu erzielen.
Suchintention: Hier erfährst Du, welche Suchabsicht hinter einem Keyword steht. Möchten Suchende etwas kaufen, Informationen zu einem Thema finden, sich über ein Produkt informieren oder einfach nur zu einer Website navigieren? Werden in den Suchergebnissen mehrere Intentionen bedient, findest Du hier entsprechend mehrere Einträge.
Wettbewerb: Hier siehst Du, ob der Wettbewerb für ein Keyword hoch, mittel oder niedrig ist. Laut Einschätzung des Keyword-Recherche-Tools ist die Wettbewerbssituation für den Begriff „tisch kicker kaufen“ hoch. Viele Websites wollen dafür auf die erste Seite.
CPC (cost per click): Das ist der ungefähre Preis für eine Werbeanzeige zu diesem Begriff bei Google Ads. So viel müsstest Du also bezahlen, wenn ein Nutzer in den Suchergebnissen auf Deine Werbeanzeige klickt. Je teurer ein Begriff ist, desto höher ist in der Regel auch die Konkurrenz.
Besonders wertvoll (aber auch selten) sind Begriffe mit hohem CPC und wenig Wettbewerb.
Solche Begriffe sind Low-Hanging-Fruits, für die es sich in der Regel lohnt, eine Seite zu erstellen. Das macht Sinn, denn Werbende sind ja anscheinend bereit, mehr für solche Begriffe zu bezahlen (höherer CPC) und wenn diese dann weniger Wettbewerb haben, dann ist es umso einfacher, dafür zu ranken. Daher sollten solche Fundstücke nachher in der Prioritätenliste weiter oben stehen. Das gleiche gilt für Begriffe mit hohem Suchvolumen und wenig Wettbewerb.
Weitere Keyword-Varianten liefert die Analyse unter „Ähnliche Suchanfragen“. Hierbei handelt es sich um Begriffe aus dem Abschnitt “Ähnliche Suchanfragen”, der am Ende einer Google Suchergebnisse angezeigt wird:
Diese ähnlichen Suchanfragen sind etwas allgemeiner und gut für weitere Inhaltsideen.
Tipp: Du kannst attraktive Keywords direkt aus dem Keyword Recherche Tool heraus zu Deinem Ranking Monitoring in Seobility hinzufügen:
Ich habe gleich noch weitere Keyword-Ideen selektiert und mit einem Klick auf „Ausgewählte Keywords anlegen“ meinem Projekt hinzugefügt.
Das hat den Vorteil, dass Seobility direkt die Positionen für diese Begriffe überwacht und Dir mitteilt, wie erfolgreich Deine SEO-Arbeit ist, genau auf Deine Keywordliste zugeschnitten.
Alternativ kannst Du die Funktion “CSV Export” nutzen, um die Keyword-Listen herunterzuladen und so später weiter analysieren und clustern zu können (mehr dazu in Schritt 3).
Eine weitere interessante Recherche-Quelle liefert der Tab “People also ask”. Dort findest Du häufige Fragen, die Suchmaschinen-Nutzer in Bezug auf das Keyword stellen.
Die letzte Frage: „Wie wird man besser im Kickern?“, erscheint besonders interessant für einen Contentbeitrag, der genau diese Frage ausführlich beantwortet.
All diese Analyse-Optionen erlauben uns ein schnelles Auffüllen von Keyword-Listen. Wenn Du sonst nichts anderes machst, dann liefert Dir dieser Schritt bereits eine Fülle an Optionen, für die Du im Anschluss optimieren kannst. Seed-Keyword eingeben und schon hast Du einen Startpunkt für die weiteren Schritte. Aber es gibt noch mehr.
Konkurrenzanalyse
Deine Mitbewerber ranken jetzt schon dort, wo Du auch ranken möchtest. Das bedeutet auch, dass sie über Informationen verfügen, die Dir noch fehlen. Zum Glück bietet das Keyword-Recherche-Tool hier einige Analysefunktionen, um diese Websites auf ihr Rankingverhalten hin zu untersuchen. Mit diesen Daten kannst Du Deine Keyword-Liste um wertvolle Begriffe erweitern.
Besonders interessant sind Keywords, für die Deine eigene Website noch nicht rankt, die Konkurrenz aber schon. Diese kannst Du mit der Funktion “Wettbewerbsanalyse” des Keyword Recherche Tools finden.
Trage dafür unter Vergleichsdomain (1) Deine (oder eine andere) Domain und anschließend bis zu zwei Mitbewerber als Domain A und B ein. Wähle dann als Analyse die Funktion Gap (2) aus. Siehe da: Die Domain, die für den Begriff „Kickertisch kaufen“ auf Platz 1 steht, rankt für den Begriff „kickersport“ im Vergleich zu den beiden Mitbewerbern noch nicht (3).
Die Funktion “Schnittmenge” ergibt im Vergleich dazu Begriffe, für die alle drei analysierten Domains ranken. Das ist besonders vorteilhaft, da Du die Top 3 Domains für einen Suchbegriff eingeben kannst, um eine Liste der wichtigsten Begriffe zu erhalten, für die alle 3 analysierten Mitbewerber in diesem Bereich ranken. Das ist immer dann sinnvoll, wenn Du mit Deiner Website im gleichen Bereich unterwegs bist, aber noch nicht regelmäßig in den Top 3 auftauchst.
So konnten wir in diesem Beispiel interessante ergänzende Keywords wie “kicker handschuhe” aufdecken.
Falls Dir die Daten aus der Gap-Analyse oder der Schnittmenge noch nicht reichen, dann erhältst Du noch mehr Daten über jeden einzelnen Konkurrenten über den Tab „URL/Domain“. Hier siehst Du im Detail, für welche Keywords ein bestimmter Wettbewerber in den organischen Suchergebnissen rankt.
Die Konkurrenzanalyse ist ein wertvoller Prozess bei der Keyword-Recherche, da Du Dir dabei abschauen kannst, was für Deine Konkurrenz bereits gut funktioniert.
Deine Analyse sollte sich immer auch darauf konzentrieren, herauszufinden, warum Deine Konkurrenten aktuell so gut ranken. Schau Dir die Top 3-5 mal genauer an. Kannst Du eine Strategie erkennen, vor allem, wenn Du die Marktführer (im Sinne der Rankings) miteinander vergleichst? Konzentrieren sich Deine Mitbewerber beispielsweise auf Longtail-Keywords, die spezifischer und einfacher zu besetzen sind?
Manchmal ist es aber auch ganz einfach: Wenn Du ein Keyword noch nicht bedienst, aber alle Deine Konkurrenten schon, dann gehört es vermutlich hoch in Deine Prioliste!
Profi-Tipp: So findest Du „Pain Point“-Keywords
Die Recherche von Keywords mithilfe von Tools kann sehr nützlich sein. Doch sie ersetzt nicht das tiefe Verständnis für die Bedürfnisse Deiner potenziellen Kunden.
Wie Ané Wiese – SEO Lead bei saas.group – erklärt:
Aus dem Englischen übersetzt: „Viele SEO-Experten konzentrieren sich bei der Keyword-Recherche für ihre Kunden hauptsächlich auf die Informationen, die auf der Unternehmenswebsite zu finden sind. Dadurch wird die Keyword-Recherche oft „produktzentriert“. Das ist natürlich gut, aber liefert kein vollständiges Bild. Um sicherzustellen, dass Du eine umfassendere Keyword-Liste erhältst, notiere die 5 größten Herausforderungen oder Probleme, denen die Kunden der Marke möglicherweise gegenüberstehen (im Zusammenhang mit dem Produkt).
Ein typisches Problem bei Keyword-Recherche-Tools ist beispielsweise die Herkunft der Keyword-Daten wie Suchvolumen. Viele SEO-Experten möchten Daten zum Suchvolumen, die direkt von Google stammen. Daher könnte ein Begriff wie „Keyword-Recherche-Tool Google Suchvolumen“ relevant sein.
Um die Herausforderungen zu identifizieren, denen Deine potenziellen Kunden gegenüberstehen, kannst Du Dein Kundenservice-Team befragen, ChatGPT nutzen oder in Foren und Gruppen wie Reddit, Quora und Facebook nachsehen.
Hast Du erst einmal Deine „Pain Point“-Keywords, kannst Du auch nach Keywords suchen, für die vielleicht noch keine Suchvolumendaten verfügbar sind. Das bedeutet nämlich nicht, dass diese Begriffe nicht gesucht werden. Um diese Keywords zu identifizieren, nutze die Autocomplete-Vorschläge in der Google-Suchleiste. Gib beispielsweise den Anfang des Suchbegriffs wie „Keyword-Recherche-Tools, die…“ oder „Keyword-Recherche-Tool für…“ ein und schau, welche Begriffe Google in seiner Suchleiste vorschlägt.
Das gibt Dir einen Hinweis darauf, welche beliebten Begriffe es in Bezug auf Dein Produkt gibt. Außerdem ist das eine sehr gute Möglichkeit, um Begriffe zu identifizieren, für die Du neue Seiten erstellen kannst, da diese Begriffe oft sehr spezifisch und beschreibend sind.“
Schritt 3: Analysiere und priorisiere Deine Keywords
Die Suche nach Keywords ist abgeschlossen. Mit großer Wahrscheinlichkeit liegt Dir jetzt eine oder mehrere lange Keyword-Listen vor. Nicht selten sind diese Tausende von Einträgen lang. Daher geht es im nächsten Schritt darum, die besten Keywords auszufiltern. Schließlich kann niemand für alle Themen gleichzeitig Inhalte erstellen.
Für die folgenden Beispiele habe ich das Thema “Trekkingräder” ausgewählt, da dieses deutlich mehr Ergebnisse liefert.
Angenommen Deine Website / Dein Onlineshop ist noch ganz neu. Die Site bietet eine Reihe von Trekkingrädern zum Kauf und Du möchtest nun Content rund um das Thema Trekkingrad produzieren, um Google zu zeigen, dass Dein Unternehmen Experte in der Branche ist.
Die Suche nach ähnlichen Keywords zum Seed-Keyword “Trekkingrad” liefert insgesamt 3.217 Varianten.
Die große Frage, die sich jetzt stellt: „Was tun mit all diesen Keywords?“
Wie oben bereits erwähnt, geht es nun darum, die besten Keywords für Deine Website zu finden, d.h. potentialreiche Keywords, bei denen Du gute Chancen hast, möglichst viel relevanten Traffic auf Deine Website zu ziehen.
Mit der Filter-Funktion des Keyword Recherche Tools kannst Du Deine Keyword-Liste nach Suchvolumen, Search Intent, CPC, Wettbewerb und Wortanzahl filtern:
Ultimative Flexibilität gibt Dir aber der CSV Export, den ich für das Beispiel verwende.
Nach dem Export als CSV-Datei steht Dir die volle Power der Tabellenkalkulationen zur Verfügung und Du kannst Deine Keyword-Liste nach Belieben Sortieren und Filtern.
Über die Priorität von Keywords
Gerade Anfänger stellen sich gerne die Frage, welche Filterkriterien wohl den größten Erfolg erzielen. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass es mehr Sinn ergibt, sich bei der Auswahl von Keywords/Themen auf die eigenen redaktionellen Fähigkeiten zu stützen. Denn die Priorität der eigenen Keywords ist sehr individuell und jeder Website-Betreiber verfolgt eigene Ziele. Sowohl für die gesamte Website als auch für einzelne Bereiche und Unterseiten. Deine Geschäftsziele, die zur Verfügung stehenden Ressourcen für Technik, Content & Links bestimmen maßgeblich, wie Du bei der Analyse vorgehen solltest.
Hier sind ein paar strategische Tipps aus der Erfahrung, die Dir bei Umsetzung als Richtschnur dienen können:
Falls das Suchvolumen hoch und das Keyword stark umkämpft ist, solltest Du es nur angehen, wenn Du die Ressourcen für den Content und auch für den Linkaufbau aufbringen kannst. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es Jahre dauert, bis man bei stark umkämpften Keywords („Hotel Berlin“, „Kreditvergleich“, „Billigflüge“, „Fahrrad kaufen“, „Kickertisch kaufen“) auf Seite 1 oder Platz 1 rankt – falls dies überhaupt gelingt.
Eine ganz neue Website oder eine Website, die noch nicht über eine ausreichende Domain-Popularität (viele gute Links von unterschiedlichen Domains) verfügt, wird anfangs nur für Suchbegriffe mit geringem Suchvolumen ranken. Erst im Laufe der Zeit kommen immer mehr Rankings für umkämpfte Keywords hinzu. Es lohnt sich also nicht, ein Keyword wie „Kickertisch kaufen“ direkt anfangs zu priorisieren. Stattdessen macht es Sinn, sich mit einer neuen Website zunächst an Longtail-Keywords mit niedrigerem Suchvolumen und wenig Konkurrenz zu probieren . Von dort aus kannst Du Dich nach und nach an schwierigere Keywords heranzutasten. (Natürlich macht es Sinn, für „Kickertisch kaufen“ zu optimieren, wenn Du tatsächlich seit kurzem Kickertische verkaufst, aber eher aus geschäftlichen als aus SEO-Gründen.)
Wie lange dauert es, für umkämpfte Begriffe zu ranken? Wer schon länger in der Suchmaschinenoptimierung tätig ist, weiß, dass die Zeit selbst einer der wichtigsten Rankingfaktoren ist bzw. sein kann. Wartezeiten von 18 bis 24 Monaten sind keine Seltenheit, bis die eigenen Seiten für umkämpfte Suchbegriffe ranken — vorausgesetzt man arbeitet wirklich fleißig und kontinuierlich an neuen Inhalten, Updates und Links.
Bei etablierten Sites mit einer gewissen Historie und einer im Vergleich zur Konkurrenz hohen Anzahl an Links kann es deutlich schneller gehen. Aber auch hier dauert es manchmal eine Weile, bis Google neue Themenbereiche gut rankt. Wenn also ein Onlineshop seit 10 Jahren Billardtische verkauft und neu Kickertische ins Sortiment aufnimmt, heißt das nicht automatisch, dass diese neuen Begriffe sofort gute Rankings erzielen. Man muss sich sozusagen die Anerkennung von Google für jedes neue Themenfeld neu verdienen.
Konzentriere Dich am Anfang auf Begriffe und Kombinationen, zu denen Deine Konkurrenz wenig guten Content anbietet. Das ist oft zielführender als auf Werte aus Keyword-Recherche-Tools zu achten. Gerade als Anfänger ist es wichtig, erste kleine Erfolge zu erzielen. Das motiviert und macht es wahrscheinlicher, dass Du am Ball bleibst.
Bevorzuge Suchbegriffe und Themen, die informativen Suchintentionen dienen. Suchbegriffe mit Kaufabsicht sind meist schwieriger zu besetzen.
Verwende nicht 100 % Deiner Ressourcen für „den einen“ Traumbegriff. Am Anfang gehen 90 % Deiner Ressourcen in die leichteren Begriffe und 10 % in die schweren. Mit der Zeit verschiebt sich dieses Verhältnis zugunsten der schwereren Keywords.
Versuche trotzdem immer wieder, entgegen der eben gegebenen Empfehlungen, auch für schwierigere Begriffe zu ranken. Manchmal hat man nämlich einfach Glück.
Keywords zu Themenclustern gruppieren
Bei der Keyword-Analyse geht es nicht nur darum, Deine Keywords zu priorisieren, sondern auch darum, diese in thematisch sinnvolle Bereiche zu gliedern – sogenannte „Themencluster“. Ein Cluster kann dann als Basis für einen oder mehrere Beiträge dienen. Idealerweise machst Du das händisch. Dank des Booms rund um die künstliche Intelligenz gibt es jedoch eine ganze Reihe an Tools, die Dir dabei helfen können – insbesondere wenn Du sehr lange Listen von Keywords clustern möchtest – wie z.B. ChatGPT.
Jetzt ist die Liste bereits deutlich übersichtlicher. Natürlich verlassen wir uns nicht zu 100 % auf die AI und gehen nochmals gründlich durch die Liste. Ergeben die Gruppierungen alle Sinn?
Da ich primär auf der Suche nach guten redaktionellen Themen bin, habe ich eine Handvoll interessanter Cluster herausgesucht:
Das Clustering vereinfacht die Themenfindung enorm. Nach ca. 10 Minuten habe ich die Liste auf diese Cluster reduziert und diese möglichen Artikelthemen erhalten:
City- oder Trekkingrad: Was ist das richtige Bike für mich?
Mountain- oder Trekkingbike: Was macht mehr Sinn?
So baust Du ein Mountainbike zu einem Trekkingrad um.
Treckingrad vs. Gravelbike: Unterschiede in der Anwendung
Treckingrad mit Pinion-Getriebe: Hochpräzise Autotechnik fürs Fahrrad
Das ergibt eine überschaubare Zahl von fünf Themen, für die die neue Website jetzt versuchen kann, ein Ranking auf der ersten Seite zu erzielen.
Schritt 4: Entwickle einen Contentplan
Nach der Analyse und Priorisierung Deiner Keyword-Listen verfügst Du über Keyword-Cluster, die als Basis für Deine Inhalte dienen. Diese Inhalte sollen für die Begriffe aus dem Cluster ranken. Jetzt geht es also daran, eine Contentplan zu erstellen.
Ein Contentplan ist nichts anderes als eine Liste, in der Du festhältst, welche Themen in welcher Reihenfolge als Nächstes für Deine Website erstellt werden. Das Thema Contentplan verdient sicher einen eigenen Beitrag. Daher schicken wir Dich mit einer Handvoll kurzer Tipps in die Contentproduktion:
Jedes Cluster-Keyword kannst Du wiederum als Seed-Keyword für den jeweiligen geplanten Beitrag betrachten und eine weitere Keyword-Recherche durchführen, um so an die jeweiligen Unterthemen zu kommen, die im Artikel eingebracht werden sollten.
Es reicht nicht, die Keywords aus der Recherche einfach in einem Beitrag zu verwenden. Wichtiger ist, dass Du Dir zu jedem Thema die SERPs genau anschaust und vor der Contentproduktion erst mal eine tiefergehende Analyse der Suchintention durchführst, die auf der Kategorisierung durch das Keyword Recherche Tool aufbaut. Eine ausführliche Anleitung hierfür findest Du im Artikel „Optimierung für Suchintention: So funktioniert’s“ hier im Blog.
Die Analyse der Suchintention gibt Dir einen guten Überblick darüber, welche Punkte Dein neuer Beitrag berücksichtigen sollte und in welches Format Du den Beitrag am besten packst.
Wir haben mit Shannon Kelly Ash – Content Marketing Lead bei saas.group – gesprochen und sie betonte ebenfalls, wie wichtig es ist, bei der Keyword-Recherche und Content-Planung auf die Suchintention zu achten:
Aus dem Englischen übersetzt: „Wenn Du Deine Keyword-Cluster planst, berücksichtige immer das Ziel / die Absicht hinter jedem Keyword. Cluster können Dir helfen, Themenideen zu entwickeln, aber ohne das Verständnis für die Customer Journey wird Dein Inhalt nicht für den jeweiligen Kontext relevant sein. Wenn möglich, nutze dies auch als Chance, um Long-Tail-Keywords mit geringem Suchvolumen einzubinden.
Wenn Du beispielsweise Sofas bei Ikea verkaufen würdest, könnte ein einfaches Cluster so aussehen: „Sofa“ → beste Sofas, bequemes Sofa, günstiges Sofa, Sofa fürs Wohnzimmer, blaues Ikea Sofa, Sofas im Angebot in Berlin, haustiergeeignetes Sofa.
Wenn Du jedoch einen Schritt weitergehst und Long-Tail-Keywords entsprechend der verschiedenen Suchintentionen verwendest, könntest Du folgendes Themencluster erarbeiten:
● Wie wählt man ein haustiergeeignetes Sofa aus (informational)
● bestes haustiergeeignetes Sofa in Berlin für kleine Wohnungen (kommerziell und ortsbasiert)
● haustiergeeignetes Sofa für kleine Wohnungen online kaufen (transaktional).“
Auf diese Weise kannst Du Deinen Inhalt an der Customer Journey ausrichten und sicherstellen, dass Du für jede Phase der Journey relevanten Content (oder transaktionale Seiten) bereitstellst.
Wünschst Du Dir mehr Informationen zur Erarbeitung eines Contentplans? Dann schreib gerne in die Kommentare.
Weitere Tools für die Keyword-Recherche
Es gibt zahlreiche Tools für die Keyword-Recherche. Jedes hat seine eigene Datenbank und eventuell etwas andere Features. Hier ein paar weitere Tipps, die Dir bei der Themenfindung Ideen liefern.
Google Trends
Google-Trends kategorisiert Suchanfragen in Zeiträume und Gebiete/Regionen. Mit diesen Informationen kannst Du Dir ein umfassendes Bild der saisonalen Popularität von bestimmten Keywords und der regionalen Verteilung der Anfragen machen.
Am wichtigsten ist dabei wohl die Erkenntnis, wie sich das Suchvolumen im Laufe der Zeit verändert. Im Screenshot sieht man für den Begriff „Kickertisch“ wunderbar, dass es als „Luxusprodukt“ stark saisonal ist, also rund um „die Feiertage“ deutlich mehr Traffic zu erwarten ist. Trafficspitzen sind vor Weihnachten Ende November/Anfang Dezember (1).
Das Tool zeigt dabei auch weitere Informationen zu Suchanfragen an wie z.B. “Ähnliche Suchanfragen” (2). Diese kannst Du mit einem Klick herunterladen und dann selbst auswerten:
Hier habe ich die heruntergeladene Datei relatedQueries.csv in eine Google Sheet importiert. Maxstore, Hudora, Ulrich und Co. sind vielgesuchte Marken. Außerdem: Kickerleute suchen gerne auch nach Dartscheiben und Tischtennisplatten. Macht Sinn!
Eine Verwendung von Google Trends lohnt sich fast immer, da sich in der Trends-Datenbank oft Keywords finden, die man anderweitig nur schwer findet.
Google Keyword-Planer
Der Keyword-Planer ist ein Klassiker bei der Keyword-Recherche, ist es doch das zentrale Tool für Google-Werbeanzeigen. Daher lohnt es sich, das Tool mit in Deine Analyse einzubauen.
ChatGPT
Der AI-Chatbot darf heutzutage nicht fehlen. Er (oder sie?) ist erfreulich hilfreich bei der Keyword-Recherche, gibt allerdings selbst zu bedenken, dass GPT kein spezialisiertes Keyword-Tool ist. Die ausgegebenen Daten können nicht aktuell oder akkurat sein, da GPT ja keinen Zugriff auf Googles Datenbank hat.
Als KI-Textmodell kann ich keine echte Keyword-Recherche wie spezialisierte SEO-Tools durchführen. Ich kann jedoch einige relevante Keywords und Suchphrasen vorschlagen, die mit dem Thema “Kickertisch kaufen” in Verbindung stehen. Hier ist eine Liste von Keywords, die potenziell für deine Recherche nützlich sein könnten:
Kickertisch kaufen
Tischkicker kaufen
Foosball Tisch
Kickertisch für Zuhause
Tischfußball kaufen
Kickertisch Test
Tischkicker Vergleich
Kickertisch Marken
Kickertisch Zubehör
Profi Kickertisch
Günstiger Kickertisch
Kickertisch Größen
Outdoor Kickertisch
Mini Kickertisch
Kickertisch Materialien
Kickertisch Aufbau
Kickertisch Pflege
Tischkicker Tipps
Kickertisch Ersatzteile
Kickertisch gebraucht kaufen
Diese Keywords können dir helfen, dein Thema besser zu verstehen und gezieltere Inhalte zu erstellen. Bitte beachte, dass die tatsächliche Suchvolumina und Wettbewerbsstärke dieser Keywords von spezialisierten SEO-Tools ermittelt werden sollten, um die besten Ergebnisse bei der Optimierung deiner Webseite oder deines Online-Shops zu erzielen.
Interessant ist, dass GPT ein paar neue Keyword-Ideen ins Spiel bringt. Die Ergebnisse beschränken sich jedoch auf wenige Keywords und lassen keinen tiefen Einblick in eine Themenwelt zu, wie es ein spezialisiertes Tool liefert.
Erstaunlich: Auch wenn GPT behauptet, dass es keinen Zugriff auf CPC-Daten hat, kann man trotzdem Daten erhalten, wenn man nach ihnen fragt:
Als KI-Textmodell habe ich keinen direkten Zugriff auf aktuelle CPC-Daten (Cost-per-Click). Allerdings kannst du diese Informationen mithilfe von Keyword-Tools wie Google Ads Keyword Planner erhalten. Trotzdem möchte ich dir hier ein Beispiel für eine Tabelle mit den zuvor genannten Keywords und hypothetischen CPC-Werten zeigen:
Keyword
Hypothetischer CPC (€)
Kickertisch kaufen
1,20
Tischkicker kaufen
1,15
Foosball Tisch
0,90
Kickertisch für Zuhause
1,05
Tischfußball kaufen
1,10
Kickertisch Test
0,80
Tischkicker Vergleich
0,85
Kickertisch Marken
0,75
Kickertisch Zubehör
0,70
Profi Kickertisch
1,00
Günstiger Kickertisch
1,30
Kickertisch Größen
0,65
Outdoor Kickertisch
0,95
Mini Kickertisch
0,60
Kickertisch Materialien
0,55
Kickertisch Aufbau
0,50
Kickertisch Pflege
0,45
Tischkicker Tipps
0,40
Kickertisch Ersatzteile
0,35
Kickertisch gebraucht kaufen
1,25
Bitte beachte, dass die CPC-Werte in dieser Tabelle hypothetisch sind und nicht auf aktuellen Daten basieren. Für aktuelle und genaue CPC-Werte solltest du auf spezialisierte SEO-Tools zurückgreifen.
Wie Du siehst, ist sich GPT nicht zu schade, einfach zu raten. Du kannst ja mal auswerten, wie nah GPT an den von Google ausgegebenen Werten ist.
Fazit
Wer das erste mal eine Keyword-Recherche durchführt, um daraus einen Contentplan zu erstellen, der muss sich ein wenig so fühlen wie Aschenputtel, die ja bekanntlich Expertin beim Sortieren von Linsen, Erbsen und Bohnen war.
Auch wenn Du anfangs vielleicht das Gefühl hast, dass der Prozess der Keyword-Recherche sehr komplex und aufwändig ist. In Wahrheit ist es gar nicht so schlimm — auch Dank neuer Tools. Wenn Du den Prozess ein oder zweimal durchläufst, geht es schneller und schneller. Der Spaß kommt dann mit den Rankings und die erreichst Du am ehesten, wenn Du die Keyword-Recherche als Inspirationsquelle nutzt und Dich so gut wie möglich auf die Inhalte und deren Erstellung konzentrierst. Vergiss nicht, Dich immer an der Suchintention zu orientieren, dann ist der Erfolg sicher schnell herbeigeführt 🙂
Die Core Web Vitals sind Messwerte, mit denen Google die Qualität der User Experience (UX) bzw. Nutzererfahrung einer Website realitätsnah bewertet. Wie der Name „Core” Web Vitals verrät, erachtet Google diese Messwerte als entscheidend dafür.
Außerdem hat Google explizit betont, dass sie einen direkten Einfluss auf Deine Suchmaschinen-Rankings haben.
Ob dies wirklich so ist, wird unter SEOs hitzig diskutiert. Viele können nach Verbesserung der Core Web Vitals nur sehr geringfügige direkte Auswirkungen auf das Ranking feststellen.
Soll das also heißen, dass Du diese Messwerte einfach ignorieren kannst?
Ganz im Gegenteil! Wie wir an späterer Stelle erklären werden, solltest Du die Optimierung Deiner Core Web Vitals und die allgemeine User Experience Deiner Website auf keinen Fall vernachlässigen.
In diesem Guide erklären wir Dir alles, was Du über Core Web Vitals wissen musst, einschließlich:
wofür sie genau stehen
welchen Einfluss sie auf Deine Google Rankings haben
wie Google sie misst
wo Du die Core Web Vitals Deiner Website prüfen kannst
wie Du häufige Probleme für alle drei Core Web Vitals findest und löst
Über das Inhaltsverzeichnis kannst Du direkt zu den einzelnen Themen springen.
Lass uns damit beginnen, was Core Web Vitals genau sind und welchen Einfluss sie auf Deinen Suchmaschinen Traffic haben.
Was sind Core Web Vitals?
Google möchte Websites belohnen, die ihren Nutzern eine gute User Experience (UX) bieten.
Doch dabei gibt es ein Problem: User Experience ist schwer zu messen.
Zwar geben Statistiken wie Bounce Rate oder Verweildauer Hinweise, doch beide Kennzahlen können manipuliert werden. Des Weiteren gibt es ja nach Zweck einer einzelnen Seite oder Website große Unterschiede.
Hier kommen die „Web Vitals“ ins Spiel.
Sie bestehen aus mehreren Statistiken und Signalen, von denen Google mit Sicherheit weiß, dass sie sich positiv (oder negativ) auf die User Experience auswirken, und die vom Algorithmus gemessen (oder beobachtet) werden können.
Googles Web Vitals konzentrieren sich auf Ladezeit und Layout-Stabilität, sowie darauf, wie schnell eine Seite auf eine Aktion eines Nutzers reagiert.
Warum Google genau diese Werte ausgewählt hat? Weil sie objektiv sind:
Eine schnelle Website ist für Nutzer immer besser als eine langsame.
Eine Website, die schnell auf User-Interaktionen reagiert, führt bei Nutzern nicht zu Frustration.
Ein stabiles Layout verhindert unabsichtliche Klicks.
Macht soweit Sinn, oder?
Indem Du die User Experience Deiner Website verbesserst, erhöhst Du Deinen organischen Traffic.
Aber aufgepasst… nicht alle „Web Vitals“ gehören zu den „Core Web Vitals“.
Sehen wir uns das genauer an.
So beeinflussen die Core Web Vitals zusammen mit anderen Speed- und UX-Faktoren Deine Google Rankings
Damit es nicht zu unübersichtlich wird, halte ich die Unterscheidung ganz einfach: Die Core Web Vitals (CWV) sind eine Untergruppe der Web Vitals. Mit der Zeit wird Google die CWV um zusätzliche Kennzahlen erweitern, doch im Moment gibt es nur drei.
Beachte: Die Kennzahlen sind komplex und nicht so einfach in nur einem Absatz zu erklären. Darum keine Sorge, falls Du die Begriffe noch nicht kennst. Wir gehen später im Detail auf alle drei ein.
1. Largest Contentful Paint (LCP)
Dieser Begriff bezeichnet die Dauer, bis das größte sichtbare „Above the fold“-Element auf einer Seite vollständig geladen ist. Um Googles Core Web Vitals Test zu bestehen, muss das Largest Contentful Paint-Element einer Seite innerhalb von 2,5 Sekunden komplett geladen sein.
2. First Input Delay (FID)
Dieser Begriff bezeichnet die Dauer zwischen der ersten Aktion, die ein Nutzer auf einer Seite durchführt (z.B. der Klick auf einen Button oder in ein Suchfeld, oder das Öffnen eines Menüs) und der Antwort der Website. Um Googles Core Web Vitals Test zu bestehen, darf der First Input Delay einen Wert von 100 Millisekunden nicht überschreiten.
FID gehört seit der Einführung zu den CWV. Ab dem 12. März 2024soll FID jedoch von einem anderen Messwert namens „Interaction to Next Paint” (INP) abgelöst werden.
Neu: Interaction to Next Paint (INP)
Interaction to Next Paint misst die Reaktionsdauer einer Seite auf alle Interaktionen eines Users. Es geht also darum, wie schnell und zuverlässig eine Seite generell auf Interaktionen, zum Beispiel durch Klicks oder Tastatur, reagieren kann. Dabei beschreibt der Wert die Zeitspanne, die (fast) alle Interaktionen unterschritten haben (d.h. die höchste Gesamt-Interaktionszeit, Ausreißer ausgenommen). Ein guter INP liegt laut Google bei 200 ms oder weniger. Alles über 500 ms gilt als schlecht.
Der Wert INP soll ab dem 12. März 2024 FID ersetzen, da letzterer nur die erste Interaktion betrachtet, während INP einen vollständigen Überblick über alle Interaktionen auf einer Seite bietet.
3. Cumulative Layout Shift (CLS)
Dieser Begriff bezieht sich auf die visuelle Stabilität einer Seite. Alle Elemente, die sich während der Ladephase verschieben, erhöhen den CLS-Wert einer Seite. Um Googles Core Web Vitals Test zu bestehen, muss eine Seite einen Cumulative Layout Shift-Wert unter 0,1 erzielen.
Neben den „Core“ Kennzahlen gibt es noch weitere Web Vitals:
Verzichtet sie auf störende Interstitial-Werbung (zum Beispiel lästige Pop-up-Anzeigen)?
Diese Punkte gehören laut Google zwar nicht konkret zu den Core Web Vitals, doch wir würden sie trotzdem dazu zählen, da sie gemeinsam Googles “Page Experience” Rankingfaktor bilden.
Das bedeutet, dass Deine Website eine gute Nutzererfahrung bieten muss, wenn Du im Ranking weit oben stehen möchtest.
Page Experience und (Core) Web Vitals – Die gesamte Infografik
Warum die Nutzerfreundlichkeit (“Page Experience”) Deiner Website aus SEO-Sicht unerlässlich ist
Die Core Web Vitals beeinflussen laut Google direkt Deine Rankings.
Allerdings scheint der Einfluss nicht ganz so schwerwiegend zu sein, wie ursprünglich angekündigt. Einige Mitarbeiter von Google haben sogar offiziell zugegeben, dass die Metriken keinen riesigen Einfluss haben.
Wie wir oben bereits erwähnt haben, bedeutet das aber nicht, dass Du sie einfach ignorieren kannst. Hier einige Gründe dafür, warum Du die Core Web Vitals Deiner Website dennoch unbedingt optimieren solltest:
1. Core Web Vitals beeinflussen den Erfolg Deiner Website indirekt
Google hat mitgeteilt, dass Core Web Vitals direkten Einfluss auf das Ranking haben. Viele SEOs berichten allerdings eher von gemischten Ergebnissen. Manche Korrelationsstudien scheinen ebenfalls anzudeuten, dass sie nicht so bedeutend sind wie anfangs angenommen.
Allerdings ist deren indirekte Wirkung auf den Website-Erfolg wahrscheinlich deutlich stärker als die direkte.
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Nutzer eine Seite verlässt, erhöht sich laut Recherche von Google beispielsweise um 32 %, wenn sich die Seitenladezeit von 1 Sekunde auf 3 Sekunden verlängert.
Die Ladezeit scheint laut einer Studie von Portent aus dem Jahr 2019 auch einen gravierenden Einfluss auf die Conversion Rate zu haben. Die Studie zeigte, dass Websites mit einer Ladezeit von einer Sekunde eine dreimal so hohe Conversion Rate hatten wie Websites, die in 5 Sekunden laden. Im Bereich E-Commerce war die Differenz 2,5-fach.
Da es bei der Suchmaschinenoptimierung letztendlich darum geht, Leads, Sales, Registrierungen oder andere Messwerte, die wichtig fürs Geschäft sind, zu erhöhen, sollte man die Ladezeit daher auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen.
2. Page Experience spielt eine Rolle beim Erstellen hilfreicher Inhalte
Im April 2023 hat Google seinem Leitfaden zum Erstellen hilfreicher Inhalte einen Abschnitt über die Nutzerfreundlichkeit (für die Core Web Vitals eine wichtige Rolle spielen) hinzugefügt.
Hier heißt es wie folgt:
„Die Haupt-Rankingsysteme von Google belohnen Inhalte, die eine gute Nutzerfreundlichkeit von Seiten bieten. Website-Inhaber, die mit unseren Systemen erfolgreich sein möchten, sollten sich nicht auf nur einen oder zwei Aspekte der Nutzerfreundlichkeit von Seiten konzentrieren. Prüfe stattdessen, ob du in vielen Aspekten insgesamt eine hohe Nutzerfreundlichkeit von Seiten erzielst.”
In den vergangenen Jahren hat es mehrere sog. “Helpful Content Updates” gegeben, was deutlich macht, dass dies für Google ein wichtiges Thema ist. Umso wichtiger ist es, diesen Aspekt immer im Blick zu behalten.
Und wer will schließlich keine Website, die den Usern nützlichen Content liefert?
3. Page Experience ist ein Ranking-Signal für Googles Top Stories in der mobilen Ansicht
Für viele Suchanfragen, die sich auf aktuelle News beziehen, zeigt Google einen sogenannten „Top Stories“ Abschnitt oberhalb der Suchergebnisse.
Damit belegen diese den besten Platz in den Suchergebnissen.
In der Vergangenheit musste Deine Website AMP verwenden, um für Googles „Top Stories“ in der mobilen Ansicht infrage zu kommen. Doch seit Juni 2021 hat sich dies geändert und Page Experience ist nun ein Ranking-Faktor für dieses Feature.
„Wenn wir das Update zum Ranking im Zusammenhang mit der Nutzerfreundlichkeit von Seiten einführen, wird es auch neue Kriterien für das Schlagzeilenkarussell geben. In Zukunft soll es auf Mobilgeräten nicht nur für AMP-Seiten, sondern für alle Seiten zugänglich sein. Die Nutzerfreundlichkeit von Seiten wird dann einer von vielen Faktoren für das Ranking im Schlagzeilenkarussell sein. Alle Seiten müssen weiterhin den Google News-Inhaltsrichtlinien entsprechen.“
Falls Deine Website den Core Web Vitals Test nicht besteht, verpasst Du damit die Chance auf ziemlich viel Traffic. Das gilt besonders für umkämpfte Branchen.
Nun weißt Du, wie wichtig es ist, Deine Core Web Vitals zu optimieren. Im nächsten Schritt sehen wir uns an, wie Google sie überhaupt misst.
Wie misst Google die Core Web Vitals?
Wenn Du Deine Website mit Googles PageSpeed Insights Tool prüfst, siehst Du, dass der Bericht in zwei Abschnitte aufgeteilt ist. Google unterscheidet hier zwischen „Labdaten“ und „Felddaten“.
Wenn Deine Website ausreichend Besucher hat, findest Du die Felddaten im ersten Abschnitt unter „So sieht die Leistung auf der Nutzerseite aus”. Die Labdaten sind für alle Websites verfügbar und sind unter „Leistungsprobleme diagnostizieren” zu finden.
Der Unterschied zwischen den beiden? Laut Google basieren Labdaten
auf einem simulierten Seitenaufbau auf einem einzelnen Gerät und unter festgelegten Netzwerkbedingungen.
Mit anderen Worten: Diese Daten basieren nicht auf tatsächlichen Nutzerinteraktionen mit Deiner Website.
The Chrome User Experience Report is powered by real user measurement of key user experience metrics across the public web, aggregated from users who have opted-in to syncing their browsing history, have not set up a Sync passphrase, and have usage statistic reporting enabled.
Laut Google basiert dieser Bericht also auf dem Verhalten von echten Benutzern auf öffentlich zugänglichen Websites, gemessen anhand der wichtigsten User-Experience-Kennzahlen. Diese Daten werden mithilfe von Usern gesammelt, die ihr Einverständnis zum Synchronisieren ihres Browserverlaufs gegeben, kein Synchronisierungspasswort festgelegt und Berichte zu Nutzungsdaten aktiviert haben.
Kurz gesagt sammelt Google Millionen von Daten von Chrome Nutzern auf der ganzen Welt. Zu diesen Daten gehören unter anderem auch die drei Core Web Vitals.
Die Felddaten, die Dir angezeigt werden, basieren also auf tatsächlichen Besuchen Deiner Website.
Beachte: Weiter unten gehen wir auf zusätzliche Tools ein, mit denen Du die Core Web Vitals Deiner Website prüfen kannst. Zuerst wollen wir die drei Core Web Vitals jedoch im Detail betrachten.
Warum Du alle drei Core Web Vitals optimieren solltest
Nachdem wir jetzt wissen, woher die Daten kommen, nehmen wir die drei Core Web Vitals einmal genauer unter die Lupe.
Zur Erinnerung, es geht um diese drei Messwerte:
First Input Delay (FID) – wird bald durch Interaction to Next Paint (INP) ersetzt
Largest Contentful Paint (LCP)
Cumulative Layout Shift (CLS)
Google stuft die drei Core Web Vitals jeweils in drei Kategorien ein: „Good“ (gut), „Needs Improvement“ (verbesserungswürdig) und „Poor“ (schlecht).
Viele der Faktoren, die Largest Contentful Paint beeinflussen, haben auch auf First Input Delay und zum Teil sogar auf Cumulative Shift Auswirkungen.
Normalerweise ist LCP der erste Baustein der Core Web Vitals (Ladevorgang > Interaktivität > Visuelle Stabilität), doch wir befassen uns zuerst mit First Input Delay und Interaction to Next Paint. Der Grund dafür ist ein gängiges Problem beim Ladevorgang, das in der Regel den größten Effekt auf diese Messwerte hat.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass alle drei Core Web Vitals in Verbindung zueinander stehen. Optimiert man LCP, hat das zum Beispiel oft auch positive Auswirkungen auf FID und CLS.
Und um Googles Core Web Vitals Test zu bestehen, müssen alle drei Messwerte im grünen Bereich sein.
Lass uns also den ersten Teil der Core Web Vitals betrachten.
First Input Delay (FID)
Bei First Input Delay geht es um die Reaktionszeit Deiner Seite. Genauer gesagt gibt er die Dauer an, bis Deine Seite auf die erste „Aktion“ eines Nutzers reagiert.
Was zählt bei der Messung von FID als Aktion?
Klicken oder Tippen auf einen Button
Klicken eines Links
Öffnen eines Menüs
Klicken auf ein Formularfeld
Was zählt nicht?
Fortlaufende Aktionen wie Scrollen oder Zoomen.
Ganz oben auf der Seobility Startseite (in der mobilen Ansicht) siehst Du zwei Elemente, die Nutzer mit großer Wahrscheinlichkeit zuerst anklicken:
Ein Hamburger-Menü-Icon (mobiles Menü)
Einen Button zur kostenlosen Registrierung
Beide befinden sich gut sichtbar „above the fold“. Und wenn wir bei der Conversion-Optimierung alles richtig gemacht haben, sollte der darauffolgende Button zum kostenlosen Testen eines der ersten Elemente sein, das Nutzer anklicken.
Sehen wir uns als Nächstes also die Performance unserer Startseite an. FID und die anderen Core Web Vitals können mit mehreren Tools geprüft werden. Wir verwenden für den Moment jedoch Googles PageSpeed Insights.
Hier können wir sehen, dass der First Input Delay für unsere Startseite in den letzten 28 Tagen im Durchschnitt bei 14 ms lag.
Ist das nun gut oder schlecht? Googles Obergrenze für einen guten FID-Wert sind 100 Millisekunden:
“To provide a good user experience, pages should have a FID of less than 100 milliseconds.”
Das bedeutet, dass Seiten, die erst nach mehr als 100 Millisekunden auf eine Aktion reagieren, laut Google optimierungsbedürftig sind.
Unser Ergebnis ist also ziemlich gut. Es dauert weniger als eine Fünfzigstel Sekunde, bis unsere Website auf die erste Aktion eines Nutzers reagiert. Für menschliche Nutzer fühlt es sich damit an, als reagiere die Website unmittelbar.
Anmerkung: Du fragst Dich, warum Google einen Wert von 100 Millisekunden festgelegt hat? Dieser gilt schon lange als Grenzwert für Zeitspannen, die sich für Nutzer noch als unmittelbar anfühlen. Reaktionszeiten darunter können wir gar nicht wahrnehmen.
Welche Gründe gibt es für First Input Delay Probleme?
Ein Browser liest den Code einer Seite von oben nach unten. Trifft er auf ein externes Skript, insbesondere JavaScript, muss er:
Das Laden anderer Elemente vorübergehend pausieren
Nutzerinteraktionen vorübergehend deaktivieren, bis er die Datei heruntergeladen und verarbeitet hat
Der Grund dafür ist, dass ein externes Skript unter Umständen das Verhalten einzelner Elemente auf der Hauptseite verändern kann.
Du kannst Dir darunter nichts vorstellen? Hier ist ein Beispiel, das Dir mit Sicherheit bekannt vorkommt:
Viele Bildergalerien verwenden JavaScript, um eine Popup Lightbox zu öffnen, wenn ein Nutzer eines der Bilder anklickt.
Das funktioniert jedoch erst, nachdem die JavaScript-Datei, die die Lightbox bereitstellt, vom Browser heruntergeladen und verarbeitet wurde.
Klicken Nutzer vorher auf das Element, gelangen sie lediglich zur Bild-URL. JavaScript verändert also, wie sich der Link verhält, indem es den Nutzer nicht mehr auf eine neue Seite führt, sondern stattdessen eine Lightbox öffnet.
Stößt ein Browser auf eine externe JS Datei, denkt er daher: „Am besten prüfe ich erstmal, ob diese JavaScript Datei die Funktionalität der Seite ändert, ehe ich weiter mache. Alles andere stoppen!“
Dieses Verhalten nennt sich „Render-Blocking“, denn die JavaScript-Datei blockiert das Rendering.
Falls die FID-Werte Deiner Website nicht im grünen Bereich sind, ist dieser Vorgang mit großer Wahrscheinlichkeit der Grund dafür.
So vermeidest Du, dass JavaScript Deine Seite blockiert
Die gute Nachricht ist, dass Du das Render-Blocking durch JavaScript-Dateien auf Deiner Seite relativ leicht verhindern kannst.
Dafür musst Du nur eines der folgenden zwei Attribute in Deinen Script-Tags integrieren:
„Defer“
„async“
Welches davon Du verwenden solltest, hängt von der Art des Skripts ab.
Option 1: Ladevorgang einer JavaScript-Datei mit dem Defer-Attribut aufschieben
Ideal für: Skripte, die die Funktionalität Deiner Seite verändern, oder die in einer bestimmten Reihenfolge geladen werden müssen.
<script src="yourscript.js" defer></script>
Das Defer-Attribut gibt dem Browser die Anweisung, nicht zu warten, bis das Skript geladen ist und die Seite währenddessen zu „blockieren“, sondern es einfach im Hintergrund zu laden, während der Rest der Seite gerendert wird.
Warum die Reihenfolge dabei wichtig ist? Weil Skripte mit dem Defer-Attribut in der Reihenfolge ausgeführt werden, in der sie im HTML-Code einer Seite erscheinen.
Verwendest Du zum Beispiel eine Custom jQuery Funktion, dann solltest Du sicherstellen, dass die jQuery Bibliothek vor Deinem Custom Skript geladen ist:
Ansonsten kann das Skript nicht ausgeführt werden!
Option 2: JavaScript asynchron laden
Ideal für: Externe Skripte, die die Funktionalität Deiner Seite nicht beeinflussen und demnach nicht in einer bestimmten Reihenfolge geladen werden müssen.
<script src="externalscript.js" async></script>
Ähnlich wie mit dem Defer-Attribut werden die Skripte im Hintergrund geladen, während der Rest der Seite gerendert wird.
Unterschiedlich ist hier jedoch, dass Skripte mit dem Async-Attribut in keiner bestimmten Reihenfolge ausgeführt werden, sondern bereits, sobald das jeweilige Skript geladen ist.
Analytics und Ads-Skripte sowie Tracking Pixel können in der Regel problemlos asynchron geladen werden, da sie weder auf andere Bibliotheken zugreifen müssen, noch die Funktionalität Deiner Seite im Allgemeinen beeinflussen.
Weitere Informationen zum Async- und Defer-Attribut findest Du hier.
So findest und korrigierst Du Skripte, die das Rendering blockieren
In Googles PageSpeed Insights erhältst Du einen ersten Überblick über alle Skripte, die im Moment Deine Seite blockieren.
Um dies zu veranschaulichen haben wir eine einfache Testseite erstellt, die drei Skripte aufruft, welche das Rendering blockieren (darunter ein lokales und zwei externe Skripte).
Prüfen wir die Seite nun in PageSpeed Insights, sehen wir, dass die Skripte das Laden der eigentlichen Seite 1,13 Sekunden lang verhindern.
PageSpeed Insights > Empfehlungen > Ressourcen beseitigen, die das Rendering blockieren
Nun fügen wir für das lokale Skript das Defer-Attribut und für die externen Skripte das Async-Attribut hinzu.
Vorsicht beim Verschieben von Skripten, die die UX beeinflussen
Bei den Core Web Vitals geht es hauptsächlich darum, die User Experience zu verbessern. Darum sollten wir keine Änderungen vornehmen, die sich negativ darauf auswirken können.
Erinnerst Du Dich an unseren großen Button für die kostenlose Registrierung?
Nehmen wir mal an, dass ein Klick darauf ein Pop-Up-Fenster öffnet, anstatt den Nutzer zur nächsten Seite zu bringen.
Zudem wissen wir bereits, dass Nutzer den Button oft als erste Aktion auf unserer Startseite anklicken.
Was passiert aber, wenn wir die Ausführung der JavaScript-Datei, die das Pop-Up aufruft, verschieben?
In diesem Fall klicken Nutzer den Button vielleicht schon, ehe das Skript geladen ist, woraufhin gar nichts geschieht. Für Besucher der Website ist das eine frustrierende Erfahrung.
Gibt es dafür eine andere Lösung?
Wichtige JavaScripts beim Laden priorisieren
Das Laden dieses Skripts sollte hier Vorrang haben, auch wenn es das Rendering für einige Millisekunden blockiert.
Warum wir uns so entscheiden? Weil das Skript hier grundlegend wichtig für den „above the fold“ Inhalt ist.
Im Idealfall implementieren wir das Pop-Up-Skript direkt im HTML-Code der Seite und sparen dem Browser so ein wenig Zeit, da er keine externe JavaScript-Datei herunterladen muss.
Ist das nicht möglich, dann sollten wir das Skript in eine separate Datei auslagern und sofort laden.
Zusammengefasst kann man also sagen: Ist ein Skript für die Funktionalität Deines „above the fold“ Contents unverzichtbar, dann solltest Du Dir das Aufschieben dieses Skripts sehr gut überlegen.
Für alle Skripte, die nicht essentiell sind, gilt hingegen: Mit „Defer“ und „Async“ ist das Problem schnell behoben.
Interaction to Next Paint (INP)
Interaction to Next Paint (INP) ist ein Messwert, der die allgemeine Reaktionszeit einer Seite misst und ab dem 12. März 2024 First Input Delay ersetzen soll.
INP misst die Reaktionszeit (qualifizierter) Nutzerinteraktionen, während ein User auf einer Seite ist. Der Wert zeigt die längste Interaktion an und ignoriert dabei oft die Ausreißer.
Das bedeutet, dass INP sich auf alle Interaktionen konzentriert, während FID auf die erste Interaktion beschränkt ist. Dadurch ist INP eine verlässlicherer Wert für die allgemeine Reaktionszeit.
Welche Vorgänge fließen in INP ein?
Maus-Klicks
Tippen über einen Touchscreen
Drücken einer Taste auf der Tastatur (mechanisch oder auf dem Bildschirm)
Welche nicht?
Kontinuierliche Vorgänge wie Scrollen oder Zoomen fließen nicht in den INP-Wert ein.
Im Hinblick auf Seitenelemente spielt für den INP-Wert alles, was klickbar ist, (unter anderem CTAs, Hamburger-, Akkordeon- und Dropdown-Menüs) eine Rolle.
Auf unserer Homepage gibt es beispielsweise einige mögliche Interaktionen, die den INP beeinflussen können.
Und das sogar, bevor man weiter nach unten gescrollt hat!
Jeder Klick auf eines dieser Elemente kann den INP-Wert beeinflussen. Allerdings sind hier die üblichen Verdächtigen höchstwahrscheinlich das Dropdown-Menü in unserer Hauptnavigation und der „Brauchst Du Hilfe?”-Button rechts unten, über den sich ein Popup mit unseren Kontaktdaten öffnet.
Bevor wir allerdings tiefer in dieses Thema eintauchen, sollten wir einen Blick auf den Wert werfen, den uns PageSpeed Insights anzeigt.
Wie du siehst, hat unsere Homepage einen durchschnittlichen INP-Wert von 140 ms. Das gilt als guter Wert, obwohl er nicht weit weg von der 200ms-Marke liegt, bei der Google Verbesserungen empfiehlt.
„To ensure you’re delivering user experiences with good responsiveness, a good threshold to measure is the 75th percentile of page loads recorded in the field, segmented across mobile and desktop devices:
An INP below or at 200 milliseconds means that your page has good responsiveness.
An INP above 200 milliseconds and below or at 500 milliseconds means that your page’s responsiveness needs improvement.
An INP above 500 milliseconds means that your page has poor responsiveness.”
[„Um sicherzustellen, dass Du eine User Experience mit guter Reaktionszeit lieferst, ist ein guter Schwellenwert das 75. Perzentil der Seitenladevorgänge, die im Feld aufgezeichnet wurden, segmentiert nach mobilen und Desktop-Geräten:
Bei einem INP bei oder unter 200 Millisekunden hat Deine Seite eine gute Reaktionszeit.
Bei einem INP über 200 Millisekunden und bei oder unter 500 Millisekunden solltest Du die Reaktionszeit Deiner Seite verbessern.
Bei einem INP über 500 Millisekunden hat Deine Seite eine schlechte Reaktionszeit.”]
Unser Wert ist also ganz anständig, obwohl wir ihn wahrscheinlich im Blick behalten sollten.
Tipp: Der INP-Wert kann nicht in Form von Labdaten gemessen werden, weshalb Du ihn ausschließlich unter den Felddaten findest. Wenn Du in den PageSpeed Insights keine Felddaten für Deine Website hast, rät Google dazu, den Wert “Total Blocking Time (TBT)” heranzuziehen, da dieser in engem Zusammenhang mit INP steht.
Die Total Blocking Time bezeichnet den Zeitraum, für den lange Ladezeiten (über 50 ms) die Seite davon abhalten, auf Eingaben des Users zu reagieren. Der Wert sollte idealerweise unter 200 ms liegen.
Du findest Deine TBT in den Labdaten der PageSpeed Insights.
Wie Du über die TBT Ursachen für INP-Probleme finden kannst
Die PageSpeed Insights bieten Dir eine ganze Reihe an Möglichkeiten oder Diagnosen, über die Du die Ursachen potenzieller INP-Probleme herausfinden kannst. Wir bereits erwähnt, wird der INP-Wert nicht in den Labdaten angezeigt, weshalb Google zur Nutzung des TBT rät. Dieser steht in engem Zusammenhang mit Interaction to Next Paint.
Über dem Abschnitt „Empfehlungen” im PageSpeed Insights-Report kannst Du im Bereich „Prüfungen anzeigen, die für folgende Messwerte relevant sind” den TBT-Wert auswählen:
Nach dem Anklicken werden Dir die wichtigsten Empfehlungen und Diagnosen für Deine Website angezeigt, um diesen Messwert zu verbessern.
Diese Faktoren beeinträchtigen Deine INP-Zeit wahrscheinlich am stärksten. Deshalb ist es immer gut, sich damit auseinanderzusetzen.
Man sollte allerdings nicht vergessen, dass TBT und INP zwar stark korrelieren, aber trotzdem nicht identisch sind. In manchen Fällen können auch andere Probleme mit Deiner Website hinter einem schlechten INP-Wert stecken. Deshalb solltest Du bei der Optimierung Deiner Website-Performance immer einen ganzheitlichen Blick einnehmen.
Die drei Interaktionsphasen
Um zu verstehen, was hinter einem schlechten INP-Wert stecken kann, sollte man die drei Phasen einer Interaktion kennen.
Bei diesen handelt es sich um:
Input Delay
Input Delay bezeichnet die Zeit zwischen dem Interaktionsbeginn auf einer Seite (z.B. das Anklicken eines Buttons) und dem Start eines Event Callbacks. Event Callbacks sind Funktionen, die nach einem bestimmten Vorgang ausgeführt werden. Wenn eine Seite zum Beispiel einen Button hat, der ein Popup öffnet, sagt das Stück Code dem Browser, dass er nach Klicken des Buttons das Popup anzeigen soll. Dies bezeichnet man als Callback-Funktion.
Input Delay bezeichnet also die Verzögerung zwischen einem Vorgang wie einem Mausklick und dem Beginn des Ausführens der dazugehörigen Funktion.
Verarbeitungszeit
Die Verarbeitungszeit ist die Zeit, die benötigt wird, bis ein Event Callback abgeschlossen ist. Es ist also die Zeit zwischen Beginn und Ende der Funktion. In unserem oberen Beispiel mit dem Popup kann es sein, dass dieser Zeitraum nur Millisekunden umfasst. Allerdings können ressourcenintensive Prozesse oder Mängel beim Programmieren sehr viel längere Verarbeitungszeiten zur Folge haben.
Anzeigeverzögerung
Die Verzögerung bei der Anzeige ist die Zeit, die der Browser benötigt, um Änderungen auf dem Benutzerbildschirm nach Abschluss der Verarbeitung anzuzeigen.
Die Gesamtdauer dieser drei Phasen fließt in den INP-Wert ein. Nach Anpassung der Ausreißer zählt schließlich der längste Zeitraum.
Wenn also die meisten Deiner interaktiven Seitenelemente blitzschnell sind, kann Dein Wert trotzdem schlecht sein, wenn es ein Problem mit einem einzigen Element gibt und dieses regelmäßig von Usern genutzt wird.
Wie auch bei FID sind hohe INP-Werte oftmals das Resultat von JavaScript-Problemen, insbesondere von Render-Blocking.
Die für FID vorgeschlagenen Optimierungen sind daher auch für die Behebung von INP Problemen essentiell.
INP misst allerdings alle Interaktionen auf Deiner Seite und nicht nur die erste. Und zusätzlich misst INP die Verarbeitungszeit jedes Event Callbacks sowie die Verzögerungen beim Anzeigen von Veränderungen auf dem Benutzerbildschirm, während FID nur auf den Input Delay (also die 1. Phase der Interaktion) beschränkt ist.
Zwei weitere Maßnahmen, die Du also in Betracht ziehen solltest, ist die Optimierung von Event Callbacks und die Minimierung von Verzögerungen bei der Anzeige. Mit manchen Tipps aus dem FID-Abschnitt kannst Du auch Deine Verarbeitungszeiten optimieren, aber sie werden überwiegend den Input Delay-Wert verbessern.
Tipps zur Verbesserung der Verarbeitungszeit und Minimierung von Anzeigeverzögerungen
Du kannst ein paar relativ simple Maßnahmen ergreifen, um Deine Verarbeitungszeit und Anzeigeverzögerung zu verkürzen. Und das Gute daran ist, dass diese Maßnahmen auch andere PageSpeed-Messwerte verbessern können.
Ohne zu technisch zu werden und mit Fachbegriffen um uns zu werfen, haben wir hier ein paar simple Tipps für Dich:
Entferne unnötige Inhalte/Features/Plugins
Unnötige Inhalte, Bilder, Styles und Animation sowie aktive, aber nicht benötigte Plug-ins können die Verzögerung bei der Anzeige und Deine allgemeinen Ladezeiten in die Höhe schießen lassen. Hierdurch werden Deiner Seite mehr Elemente als nötig hinzugefügt, was sie umfangreicher macht. Dadurch brauchen die Seite oder Veränderungen darauf mehr Zeit, um zu laden. Generell gilt: Je weniger Elemente Deine Seite hat und je kleiner Deine Seite ist, desto schneller können Veränderungen angezeigt werden.
Es kann also von großem Nutzen sein, unnötige Elemente, Animationen, Bilder oder andere Inhalte von Deiner Seite zu entfernen, sofern diese keine große Rolle für das Design oder die Optimierung Deiner Website spielen.
Man muss immer abwägen und Kompromisse eingehen. Wahrscheinlich ist es keine allzu gute Idee, alle Features Deines gewählten Themes zu entfernen oder zu deaktivieren oder Plugins zu löschen, die Deine Seite möglicherweise braucht. Die meisten WordPress-Websites haben allerdings zumindest ein paar Elemente und Features, die die Website unnötigerweise langsamer machen.
Nutze wo möglich Lazy Loading und Pagination (unter Berücksichtigung der UX)
Lazy Loading heißt, dass nicht alles sofort geladen wird, sondern nur bestimmte Inhalte, wenn diese auch wirklich vom User gebraucht werden. Das verringert den initialen Ladeaufwand und Seiten können schneller angezeigt werden.
Dieses Verfahren wird häufig beim Laden von Bildern angewandt, da die Dateigröße im Vergleich zum Code recht groß ist.
Lazy Loading lässt sich bei den meisten CMS ziemlich einfach implementieren. Such Dir ganz einfach ein seriöses Lazy-Loading-Plugin und nach ein paar simplen Konfigurationen kannst Du Deine Bilder über das Lazy-Loading-Verfahren laden.
Tipp: Wenn Du unsicher bist, wende Lazy Loading nur auf Inhalte an, die nicht relevant für Deine SEO-Strategie sind. Lass zum Beispiel die Finger von Texten auf Deiner Homepage, da ansonsten Crawling und Indexierung durch Suchmaschinen beeinträchtigt werden können.
Mithilfe von Wasserfalldiagrammen, wie z.B. in GTMetrics, kannst Du feststellen, welche Ressourcen den größten Ladeaufwand verursachen und prüfen, ob hier Lazy-Loading Sinn machen könnte.
Minimiere JavaScript-Dateien
Generell gehört das Minimieren von JavaScript zu den Best Practices und kann mit den meisten Page-Speed-/Caching-Plugins in WordPress mit einem Mausklick erledigt werden. So werden die Dateien schlanker, was dazu führen kann, dass diese im Vergleich zu JavaScript-Dateien, die nicht verkleinert sind, (ein bisschen) schneller verarbeitet werden können.
Es ist eher selten, dass solche Plugins Schaden auf Deiner Website anrichten. Wenn das aber der Fall ist, kannst Du ein anderes Plugin ausprobieren, oder herausfinden, welches Script Probleme bei der Verkleinerung auslöst, und es ausschließen.
Verwende Brotli- oder GZIP-Komprimierung
Die Komprimierung Deiner Seiten kann ebenfalls dazu beitragen, die Ausführungszeiten von Javascript und die Seitengeschwindigkeit im Allgemeinen zu verbessern. Mit (den meisten) Page Speed Plugins oder durch ein paar manuelle Änderungen kann man das relativ einfach umsetzen. Hier findest Du eine kurze Anleitung zur Brotli-Komprimierung für WordPress und hier eine zur GZIP-Komprimierung.
Verwende leichtgewichtige und gut-optimierte Themes und Plugins
Auch wenn Dir das bei aktuellen INP-Problemen nicht weiterhelfen wird, solltest Du diesen Punkt beachten, wenn Du ein neues Plugin installierst oder ein anderes Theme auswählst.
Wähle bekannte Themes und Plugins mit guten Bewertungen. Prüfe, wenn möglich, welchen Einfluss die Nutzung auf den PageSpeed haben kann. Dafür kannst Du vor Aktivierung eines Plug-ins oder Änderung eines Themes einen PageSpeed Insights Test machen. So weißt Du, ob es Auswirkungen auf die Performance Deiner Seite geben kann, bevor Du die Änderungen vornimmst.
Durch die bewusste Wahl eines leichtgewichtigen Plug-ins und Themes mit gut optimiertem JavaScript-Code sorgst Du dafür, dass Deine Website schnell läuft und reagiert.
Als Nächstes sehen wir uns den zweiten Messwert der Core Web Vitals an: Largest Contentful Paint.
Die gute Nachricht ist, dass diese Kennzahl einfacher zu verstehen ist. Largest Contentful Paint misst, wie lange es dauert, bis das größte “above the fold” Element komplett gerendert ist.
Zu den Elementen, die unter LCP fallen können, gehören:
Bilder
Videos
Container mit Hintergrundbildern
Textelemente, wie Überschriften, Absätze etc.
Als LCP wird jeweils das Element betrachtet, das above the fold den meisten Platz einnimmt.
In unserem SEO Audit Guide beispielsweise ist die Überschrift das LCP Element…
… während in unserem Meta Description Guide das Beitragsbild mehr Platz einnimmt, da die Überschrift kürzer ausfällt.
Keine Sorge, Du musst hier nicht selbst mit dem Lineal nachmessen.
Im Gegensatz zu FID erscheint Largest Contentful Paint sowohl in den Feld- als auch in den Labdaten.
Gib einfach eine Seite in Googles PageSpeed Insights ein und Dir wird angezeigt, welches das Largest Contentful Paint-Element ist.
PageSpeed Insights > Diagnose > Largest Contentful Paint-Element
Die Messung der LCP-Dauer beginnt mit dem Zeitpunkt, an dem ein Nutzer Deine URL eingibt, und endet, sobald das LCP-Element komplett geladen ist.
Sehen wir uns das einmal für unseren Meta Description Blogartikel an.
Das sieht nicht gut aus! Mit einem Wert von 8,1 Sekunden für Largest Contentful Paint fällt diese Seite ganz klar in den roten Bereich.
Hier kannst Du sehen, wie Google Seiten einstuft:
Ein LCP-Wert unter 2,5 Sekunden gilt als gut
Ein LCP-Wert zwischen 2,5 und 4 Sekunden fällt unter verbesserungswürdig
Ein LCP-Wert über 4 Sekunden ist schlecht
Doch diese Auswertung allein ist noch kein Grund zur Sorge…
Vielleicht hast Du bereits bemerkt, dass es sich hier um Labdaten handelt? Wie schon erwähnt, wird LCP jedoch auch basierend auf realen Nutzerdaten angegeben.
Wie also sehen die LCP-Felddaten aus?
Dieser Wert ist um einiges besser. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten wir den LCP-Wert aber optimieren.
So verbesserst Du den Largest Contentful Paint
Wie können wir also den LCP-Wert verbessern? Die Antwort darauf kannst Du vielleicht schon erraten: Ein wichtiger Schritt ist die Optimierung Deiner Seitenladegeschwindigkeit. In unserem Leitfaden zur Page Speed Optimierung findest Du alles, was Du dazu wissen musst.
In diesem Abschnitt über die Verbesserung Deines LCP-Wertes möchten wir Dir stattdessen zeigen, wie Du langsame Seiten mit Seobility findest, und uns einige Faktoren ansehen, die Deinen LCP-Wert beeinflussen.
Langsame Seiten mit Seobility finden
Seobility misst für jede Seite Deiner Website die Server-Antwortzeit, welche ein wichtiger Teil der gesamten Ladedauer ist.
Dabei bewerten wir:
eine Antwortzeit unter 0,5 Sekunden als gut,
eine Antwortzeit zwischen 0,5 und 1 Sekunde als optimierungsbedürftig,
und eine Antwortzeit über 1 Sekunde als langsam.
Natürlich gilt zudem: Je schneller, desto besser!
Um langsame Seiten auf Deiner Website ausfindig zu machen, benötigst Du einen Seobility Account. Du hast Dich noch nicht registriert? Dann empfehlen wir Dir, unseren Premium Account 14 Tage kostenlos zu testen. Damit kannst Du bis zu 25.000 Seiten crawlen.
Der nächste Schritt ist, ein neues Projekt anzulegen und das Crawling zu starten. Klicke dazu einfach auf den Button „Projekt anlegen“ im Dashboard. Gib anschließend die URL ein, mit der Du beginnen möchtest, lege einen Projektnamen fest und klicke auf „Projekt anlegen und Crawling beginnen“.
Seobility > Dashboard > Neues Projekt
Der Seobility Crawler macht sich nun auf Deiner Website an die Arbeit. Das Ergebnis zur Antwortzeit findest Du im „Technik & Meta“ Bereich unter „Onpage“, in der Analyse „Verteilung der Antwortzeiten“.
Seobility > Dashboard > Onpage > Technik & Meta > Verteilung der Antwortzeiten
Im obigen Beispiel sehen wir, dass 6 Seiten als langsam und 16 als mittelmäßig eingestuft werden. Mit einem Klick auf die Zahl gelangen wir zu einer Auflistung der langsamen Seiten, sowie:
ihrer Antwortzeit, und
dem Verhältnis ihrer Antwortzeit zum Durchschnitt der Website
In unserem Fall sind die gefundenen Seiten etwa 5-10-mal langsamer als der Durchschnitt aller Seiten der Website. Wir sollten sie uns darum genauer ansehen und die Ursache für das schlechte Ergebnis finden.
Zwei Tipps für die Optimierung des Largest Contentful Paint
Bei der Optimierung des Largest Contentful Paint haben wir den großen Vorteil, dass wir genau wissen, welches das LCP-Element ist. Somit können wir uns darauf konzentrieren, den Ladevorgang für dieses einzelne Element zu optimieren.
Genau genommen könnten wir das Largest Contentful Paint Element sogar austauschen. Ist das LCP-Element zum Beispiel das Beitragsbild, dann könnten wir die Größe der Überschrift anpassen. Sobald der Textblock mehr Platz einnimmt, wird er das neue LCP-Element.
Grundsätzlich gilt jedoch, dass wir neben solchen Tricks und “Hacks” hauptsächlich daran arbeiten sollten, dass alles, was sich „above the fold“ befindet, so schnell wie möglich geladen wird.
Hier sind zwei Tipps:
1. Binde „Critical Path“ CSS direkt im HTML-Dokument ein + lade nicht essenzielle CSS asynchron
Wie JavaScript blockiert auch CSS grundsätzlich das Rendering.
Verlinkst Du also regulär im Head-Element zu einer CSS-Datei, dann muss ein Browser die Stylesheets erst herunterladen und verarbeiten, ehe er Inhalte anzeigen kann.
Dieser Vorgang beeinflusst natürlich den FCP-Wert, doch zum Glück kannst Du dieses Problem einfach umgehen.
Dazu müssen wir den Ladevorgang folgendermaßen aufteilen:
Lade die Stylesheets, die für das Rendering des „above the fold“ Inhalts wichtig sind, als Inline CSS.
Lade die restlichen Stylesheets asynchron und vermeide damit, dass das Rendering blockiert wird.
Als Erstes müssen wir bestimmen, welche CSS-Regeln wir für den above the fold Inhalt benötigen. Praktischerweise gibt es ein Tool, das uns diese Arbeit abnimmt.
Gehe auf https://www.sitelocity.com/critical-path-css-generator
Gib die URL ein, für die Du Critical Path CSS erstellen willst
Klicke auf „Generate Critical Path CSS“
Kopiere den CSS Inhalt des Kastens
Füge das Critical Path CSS dann im HTML Head-Element Deiner Seite ein. Nun werden alle CSS-Regeln sofort geladen, die benötigt werden, um den „above the fold“ Inhalt anzuzeigen.
Anschließend musst Du den Link zum CSS-Stylesheet durch folgenden Code ersetzen:
Cumulative Layout Shift misst die Layout-Stabilität einer Webseite. Jedes Mal, wenn sich ein Element auf einer Seite unbeabsichtigt (also nicht durch eine Aktion des Nutzers bedingt) bewegt, erhöht dies den CLS-Wert.
Layout Shifts können für Nutzer äußerst frustrierend sein.
Der folgende Mitschnitt zeigt die Startseite einer schottischen Zeitung während eines 5-sekündigen Ladevorgangs.
Dir ist sicher nicht entgangen, wie die Navigation nach oben und unten springt, während die Werbeanzeigen geladen werden.
Diese Einzelbilder des Ladevorgangs zeigen deutlich, wie sich das Layout immer wieder verändert, ehe wir eine stabile Version zu sehen bekommen.
Im letzten Bild nimmt eine Werbeanzeige die Position ein, an der zu Anfang die Navigation zu sehen war. Was also passiert, wenn Nutzer die Navigation anklicken, während sich das Layout noch verschiebt? Genau, mit großer Wahrscheinlichkeit klicken sie stattdessen auf die Anzeige und gelangen zu einer anderen Seite!
Dieses Beispiel macht deutlich, wie ärgerlich Layout Shifts für Nutzer sind. Aus diesem Grund will Google, dass Du sie weitestgehend vermeidest.
Die genaue Berechnung des CLS-Werts einer Seite ist kompliziert und für Dich nicht unbedingt relevant, weswegen wir das Thema an dieser Stelle nicht näher behandeln. Falls Du trotzdem mehr darüber wissen möchtest, findest Du hier alle Details.
Uns reicht im Moment zu wissen, dass wir einen CLS-Wert unter 0,1 erzielen wollen.
Wo siehst Du den CLS-Wert Deiner Seite?
Cumulative Layout Shift kann sowohl in der Theorie wie auch basierend auf echten Nutzerdaten gemessen werden und erscheint daher in den Lab- und Felddaten, wenn Du eine Seite in den PageSpeed Insights prüfst.
Welche Ursachen haben Layout Shifts? (Und wie korrigiert man sie?)
Für Layout Shifts gibt es unterschiedliche Gründe. Auf die wichtigsten davon gehen wir weiter unten ein.
Die gute Nachricht ist, dass Dir Google genau anzeigt, welche Seitenelemente zum CLS-Wert beitragen.
Wenn Du Deine Seite in den PageSpeed Insights prüfst, findest Du dort unter Diagnose einen Abschnitt namens „Umfangreiche Layoutverschiebungen vermeiden“.
Für die Seobility Startseite listet Google drei Elemente mit Optimierungsbedarf auf:
Unser CLS ist sehr niedrig, aber das ist nicht immer der Fall. Zu den häufigsten Gründen für einen hohen CLS gehören:
Dynamisch eingefügte Inhalte wie Werbung oder iframes
Animationen
Laden von Web-Fonts
Banner, Cookie-Benachrichtigungen und Popups
Bilder ohne width/height Attribute
Es kann quasi alles sein, was zur Folge hat, dass sich das Layout bewegt, nachdem es erstmals angezeigt wurde. Wir werden uns ein paar davon im folgenden Abschnitt etwas genauer ansehen.
1. Stelle sicher, dass Texte während des Webfont-Ladevorgangs sichtbar bleiben
Zahlreiche Websites einschließlich unserer verwenden individuelle Schriften. Google bietet zum Beispiel eine große Auswahl an Schriften, mit denen Websites nicht nur ansprechender gestaltet werden können, sondern auch die Lesbarkeit verbessert werden kann.
Das Problem dabei: Diese speziellen Schriften müssen erst heruntergeladen werden, ehe ein Browser sie anzeigen kann.
Bis dieser Vorgang abgeschlossen ist:
sehen Nutzer keinen Text
weiß der Browser nicht, wie viel Platz die Textelemente einnehmen werden, was beim Laden zu Layout Shifts führen kann.
Mit der CSS-Funktion font-display können wir diese Probleme minimieren, indem wir einfach eine Systemschrift verwenden, bis die individuelle Schrift der Seite geladen ist.
Falls Du diese Lösung noch nicht verwendest, wird sie Dir unter „Diagnose“ in den PageSpeed Insights angezeigt.
Du verwendest eine der Google Fonts? Dann ist die Lösung ganz einfach. Setze einfach den Zusatz „&display=swap“ ans Ende der Google Font Stylesheet URL.
Inzwischen fügt Google diesen Zusatz sogar automatisch hinzu, wenn Du den Code zum Einbetten einer Schrift aus der Google Bibliothek kopierst.
2. Lass Platz für Werbeanzeigen im Layout
Individuelle Schriftarten sorgen in der Regel immer für kleine Layout-Verschiebungen, die Nutzern jedoch meistens nicht weiter auffallen. Anders sieht es hingegen mit Werbeanzeigen aus, die das Layout Deiner Seite ziemlich durcheinander bringen können, wie das Beispiel der News-Website zu Beginn dieses Abschnitts zeigt.
Diesem Problem kannst Du vorbeugen:
falls Du weißt, welche Größe die Anzeigen haben, die Dein Werbenetzwerk ausspielt, und
Du sie manuell bestimmten Bereichen zuweist.
Mit den automatischen Anzeigen von Googles AdSense klappt dies leider nicht, da die Automatisierung speziell dazu da ist, Anzeigen an unterschiedlichen Stellen zu testen und den Umsatz so zu maximieren. Das bedeutet, dass Du nie genau weißt, wo die Anzeigen erscheinen, wenn Nutzer Deine Seite aufrufen.*
Lass uns trotzdem für den Moment davon ausgehen, dass Du die Größe und Position der Anzeigen kennst.
In diesem Fall kannst Du Layout-Verschiebungen vorbeugen, indem Du einfach eine minimale Höhe und Breite für Deinen Ad Container festlegst. Die Werte hängen dabei von den Größen der Anzeigen ab, die Du ausspielst.
*Du kennst eine Lösung für das Problem mit den automatisierten Werbeanzeigen? Wir würden uns freuen, wenn Du sie in den Kommentaren mit uns teilst!
3. Stelle sicher, dass alle Bilder ein “width” und “height” Attribut haben
Die meisten Websites haben ein responsives Layout, in dem Bilder automatisch für die Bildschirmgröße eines jeden Nutzers angepasst werden. Mit dem srcset-Attribut können Browser Bilder in unterschiedlichen Größen, zum Beispiel in einer kleinen, mittleren und großen Version passend zum Bildschirm anzeigen.
Trotzdem ist es wichtig, die “width” (Breite) und “height” (Höhe) eines Bildes im Tag festzulegen.
Warum diese Information nicht fehlen darf? Weil der Browser ohne die Attribute den Platz, den er für das Bild reservieren muss, erst berechnen kann, sobald das Bild komplett geladen ist. Und das führt wiederum zu Layout-Verschiebungen.
Darum solltest Du immer Größenattribute für Deine Bilder festlegen, besonders für Elemente above the fold wie zum Beispiel das Logo Deiner Website.
Wie (und wo) Du die Core Web Vitals Deiner Website prüfen kannst
Doch es gibt noch viele andere Tools, mit denen Du die Core Web Vitals Deiner Website oder einzelner Seiten prüfen kannst:
Sehen wir uns die verschiedenen Tools einmal kurz an.
1. Google Search Console
Google berichtet über Probleme mit den Core Web Vitals Deiner Website inzwischen in der Google Search Console (GSC).
Du findest den Bericht links unter „Core Web Vitals“ im Abschnitt „Nutzerfreundlichkeit“.
Sehen wir uns das einmal im Detail an.
Wenn Du auf „Bericht öffnen“ klickst, siehst Du alle Probleme.
Klicke auf eines der Probleme und Du siehst Beispielseiten, die davon betroffen sind
Google gruppiert hier Seiten mit ähnlichen Problemen und zeigt Dir die Gesamtzahl unter “Ähnliche URLs” an. Für weitere Details müssen wir also auf eine der Beispielseiten klicken.
Die weiteren URLs siehst Du rechts in der Seitenleiste.
2. Web Vitals Chrome Erweiterung
Wie vorher schon erwähnt, kannst Du den First Input Delay auch manuell prüfen. Bedenke dabei, dass dieser Test jedoch von Deinem eigenen Computer und Netzwerk (sowie Deiner ganz persönlichen Reaktionszeit) abhängt, und damit nicht so verlässlich ist wie die gesammelten Felddaten.
Wenn Du den Test dennoch durchführen willst, gehst Du dabei folgendermaßen vor.
Sobald die Installation abgeschlossen ist, kannst Du mit einem Klick auf die Erweiterung die Core Web Vitals für jede beliebige Seite sehen.
Während Du das Ganze ausprobierst, solltest Du für „Display HUD overlay“ in den Einstellungen ein Häkchen setzen. Damit werden Dir für jede Seite automatisch CWV-Werte angezeigt, ohne dass Du erst auf die Erweiterung klicken musst.
Hier siehst Du, was die Erweiterung für die Google Startseite anzeigt.
Nicht schlecht, Google! Die Suchmaschine hat natürlich ein ideales Ergebnis.
3. Google Lighthouse (Chrome Dev Tools)
Mit Google Lighthouse in den Chrome Dev Tools kannst Du Labdaten für Largest Contentful Paint und Cumulative Layout Shift sehen.
Klicke F12 auf Deiner Tastatur während Du Googles Chrome Browser verwendest und wähle den Lighthouse Tab aus, um zu den Chrome Dev Tools zu gelangen.
4. Google PageSpeed Insights
Nochmal zur Erinnerung – mit Googles PageSpeed Insights erhältst Du:
Labdaten zu LCP und CLS, aber nicht FID
Felddaten zu allen drei Core Web Vitals (falls ausreichend Daten zur Verfügung stehen)
Damit hast Du einen umfassenden Bericht, weswegen wir PageSpeed Insights für die Beispiele in diesem Guide verwenden.
5. Chrome User Experience Report
Technisch Begabte können CWV-Daten auch direkt in der Chrome User Experience Report API einsehen.
Jetzt bist Du ideal auf die Optimierung Deiner Core Web Vitals vorbereitet
Damit bist Du am Ende unseres Core Web Vitals Guides angelangt.
Auch wenn der direkte Einfluss aufs Ranking unter SEO-Profis immer noch hitzig diskutiert wird, sind sie zweifelsohne ein wichtiger Messwert, den man in die Optimierung einbeziehen sollte.
Google hat die Bedeutung der Nutzerfreundlichkeit bisher vehement vorangetrieben, daher werden Websites mit schlechter Page Experience wahrscheinlich einen Abfall an Suchmaschinen-Traffic verzeichnen.
Im Umkehrschluss bedeutet das für Seiten mit ausgezeichneter User Experience voraussichtlich einen spürbaren Boost.
Wir wissen, dass dieses Thema ziemlich komplex ist. Hinterlasse uns darum gerne einen Kommentar mit Deinen Fragen zu den Core Web Vitals und wir beantworten sie so schnell wie möglich.
Viel Erfolg beim Optimieren Deiner Core Web Vitals!
Kleineren Unternehmen fällt es oft schwer, eine wirksame Content-Marketing-Strategie zu entwickeln.
Die Gründe dafür können vielfältig sein. In der Regel hängen die dabei auftretenden Schwierigkeiten aber mit folgenden Faktoren zusammen:
Mangel an eigener Erfahrung oder Fachwissen
Begrenzte zeitliche, finanzielle und sonstige Ressourcen
Wettbewerber, die aktiver oder schon länger am Markt sind
Vielleicht befolgst Du bereits alle Best Practices und eiferst den Spitzenreitern in Deiner Branche nach. Und dennoch kann es sein, dass Du dabei viel Geld in Content steckst, der Dir kaum ROI einbringt.
In diesem Artikel zeigen wir Dir deshalb eine Auswahl an effektiven Content-Marketing-Strategien für kleine Unternehmen.
Außerdem erklären wir Dir, wie Du mit Hilfe von SEO-Tools die besten Ideen für Inhalte findest und wie Du eine kostengünstige Content-Marketing-Strategie entwickelst.
Im Allgemeinen gelten für Kleinunternehmen im Content Marketing dieselben Regeln wie auch für größere Unternehmen.
Der gravierende Unterschied liegt darin, dass Du weniger Spielraum für Fehler und weniger Zeit zur Verfügung hast, um Inhalte zu schaffen, die sich für Dein Unternehmen positiv auszahlen. Größere Unternehmen können ihr Geld in jede beliebige Strategie pumpen und darauf hoffen, dass einiges davon funktioniert. Kleinere Unternehmen müssen bedachter vorgehen und das Beste aus jeder Minute ihrer Zeit, jeder Ressource und jedem Investment herausholen.
Der Schlüssel zur Entwicklung einer erfolgreichen Content Marketing-Strategie liegt in der Planung: Plane Dein Vorgehen gründlich, bevor Du auch nur einen Cent für die Erstellung von Inhalten ausgibst. Und in der Planungsphase solltest Du Dich keineswegs bloß auf Dein Bauchgefühl verlassen, sondern Deine Strategie auf belastbare Fakten stützen.
Bei der Erstellung Deines Content-Marketing-Plans musst Du zuallererst Dein Zielpublikum identifizieren. Skizziere detaillierte Kundenprofile der Menschen, die Du mit Deinen Inhalten ansprechen willst. Dazu gehören ihre Interessen, Probleme, Motivationen, demografische Daten und alles andere, was in diesem Zusammenhang wichtig sein könnte.
Dabei können Dir diese simplen Fragen helfen:
Wer ist Dein Zielpublikum? Du solltest ein grundsätzliches Verständnis der demografischen Zusammensetzung Deiner Zielgruppe haben. Dieses erhältst Du in der Regel im Laufe der Zeit durch die Geschäftsdaten, die Du sammelst.
Welche Art von Content teilen diese Nutzer am häufigsten? Diese Informationen erhältst Du durch Beobachtungen auf Social Media oder mit Hilfe von Social-Media-Analysetools.
Welche Gemeinsamkeiten lassen sich im Hinblick auf Demografie / Standort / Motivation / Ziele erkennen? Aus welchen Städten kommen beispielsweise Deine aktivsten User? Mit welchen Seiten und Inhalten auf Deiner Website beschäftigen sie sich? Und was tun sie überwiegend bei der Nutzung Deiner Website?
Tipp: Der Algorithmus von Google wird immer intelligenter und die Suchanfragen der User dadurch immer länger und spezifischer. Komplexere Suchanfragen gehen wiederum häufiger mit einer kommerziellen Suchintention einher, d.h. solche Suchen führen öfter zu tatsächlichen Käufen von Produkten oder Dienstleistungen. Befasse Dich also so umfassend wie möglich mit den spezifischen Interessen, Problemen und Bedürfnissen Deines Zielpublikums.
Sobald Deine Zielgruppenprofile detailliert genug sind, um eine Content-Strategie danach auszurichten, solltest Du Dir die folgenden vier Fragen stellen:
Für welche Themen bist Du Experte? Mit Deiner Expertise verfügst Du über das erforderliche Wissen und die Autorität, um relevanten und hochwertigen Content für Dein Zielpublikum zu erstellen. Und das wird für die Suchmaschinenoptimierung immer wichtiger (wie wir später noch etwas ausführlicher erklären).
Wie kannst Du diese Expertise auf relevante Weise einsetzen? Du musst Deine Expertise mit den Interessen, Problemen und Bedürfnissen Deines Zielpublikums in Einklang bringen. Nutze Dein Wissen, um inspirierende Inhalte zu erstellen, die die Bedürfnisse Deiner Zielgruppen aufgreifen.
Wo ist Dein Zielpublikum aktiv? Finde heraus, auf welchen Kanälen oder spezifischen Plattformen Dein Zielpublikum am aktivsten ist, z. B. in der Google Suche, Instagram, TikTok, YouTube, Spotify (Podcasts), Udemy (eLearning) usw.
Welche Art von Content willst Du wo veröffentlichen? Überlege Dir, welche Formate die Bedürfnisse Deiner User am ehesten erfüllen und auf welchen Kanälen die Veröffentlichung am meisten Sinn ergibt. Wenn Du unsicher bist, welche Formate und Kanäle sich am besten eignen, kann ein Blick auf die erfolgreichsten Inhalte Deiner Konkurrenz hilfreich sein.
Wenn Deine Zielgruppenprofile nicht konsistent und detailliert genug sind oder Du die obigen Fragen nicht beantworten kannst, gehst Du das Risiko ein, wertvolles Budget zu verschwenden. In diesem Fall weißt Du nämlich nicht, ob Du Dich tatsächlich auf die richtigen Bereiche konzentrierst.
Wo findest Du Ideen für Deinen Content?
Du weißt jetzt, welche Art von Content Du für wen erstellen willst. Im nächsten Schritt solltest Du eine Liste mit Themen und Titelideen anlegen.
Mit Hilfe von datenbasierten Recherchetools kannst Du herausfinden, welche Inhalte gut geeignet sein könnten und Deine Content-Planung so auf belastbare Daten stützen.
Keyword-Recherche-Tools
Auf der Suche nach Content-Ideen sind Keyword Recherche Tools Deine erste Anlaufstelle. Du kannst beispielsweise das kostenlose Keyword Recherche Tool von Seobility nutzen, um eine erste Liste mit Keywords zusammenzustellen.
Mit diesem Tool kannst Du basierend auf Deinen zentralen Themen nach ähnlichen Keywords und Content-Ideen suchen. Die Vorschläge umfassen Infos zu Suchvolumen, Konkurrenz und mehr und helfen Dir so dabei, erfolgversprechende Themen zu identifizieren, mit denen Du starten kannst.
Mit Hilfe von Trend-Monitoring-Tools findest Du heraus, an welchen Themen gerade Interesse besteht, und siehst sofort, welche neuen Themen zu einem Trend werden könnten. Auf diese Weise kannst Du überprüfen, ob an Deinen priorisierten Keywords und Content-Ideen immer noch genügend Interesse besteht. Außerdem kannst Du mit dieser Art von Tool herausfinden, welche Content-Ideen gerade auf dem Vormarsch sind – und zwar noch, bevor alle anderen ihre Inhalte dafür optimieren.
Google Trends ist ein kostenloses Monitoring-Tool für Suchtrends. Noch tiefere Einblicke kannst Du gewinnen, wenn Du Daten aus kostenpflichtigen Tools wie Exploding Topics hinzuziehst.
Konkurrenzanalyse
Indem Du die Content-Strategie Deiner Wettbewerber analysierst, stellst Du sicher, dass Dir nichts Wichtiges entgeht – in Bezug auf Keywords, Themen, Content-Formate usw. Darüber hinaus hast Du dadurch die Möglichkeit, die Schwächen und Lücken in den Strategien Deiner Konkurrenten zu erkennen und diese für Dich auszunutzen.
Mit der „URL/Domain“-Analyse des Keyword Recherche Tools von Seobility kannst Du beispielsweise sehen, für welche gut performenden Keywords Deine Konkurrenten ranken.
Eine Analyse der Inhalte Deiner Wettbewerber kann Dir zudem Aufschluss darüber geben, welches Ausmaß an Qualität erforderlich ist und was Du tun musst, um Deine größten Konkurrenten in der Google-Suche zu schlagen. Dabei ist wichtig, dass Du Dich immer nur auf eine einzige Sache konzentrierst und hier so gründlich wie möglich vorgehst, anstatt viel Content auf einmal zu veröffentlichen, der wenig Impact oder begrenzten Mehrwert hat. Da Du es mit bereits bestehendem Content aufnehmen möchtest, sollte es Dein Ziel sein, die umfassendsten Inhalte mit dem größten Mehrwert zu liefern. Und diese Inhalte sollten auf diejenige Zielgruppe zugeschnitten sein, die Du identifiziert hast, und das ansprechendste, intuitivste Format haben.
Bevor Du also anfängst, an Deinem Content zu arbeiten, sieh Dir die am besten rankenden Ergebnisse für das entsprechende Keyword immer genau an. Achte dabei auch auf das Format und den Blickwinkel der Inhalte, behandelte Nebenthemen, Verwendung von Medien usw. Überlege Dir dabei stets, wie Du Deinen eigenen Content für Deine User noch hilfreicher und wertvoller gestalten könntest.
Social-Monitoring-Tools
Auch Social Media kann eine wunderbare Inspirationsquelle für Content-Ideen sein. Das einzige Problem hierbei ist, dass die manuelle Suche nach Ideen oft zeitaufwändig ist und Du keine Daten darüber erhältst, wie häufig bestimmte Themen diskutiert werden.
Allerdings kannst Du mit Hilfe einer Social-Listening-Plattform wie Brandwatch über Social Media und andere Plattformen (z.B. Websites mit Kundenbewertungen, Foren und andere Konversationskanäle) hinweg überwachen, welche Themen Deine Zielgruppe bewegen. Daneben gibt es noch andere Tools, von denen einige – wenn auch mit eingeschränkten Nutzungsfunktionen – sogar kostenlos zur Verfügung stehen.
Wenn Du eine manuelle Recherche bevorzugst, kannst Du zum Beispiel auf Plattformen wie Twitter nach bestimmten #hashtags suchen. So gewinnst Du ein grobes Verständnis darüber, welche Ergebnisse angezeigt werden und welche Art von Postings mit einem entsprechenden Hashtag veröffentlicht werden. Websites wie Quora, die überwiegend aus Foren mit Fragen und Antworten bestehen, geben Dir Aufschluss über Inhalte, mit denen sich viele User befassen. Zudem verschaffst Du Dir einen Überblick darüber, welche Antworten häufig gegeben werden und was Dein Publikum über bestimmte Themen denkt.
Google Autocomplete
Auch über die Google-Suche selbst kannst Du einige Ideen für Content sammeln. Die Autovervollständigung für Suchanfragen zeigt Dir etwa Vorschläge für jeden Suchbegriff, den Du anfängst einzutippen.
Nehmen wir mal an, wir wollen diesen Artikel hier erweitern und geben „Content Marketing Ideen“ in das Suchfeld ein (siehe oben). Sofort zeigt Dir die Autovervollständigung Content-Ideen für spezifische Branchen an. Wir könnten also mehrere Artikel verfassen, in denen wir Content-Marketing-Ideen für die Immobilienbranche, Restaurants usw. beleuchten. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, wie Du evidenzbasiert (in diesem Fall auf Grundlage von Daten aus der Google-Suche und Suchvorschlägen per Autovervollständigung) vorgehen und während des gesamten Prozesses fundierte Entscheidungen treffen kannst.
Tipp: Mit dem Keyword Recherche Tool von Seobility kannst Du Dir Suchvorschläge aus Googles Autovervollständigung direkt anzeigen lassen und erhältst gleich wichtige Daten wie z.B. das monatliche Suchvolumen dazu.
Ähnliche Fragen
Der Bereich „Ähnliche Fragen“ bietet ebenfalls eine hervorragende Möglichkeit, um über die Google-Suche Ideen für Content zu sammeln. Die meisten Ergebnisseiten verfügen über dieses SERP-Feature. Sobald Du eine beliebige Frage anklickst, werden Dir sogar noch mehr Fragen angezeigt.
Du kannst Dir die Ergebnisseiten für jede Frage ansehen. Dort findet sich ebenfalls immer ein Bereich für „Ähnliche Fragen“. Folglich kannst Du im Grunde unendlich oft weiterklicken, bis die angezeigten Ergebnisse nicht mehr relevant für Dich sind.
Diese Informationen helfen Dir dabei, die Wünsche, Bedürfnisse und Probleme Deiner Zielgruppe zu verstehen und in Deinem Content aufzugreifen.
Ähnliche Suchanfragen
„Ähnliche Suchanfragen“ ist ebenfalls ein SERP-Feature, das Dir tolle Content-Ideen liefern kann. Der Abschnitt wird normalerweise unten auf der Ergebnisseite angezeigt.
Hier wird Dir eine Liste mit ähnlichen Suchanfragen angezeigt, die Du jeweils anklicken kannst, um die entsprechenden Ergebnisseiten zu sehen und zu analysieren.
Vergiss nicht: Am Anfang jeder Suchanfrage steht eine Person, die auf der Suche nach der besten Lösung für ihre Bedürfnisse ist. Dein Unternehmen sollte die Bedürfnisse Deiner wichtigsten Zielgruppen also möglichst vollständig und befriedend erfüllen können. Ähnliche Suchanfragen können Dir wertvolle Erkenntnisse dazu liefern, wie Du dies erreichen kannst.
Content-Marketing-Strategien für kleine Unternehmen
Nun hast Du also die besten Content-Ideen gesammelt und es ist an der Zeit, mit Hilfe wirkungsvoller Strategien erfolgreichen Content zu produzieren.
Dafür sehen wir uns in diesem Abschnitt eine Auswahl an Strategien an, die gut für kleine Unternehmen geeignet sind.
Liefere Top-Qualität mit E-E-A-T-Content
Die Abkürzung „E-E-A-T“ steht für die englischsprachigen Begriffe „Experience“, „Expertise“, „Authoritativeness“ und „Trustworthiness“ (Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit).
Unter diesen vier Faktoren werden mehrere Kriterien zusammengefasst, anhand derer Googles „Search Quality Evaluators“ die Qualität von Suchergebnissen bzw. von Seiten, die für eine Suchanfrage ranken, bewerten sollen.
Experience: Inwieweit verfügt der Autor der Inhalte über die notwendige Erfahrung in Bezug auf das Thema oder über die für die Erstellung der Inhalte erforderliche Lebenserfahrung?
Expertise: Inwieweit verfügt der Autor der Inhalte über das notwendige Wissen oder die erforderlichen Kenntnisse, um das Thema zu behandeln?
Authority: Inwieweit ist der Autor der Inhalte als zuverlässige Quelle für das Thema bekannt?
Trust: Inwieweit ist die Seite inhaltlich korrekt, ehrlich, sicher und zuverlässig?
Dir ist vielleicht aufgefallen, dass Google den Bezug auf „das Thema“ im Zusammenhang mit den drei Aspekten Erfahrung, Expertise und Autorität wiederholt. Das zeigt, wie wichtig E-E-A-T und thematische Relevanz für jeden einzelnen Inhalt sind, den Du veröffentlichst.
Wenn Dir in Bezug auf ein Thema die Erfahrung und Expertise fehlt, solltest Du darüber keinen Content veröffentlichen. Wenn Du Dich auf ein neues Thema, ein neues Produkt oder einen neuen Service einlässt, solltest Du Deinem Publikum unbedingt DeinWissen und Deinen Mehrwert demonstrieren und diese mit Vertrauenssignalen untermauern, während Du selbst im neuen Themenbereich dazulernst und eine Autorität aufbaust.
Wenn Du die notwendigen Anforderungenerfüllst, um Content zu einem bestimmten Thema zu erstellen, solltest Du dies wie folgt unter Beweis stellen:
Befasse Dich mit Themenbereichen, in denen Du Dich auskennst: Behandle das Thema in der Tiefe und liefere Informationen, die Deinem Zielpublikum echten Mehrwert bieten.
Erstelle qualitativ hochwertige Inhalte: Setze bei Deiner Content-Marketing-Strategie auf Qualität vor Quantität.
Präsentiere Fakten & sei inhaltlich korrekt: Überprüfe alle Fakten, die Du veröffentlichst, auf ihre Richtigkeit, um ausschließlich korrekte und aktuelle Informationen zu liefern.
Liefere umfassende Daten: Stütze Deine wichtigsten Punkte auf Infos renommierter Quellen wie Statistiken, konkrete Zahlen usw.
Halte, was Du versprichst: Stelle sicher, dass Dein Content auch das liefert, was Du in Deinen Titeln, Überschriften usw. versprichst.
Informiere, anstatt zu verkaufen: Liefere Deinem Publikum durch Deine Inhalte wichtige Informationen und motiviere es dann dazu, diese zu nutzen.
Halte Dich mit Pop-ups & CTAs zurück: Vermeide Pop-ups so gut wie möglich und beschränke Dich bei Deinem Haupttext auf nur wenige CTAs – die Faustregel lautet: etwa ein CTA pro 1.000 Wörter.
Füge jedem Post eine Autorenbiografie mit folgenden Informationen hinzu:
Name des Autors oder der Autorin
Foto des Autors oder der Autorin
Referenzen
Links zu Social-Media-Profilen
Vernetze Dich mit renommierten Websites: Baue Vertrauen und Autorität auf, indem Du mit angesehenen Websites in Deiner Branche zusammenarbeitest.
Veröffentliche Interviews mit Branchenexperten: Das hilft Dir nicht nur im Hinblick auf jeden der E-E-A-T-Aspekte, sondern Du kannst dadurch auch relevante Themen abdecken, die außerhalb Deiner eigenen Expertise liegen.
Optimiere für Nutzerfreundlichkeit: Stelle sicher, dass Deine Website eine positive User Experience bietet und optimiere sie – einschließlich der Ladezeiten – dahingehend.
Von Jahr zu Jahr legt Google mehr Wert auf Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauen – und zwar insbesondere jetzt, wo immer häufiger KI-Tools zur Erstellung von Content verwendet werden. Von Experten verfasste Inhalte zieht der Suchriese ganz klar Inhalten vor, die zu allgemein oder lückenhaft sind und dem User keinen wirklichen Mehrwert bieten.
Erstelle Themencluster rund um Deine Kern-Keywords
Bei Themenclustern handelt es sich um eine relativ neue Content-Marketing-Strategie, die auf die heutzutage immer länger und spezifischer werdenden Suchanfragen ausgerichtet ist. Dabei erstellst Du eine „Pillar Page“, die als „Stützpfeiler“ für jedes Deiner wichtigsten Themen und Keywords fungiert. Anschließend erstellst Du „Cluster-Inhalte“, mit denen Du Nebenthemen, verwandte Themen, Longtail-Keywords, FAQs und andere relevante Möglichkeiten für Content behandelst.
Dein Pillar Content sollte das Thema als Ganzes abdecken. Auf den Cluster-Seiten kannst Du dann ins Detail gehen und spezifische Nebenthemen behandeln. Die Pillar Page sollte mit internen Verlinkungen (inklusive beschreibendem Linktext mit dem relevanten Keyword oder den relevanten Keywords) auf jede Cluster-Seite verweisen.
Sobald Du Deine Themencluster erstellt hast, ist es unerlässlich, alle Inhalte aktuell zu halten. Aktualisiere Deinen Pillar Content regelmäßig mit den neuesten Informationen und gehe bei den Cluster-Seiten genauso vor. Wenn es neue relevante Themen – wie z. B. neue Trends oder Technologien – gibt, solltest Du neue Cluster-Seiten hinzufügen.
Führe am besten jährlich ein Content-Audit durch, um sicherzustellen, dass Deine Inhalte aktuell sind. Überprüfe hierbei auch, ob mehrere Deiner Seiten für dieselben Keywords konkurrieren. Du solltest unbedingt darauf achten, dass nur eine Deiner Seiten für jedes Keyword rankt, um eine sogenannte „Keyword-Kannibalisierung“ zu vermeiden.
Mit dem Website Audit von Seobility kannst Du Deine Website auf verschiedenste Probleme in Bezug auf Deinen Content überprüfen und dabei auch herausfinden, ob mehrere Seiten für dieselben Keywords optimiert sind.
Doch was solltest Du tun, wenn Du feststellst, dass mehrere Deiner Seiten für dasselbe Keyword optimiert sind?
In diesem Fall solltest Du die Seiten auf einer einzigen Seite zusammenfassen und aktualisieren, damit alle Informationen korrekt sind. Es kann sein, dass Du Inhalte beim Zusammenfügen nochmals überarbeiten musst, um sie besser lesbar zu machen und Wiederholungen zu vermeiden, die möglicherweise aufgrund von Überschneidungen zwischen den ursprünglichen Inhalten entstehen können.
Durch regelmäßige Audits ermittelst Du die gravierendsten Probleme und kannst diese beheben. Es kann allerdings sein, dass Du bestimmte Inhalte öfter aktualisieren musst, insbesondere wenn wichtige Ereignisse oder Veränderungen in Deiner Branche berücksichtigt werden müssen.
Content-Ideen für Local SEO
Bei Strategien für die lokale Suchmaschinenoptimierung wird der Bereich Content Marketing oftmals vernachlässigt. Wenn Du für relevante Suchanfragen ranken willst, die Menschen in Deiner Umgebung durchführen, ist es allerdings wichtig, den Suchmaschinen möglichst viel lokalen Content zu bieten.
Stelle daher im Rahmen Deiner Local-SEO-Strategie sicher, dass Du die folgenden Punkte abdeckst:
Lokalisiere Deine Website: Verwende in Deinen Seitentiteln, Überschriften und Texten lokale Keywords.
NAP-Daten: Füge dem Footer Deiner Website und Deiner Kontaktseite den Namen Deines Unternehmens, die Adresse und die Telefonnummer (NAP-Daten) hinzu.
Standortbezogene Unterseiten: Wenn Du mehrere Orte bedienst, erstelle optimierte Seiten für jeden Standort.
Lokalisierter Blog-Content: Erstelle relevanten Blog-Content für jeden Deiner Zielorte.
Testimonials lokaler Kunden: Füge Deiner Website Testimonials lokaler Kunden hinzu und gib auch an, woher die Kunden stammen.
Vernetze Dich mit lokalen Publishern: Tue Dich mit lokalen Publishern zusammen, um lokale Backlinks aufzubauen und Deine Marke zu promoten.
Zeige Dich in den regionalen Nachrichten: Versuche, die regionalen Medien dazu zu bringen, über Dein Unternehmen zu berichten, beispielsweise indem Du Pressemitteilungen versendest.
Organisiere oder sponsore regionale Events: Zeige Dich aktiv in der lokalen Gemeinde, indem Du lokale Events veranstaltest, sponserst oder daran teilnimmst. Veröffentliche auch Content über diese Aktivitäten.
Wenn Du diese Basics erst einmal abgedeckt hast, solltest Du Dir Gedanken über die Content-Möglichkeiten in Deinem Google Unternehmensprofil machen. Tatsächlich handelt es sich dabei um den wichtigsten Kanal Deiner Local SEO Strategie, der auch für den Bereich Content Marketing relevant ist.
Am wichtigsten ist hierbei die Bildergalerie Deines Unternehmensprofils, mit Hilfe derer Du Dein Unternehmen von seiner besten Seite präsentieren kannst. Für einige Unternehmen ist dies essenziell. Restaurants zum Beispiel können enorm davon profitieren, wenn sie ihre besten Gerichte, Bilder der Speisekarte, Fotos aus den Räumlichkeiten und visuelle Inhalte präsentieren, die den Usern zeigen, dass sich ein Besuch lohnt.
Nutze diese Gelegenheit, um diejenigen Aspekte Deines Unternehmens zu zeigen, die Deine potenziellen Kunden ansprechen könnten.
Du kannst Deinem Unternehmensprofil auch Videoclips hinzufügen. Wenn Du ein Restaurant führst, kannst Du beispielsweise Videos davon zeigen, wie Speisen zubereitet werden. Als Einzelhändler oder Einzelhändlerin kannst Du etwa im Zeitraffer zeigen, wie Produkte an Deine Kunden geliefert werden. Und wenn Du einen Frisörsalon betreibst, kannst Du Vorher-nachher-Videos oder die aktuell beliebtesten Frisuren zeigen.
Wir werden im nächsten Abschnitt noch ausführlicher über Video-Content für kleine Unternehmen sprechen.
Vorher sehen wir uns aber noch die Content-Möglichkeiten in Deinem Google Unternehmensprofil an, die es Dir ermöglichen, mit Deinen Kunden zu interagieren. Das offensichtlichste Beispiel hierfür sind Kundenbewertungen. Es ist wichtig, möglichst viel positives Feedback zu sammeln. Ebenso wichtig ist jedoch die Kommunikation mit Kunden, die Dir Feedback hinterlassen haben. Bedanke Dich für gute Bewertungen und/oder gehe auf eventuelle Probleme ein, die hier angesprochen werden.
Kunden haben zusätzlich die Möglichkeit, Dir über Dein Google Unternehmensprofil Fragen zu stellen – beispielsweise, ob Du bestimmte Services oder Einrichtungen (z. B. Barrierefreiheit für Rollstuhlfahrer) anbietest. Wie Rezensionen werden auch Fragen öffentlich auf Deinem Profil angezeigt. Gehe daher unbedingt auf Deine Kunden ein und beantworte all ihre Fragen.
Bedenke dabei, dass auch andere User die Möglichkeit haben, diese Fragen zu beantworten. Du solltest daher also möglichst schnell sein, damit Dir niemand anderes zuvorkommt.
Zu guter Letzt ermöglicht Google Dir außerdem, Beiträge auf Deinem Unternehmensprofil zu veröffentlichen. So kannst Du Ankündigungen machen, über Neuerungen informieren oder Deinen (potenziellen) Kunden wichtige Informationen zur Verfügung stellen. Die Beiträge können Text-, Bild- oder Videoelemente umfassen. Nutze diesen Kanal also, um Nutzer in Deiner Umgebung gezielt anzusprechen.
Wie Du mit kleinem Budget Video-Content erstellst
Das Erstellen von Video-Content kann unglaublich teuer sein, aber auch kleine Unternehmen können hier mitmischen, ohne sich finanziell zu ruinieren. Im Zeitalter von Social Media wünscht sich der moderne Verbraucher von Unternehmen Authentizität. Er will sehen, dass es hinter den Kulissen menschlich zugeht und nicht alles perfekt ist. Und genau das kannst Du zu Deinem Vorteil nutzen.
Wenn Dein Budget nicht ausreicht, um ernsthaft in Video-Content investieren zu können, greif einfach zum Smartphone und nimm die Sache selbst in die Hand.
Erstelle persönlichen Video-Content, der Einblicke in Dein Unternehmen gewährt und es von seiner menschlichen Seite zeigt. Hierbei können etwa Deine Kunden oder Deine Mitarbeiter, die Dein Geschäft täglich am Laufen halten, im Mittelpunkt stehen.
Selbst für große Marken wie GAP ist persönlicher und authentischer Video-Content der Grund dafür, warum sie es in die Top YouTube Shorts 2022 geschafft haben.
Es würde an dieser Stelle leider den Rahmen sprengen, Beispiele für jede Art von Unternehmen zu liefern, aber die folgenden Ideen können hoffentlich als Inspirationsquelle für Videoinhalte dienen:
Restaurants: Rezeptvideos, Event-Highlights, Clips über die Herkunft Deiner besten Zutaten usw.
Einzelhandel: Produktvergleiche, Produktbewertungen, Unboxing-Videos für heißersehnte Produkt-Releases usw.
Mode: Teaser für die Kollektion der nächsten Saison, Vorschläge für vollständige Outfits (bei denen verschiedene Produkte kombiniert werden), die besten Outfits oder Kleidungsstücke für verschiedene Budgets (z. B. Outfits für ein Date für unter 100 Euro) usw.
Finanzen: Video-Tutorials für die Steuererklärung, Leitfäden für Spesen, Tipps für die Mehrwertsteuer usw.
Logistik: Zeitraffer-Videos von Lieferungen, Videos über Sicherheitsmaßnahmen, Kunden-Testimonials usw.
Fitness: Trainingsvideos, Tipps für tägliche Übungen, Leitfäden für Zubehör und Ausrüstung usw.
Wenn Deine Inhalte persönlich und authentisch sind, wird es Deine Zuschauer nicht interessieren, dass sie nicht mit einer Profi-Ausrüstung erstellt wurden. Die größte Herausforderung bei einem begrenzten Budget ist die Nachbearbeitung. Jedoch gibt es für Anfänger viele Tools zur Videobearbeitung oder Tools, mit Hilfe derer man ganz unkompliziert Clips für Social Media erstellen kann.
Fürs Video-Marketing benötigst Du weder einen Abschluss an der Filmhochschule noch ein Premium-Abo für Adobe.
Tipp: Probiere auch mal User Generated Content aus, indem Du Deine Kunden dazu ermutigst, Bewertungen per Video abzugeben, ihre eigenen Unboxing-Videos zu drehen oder andere Clips hochzuladen. Diese kannst Du dann für Deine Content-Marketing-Strategie nutzen.
Content Repurposing („Wiederverwertung“ von Content)
Indem Du Content wiederverwendest, kannst Du jedes Stück Content bestmöglich nutzen. Das ist besonders bei solchen Inhalten hilfreich, deren Erstellung etwas teurer war. Content Repurposing bedeutet, dass Du Content von einem bestimmten Format (z. B. Video) in andere Formate wie Blogs oder Social Media-Posts umwandelst.
Nehmen wir einmal an, Du hast für Deinen YouTube-Channel einen 30-minütigen Video-Guide erstellt. Es kostet Zeit, Mühe und Geld, qualitativ hochwertigen Content zu erstellen. Warum solltest Du aus den verwendeten Ressourcen also nicht das Maximum an Content herausholen?
Du kannst zum Beispiel aus Deinem YouTube-Video mehrere kürzere Clips machen, die Du über Deinen Social-Media-Account veröffentlichen kannst. Als Nächstes kannst aus jedem Abschnitt einen Blogpost für Deine Seite erstellen und darin Dein Video bewerben. Zusätzlich kannst Du Ausschnitte aus Deinem Video und den Blogposts nehmen und daraus Social-Media-Content wie Instagram Reels, Twitter Umfragen und Werbeclips produzieren.
Wistia beispielsweise verwendet kurze Ausschnitte aus dem eigenen Talking Too Loud-Podcast auf Social Media, um so informativen Social Media Content zu schaffen und gleichzeitig die Podcast-Episoden zu bewerben.
Multimedia-Content-Marketing wird für Dich als Kleinunternehmen deutlich erschwinglicher, wenn Du Inhalte wiederverwendest.
Bei der Wiederverwendung von Content geht aber nicht nur darum, Geld zu sparen. Wichtig ist vor allem, dass Du dadurch Menschen auf ihren bevorzugten Plattformen oder über ihr bevorzugtes Format erreichst.
Verbreite Deine Message über alle Dir zur Verfügung stehenden Kanäle – und zwar in unterschiedlichen Formaten. Mit einer solchen Content-Strategie hast Du eine gute Chance, Leute im richtigen Moment auf Dich aufmerksam zu machen.
Durch das Wiederverwenden von Content kannst Du auch den Effekt Deiner erfolgreichsten Inhalte maximieren. In unserem Beispiel oben haben wir bereits Blogartikel erwähnt, mit denen Du für Dein eigentliches Video auf YouTube wirbst. Dasselbe kannst Du auch mit Deinem Social Content und mit Werbeanzeigen machen.
Ein alternativer Ansatz wäre, Deinen top-performenden Content in einem bestimmten Format als Grundlage zu nehmen und ihn anschließend auch in anderen Formaten zu reproduzieren. Beispielsweise kannst Du aus den Blogposts, die auf Social Media am meisten Engagement erzielen, eine Reihe von Videos, Podcasts oder Leitfäden machen.
Schaffe schon jetzt die Grundlagen für professionelleres Content Marketing
Content Marketing kann für kleine Unternehmen eine Herausforderung darstellen. Niemand schreibt Dir allerdings vor, Dich beim Content Marketing wie ein kleines Unternehmen zu verhalten. Der Schlüssel zu echtem Wachstum liegt darin, möglichst früh die Grundlagen für die Implementierung einer Strategie zu schaffen, die es mit Deinen größten Konkurrenten aufnehmen kann.
Wir haben weiter oben z.B. darüber gesprochen, wie Video-Marketing kostengünstig funktionieren kann, und es zahlt sich aus, hier wirklich so früh wie möglich aktiv zu werden. Je eher Du an Deinen Video-Marketing-Skills feilst und das Maximum aus Deinem Budget herausholst, desto besser wirst Du dafür gewappnet sein, professionellere Videokampagnen zu erstellen, sobald Dir ein höheres Budget zur Verfügung steht.
Denke nicht nur darüber nach, welchen Content Du heute einsetzen kannst, um Einfluss zu nehmen. Plane auch langfristig. Überlege Dir, was Du in der Zukunft produzieren willst, und arbeite auf jede Dir mögliche Art darauf hin.
Stellen wir uns zum Beispiel vor, Deine größten Wettbewerber bauen viele Backlinks durch datenbasierten Content auf (zum Beispiel mit ihren eigenen Umfragen, Studien, Untersuchungen, Interviews).
Du magst vielleicht noch nicht über die Daten oder das Budget verfügen, um diese Art von Content zu erstellen, aber Du kannst darauf hinarbeiten. Sammle alle relevanten Daten, die Du sammeln kannst, analysiere sie und finde heraus, welche Trends oder Entwicklungen sich abzeichnen. Baue eine Beziehung zu Deinen Kunden auf, um durch sie an Feedback und Erkenntnisse zu gelangen. Vernetze Dich mit Kollegen aus Deiner Branche, an die Du Dich für Interviews und Umfragen wenden kannst, wenn Du bereit für diese Art von Content bist.
Je eher Du diese Grundlagen schaffst, desto schneller entwickelst Du auch Ressourcen, um Content Marketing wie ein großes Unternehmen zu betreiben.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus diesem Artikel
Wir haben in diesem Artikel viele Aspekte behandelt. Sehen wir uns abschließend also noch einmal die wichtigsten Punkte an, über die wir gesprochen haben:
Planung: Entwickle eine detaillierte Content-Marketing-Strategie, bevor Du Geld in die Produktion von Inhalten steckst.
Expertise: Zeige mit „E-E-A-T“-Content Deine Expertise.
Themen-Cluster: Priorisiere mit Themen-Clustern Deine wichtigsten Keywords, erhöhe die Anzahl an abgedeckten Keywords und vermeide Kannibalisierung mehrere Seiten.
Local SEO: Wenn Du ein lokales Unternehmen betreibst, nutze die Dir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten für Content bestmöglich aus.
Multimedia-Content: Kleine Unternehmen können Video- und anderen Multimedia-Content auch auf kostengünstige Weise erstellen.
Wiederverwendung von Content: Nutze Deinen besten und teuersten Content als Grundlage, um weitere Inhalte zu erstellen und dadurch den ROI Deines Contents zu maximieren.
Vorausschauende Planung: Schaffe von Anfang an die Grundlagen, um irgendwann Content Marketing wie ein großes Unternehmen zu betreiben. So gelangst Du schneller ans Ziel.
Und vergiss nicht: mit einem kostenlosen 14-tägigen Testzeitraum für Seobility Premium kannst Du unser Keyword Recherche Tool noch intensiver zur Themenrecherche nutzen und hast zudem uneingeschränkten Zugriff auf die Ergebnisse des Seobility Website Audits, um zu überprüfen, ob Dein Content für Suchmaschinen optimiert ist.
So gelingt der Website-Relaunch – Vollständige SEO Checkliste
Das Problem: Ein Website-Relaunch (ob Design-, Domain- oder CMS-Wechsel) birgt Risiken für Deine SEO. Werden URLs falsch weitergeleitet, Crawling-Blockaden übersehen oder interne Linkstrukturen zerstört, können Rankings und organischer Traffic stark einbrechen.
Die Lösung: Plane den Relaunch systematisch mit einer Staging-Umgebung, sichere Deine aktuelle Link- und Inhaltsstruktur vorab und sorge nach dem Go-live mit einer lükenlosen 301-Weiterleitungsstrategie dafür, dass Google und Deine Nutzer alle Inhalte wiederfinden.
Quick Win: Springe direkt zur Checkliste zur Vorbereitung auf den Relaunch. Dort erfährst Du, wie Du vorab ein vollständiges Inventar Deiner aktuellen URLs und Backlinks erstellst.
Egal ob Du Dein Theme änderst, die Domain wechselst oder auf einen neuen Server umziehst, ein Website-Relaunch ist immer eine wichtige Angelegenheit.
Wahrscheinlich möchtest Du durch den Relaunch mehr organischen Traffic und Conversions erreichen, allerdings gibt es hierbei viele kleine Details, die Du nicht vergessen darfst!
Aber keine Sorge!
Genau aus diesem Grund haben wir die folgende Checkliste für den Website-Relaunch bzw. -Umzug verfasst. Dabei decken wir alle wichtigen Grundlagen ab, damit Du nicht nur Deine Rankings behältst, sondern sogar mit einem echten Boost an organischem Traffic rechnen kannst.
Warum brauchst Du eine Checkliste für den Website-Relaunch?
Der Relaunch einer Website ist eine komplexe Angelegenheit. Dabei kann man Kleinigkeiten leicht aus den Augen verlieren, die jedoch eine entscheidende Rolle dabei spielen können, Deine Rankings zu halten.
Nicht jeder Schritt in unserer Checkliste ist zwingend relevant für Dich. Wir gehen jedoch auf alle wichtigen Punkte ein, an die Du denken solltest, wenn Du aus einem der folgenden Gründe einen Relaunch oder Website-Umzug vornimmst:
1. Neugestaltung Deiner Website (Änderung des Themes)
Ein simpler Theme-Wechsel stellt kein großes Risiko dar. Du solltest Dich hierbei darauf konzentrieren, die interne Linkstruktur zu erhalten und keine allzu großen Änderungen an der Seitennavigation vorzunehmen.
2. Website-Umzug aufgrund eines Framework-Wechsels (neues CMS)
Ein solcher Website-Umzug ist riskant. Wenn Du Dein CMS wechselst, wird es schwierig, die Struktur Deiner alten Website exakt nachzubauen. In diesem Artikel werden wir Dir jedoch zeigen, was Du tun kannst, um größere Veränderungen zu vermeiden.
3. Domainwechsel oder Website-Relaunch
Diese Veränderung ist nicht besonders riskant. Rebranding ist ein ganz normaler Prozess und Google weiß damit umzugehen. Deine Rankings können dabei vorübergehend schwanken, sollten sich aber schnell wieder einpendeln.
4. Server-Umzug (Hosting-Wechsel)
Das Risiko eines solchen Website-Umzugs ist überschaubar. Das einzig Schwierige daran ist, dass Du auf dem neuen Server eine exakte Kopie Deiner alten Website erstellen musst.
5. Relaunch Deiner SEO-Strategie
Wenn du Deine SEO-Strategie neu aufsetzen und hierfür die Informationsarchitektur auf Deiner Website neu gestalten möchtest, birgt das meist ein hohes Risiko. Einen solchen Relaunch kann man jedoch auch als echte Chance betrachten.
Falls Du Deine Website aus SEO-Gründen relaunchst, ist der Grund dafür wahrscheinlich, dass die aktuelle Struktur für Probleme sorgt. Wenn Du diese angehst, sollten sich auch Deine Rankings verbessern!
Vorbereitung für den Relaunch
Ehe wir mit der Checkliste starten, empfehlen wir Dir, die folgenden zwei Dinge zu erledigen: Erstens ein Audit Deiner aktuellen Website und zweitens das Aufsetzen einer Test- oder Staging-Site, auf der Du während des Website-Umzugs arbeitest.
1. Crawling und Audit Deiner aktuellen Website
Einer der Gründe für einen Relaunch ist die Beseitigung alter „Probleme“. Bevor Du also mit dem Relaunch bzw. dem Website-Umzug startest, solltest Du alle Probleme identifizieren, die sich negativ auf die Suchmaschinenoptimierung Deiner Website auswirken. Mit Seobility kannst Du ein solches umfangreiches Audit Deiner Website durchführen. Registriere Dich einfach hier und starte Dein Projekt.
Hinweis: Mit dem kostenlosen Basis Account kannst Du ein Audit Deiner Website durchführen, aber keine Backlinks exportieren. Um alle Schritte in unserem Guide mitmachen zu können, raten wir Dir, die Premium-Version 14 Tage lang kostenlos zu testen.
Wir nutzen Seobility an verschiedenen Punkten unserer Checkliste. Natürlich sind wir nicht ganz unvoreingenommen, aber Du wirst beim Lesen sicherlich schnell merken, warum wir Dir zur Registrierung raten 🙂
Wir empfehlen Dir, eine Test- bzw. Staging-Site aufzusetzen, auf der Du während des Website-Umzugs arbeitest. So kannst Du Änderungen vornehmen, Tests durchführen und auch mal etwas falsch machen, ohne dass dies Deine live sichtbare Website beeinflusst.
Deine Test-Site ist bereit? Dann lass uns mit der Checkliste für den Website-Umzug starten!
Checkliste zur Vorbereitung auf den Relaunch
Ehe Du mit dem Relaunch bzw. Umzug beginnst, raten wir Dir, folgenden Schritte durchzuführen.
1. Schütze die Staging-Site mit einem Passwort
Solange Du noch an Deiner neuen Website arbeitest, solltest Du Crawler von der Staging-Site fernhalten. Ansonsten wird diese von Google indexiert und Deine Rankings verschlechtern sich, ehe Du mit Deinem Relaunch angefangen hast.
Zum Glück ist es nicht schwer, die Bots durch die Einrichtung eines Passwortschutzes auszuschließen.
Zwar gibt es auch andere Methoden, um Crawler von Deiner Staging-Website fernzuhalten – wie beispielsweise ein Ausschluss über die robots.txt – allerdings sind diese nicht ideal.
Zum einen kann Google die URLs der Staging-Website trotz robots.txt Ausschluss in den SERPs anzeigen. Und zum anderen kann theoretisch jeder Nutzer oder Bot die Website finden, wenn diese nicht passwortgeschützt ist. Aus diesem Grund empfehlen wir Dir ein Passwort einzurichten.
Wenn Du Deine Website mit einem Passwort belegst, kann Google sie nicht aufrufen. Doch das muss nicht für den Seobility Crawler gelten! Indem Du Username und Passwort in den Crawlereinstellungen hinterlegst (Dashboard > Dein Projekt > Crawlereinstellungen), erhält unser Crawler Zugang und Du kannst bereits für die Staging-Site ein Audit durchführen.
Mit einer .htaccess Datei kannst Du den Zugang zu Deiner Website ganz einfach mit einem Passwort einschränken. Füge hierfür folgenden Befehl in der Datei hinzu.
Erstelle anschließend eine .htpasswd Datei und speichere sie in dem Verzeichnis, das in der oben aufgeführten AuthUserFile Location angegeben ist. Dort kannst Du den Username und das Passwort für den Website-Zugang angeben. Das Ganze muss im folgenden Format verfasst sein:
user:password
stagingsiteuser:stayawayG00gle!
2. Erstelle eine Tabelle, die die Struktur der aktuellen Inhalte abbildet
Wie gut ist Dein Überblick über die Inhalte Deiner Website? Weißt Du, was auf jeder einzelnen Seite zu finden ist? Ich bin mir da bei meiner eigenen Website nicht so sicher!
Damit Dein Website-Relaunch ein Erfolg wird, ist jedoch genau das wichtig.
Zum Glück geht die umfassende Auflistung Deiner Website-Inhalte mit Seobility ganz schnell. Erstelle einfach einen kostenlosen Account, lege ein neues Projekt für Deine Website an und starte ein Crawling.
Sobald dieses abgeschlossen ist, findest Du unter Dashboard > Deine Website > Onpage > Technik und Meta > Informationen zum Crawling eine komplette Liste aller gecrawlten Seiten.
Indem Du auf „Abgerufene Seiten“ klickst, kannst Du alle URLs Deiner aktuellen Website exportieren.
Kopiere die Liste nun in eine Tabelle. Diese brauchen wir im weiteren Verlauf als Grundlage für einige Entscheidungen, die wir treffen müssen.
3. Erstelle eine Auflistung Deiner externen Backlinks
Auch hier kannst Du Seobility verwenden, um eine Liste aller Backlinks zu erstellen, die auf Deine Website verweisen.
Nachdem Du bereits ein Projekt für Deine Website angelegt hast, musst Du die Backlinks, die vom Tool gefunden wurden, nur noch als Liste herunterladen. Gehe dazu einfach in den Tab „Backlinks“ im Dashboard und exportiere die Liste.
Auch diese Liste wird uns dabei helfen, Entscheidungen bezüglich des Contents Deiner Website zu treffen.
4. Erstelle eine Auflistung der internen Linkstruktur
Interne Links sind für die Optimierung Deiner Website besonders wichtig. Durch eine solide interne Linkstruktur können die Suchmaschinenbots:
Deine Website erfolgreich crawlen
Die Beziehungen zwischen Seiten richtig verstehen
Aus diesen zwei Gründen ist es so wichtig, die interne Linkstruktur während des Website-Umzugs nicht unbeabsichtigt zu verändern.
Dies betrifft nicht nur Verlinkungen innerhalb der Inhalte, sondern auch in der Navigation, denn diese helfen Google, den Aufbau Deiner Website zu verstehen und stärken Deine wichtigsten Content Hubs sowie Deine Kategorieseiten.
Versuche daher, die Links in Deiner Navigation so gut wie möglich zu erhalten. Größere Änderungen können dazu führen, dass wichtige Seiten an Relevanz verlieren und der Traffic sinkt.
5. Erstelle eine Auflistung aller Inhalte und ihres Traffics
Neben den Verlinkungen müssen wir auch wissen, welche Seiten Deiner Website im Moment den meisten Traffic anziehen. Warum das so wichtig ist? Damit wir bei diesen Seiten besonders darauf achten können, nichts zu verändern, was sich negativ auf deren Rankings auswirken könnte.
Mit Google Analytics kannst Du einen Traffic-Bericht für alle Seiten Deiner Website exportieren.
Dabei ist nicht nur der Suchmaschinentraffic wichtig, sondern der Traffic von allen Quellen.
Wenn Du Google Analytics 4 verwendest, findest Du diese Informationen unter Berichte > Lebenszyklus > Engagement > Seiten und Bildschirme oder unter Berichte > Lebenszyklus > Engagement > Landingpage. Mit einem Klick auf das Teilen-Symbol und dann auf „Datei herunterladen“ kannst Du diese Daten ganz einfach exportieren.
In Universal Analytics findest Du diese Daten unter Verhalten > Websitecontent > Alle Seiten.
6. Bereinige Deine Inhalte
Nun hast Du eine vollständige Auflistung Deiner Website-Inhalte und kannst sehen, welche Seiten verlinkt sind und welche Seiten Traffic generieren.
Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um ein wenig aufzuräumen. Wir zeigen Dir, wie Du dabei am besten vorgehst.
Mit der Zeit können sich auf einer Website viele redundante Inhalte ansammeln. Vor allem, wenn es Deine Website schon länger gibt, hat sie mit großer Wahrscheinlichkeit Seiten, die auf dasselbe Keyword abzielen (mehr dazu im Schritt 7) sowie unverlinkte oder veraltete Seiten.
Du solltest Dir daher folgende Fragen stellen:
Zieht die Seite Traffic an?
Hat die Seite Backlinks?
Die Antwort auf beide Fragen ist „Nein“? Dann solltest Du die Seite:
Löschen oder
Mit einer anderen Seite zusammenführen
Auch wenn die Seite Backlinks hat, kann die Zusammenführung (z. B. per Redirect) mit einer anderen Seite Sinn machen.
Warum? Ganz einfach! Vier Seiten, die sich mit demselben Thema befassen und allesamt über Backlinks verfügen, bündeln dadurch ihren Link Juice und formen gemeinsam eine neue, leistungsstärkere Seite.
An dieser Stelle sollte jedoch erwähnt werden, dass nicht jede Seite ohne Traffic automatisch schlecht ist und damit gelöscht werden muss. Manchmal kann das auch ein guter Ansatzpunkt für Optimierungen sein, zum Beispiel durch zusätzliche interne und externe Links oder einen Refresh des Inhalts.
Nach diesem Prinzip solltest Du alle Seiten prüfen und dann eine Entscheidung treffen. Seiten von geringer Qualität, die nicht ranken und über keine Links verfügen, solltest Du vermutlich löschen.
7. Konzentriere Dich auf ein Thema (Keyword) pro Seite, um Keyword-Kannibalisierung zu vermeiden
Im letzten Punkt habe ich erklärt, wie Du durch ein Content Audit Seiten erkennen kannst, die auf dasselbe Keyword abzielen. Dies kann zur sogenannten Keyword-Kannibalisierung führen.
Was das bedeutet? Du versuchst dabei, mit mehreren Seiten für dasselbe Keyword zu ranken, doch Google lässt das nicht zu.
Die Suchmaschine weiß in diesem Fall nicht, welche der Seiten in den Suchergebnissen ranken soll, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass keine der Seiten rankt.
Wie gehst Du also am besten mit Keyword-Kannibalisierung um?
Unser Rat:
Entscheide Dich, welche Seite am besten zum Keyword passt (dies wird die Hauptseite).
Lege die Informationen der anderen Seiten mit der Hauptseite zusammen.
Erstelle einen 301 Redirect für alle anderen Seiten zur Hauptseite.
8. Optimiere Deine URLs
Auch bei diesem Schritt solltest Du sorgfältig vorgehen, denn URLs zu ändern kann sich zwar vorteilhaft auswirken, aber birgt auch einige Risiken. Idealerweise sind URLs kurz und enthalten konkrete Keywords. Begriffe, für die Du nicht ranken möchtest, lässt Du am besten weg.
/keyword1-keyword2-keyword3
Dieses Beispiel ist ideal:
Diese Art der Benennung eignet man sich jedoch oft erst an, nachdem man sich mit dem Thema SEO näher beschäftigt hat.
Es kann daher gut sein, dass sich auf Deiner Website einige unnötig lange URLs verstecken. Wahrscheinlich waren Dir die richtige Struktur und potentielle SEO Auswirkungen zum Zeitpunkt der Erstellung einfach noch nicht klar.
WordPress erstellt die URL zum Beispiel, indem es alle Worte im Titel aneinanderreiht. Wenn man anschließend nicht manuell nachbessert, sehen die meisten der URLs so aus:
Die URL ist ein Onpage-Rankingsignal und sollte daher auf jeden Fall optimiert werden.
Doch Vorsicht!
Wie bei allen größeren Änderungen kann Google auch hier empfindlich reagieren. Dieses Risiko solltest Du daher bedenken.
Meine Erfahrung ist, dass sich die meisten meiner vielen URL Änderungen positiv ausgewirkt haben. Andere SEOs sind vorsichtiger und raten, URLs nur zu bearbeiten, wenn sie die eindeutige Ursache für schlechtere Rankings darstellen.
Wenn Deine Seite also bereits gut rankt, solltest Du Dir die Überarbeitung zweimal überlegen – dieser Rat gilt übrigens für alle Schritte in diesem Guide.
Wenn Du die URL einer Seite änderst, solltest Du auf jeden Fall daran denken, einen 301 Redirect von der alten URL auf die neue einzurichten. So verstehen Suchmaschinen, dass es sich um den gleichen Inhalt handelt. Mehr dazu gleich…
Du tauschst im Zuge Deines Redesigns einige Plugins aus? Dabei solltest Du aufmerksam vorgehen, denn es können sich dadurch die URLs bestimmter Seiten ändern, was sich insbesondere auf die User Experience negativ auswirkt.
Wenn Du zum Beispiel Dein E-Commerce Plugin änderst, solltest Du vorher sicherstellen, dass sich wichtige URLs (zum Beispiel /shop, /cart oder /checkout) nicht ändern.
Die Änderung lässt sich nicht vermeiden? Dann notiere Dir alle alten und neuen URLs, um anschließend entsprechende Lösungen zu finden.
10. Erstelle eine Auflistung der aktuellen und neuen URLs
Sobald Du weißt, welche URLs sich ändern werden, ist der nächste Schritt, eine Liste an 301 Redirects zu erstellen. Ein 301 Redirect zeigt Crawlern und Browsern, dass sich eine Seite dauerhaft an einem neuen Ort befindet.
Auflistung alter und neuer URLs mit Kommentaren
Auch bei 301 Redirects gibt es einige Dinge zu beachten. In der Vergangenheit haben Links, die weitergeleitet wurden, einen Teil ihrer Relevanz eingebüßt. Laut Gary Illyes von Google haben die Redirects jedoch keinen negativen Einfluss mehr.
Weiterleitungsketten stellen jedoch ein Problem dar.
Sie entstehen in der Regel, wenn eine URL mehrmals aktualisiert und mit einem Redirect versehen wurde.
Link → Alte URL → Neue URL→ Ganz Neue URL
In diesen Fällen solltest Du versuchen, die alten URLs direkt zu den neuen umzuleiten und alle Zwischenschritte auszulassen. Das gilt besonders für interne URLs.
Warum das so wichtig ist? Auch wenn 301 Redirects die Relevanz einer Seite nicht mehr schwächen, kostet jede Weiterleitung trotzdem Zeit und Ressourcen, was weder für Crawler wie den Googlebot noch für Benutzer optimal ist.
11. Speichere alle SEO-Plugin Einstellungen
Die Einstellungen Deiner SEO-Plugins sind für die Suchmaschinenoptimierung Deiner Website grundlegend wichtig. Darum solltest Du sie beim Website-Umzug beibehalten oder gezielt anpassen, wenn Du den Website-Relaunch aus SEO-Gründen durchführst.
Am besten machst Du dazu Screenshots aller Einstellungen, um sie später im neuen Set-up wieder genauso einzurichten.
12. Speichere die Einstellungen aller anderen Plugins, die relevant für SEO und User Experience sind
SEO-Plugins sind zwar besonders wichtig, aber es gibt auch noch andere Plugins, die die Struktur Deiner Website beeinflussen. Speichere darum am besten Screenshots der Einstellungen aller wichtigen Plugins, damit Du später vergleichen kannst, ob Du alles richtig übernommen hast.
13. Lege Vergleichswerte fest. Notiere Dir die wichtigsten Daten aus Google Analytics (Absprungrate, Sitzungsdauer, wiederkehrende Benutzer, demografische Merkmale, Traffic, etc.)
Unsere Auflistung für den Umzug der Inhalte ist damit fast fertig. Der nächste Schritt ist, einige Daten als Bezugswerte für einen späteren Vergleich festzulegen.
Wir empfehlen Dir dabei, die folgenden Daten zu notieren:
Sitzungsdauer: Diese sollte länger werden, wenn wir die User Experience verbessern konnten.
Absprungrate: Hier handelt es sich um eine komplexe Kennzahl, darum verzichte ich auf Details. Eine niedrige Absprungrate ist gut, aber eine hohe nicht automatisch schlecht. Damit Du später vergleichen kannst, solltest Du sie trotzdem festhalten.
Wiederkehrende Besucher: Auch diese Kennzahl solltest Du beobachten. Wenn wir die User Experience optimieren konnten, sollten Besucher öfter wiederkommen.
Zielvorhaben: Mit der neuen Website sollten wir nun mehrere unserer Zielvorhaben erreichen.
Conversions: Natürlich DIE wichtigste Statistik! Wenn die Optimierung erfolgreich ist, sollte diese Zahl nach oben klettern.
Hinweis: Das sind meine persönlichen Empfehlungen, doch jedes Unternehmen ist unterschiedlich. Du solltest also selbst entscheiden, welche Zahlen für Dein Unternehmen am wichtigsten sind und wo Du Dir Verbesserungen wünschst.
14. Verifiziere Deine aktuelle Domain in der Google Search Console (GSC)
Eigentlich solltest Du dies schon erledigt haben. Falls nicht, kannst Du es jetzt nachholen!
Wenn Du die Adresse der Website, also die Domain, änderst, solltest Du anschließend in der GSC eine Anweisung zur Adressänderung erstellen.
Darum ist es wichtig, dass Du die aktuelle Domain zuerst verifizierst.
15. Verifiziere die alte Domain in den Bing Webmaster Tools
Trotzdem rate ich Dir, Deine Domain auch in den Bing Webmaster Tools zu verifizieren. Schließlich hast Du nichts zu verlieren und zusätzlicher Traffic kann nie schaden!
Falls Du in der Vergangenheit Links für ungültig erklärt hast, dann solltest Du jetzt eine Kopie dieser Liste an Verlinkungen herunterladen, vor allem, wenn Deine Website zu einer neuen Adresse umzieht.
Wir werden im weiteren Verlauf einen vollständigen 301 Redirect von der alten zur neuen Website einrichten. Alle schlechten Backlinks, die nicht für ungültig erklärt wurden, werden dabei für die neue Domain übernommen. Damit gehen natürlich auch mögliche Abstrafungen einher.
Verwende darum für die neue Website einfach dieselbe Disavow Datei und vermeide mögliche Probleme mit schädigenden Backlinks von Anfang an.
17. Bereite die neue Server-Infrastruktur vor
Falls Du mit Deiner Website zu einer anderen Infrastruktur wechselst (z. B. durch ein neues Hosting oder neue Cloud Server), solltest Du jetzt prüfen, ob alles richtig funktioniert.
18. Bereite ein neues SSL-Sicherheitszertifikat vor und installiere es
Zur Einrichtung der neuen Infrastruktur müssen wir:
Unser aktuelles SSL-Sicherheitszertifikat mitnehmen oder
Ein neues erstellen, falls sich die Domain geändert hat
Dieser Vorgang kann mitunter länger dauern, vor allem, wenn Du ein organisationsvalidiertes oder ein Extended Validation Zertifikat verwendest. Darum ist es umso wichtiger, dass Du Dich schon im Vorfeld damit befasst.
Dein Sicherheitszertifikat sollte bereit und installiert sein, ehe Deine neue Website live geht.
19. Erstelle eine Kopie der aktuellen Sitemap
Die XML-Sitemap liefert den Suchmaschinen eine Übersicht Deiner Website-Inhalte. Zum Umzug gehört, dass wir prüfen, ob diese Datei noch korrekt ist und wir alle Inhalte genauso übernommen haben.
Auch wenn wir Änderungen an den Inhalten vornehmen, lohnt es sich trotzdem, eine Kopie der XML-Sitemap zu speichern.
Warum? Dafür gibt es zwei Gründe:
Die XML-Sitemap sollte weder zusätzliche Seiten beinhalten, die wir nicht mehr brauchen/die nicht mehr existieren, noch
Seiten auslassen, die auf der neuen Website zu finden sind.
20. Erstelle eine Kopie der Robots.txt Datei
Wie die XML-Sitemap enthält auch die Robots.txt Datei wichtige Anweisungen, die beeinflussen, wie Google und andere Bots Deine Website crawlen. Ein Fehler in der Robots.txt Datei kann für großes Chaos sorgen. So kann es im schlimmsten Fall vorkommen, dass Du versehentlich Seiten vom Crawling ausschließt, die eigentlich nicht ausgeschlossen werden sollten. Das sagt Google auf dem Search Central Blog über Fehler in der robots.txt Datei:
Indem Du eine Kopie der alten Datei aufbewahrst, kannst Du bei Bedarf vergleichen.
Checkliste für den Website-Umzug
Sind alle Vorbereitungen getroffen? Dann geht es jetzt an den Umzug Deiner Website!
1. Übertrage alle wichtigen Inhalte
Unser erster Schritt ist der Umzug aller wichtigen Inhalte von der alten zur neuen Website.
Warum sage ich alle „wichtigen“ Inhalte?
Weil wir nur die Inhalte übernehmen sollten, für die wir während unserer Vorbereitung entschieden haben, dass wir sie behalten wollen.
Wenn eine Seite also gelöscht oder mit einer anderen zusammengelegt wird, macht es wenig Sinn, sie zu übertragen. Konzentriere Dich stattdessen auf die wichtigen Seiten und spare Dir den zusätzlichen Aufwand.
Der eigentliche Prozess des Website-Umzugs läuft je nach verwendetem System unterschiedlich ab. Die meisten CMSs verfügen jedoch über Plugins oder Erweiterungen, die Dir diesen Prozess erleichtern.
Hinweis: Bei Deinem Website-Umzug solltest Du besonders aufmerksam mit Bildern umgehen. Wenn sich die Domain oder die Ordnerstruktur ändert, lohnt es sich zu prüfen, ob für die verlinkten Bilder die richtige URL bzw. der richtige Pfad hinterlegt ist.
2. Entwickle geeignete Lösungen für die Seiten, die Du entfernst oder zusammenführst
Für alle Inhalte, die gelöscht oder zusammengeführt werden, musst Du eine geeignete Lösung bereitstellen.
Falls ein Besucher oder eine Suchmaschine versucht, eine alte URL aufzurufen, sollte eine passende Antwort erscheinen.
Doch wie sieht diese Antwort aus?
Wir empfehlen, folgendermaßen vorzugehen:
Falls Du mehrere alte Seiten zu einer Neuen zusammenfügst, dann richte einen 301 Redirect für alle alten Seiten zur neuen Hauptseite ein.
Seiten, die nicht mehr relevant sind und für die es eine andere Seite gibt, die sich mit einem sehr ähnlichen Thema befasst, sollten ebenfalls mit einem 301 Redirect zur neuen, passenden Seite versehen werden.
Falls Du eine Kategorie hast, die zu diesem Thema passt, empfehlen wir Dir, einen 301 Redirect von der alten Seite zur Kategorieseite zu erstellen.
Seiten, die nicht mehr aktuell sind und für die es keinen Ersatz gibt, sollten den Status Code 410 („Gone“, also entfernt) zurückgeben. Dieser Code ist besser geeignet als 404, denn er informiert Google darüber, dass die Seite permanent entfernt wurde und aus dem Index entnommen werden sollte.
Redirects für fehlende Seiten zur Startseite sind aus Benutzersicht problematisch; zudem werden alle internen Verlinkungen mit einem Redirect zur Homepage als (soft) 404 Codes (Seite nicht gefunden) gewertet. Darum raten wir Dir von Redirects auf die Startseite ab.
3. Gestalte eine individuelle 404 Seite
Für Kunden ist die 404 Fehlerseite eher frustrierend, doch mit einer individuellen 404 Seite kannst Du diesen schlechten Eindruck abfangen.
Unser Rat dazu: Erkläre, dass die Website umgestaltet und einige Inhalte entfernt wurden. Du kannst den Benutzern zudem eine andere Aktion vorschlagen, zum Beispiel:
Nach dem Keyword suchen, das die Benutzer ausgewählt haben
Dich kontaktieren
Die Weiterleitung zu relevanten Seiten, nach denen die Benutzer möglicherweise gesucht haben
Wie oben erwähnt solltest Du entfernte Seiten nicht mit einem Redirect zur Startseite weiterleiten.
Der Grund dafür ist, dass Google diese Redirects als Soft 404 Fehler einstuft. Dabei erwartet die Suchmaschine bestimmte Inhalte, wird jedoch zu einer Seite weitergeleitet, die nicht relevant ist, in diesem Fall die Startseite. Dabei wird kein Link Juice weitergegeben und der Wert des Links geht einfach verloren.
Des Weiteren gelten interne Redirects zur Startseite als fragwürdig und können Deine Website aus SEO Sicht schädigen.
5. Optimiere Deine Meta Descriptions
Ein Website-Umzug ist die ideale Gelegenheit, um kleine SEO Probleme anzugehen.
Wir empfehlen Dir daher, als Teil Deines Umzugs problematische Meta Descriptions zu beheben und zu verbessern. Diese Optimierung zahlt sich aus, da sie Deine Click-Through-Rate in den Suchergebnissen verbessern kann.
6. Bereite Redirects von den alten URLs zu den neuen URLs vor (Redirection Plugin oder .htaccess)
Durch den Website-Umzug haben sich URLs geändert? Dann solltest Du Redirects vorbereiten, um Deine Rankings nicht zu gefährden.
Du kannst Redirects auf verschiedene Arten erstellen:
Mit Plugins
Mit cPanel/Deinem Hosting Provider
Direkt mit der .htaccess-Datei
Wir empfehlen wenn möglich die Weiterleitung mithilfe eines Plugins. Es lässt sich leicht installieren, macht die Implementierung und Nachverfolgung einfacher und erleichtert uns damit die Arbeit!
Falls Du WordPress verwendest, ist Redirection ein benutzerfreundliches Plugin zur Verwaltung Deiner 301 Redirects.
Mit dem WordPress Plugin Redirection verwaltest Du die 301 Redirects
Du möchtest Deine Redirects manuell erstellen und verwalten? Dann findest Du hier eine entsprechende Anleitung.
7. Führe ein Audit der (neuen) Test-Site durch
Jetzt da alle Inhalte und Redirects übertragen bzw. erstellt sind, ist der ideale Zeitpunkt für ein Audit der neuen Test-Site.
Denn auch mit einer umfangreichen Checkliste kann es bei einem größeren Website-Umzug passieren, dass sich Fehler einschleichen.
Die Einstellungen zur Passwortumgehung findest Du unter „Crawlereinstellungen“ in der Projektübersicht.
Gib in diesen zwei Feldern den Benutzernamen und das Passwort ein.
8. Beseitige Probleme, die das Audit aufgedeckt hat
Natürlich solltest Du so viele der technischen SEO Probleme lösen wie möglich, ehe Du mit Deiner Website live gehst.
In unserem SEO Audit Guide findest Du weitere Informationen dazu, wie Du die gängigsten Fehler findest und angehst. Mitunter kann dieser Schritt ein bisschen länger dauern, doch die Mühe ist es am Ende auf jeden Fall wert.
9. Aktualisiere interne Redirects mit aktuellen URLs
Unser Website-Umzug kommt ohne Redirects nicht aus. Trotzdem sollten wir sie nur verwenden, wenn es keine bessere Lösung gibt. Jeder Redirect ist schließlich ein zusätzlicher Schritt für Crawler und User, darum ist es besser, wenn möglich ohne Umwege gleich zur richtigen Seite zu verlinken.
In Seobility findest Du alle Redirects unter Onpage > Struktur > Verlinkungen.
10. Korrigiere kaputte Links auf der Test-Site (kaputte Links & Bilder)
Falls Du Inhalte gelöscht und interne Verlinkungen dazu nicht entfernt oder ausgetauscht hast, entsteht dadurch ein interner, kaputter Link.
Diese Links sind schlecht für Deine Website, doch zum Glück kannst Du in Seobility unter „Technik & Meta“ eine Übersicht zu Deinen HTTP-Statuscodes einsehen, einschließlich einer Auflistung der 404 Seitenfehler.
Laut HTTP-Status Code Übersicht hat Seobility 19 404-Fehler gefunden
Im oben stehenden Beispiel kannst Du erkennen, dass 19 Seiten im Moment einen 404 Code ausgeben. Alle internen Verlinkungen zu diesen Seiten solltest Du darum aktualisieren.
Klick einfach auf die Zahl neben der 404, um alle Seiten anzuzeigen, die einen 404-Statuscode zurückgeben. Zudem kannst Du hier direkt prüfen, welche anderen Seiten auf die 404-Seiten verlinken.
Kaputte Bilder und Scripts werden Dir unter „Eingebundene Dateien“ als „Nicht abrufbare eingebundene Dateien“ angezeigt, also Dateien, deren Quelle nicht mehr richtig hinterlegt ist.
11. Entferne alle „überflüssigen“ Seiten aus dem neuen Template
Es lohnt sich zu überprüfen, ob durch den Website-Umzug neue Seiten entstanden sind, die Du nicht benötigst.
Dazu gehören zum Beispiel Demo-Seiten, die bei der Installation eines neuen Themes entstanden sind, und noch gelöscht werden müssen.
Seobility zeigt Dir eine Auflistung aller Seiten an, die während des Crawlings gefunden wurden. Du findest sie unter „Informationen zum Crawling“ im Bereich „Technik & Meta“, indem Du auf „Abgerufene Seiten“ klickst.
Prüfe die Liste auf Seiten, die es auf Deiner neuen Website nicht geben sollte.
Im Bereich „Textqualität“ unter „Inhalt“ findest Du eine zweite wichtige Auswertung: Sie zeigt Dir alle Seiten, die Blindtext enthalten.
Mit großer Wahrscheinlichkeit kannst Du diese Seiten löschen.
12. Erstelle eine neue Robots.txt Datei
Was die Inhalte angeht, sind wir jetzt fast fertig, doch es gibt noch einige andere Schritte, die wir erledigen sollten, ehe wir live gehen.
Als Erstes solltest Du eine Robots.txt Datei erstellen.
Falls Du weiterhin dieselbe Plattform verwendest, kannst Du wahrscheinlich Deine bestehende Datei in Deine neue Website kopieren. Trotzdem raten wir Dir, die Datei sicherheitshalber auf Fehler zu prüfen.
13. Erstelle eine neue Sitemap
Als Nächstes solltest Du eine neue Sitemap erstellen.
Vergleiche die neue Version am besten mit der alten, damit Du mögliche Fehler sofort entdeckst. Gleichzeitig solltest Du darauf achten, dass die neue Sitemap keine Inhalte der alten Website enthält, die Du gelöscht hast oder für die Du eine Weiterleitung eingerichtet hast.
Dabei solltest Du nach URL-Strukturen Ausschau halten, die Du so nicht von Deiner alten Website kennst. Falls Dir etwas ungewöhnlich vorkommt, lohnt es sich zu prüfen, ob Dein SEO Plugin korrekt eingestellt ist.
WooCommerce erstellt zum Beispiel relativ viele Einträge in der Sitemap, darunter Farben, Größen, Marken und andere Produkteigenschaften.
Solche Seiten enthalten jedoch meist „Thin Content“ und wenn zu viele davon erfasst werden, könnte das für Google ein Grund zur Abwertung Deiner Website sein.
Im SEO Plugin von Yoast solltest Du daher für alle Produkt-Tags, die nicht in den Suchergebnissen auftauchen sollen, „Nein“ auswählen.
14. Stelle sicher, dass Bilder keine neue URL generieren
WordPress hat, wenn es nicht richtig konfiguriert wurde, die lästige Eigenschaft, Bild-URLs als separate Seite zugänglich zu machen.
Das Ergebnis ist eine riesige Anzahl an Seiten mit nur einem einzelnen Bild als Inhalt. Aus SEO Sicht sind diese Seiten mit sehr wenig Inhalt ein echtes Problem.
Die Lösung? Stelle sicher, dass Bild-Seiten nicht indexiert werden können und zurück zum Bild weiterleiten. In Yoast geht das ganz einfach.
Wähle hierfür unter „Darstellung in der Suche“ und den Reiter „Medien“ aus. Wähle dann unter „Anhangs-URLs auf die Anhangs-Datei weiterleiten?“ „Ja“ aus.
15. Prüfe Deine Canonical Tags
Unterschiedliche CMSs erstellen auf unterschiedliche Arten Pfade zum selben Inhalt. Insbesondere Tags, Kategorien, Paginationen, Filter und andere Parameter können hier problematisch sein.
Heutzutage errät Google zwar oft selbstständig die richtige URL, aber wir gehen besser auf Nummer sicher.
Darum solltest Du dafür sorgen, dass jede Seite einen Canonical Tag hat, der zur Hauptversion verweist.
Seobility prüft Deine Website auf Probleme mit Canonical Links. Du findest das Ergebnis unter „Canonical Link Fehler“ im Bereich Onpage > Struktur.
16. Vergleiche interne Verlinkungen
Dieser Punkt ist besonders wichtig!
Wie schon erwähnt nutzt Google interne Links, um Deine Website zu crawlen und ihre Struktur zu analysieren.
Darum wollen wir größere Änderungen in folgenden Bereichen vermeiden:
Navigation – Behalte alle Verlinkungen zu Seiten, für die Du ranken willst (zum Beispiel Produkt- oder Serviceseiten mit direkten Verlinkungen) sowie zu Seiten, die weit oben in der Hierarchie Deiner Navigation stehen.
Kategorien – Manche Themes erstellen mit Breadcrumbs oder auf andere Arten automatische Verlinkungen zu Kategorien. Diese Links sollten auch im neuen Theme bestehen bleiben, da mit ihnen ansonsten einiges an Link Juice zu den entsprechenden Seiten verloren geht. Falls Dein neues Theme jedoch Links erstellt, die es in dieser Art vorher noch nicht gab, kann es Sinn machen, die Einstellungen anzupassen, um dies zu verhindern.
Verlinkungen in Inhalten – Am besten behältst Du so viele dieser Links wie möglich, denn ein Website-Umzug ist ein schlechter Zeitpunkt, um Links im Content zu verändern.
17. Nutze Schema-Markup für Kontaktdaten, Content und andere wichtige Elemente
Das sogenannte „Schema-Markup“ hilft Maschinen (in unserem Fall Suchmaschinen) Inhalte zu verstehen, indem es Informationen in Form von strukturierten Daten bereitstellt.
Des Weiteren nutzt Google dieses Schema-Markup, um Rich Snippets als Teil der Suchergebnisse anzuzeigen. Diese können ein echter Klickmagnet sein, darum solltest Du Schema-Markup überall verwenden, wo es Sinn macht.
Deine Kontaktdaten (Name, Adresse, Telefonnummern) sollten auf jeden Fall über diese strukturierten Daten verfügen.
18. Stelle sicher, dass alle rechtlich relevanten Seiten vorhanden sind
Seiten, die aus rechtlichen Gründen vorhanden sein sollten, lassen Deine Website für Benutzer legitim und vertrauenswürdig aussehen. Sorge darum vor dem Launch dafür, dass alles Notwendige vorhanden ist.
Dazu gehören:
Datenschutzbestimmungen
Allgemeine Geschäftsbedingungen
Cookie-Richtlinien
Informationen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
Regelungen zur Kennzeichnung von Werbung
…sowie alle anderen Seiten, die für Deine Branche relevant sind.
19. Prüfe, ob Kontaktformulare und andere Formulare richtig funktionieren
Teste Deine Kontaktformulare sowie alle anderen Formulare, über die Benutzer Informationen senden. Denn eine nagelneue Website bringt nur wenig Erfolg, wenn Du keine Nachrichten oder Registrierungen erhalten kannst!
20. Prüfe die „Über uns“ Seite auf ihren Informationsgehalt
Als Teil des Website-Umzugs solltest Du Deine neue „Über uns“ Seite prüfen: Ist sie mindestens so gut wie die alte Seite?
Die „Über uns“ Seite ist wichtig, um sowohl bei Suchmaschinen wie Benutzern Vertrauen zu wecken.
Darum raten wir Dir, so viele Details wie möglich aufzunehmen. Dein Standort und Bilder von Mitarbeitern eignen sich dabei am besten, um den richtigen Eindruck zu hinterlassen.
Auch Links zu den Social Media Profilen Deines Unternehmens sowie von Autoren oder Teammitgliedern sind ideal.
Gesammelt erwecken all diese Informationen den Eindruck, dass Deine Website vertrauenswürdig und legitim ist. Warum das so wichtig ist, erfährst Du in unserem Artikel zum Thema „E-E-A-T“.
21. Füge Google Analytics, Google Ads, Google Tag Manager, Facebook Pixel und andere notwendige Drittanbieter Scripts hinzu
Unser Website-Umzug ist fast abgeschlossen. Als letzten Schritt müssen wir jetzt alle benötigten Drittanbieter Scripts hinzufügen (z. B. Google Analytics).
Dabei solltest Du beachten, dass jedes Script die Ladezeit verlängert und wir darum nur die Scripts auswählen, die für Deine Website und die Daten, die Du sammeln musst, wirklich notwendig sind.
Launch-Checkliste
Der Website-Umzug ist abgeschlossen und wir sind bereit für den Launch!
Idealerweise legst Du den Launch auf einen Zeitpunkt, zu dem in der Regel wenige Besucher auf Deiner Website sind. Falls es Dinge gibt, die noch nicht perfekt laufen, kannst Du sie so vor dem Höhepunkt der Besucherzahlen korrigieren.
Mit diesen Schritten legst Du los…
1. Entferne den Passwortschutz bzw. den Noindex/disallow-Befehl
Wenn Du bereit für den Launch bist, solltest Du als Erstes alle Vorkehrungen rückgängig machen, die Suchmaschinen Crawler bisher von Deiner Website ferngehalten haben.
Es lohnt sich hierbei sorgfältig vorzugehen, schließlich willst Du keinen Launch riskieren, bei dem Crawler keinen Zugang haben!
Als ersten Schritt solltest Du sicherstellen, dass kein Häkchen neben „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“ in WordPress gesetzt ist. Du findest die Option unter Einstellungen > Lesen.
2. Aktualisiere die Nameserver, falls Du das Server Hosting wechselst
Falls Du zu einer neuen Domain oder einem neuen Hosting Provider wechselst, ist jetzt die Zeit gekommen, um den Schalter umzulegen und der Welt Deine neue Website zu zeigen.
Dafür musst Du die DNS-Einstellungen oder Nameserver der Domain aktualisieren, damit sie auf den neuen Server verweisen.
Hinweis: Unter Umständen kann es ein paar Stunden dauern, bis der DNS Wechsel wirksam wird und Du die neue Website sehen kannst.
Wenn Du bei Deinem Hosting-Provider bleibst, aber Deine Website auf ein anderes Verzeichnis umziehen möchtest, musst Du lediglich das Verzeichnis austauschen, das an den Domain-Namen angehängt ist.
Falls Du Deine Website auf einer Staging-Site vorbereitet hast, bietet Dir Dein Hosting möglicherweise die Option, die Website einfach live zu stellen. Falls Du Dir hierbei nicht sicher bist, kann Dein Hosting Provider weiterhelfen!
3. Richte einen vollständigen Redirect ein
Du bist auf eine neue Domain umgezogen? Dann musst Du nun Redirects erstellen, um Besucher (und Crawler) zur neuen Adresse weiterzuleiten.
So gehst Du mit einer .htaccess Datei auf Domainebene vor:
Oben stehende Befehle leiten von https://, https://, https://www und https://www.alte-website.com zu https://www.neue-website.com weiter.
Auch einzelne URLs werden entsprechend weitergeleitet.
4. Stelle sicher, dass Suchmaschinen keinen Zugang mehr zur alten Website haben
Als nächsten Schritt müssen wir sicherstellen, dass die alte Website für Suchmaschinen nicht mehr zugänglich ist.
Alle Aufrufe der alten Domain sollten wie oben beschrieben mit einem 301 Redirect weitergeleitet werden. Ansonsten kann es zu Duplicate Content Problemen kommen, die wir auf jeden Fall vermeiden wollen.
Halte zudem Ausschau nach falschen Subdomains, zum Beispiel „alte-website.domain.com“, sowie falschen Verzeichnissen wie domain.com/alte-website. Für Adressen dieser Art solltest Du ebenfalls Redirects einrichten.
5. Unterziehe die Website einer sorgfältigen Sichtprüfung
Jetzt da die neue Website live ist, solltest Du sie gründlich prüfen. Gehe sie am besten eine Seite nach der anderen durch und prüfe, ob alles korrekt ist.
Dabei solltest Du auch darauf achten, ob die URLs so wie erwartet angezeigt werden.
6. Teste die Redirects
Inzwischen hast Du sicherlich gemerkt, dass Redirects beim Website-Umzug eine wichtige Rolle spielen. Darum kannst Du gar nicht oft genug prüfen, ob alles so funktioniert wie vorgesehen.
Wir raten Dir, dabei auf Folgendes zu achten:
Prüfe, ob alle internen Redirects funktionieren (teste, ob die Weiterleitung User zur neuen URL bringt, falls Du zum Beispiel Dein Kontaktformular von /kontakt.html zu /kontakt verschoben hast).
Prüfe, ob Redirects von der alten zur neuen Domain funktionieren. Die URL www.alte-website.com/seite-1 sollte Benutzer jetzt zu www.neue-website.com/seite-1 leiten.
Prüfe, ob die Weiterleitung interner Links von der alten Website funktioniert. Seiten, deren Adresse sich geändert hat, sollten von der alten URL der alten Website zur neuen URL der neuen Website führen. Wenn ein Benutzer zum Beispiel auf www.alte-website.com/kontakt.html klickt, sollte er auf die Seite www.neue-website.com/kontakt gelangen.
Prüfe, ob die Redirects von http zu https funktionieren. https://www.alte-website.com/kontakt.html sollte nun zu https://www.neue-website.com/kontakt weiterleiten.
7. Prüfe, dass Backlinks gemäß Deiner Aufstellung zum neuen Inhalt weiterleiten
Backlinks sind ein weiterer Grund, warum korrekte 301 Redirects so wichtig sind.
Um den Link Juice sowie durch den Link erzeugten Traffic zu erhalten, musst Du sicherstellen, dass alle Links, die zu Deiner alten Website verweisen, jetzt zur neuen URL weitergeleitet werden.
Nimm Dir die Backlinks Deiner Website in Seobility noch mal vor und teste einige Links, um sicherzustellen, dass alle zur neuen Website weiterleiten.
Falls Du einen Link findest, der nicht funktioniert (oder ein 404 Seitenfehler ausgegeben wird), solltest Du ein paar Schritte zurückgehen und den Fehler suchen.
Alle Verlinkungen beizubehalten ist für den Erfolg der neuen Website entscheidend!
Tipp: Mit der Broken Backlink Analyse von Seobility kannst Du überprüfen, ob die neue Website kaputte Backlinks hat.
8. Suche nach „site:altedomain.com“ und prüfe die Redirects zur neuen Website
Indem Du „site:www.altedomain.com“ in die Google Suchleiste eingibst, erhältst Du eine Übersicht über einen Großteil der URLs, die Google für Deine alte Website indexiert hat. Die Suchergebnisse listen zwar nicht alle URLs, sind aber ein guter Ansatzpunkt, um einige davon zu testen.
Wenn Du auf einige der Ergebnisse klickst, solltest Du zur entsprechenden neuen Seite weitergeleitet werden.
Falls nicht, musst Du diesen Fehler so schnell wie möglich berichtigen, um Deinen Traffic und Deine Rankings zu behalten.
9. Lege die neue Website in der Google Search Console an
Sobald Du Dir sicher bist, dass alle Deine Redirects funktionieren, ist es an der Zeit, die neue Website in der Google Search Console zu registrieren.
Verifiziere die neue Domain in der Google Search Console, indem Du eine der Verifizierungsarten auswählst, die hier beschrieben werden.
10. Lege die neue Website in den Bing Webmaster Tools an
Wir wissen schon, was Du sagen möchtest! Auch wenn Bing nicht Google ist, solltest Du Deine Website trotzdem in den Webmaster Tools verifizieren. Schließlich zählt jedes bisschen Traffic!
11. Teste Deine Robots.txt Datei mit dem Google robots.txt-Tester
Indem Du die Website zuerst in Googles robots.txt-Tester verifizierst, stellst Du sicher, dass Google Zugang zu Deinen Inhalten hat.
Teste anschließend einige der wichtigen URLs und URL Strukturen, um zu prüfen, ob Google diese crawlen kann.
„Allowed“ – Der Googlebot hat Zugang zur getesteten URL
Beachte: Das robots.txt Testing Tool funktioniert nur für URL-Präfix Properties, jedoch nicht für Domain-Properties. Alternativ kannst Du dieses kostenlose Tool nutzen.
12. Prüfe, ob strukturierte Daten korrekt sind und entferne Fehler
Wenn bis hierher alles gut aussieht, können wir Google mitteilen, dass die Website nun gecrawlt werden kann.
Lade die neue URL der XML-Sitemap auf der neuen Domain in der Search Console hoch und stelle sicher, dass nach der Einreichung keine Fehler auftreten.
Wiederhole das gleich in den Bing Webmaster Tools.
15. Lade eine Disavow Datei hoch
Falls Du für Deine alte Website eine Disavow Datei genutzt hast, solltest Du sie nun in der Search Console als Teil der neuen Property hochladen.
Dieser Schritt ist wichtig, um schädliche Backlinks zu Deiner alten Website weiterhin für ungültig zu erklären und Deine Rankings damit nicht zu gefährden!
16. Beantrage eine erneute Indexierung
Normalerweise findet Google Deine Website relativ schnell von selbst, indem der Googlebot von der alten Website auf die neue weitergeleitet wird.
Diesen Vorgang kannst Du jedoch beschleunigen, indem Du bei Google die Indexierung der alten Website beantragst (damit die 301 Redirects gefunden werden) und das Ganze anschließend mit der neuen Website wiederholst.
Dies kannst Du in der Google Search Console über das Tool zur URL-Prüfung machen (für eine kleine Anzahl von URLs) oder indem Du eine neue Sitemap einreichst.
17. Führe eine Adressänderung durch
Auch über Googles Tool zur Adressänderung in der Search Console kannst Du die Suchmaschine umgehend über Deinen Domainwechsel informieren.
In den Property Einstellungen der Seach Console kannst Du eine Adressänderung angeben
Hinweis: Damit diese Änderung erfolgreich durchgeführt werden kann, müssen Deine Redirects korrekt eingerichtet sein.
18. Erstelle eine Nachricht, die über den Umzug und mögliche Fehler informiert
Möglicherweise willst Du Deinen Benutzern mit einer kurzen Nachricht entgegenkommen, die sie über den Umzug Deiner Website informiert.
Folgende Gründe sprechen für diese Info:
Wenn Dein neues Design stark vom alten abweicht, kann eine Nachricht Benutzern helfen, sich zurechtzufinden.
Vor allem, wenn Deine Website sehr groß ist, kann es vorkommen, dass Du Kleinigkeiten übersehen hast. Indem Du Benutzer bittest, Fehler zu melden, hast Du kleine Probleme im Nu ausgebügelt.
19. Aktualisiere die URLs in Social Media Profilen
Jetzt da Deine neue Website live ist, solltest Du alle Verlinkungen zu ihr austauschen, zu denen Du Zugang hast.
Am besten fängst Du mit Deinen Social Media Kanälen an, aber denke auch an andere Links, zum Beispiel in Profilen für Foren.
20. Veröffentliche neues Bildmaterial auf den sozialen Medien
Falls Du im Rahmen des Website-Umzugs ein Rebranding vorgenommen hast, solltest Du jetzt Bildmaterial auf den sozialen Medien oder anderen externen Plattformen austauschen bzw. an das neue Branding anpassen.
Denke dabei an Deine E-Mails und Newsletter, damit Deine Nachrichten auf allen Kanälen einheitlich sind.
Dazu gehören auch Kampagnen, die regelmäßig automatisiert versendet und nicht regelmäßig überarbeitet werden (Drip-Marketing). Sie werden leicht übersehen, darum lohnt es sich, alle Marketing Kanäle zu durchkämmen und anzupassen!
21. Teste Deine Website mit PageSpeed Insights oder Lighthouse Audit
Teste mit den PageSpeed Insights von Google oder dem Lighthouse Audit in den Chrome Dev Tools, ob die Geschwindigkeit Deiner Website in Ordnung ist.
https://ww.collectiveray.com/ erzielt einen Score von 77 in PageSpeed Insights
Jetzt da Deine neue Website live ist, solltest Du Dir einige Checks und Statistiken vornehmen, die Du die nächsten Wochen über im Auge behältst.
1. Aktualisiere nach Bedarf die Google Analytics Zielvorhaben/Conversions
Möglicherweise haben sich durch den Website-Umzug einige URLs geändert. Damit Google Analytics weiterhin nachverfolgen kann, ob Deine Zielvorhaben erreicht werden oder Conversions zustande kommen, solltest Du entsprechende URLs aktualisieren.
Diesen Schritt stellen wir absichtlich an den Anfang, da es besonders wichtig ist, die (hoffentlich positiven) Ergebnisse Deines Website-Umzugs zu beobachten.
2. Aktualisiere Facebook Pixel, Google Ads und andere Marketing Software
Wie bei den Google Analytics Zielvorhaben gibt es möglicherweise noch andere Software von Drittanbietern, die Du aktualisieren musst, um die Infrastruktur der neuen Website korrekt zu erfassen.
Du spielst zum Beispiel Kampagnen über Facebook oder Google Ads aus? Dann solltest Du Events, die durch den Besuch einer bestimmten Seite getriggert werden, aktualisieren und anschließend prüfen, ob alles korrekt funktioniert.
3. Installiere ein Heatmap Tool, um zu sehen, wie sich die User Experience verbessert hat
Die Optimierung der User Experience sollte ein Hauptziel des Website-Umzugs sein. Um zu sehen, ob dies gelungen ist, solltest Du das Verhalten der Benutzer auf der neuen Website beobachten.
Wir empfehlen Dir eine Heatmap Software oder die Aufzeichnung von Benutzersitzungen, um Einblicke darüber zu gewinnen, wie Nutzer die neue Website browsen.
4. Lass Deine alte Domain nicht ablaufen! (Oder Du riskierst den Verlust Deiner alten Links)
Auch wenn Deine 301 Redirects stehen, solltest Du Deine alte Domain nicht ablaufen lassen!
Google gibt zwar an, dass die Domain nach einigen Monaten als umgezogen gilt, doch Du solltest trotzdem auf Nummer sicher gehen.
Warum das so wichtig ist? Weil deaktivierte Domains mit relevanten Backlinks in der Regel aufgekauft und in neue Websites umgestaltet werden.
Wenn das passiert, verlierst Du den Link Juice und den Traffic, den Dir die Verlinkungen zur alten Website liefern. Behalte darum die alte Domain und erneuere sie jährlich, damit alle Aufrufe zur neuen Website weitergeleitet werden.
5. Analyse + Fehlerdiagnose
In den ersten Wochen nach dem Website-Umzug solltest Du die Statistiken der neuen Website mit denen der alten vergleichen.
Ist die Verweildauer länger geworden? Ist die Absprungrate niedriger?
Betrachte jede Kennzahl, die für Dein Unternehmen relevant ist, und bewerte, ob die Änderungen positiv oder negativ sind.
Alle schlechten Ergebnisse solltest Du analysieren und entsprechende Schritte einleiten.
Doch Achtung, hier ist Fingerspitzengefühl gefragt! Nimm erst mal kleine Änderungen vor und prüfe nach einigen Tagen, ob diese bereits zu einer Verbesserung geführt haben.
6. Prüfe die Indexabdeckung in der Google Search Console
Jetzt da Google die neue Website crawlt, solltest Du den Bericht zur Seitenindexierung in der Google Search Console prüfen (unter Indexierung > Seiten).
Hier kannst Du erkennen, ob Google beim Crawlen Deiner Website Schwierigkeiten hatte. Der Bericht zeigt Dir zudem an, wie viele Seiten im Moment im Index gelistet sind, und die Gründe dafür, warum die anderen Seiten nicht indexiert sind.
Falls Du Probleme oder unerwartete Ergebnisse entdeckst, solltest Du diese eines nach dem anderen bearbeiten.
7. Prüfe Fehler in der Search Console
Während Google die neue Website crawlt, werden Dir nach und nach in der Google Search Console mögliche Fehler angezeigt, die bei dem Vorgang zutage kommen.
Im Abschnitt „Verbesserungen“ siehst Du zum Beispiel, ob in den strukturierten Daten Fehler gefunden wurden.
Wir raten Dir, diese Fehler aufmerksam zu bearbeiten, und so viele davon wie möglich (so schnell wie möglich) zu korrigieren.
8. Kontaktiere Websites, die auf Deine alte Website verlinken, um Backlinks zu aktualisieren
Auch wenn 301 Redirects eine gute Lösung sind, solltest Du trotzdem so viele Backlinks wie möglich aktualisieren, damit sie direkt zur neuen URL führen.
Am besten exportierst Du dazu eine Liste Deiner Backlinks in Seobility und kontaktierst anschließend so viele der Websites wie möglich, damit sie den Link austauschen. Dabei kannst Du ihnen gleich von Deinem coolen Redesign erzählen 🙂
Hinweis: Wir empfehlen Dir, zuerst die Websites zu kontaktieren, die direkt zu Deiner Startseite verlinken.
9. Vergleiche Rankings und organischen Traffic
Keine Panik, in den ersten Wochen sind Schwankungen ganz normal! Google braucht seine Zeit, um sich auf Deiner neuen Website zurechtzufinden und alle Redirects zu finden.
Nach etwa einem Monat sollte sich der Traffic stabilisieren und im Idealfall verbessern.
Es tut sich trotzdem nichts? Dann beobachte die geplanten Seobility Crawlings und halte Ausschau nach Fehlern und anderen Unregelmäßigkeiten.
Alles, das Dir auffällt, solltest Du gleich beheben!
Auch die Auswertung der Daten in der Google Search Console kann Aufschluss über Seiten geben, die jetzt weniger Impressionen und Klicks verzeichnen. Falls Du auf einer Seite einen größeren Abfall entdeckst, kann es Sinn machen, in diese noch mal Zeit zu investieren.
Bereit für den Relaunch Deiner Website?
Ein Website-Relaunch ist keine einfache Aufgabe!
Darum haben wir versucht, den Prozess mit unserer ausführlichen Website-Relaunch- und Redesign-Checkliste so einfach wie möglich zu machen.
Wie bereits am Anfang erwähnt, ist nicht jeder Schritt zwingend für Deinen individuellen Website-Umzug oder Deinen Relaunch notwendig. Wir empfehlen Dir, basierend auf allen oben stehenden Schritten eine eigene Checkliste zu erstellen, nachdem Du alle Informationen durchgelesen hast.
Damit hast Du eine optimale Basis für das Redesign, den Relaunch oder den Umzug Deiner Website und kannst echte SEO Erfolge erzielen!
Hast Du bereits Website Redesigns, Relaunches oder einen Website-Umzug durchgeführt? Hast Du dabei Erfahrungen gemacht, die Du mit uns teilen möchtest? Wäre unsere Checkliste dabei hilfreich gewesen?
Der Google Algorithmus ist unfassbar komplex. Es gibt Hunderte von Ranking-Signalen, anhand derer für jede Suchanfrage berechnet wird, auf welcher Position Deine Website rankt.
Manche dieser Signale sind wichtiger als andere, aber dennoch ist jedes einzelne von Bedeutung.
Das Problem dabei ist folgendes:
Es ist schlichtweg unmöglich, jeden einzelnen dieser Faktoren manuell zu prüfen. Hier kommen sogenannte “SEO Audit Tools” (wie Seobility) ins Spiel.
Ein SEO Audit Tool crawlt Deine Website auf dieselbe Weise wie Google. Dabei werden Fehler und Probleme ermittelt, die dafür verantwortlich sein könnten, dass Deine Website in den Suchergebnissen nicht gut rankt.
Die meisten dieser SEO Audit Tools berechnen außerdem einen Score für Deine Website, der in etwa so aussieht…
Optimierungsgrad (“Optimization score”) in Seobility
…und zeigen Dir eine Liste an Problemen an, die auf Deiner Website gefunden wurden.
In diesem Guide werde ich Dir zeigen:
wie Du mit Seobility Schritt für Schritt ein technisches SEO Audit durchführst
wie Du die wichtigsten Verbesserungspotentiale Deiner Website ermittelst
wie Du die Fehler beheben kannst, die Du durch das Audit aufdeckst, um so Deine Website für Suchmaschinen zu optimieren und Deinen organischen Traffic zu steigern
Was ist ein SEO Audit und warum ist es so wichtig?
Ein SEO Audit ist eine strukturierte Methode, um herauszufinden, wie gut eine Website für Suchmaschinen optimiert ist. Im Grunde wird dabei eine lange Liste an SEO Faktoren geprüft und ermittelt, wie gut Deine Website für jeden dieser Faktoren optimiert ist.
Mithilfe eines SEO Audits kannst Du Dir also ein klares Bild über den aktuellen Zustand Deiner Website verschaffen und die wichtigsten Optimierungspotentiale aufdecken. Dies ist wichtig, um im Rahmen Deiner SEO-Strategie Aufgaben sinnvoll priorisieren zu können. Ohne ein klares Bild Deiner jetzigen Situation ist es hingegen nahezu unmöglich, eine effektive SEO-Strategie zu entwickeln. Aus diesem Grund spielen Audits eine so wichtige Rolle in der Suchmaschinenoptimierung.
Das könnte Dich nun vielleicht zu der Annahme verleiten, dass es sich bei einem SEO Audit um eine einmalige Aufgabe handelt und Du Dich entspannt zurücklehnen kannst, sobald Du die wichtigsten Probleme behoben hast.
Allerdings ist das Gegenteil der Fall…
Es gibt immer noch etwas, das Du verbessern kannst
Keine Website ist perfekt.
Du kannst Tage, Wochen oder sogar Monate mit der Optimierung verbringen und es wird immer noch etwas geben, das Du verbessern kannst.
Ich kann Dir garantieren, dass jeder professionelle SEO schon mal eine Nachricht wie diese bekommen hat:
“Hallo,
wir haben gerade einen kostenlosen Report von {beliebiges SEO Unternehmen, das automatisierte Mails versendet} bekommen und darin steht, dass auf unserer Website 23 ALT Attribute fehlen? Ich dachte, Sie haben die Website optimiert?
Liebe Grüße,
Ihr Kunde”
Die Nachfrage ist natürlich nicht unberechtigt. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass:
Der SEO Manager das schon weiß.
Er andere Aufgaben priorisiert hat, die schneller zu Verbesserungen führen.
Denn wenn es um SEO geht, sieht die Hierarchie an Aufgaben ungefähr so aus:
Kritisch > Wichtig > Sollte gemacht werden > wäre nett, das zu beheben > Achja, ALT Attribute…
Die meiste Zeit und Energie wird hier in “kritische” und “wichtige” Aufgaben investiert. Und das ist auch richtig so.
Da die meisten Websites stetig wachsen und neuen Content hinzufügen, wird es immer kritische/wichtige Aufgaben geben, an denen man arbeiten kann. Wenn eine Website nicht komplett statisch ist, ist SEO immer ein kontinuierlicher Prozess.
Initiale Checkliste
Bevor Du in das SEO Audit eintauchst, würde ich Dir empfehlen, eine Reihe von manuellen Checks für Deine Website durchzuführen.
Ich habe Dir hierfür eine Checkliste zusammengestellt (Du kannst die einzelnen Schritte anklicken, um zum jeweiligen Abschnitt im Artikel zu gelangen):
Da Audits regelmäßig durchgeführt werden, kann Dir ein Tracking Deiner wichtigsten Metriken dabei helfen zu verstehen, wie sich Deine Änderungen im Laufe der Zeit auf die Performance Deiner Website auswirken.
Eine Überwachung Deiner Rankings und Backlinks ist ganz einfach mit dem Keyword Monitoring und Backlink Monitoring von Seobility möglich. Die anderen oben genannten Kennzahlen kannst Du in der Google Search Console und Google Analytics im Blick behalten.
2. Rankt die Website für den Markennamen?
Deine Website sollte immer für Deinen Markennamen ranken – es sei denn, sie ist noch sehr neu oder Dein Unternehmensname ist ein sehr gebräuchliches Wort/Satz.
Deine Website rankt nicht für ihren eigenen Namen? Das ist ein deutliches Warnsignal dafür, dass sie von einer Google Penalty betroffen sein könnte.
Google also Deinen Markennamen und stelle sicher, dass Du ganz oben stehst.
Wenn das der Fall ist, ist alles in Ordnung.
Wenn ich das bei meiner eigenen Website mache, fragt mich Google, ob ich “noobnorm” ohne Leerzeichen meinte (“Did you mean: noobnorm” im Screenshot oben). Also checke ich das zur Sicherheit auch einmal.
Sieht gut aus.
Es gibt noch ein paar weitere Punkte, die Du in den SERPs überprüfen solltest, nämlich:
Falls es ein Knowledge Panel gibt, geht es darin um Dein Unternehmen?
Wie viele der Top-10 Ergebnisse drehen sich um Dein Unternehmen?
Welches Erscheinungsbild bzw. welchen ersten Eindruck vermitteln die Ergebnisse über Dein Unternehmen?
Diese sog. „Brand“-Suchanfragen sind ein wichtiger Weg für potentielle Kunden, um Dich online zu finden. Außerdem können sie Aufschluss darüber geben, wie Google Deine Marke bzw. Dein Unternehmen wahrnimmt. Falls Du hier Probleme feststellst, solltest Du das in Deiner SEO-Strategie berücksichtigen.
3. Sind 301 Redirects für unterschiedliche URL-Varianten eingerichtet?
Deine Website sollte nur auf eine Weise aufrufbar sein.
Was das bedeutet? Hier vier Arten, wie Nutzer versuchen könnten, Deine Website aufzurufen (oder zu verlinken):
https://example.com (ohne Verschlüsselung, ohne www)
https://www.example.com (ohne Verschlüsselung, mit www)
https://example.com (mit Verschlüsselung, ohne www)
https://www.example.com (mit Verschlüsselung, mit www)
Wenn jede dieser Varianten individuell aufrufbar wäre (also nicht weiterleiten würde), könnten folgende Probleme auftreten:
Google weiß nicht, welche Version in den Suchergebnissen ranken soll
Link Juice wird auf “unterschiedliche” Website-Varianten aufgeteilt
Klingt kompliziert? Keine Sorge, wir prüfen das im SEO Audit von Seobility für Dich.
Wenn alles in Ordnung ist, siehst Du ein grünes “OK” in Deiner Projekt Checkliste (rechts in der Projekt Übersicht).
Außerdem haben wir ein kostenloses Tool entwickelt, mit dem Du Deine Website ganz einfach (auch ohne Registrierung) auf dieses Problem prüfen kannst!
Gib einfach die URL Deiner Website in unseren Redirect Check ein und wähle Dein bevorzugtes URL-Format (Ziel Base-URL):
In diesem Fall sehen wir, dass alles korrekt konfiguriert wurde.
Wenn Dir hier allerdings Fehler angezeigt werden, solltest Du dir unsere Artikel zum WWW Redirect und zur Umstellung Deiner Website auf HTTPS ansehen. Dort erklären wir Dir, wie Du die entsprechenden Redirects korrekt konfigurierst.
Wenn Du WordPress verwendest, findest Du hier einige Empfehlungen für Plug-ins, mit denen Du Weiterleitungen einrichten kannst.
4. Ist die Anzahl an Unterseiten, die laut Google indexiert sind, ungefähr korrekt?
Indexierungsprobleme gehören zu den größten technischen Problemen, die man mit einem SEO Audit aufdecken kann und fallen in den Bereich der “kritischen” Fehler.
Dabei kann es sowohl vorkommen, dass zu viele als auch zu wenige Unterseiten einer Website indexiert werden. In beiden Fällen solltest Du das Problem dringend beheben.
Mit einem detaillierten SEO Audit kannst Du die zugrundeliegenden Probleme ans Licht bringen. Ich empfehle jedoch, auch schon vor dem Audit kurz zu prüfen, ob die Anzahl an Unterseiten, die laut Google indexiert sind, in etwa stimmt.
In der Google Search Console findest Du unter “Abdeckung” die Anzahl an indexierten Seiten.
Die Google Search Console gibt 266 URLs als “gültig” (“valid”) an
In meinem Fall sind das 266 indexierte URLs.
Das entspricht ungefähr der Anzahl an Artikeln, Seiten und Kategorien auf meiner Website. Fürs erste scheint hier also mit der Indexierung alles in Ordnung zu sein.
Tipp: Wenn Du diesen Bericht ansiehst, solltest Du auch prüfen, ob es in der Vergangenheit ungewöhnliche Anstiege oder Abfälle an indexierten Seiten gab. Diese sind zwar nicht zwangsläufig ein Grund zur Sorge, allerdings solltest Du Dir im Klaren darüber sein, warum sie aufgetreten sind.
5. Hat die Website Probleme mit der Ladegeschwindigkeit?
Es führt leider kein Weg daran vorbei: die Ladegeschwindigkeit Deiner Website ist überaus wichtig.
Ich möchte an dieser Stelle nicht zu sehr ins Detail gehen. Wir haben das Thema in diesem Pagespeed Guide bereits ausführlich behandelt. Ich kann Dir jedoch versichern, dass es sich lohnt, Zeit in die Optimierung der Ladegeschwindigkeit Deiner Website zu investieren.
Wie Du die Ladegeschwindigkeit Deiner Website testen kannst
Der “Waterfall” Bericht in GTmetrix ist besonders hilfreich, um herauszufinden, welche Scripts/Requests Deine Website verlangsamen.
Wie schnell sollte Deine Website sein?
Grundsätzlich sollte Deine Website so schnell wie möglich laden.
Ein guter Anhaltspunkt ist jedoch ein Score über 90 in Google PageSpeed Insights (sowohl für Mobile als auch für Desktop) und eine Ladedauer von weniger als 2 Sekunden in GTmetrix. Eine detailliertere Antwort findest Du in unserem Artikel „Was ist eine gute Seitenladezeit?„.
Meine Website Noob Norm erzielt derzeit (je nach geprüfter Unterseite) einen Score zwischen 95 und 99 für Mobile.
Und 99-100 für Desktop (auch hier abhängig von der Unterseite).
Die Ladegeschwindigkeit liegt laut GTmetrix unter 1 Sekunde.
GTmetrix zeigt bei “Fully Loaded Time” (also die Zeit, bis die Seite vollständig geladen ist) 0,8 Sekunden an
Zugegebenermaßen musste ich sehr viel Arbeit investieren, um diese Ladegeschwindigkeit zu erreichen. Für die meisten WordPress Websites dürfte eine Ladedauer zwischen 1 und 2 Sekunden aber realistisch sein.
Hier noch einige Hinweise für die Optimierung der Ladezeit:
Verwende ein leichtgewichtiges Theme. (Ich empfehle “Generate Press”.)
Verwende ein Caching Plugin. (Ich habe einige getestet und WP Rocket ist mein Favorit.)
Minimiere JavaScript– und CSS-Dateien und fasse sie wenn möglich zu jeweils einer Datei zusammen. Verschiebe sie dann in den Footer Deiner Seite.
Nutze für Scripts asynchrones oder zeitversetztes Laden.
Verwende einfache Fonts (ausgefallene Schriften können Deine Website verlangsamen).
Verwende nicht zu viele Plugins.
Nutze “lazy loading” für Bilder.
Ersetze eingebundene YouTube Videos durch Vorschaubilder, die erst das Script laden, wenn sie angeklickt werden.
Wenn Du Werbeanzeigen eingebunden hast, sollten diese erst laden, wenn die Seite an sich geladen ist.
Versuche die Anzahl an Requests, die zum Laden Deiner Seiten benötigt werden (abgebildet im GTmetrix Waterfall), auf ein Minimum zu reduzieren.
6. Wie schneidet die Website in Bezug auf Google’s Core Web Vitals ab?
2021 hat Google die sog. „Core Web Vitals“ als Rankingfaktor eingeführt.
Aber was versteht man unter “Core Web Vitals”?
Im Grunde drehen sich diese Faktoren allesamt um die Page bzw. User Experience.
Die Ladegeschwindigkeit spielt hierbei eine wichtige Rolle. Insbesondere:
First input delay – die Zeit bis der Nutzer zum ersten Mal mit einer Seite interagieren kann
Largest contentful paint – die Zeit, die benötigt wird, um den Hauptinhalt einer Seite vollständig zu laden
Die Optimierung der Ladegeschwindigkeit haben wir oben bereits behandelt.
Eine weitere wichtige Kennzahl ist “Cumulative Layout Shift”.
Was bedeutet “Cumulative Layout Shift”?
Hast Du schon mal eine Website geladen, dort geklickt und plötzlich hat sich das Layout geändert und Du hast versehentlich eine Werbeanzeige o.ä. angeklickt? Dann hast “Cumulative Layout Shift” erlebt.
Ziemlich nervig oder? Google möchte deshalb, dass Du das auf ein Minimum beschränkst.
Wie Du die Core Web Vitals testen kannst
In der Google Search Console kannst Du nachsehen, wie gut Deine Website in Hinblick auf Google’s Core Web Vitals performt.
Google Search Console > Nutzerfreundlichkeit > Core Web Vitals
Mit einem Klick auf „Bericht öffnen“ erhältst Du mehr Details:
Wenn Du hier eines der Probleme anklickst, kannst Du herausfinden, welche URLs Deiner Website davon betroffen sind.
Als ich den Bericht für meine Website Noob Norm überprüft habe, war Cumulative Layout Shift (CLS) das Hauptproblem.
Um das CLS einer Seite zu testen und zu verbessern, kannst Du dieses coole Tool verwenden.
Sobald Du die entsprechenden Probleme auf Deiner Website behoben hast, kannst Du im Core Web Vitals Bericht in der Google Search Console auf “Fehlerbehebung überprüfen” klicken, um Google über die Änderung zu informieren.
7. Erfüllt die Website alle weiteren Page Experience Faktoren von Google?
Wie oben bereits beschrieben ist der Pagespeed ein wichtiger Teil der Core Web Vitals. Die Core Web Vitals wiederum lassen sich dem allgemeineren Rankingsignal der “Page Experience” zuordnen.
Den Page Experience Bericht findest Du in der Google Search Console unter Nutzerfreundlichkeit > Verhalten von Seiten.
Zusätzlich zu Ladegeschwindigkeit und Core Web Vitals solltest Du daher auch folgende Faktoren prüfen:
Ist die Website für mobile Geräte optimiert?
Die Antwort lautet hier hoffentlich ja. Ansonsten solltest Du das schleunigst nachholen – wir haben das Jahr 2023!
Nutzt die Website HTTPS?
Es gibt keine Ausrede dafür, HTTPS nicht zu verwenden.
Wenn Du das noch nicht tust, solltest Du Dir jetzt ein kostenloses Zertifikat von Let’s Encrypt holen und Dir unseren HTTPS Guide ansehen.
Enthält die Website aufdringliche Interstitials?
Grundsätzlich ist Werbung auf einer Website kein Problem, denn sie ist essentieller Bestandteil vieler Online-Geschäftsmodelle.
Auf störende Interstitials, Pop-unders etc. solltest Du jedoch verzichten.
Indem Du die Richtlinien der Coalition For Better Ads befolgst, stellst Du sicher, dass Deine Werbung nutzerfreundlich ist und niemanden stört.
Gibt es sonstige Probleme in der Google Search Console?
Die Google Search Console bietet eine Menge hilfreicher Informationen für die Optimierung Deiner Website.
Wir können hier zwar keine vollständige Übersicht über alle Berichte geben, aber hier eine kleine Auswahl an wichtigen Bereichen, die Du im Rahmen Deines SEO Audits prüfen solltest:
Dieser Bericht ist zwar ein wenig versteckt, aber sehr hilfreich, denn er gibt Aufschluss darüber, wie Google Deine Website crawlt. Beim Sichten dieses Berichts solltest nach stärkeren Schwankungen der Crawling-Anfragen, Downloadgröße und Reaktionszeit Ausschau halten.
9. Ist die Website technisch auf einem aktuellen Stand?
Wann hast Du das letzte Mal WordPress aktualisiert? Welche PHP-Version läuft auf Deinem Server?
Wenn Du die Antworten darauf nicht kennst, solltest Du jetzt gut aufpassen!
Die wichtigsten Punkte, auf die Du achten solltest, sind:
Indem Du diese up-to-date hältst, reduzierst Du das Risiko dafür, dass Deine Website gehackt werden könnte, und vermeidest negative Auswirkungen auf die Ladedauer Deiner Website.
Hinweis: Wenn Du dir nicht zutraust, diese Änderungen selbst durchzuführen (oder Shared Hosting nutzt), bitte Deinen Hosting Provider um Unterstützung.
Und: Erstelle immer ein Backup, bevor Du Updates auf Deinem Server oder CMS installierst.
Beginnen wir mit dem Server.
Aktualisierung von PHP
Laut W3 Techs nutzen aktuell 77% aller Websites PHP.
Allerdings nutzen lediglich 12% davon PHP 8.
Warum das wichtig ist? Weil alte Versionen von PHP nicht mehr gepatcht werden und dadurch Sicherheitslücken entstehen können.
Aber es kommt noch schlimmer.
Momentan ist PHP 8.2 die aktuellste Version. Und alle Versionen bis einschließlich PHP 7.4 haben das “Ende der Lebensdauer” erreicht. Das heißt, selbst wenn Du PHP 7.4 verwendest, ist Deine Website angreifbar.
Aber was hat das mit SEO zu tun?
Zunächst einmal wird es Deine Rankings sicherlich nicht verbessern, wenn Du gehackt wirst. Aber falls Dich das nicht überzeugt…
In WordPress kannst Du unter Werkzeuge > Website-Zustand > Bericht > Server nachsehen, auf welcher PHP Version Deine Website aktuell läuft:
An dieser Stelle kannst Du dir direkt Deine WordPress Version (unter WordPress) und Deine Datenbank Version (unter Datenbank) notieren. Darauf kommen wir gleich zurück.
Datenbank-Aktualisierung
Auch hier geht es um die Ladegeschwindigkeit und Sicherheit Deiner Website.
Du solltest sicherstellen, dass Deine Website MySQL 5.6 oder höher verwendet, da ältere Versionen nicht mehr unterstützt werden.
Alternativ kannst Du auch zu MariaDB wechseln, wenn Du ein Fan von Open Source Software bist. Ich persönlich habe den Eindruck, dass MariaDB ein kleines bisschen schneller ist, aber das ist wohl diskussionswürdig.
Stelle sicher, dass WordPress auf dem aktuellsten Stand ist
Wenn Du kein WordPress nutzt, kannst Du hier klicken, um diesen Abschnitt zu überspringen.
Wenn Du dich in WordPress einloggst und folgendes siehst…
WordPress zeigt an, dass eine neue Software Version verfügbar ist (“WordPress 5.4.2 is available!”)
… solltest Du das nicht ignorieren!
Du solltest stets die aktuellste WordPress Version verwenden, um Deine Website schnell und sicher zu halten.
Für die Aktualisierung ist nur ein Klick notwendig.
WordPress zeigt an, dass eine aktualisierte Version verfügbar ist. Das Update ist mit einem Klick auf “Update Now” möglich
Doch auch hier solltest Du vorher ein Backup erstellen, für den Fall, dass etwas schiefläuft.
Stelle sicher, dass alle Plugins aktuell sind
Ladegeschwindigkeit, Sicherheit… Du weißt inzwischen worum es hier geht.
Wenn Du so etwas siehst, ist das kein gutes Zeichen.
Das solltest Du schnellstens beheben.
Du kannst alle veralteten Plugins mit nur wenigen Klicks über Plugins > Verfügbare Aktualisierungen aktualisieren.
Setze unter “Verfügbare Aktualisierungen” bei allen Plugins ein Häkchen, wähle unter Mehrfachaktionen “Aktualisieren” und klicke auf “Übernehmen”
Aber erstelle vorher ein Backup 🙂
Außerdem empfehle ich Dir, alle inaktiven Plugins zu löschen, um Dein CMS sauber zu halten.
10. Sieht die Website vertrauenswürdig aus?
Wie die Ladegeschwindigkeit ist auch der Trust, also das “Vertrauen”, das Google in Deine Website hat, ein Thema für sich.
Es handelt sich dabei um den zentralen Faktor von E-E-A-T (Expertise, Experience, Authority, Trust) – ein wichtiges Konzept aus Googles Quality Rater Guidelines. Mehr Informationen dazu findest Du in unserem E-E-A-T Guide.
Grundsätzlich gilt aber: wenn Google Vertrauen in Deine Website hat, ist das etwas Gutes. Und eine wichtige Maßnahme, um dieses Vertrauen herzustellen, ist es, transparent darüber zu sein:
wer Du bist
warum Du die richtige Person oder das richtige Unternehmen bist, um über ein Thema zu schreiben
wie Du Nutzerdaten erhebst und verwendest
Daher solltest Du sicherstellen, dass Deine Website Folgendes enthält:
Eine gut geschriebene “Über uns” Seite
Eine umfangreiche Datenschutzrichtlinie, die alle erhobenen Nutzerdaten und deren Verwendung aufführt
Eine Kontaktseite, über die Deine Besucher auf einfache Weise mit Dir Kontakt aufnehmen können
Autorenprofile, anhand derer erkennbar ist, wer für die Blogartikel und sonstigen Inhalte auf Deiner Website verantwortlich ist
Diese Elemente sollten außerdem leicht auffindbar und klar ersichtlich sein.
Technisches SEO Audit Schritt für Schritt
Grundsätzliche gibt es verschiedene Arten von SEO Audits, die von einfachen automatisch-generierten Reports bis hin zu umfangreichen Dokumenten reichen, für die SEOs Wochen an Arbeit investieren müssen.
In diesem Artikel führe ich Dich Schritt für Schritt durch ein grundlegendes technisches SEO Audit mithilfe von Seobility’s Website Audit Tool und einer Reihe weiterer Tools. Du kannst bei Bedarf weitere Faktoren zu diesem Audit hinzufügen oder Punkte streichen, um es so auf Deine individuelle Situation anzupassen.
Bevor wir loslegen, müssen wir aber zunächst ein paar Vorbereitungen treffen.
Vorbereitung
Da bei einem SEO Audit oftmals Hunderte einzelner Faktoren geprüft werden, können Tools wie Seobility eine starke Unterstützung bieten.
Deshalb empfehlen wir Dir als allererstes einen Seobility Account einzurichten, falls Du noch keinen hast. Mit dem kostenlosen Account kannst Du bis zu 100 Seiten pro Crawling analysieren, allerdings empfehle ich Dir, Dich für den 14-tägigen kostenlosen Testzeitraum des Premium Account zu registrieren.
Warum?
Weil Du damit sofort ein neues Crawling starten kannst, nachdem Du Änderungen an Deiner Website vorgenommen hast. Ansonsten musst Du nämlich 7 Tage warten, um zu prüfen ob Deine Änderungen erfolgreich waren, und hast außerdem nur eingeschränkten Zugriff auf die Analyseergebnisse.
Was zwar kein riesiges Hindernis ist, aber den gesamten Prozess etwas verlangsamt.
Du hast einen Account? Perfekt! Dann starte jetzt ein Crawling Deiner Website.
Klicke dafür in Deinem Dashboard auf “Projekt anlegen”.
Seobility > Dashboard > Projekt anlegen
Du hast hier die Möglichkeit, erweiterte Einstellungen vorzunehmen (z.B. Verifizierung Deiner Website für ein schnelleres Crawling oder Abruf Deiner Website als Googlebot), aber das kannst Du für den Anfang überspringen und später noch anpassen.
Füge einfach die URL Deiner Website ein, gib Deinem Projekt einen Namen und klicke auf “Projekt anlegen und Crawling beginnen”.
Sobald das Crawling abgeschlossen ist, erhältst Du einen Gesamt-SEO-Score sowie Teil-Scores für die Bereiche “Technik & Meta”, “Struktur” und “Inhalt”.
Im Verlauf dieses Artikels werde ich eine meiner eigenen Websites (noobnorm.com) als Beispiel verwenden.
Die erste Analyse hat gezeigt, dass dort keine kritischen Probleme gefunden wurden. Allerdings gab es eine Menge Fehler aus den Kategorien “sollte man beheben”, “wäre nett, das zu beheben” und “lass uns das ignorieren…”.
Für den Bereich “Technik & Meta” lag der Score bei 77%.
Und für “Struktur” bei 67%.
Hier gab es also definitiv noch Verbesserungspotential!
Bevor wir uns aber die Details ansehen, hier die finalen Scores nach dem Audit und der Optimierung.
96% für “Technik & Meta” (19% Verbesserung)
Und 98% für “Struktur” (31% Verbesserung)
Eine starke Verbesserung, oder?
Sehen wir uns an, wie ich dorthin gekommen bin.
Phase 1: “Technik & Meta” Analyse
Lass uns nun in die Analyseergebnisse bei Seobility eintauchen.
Wenn Du im Onpage Bereich “Technik & Meta” auswählst, siehst Du den Optimierungsgrad Deiner Website sowie eine Auflistung aller Probleme, die beim Crawling gefunden wurden.
Seobility > Dashboard > Projekt > Onpage > Technik & Meta
Die wichtigsten Fehler und Hinweise werden Dir ganz oben als Liste angezeigt. Mit einem Klick auf “Mehr anzeigen” kannst Du diese Liste erweitern.
Liste mit wichtigen Fehlern und Hinweisen zum Crawling (“Important errors and crawling details”)
Diese Fehler werden wir uns nach und nach ansehen.
Aber zuerst möchte ich Dir zeigen, wie Du dir die Optimierung sehr viel leichter machen kannst.
Bulk Editing für WordPress mit WP Sheets Editor
Das Beheben von technischen Fehlern kann sehr viel Zeit in Anspruch nehmen.
Zum Glück gibt es aber ein hilfreiches Plugin, mit dem Du diesen Prozess für WordPress Websites stark beschleunigen kannst.
Mit WP Sheet Editor kannst Du bestimmte WordPress Felder im Tabellenformat für mehrere Unterseiten auf einmal bearbeiten.
Das heißt Du musst nicht jeden einzelnen Beitrag aufrufen, die Änderungen vornehmen, auf Aktualisieren klicken und das Ganze wiederholen. Glaub mir, das willst Du nicht.
Die Basisversion von Sheet Editor ist kostenlos. Ich würde Dir aber empfehlen, die Erweiterungen für Kategorien (kostenpflichtig) und Medien (kostenpflichtig) sowie das Yoast Add-on (kostenlos) hinzuzufügen.
Die Kosten für die Erweiterungen (ich habe etwa $60 für beide bezahlt) sind nichts im Vergleich zu der Zeit, die Du dir damit sparst.
Sehen wir uns nun an, welche Probleme Dir bei einem SEO Audit mit Seobility über den Weg laufen können.
Technische Probleme
Diese Analyse zeigt Dir an, welche Deiner Seiten einen 404 Fehler oder einen Serverfehler (5xx) ausgeben und bei welchen Seiten es zu einem Timeout kommt.
Bei solchen Fehlermeldungen solltest Du dringend nach der Ursache suchen und das Problem schnellstmöglich beheben.
Obwohl ich sagen muss…
Manchmal gibt es triftige Gründe dafür, einen 404-Statuscode zuzulassen. In einem solchen Fall musst Du aber sicherstellen, dass du eine individuelle 404-Seite hast und alle internen Links anpasst (d.h. intern nicht auf die 404-Seite verlinkst).
Besitzt die 404-Seite allerdings Backlinks, dann empfehle ich Dir, einen 301 Redirect auf eine relevante Seite einzurichten. Sonst lässt Du kostbaren Link Juice ungenutzt!
Probleme mit Seitentiteln
Sehen wir uns als nächstes die Probleme mit Seitentiteln an, die uns Seobility anzeigt.
Seobility > Dashboard > Projekt > Technik & Meta > Problematische Seitentitel
Wie Du siehst haben wir hier folgende Probleme:
Zu kurz (“Too short”) (20) – diese Seitentitel sind höchstwahrscheinlich nicht ausreichend optimiert
Zu lang (“Too long”) (64) – diese Titel werden wahrscheinlich in den Suchergebnissen abgeschnitten
Wortwiederholung (“Word repetition”) (6) – diese Titel könnten überoptimiert sein
Da der Seitentitel immer noch zu den wichtigsten Onpage-Rankingfaktoren gehört, sollten wir alle diese Fehler beheben.
Hinweis: Mehr Informationen über Meta Titles und wie Du diese optimierst, findest Du in unserem Wiki Artikel “Meta Title”.
Bonus-Tipp für WordPress Nutzer: Seitentitel mit WP Sheet Editor optimieren (Abschnitt überspringen)
Zuerst rufen wir alle Seitentitel im WP Sheet Editor auf.
Wähle dafür “Edit Posts” im WP Sheet Editor Menü.
Daraufhin erhältst Du ein Spreadsheet mit allen Beiträgen und dazugehörigen Feldern, welches Du bearbeiten kannst.
Um Dir die Bearbeitung etwas zu erleichtern, kannst Du die Tabelle vorfiltern, indem Du “Hide / Display / Sort colums” unter “Settings” auswählst.
Ich beschränke mich hier auf die Spalten “Title”, “SEO Description” und “SEO Title”.
Unter “Enabled” können alle benötigten Spalten ausgewählt werden
Jetzt können wir mit der Bearbeitung beginnen.
Die schlechte Nachricht ist: wir müssen jetzt alle problematischen Seitentitel, die von Seobility gefunden wurden, durchgehen und umschreiben.
Die gute Nachricht: Durch das Arbeiten in der Tabelle geht das sehr viel schneller. In der “Locate cell” Box kannst Du außerdem direkt nach einzelnen Beiträgen suchen.
Wenn Du fertig bist, klicke “Save”, um zu speichern. Du kannst das Tabellenblatt aber geöffnet lassen, da wir uns als nächstes die Meta Descriptions ansehen.
Probleme mit Meta Descriptions
Auch wenn Meta Descriptions Deine Rankings nicht direkt beeinflussen, sind sie ein wichtiger Teil der Suchmaschinenoptimierung.
Die Zusammenfassung lautet: sie können Dir dabei helfen, Deine Click-Through-Rate in den Suchergebnissen zu verbessern.
Oder noch kürzer gesagt: mehr Traffic!
Sehen wir uns nun die Probleme an, die Seobility bei meinen Meta Descriptions gefunden hat.
Es gibt einige, die zu lang (“too long”) sind…
Diese waren leicht zu beheben.
Es gibt jedoch auch einige Seiten, auf denen die Meta Description komplett fehlt (“missing”):
Auf diesen Seiten sollten wir definitiv eine Meta Description hinzufügen.
Tipp: Mit dem SERP Snippet Generator von Seobility kannst Du prüfen, wie Deine Seitentitel und Meta Descriptions in den Google Suchergebnissen aussehen würden und ob sie eine optimale Länge haben.
eine Deiner Seiten dupliziert wird (Online-Shop Filter können hier problematisch sein)
Du Copy/Paste benutzt hast
In beiden Fällen ist das ein Problem, das Du beheben solltest.
Die Analyse der Meta Informationen zeigt, dass einige Seiten problematische Seitentitel oder Meta Descriptions haben
Fazit:
Jede Deiner Seiten braucht einen einzigartigen Titel und eine einzigartige Meta-Description.
Für manche Seiten kannst Du die Hinweise ignorieren
Hier ein gutes Beispiel dafür, dass Du nicht immer alle Probleme beheben musst.
Für die meisten Seiten, Beiträge und Kategorien lohnt es sich definitiv, Zeit in die Optimierung der Seitentitel und Meta Descriptions zu investieren.
Wenn Du damit fertig bist, ist es jedoch möglich, dass in Seobility Folgendes übrig bleibt:
Für die Seiten “Über uns” (“About us”), “Datenschutz” (“Privacy”) und “Kontakt” (“Contact”) werden die Seitentitel als zu kurz eingestuft.
Ich weiß nicht, wie Du das siehst, aber ich habe kein großes Interesse daran, über meine Datenschutzrichtlinie Suchmaschinen-Traffic zu generieren.
Daher können wir diese Hinweise ignorieren.
Beachte: Ein perfekter Score garantiert nicht immer eine perfekte Optimierung
Ein SEO Audit Tool ist sehr gut geeignet, um “Fehler” bei Meta Tags zu identifizieren.
Du solltest diese Fehler auf jeden Fall beachten und beheben.
Wenn Du das getan und einen perfekten Score erreicht hast, bedeutet das aber nicht zwangsläufig, dass Deine Meta Tags perfekt optimiert sind.
Beispielsweise könntest Du einfach einen zufälligen “lorem ipsum” Text am Ende Deiner Seitentitel einfügen, wenn diese zu kurz sind…
… dadurch gilt der Fehler zwar als behoben, aber Deine Suchmaschinen Rankings werden sich so nicht verbessern.
Daher solltest Du Fehler nicht nur deshalb beheben, damit sie nicht mehr als Fehler angezeigt werden. Nimm Dir stattdessen die Zeit und versuche, jeden Titel und jede Meta Description so ansprechend wie möglich zu gestalten, um möglichst viele Klicks zu generieren.
Denn damit verbesserst Du nicht nur Deinen SEO Audit Score, sondern sicherst Dir auch mehr Traffic.
Hier kannst Du nachlesen, wie das für Meta Descriptions funktioniert.
Probleme mit Alt-Attributen
Sie sind der Albtraum eines jeden SEOs: fehlende Alt-Attribute.
Seobility > Dashboard > Projekt > Technik & Meta > Seiten mit fehlendem Alt-Attribut für Bilder
“Mañana, Mañana”
Können wir ignorieren, oder?
Leider nicht.
Denn mit Alt-Attributen kannst Du…
Dein Ranking in der Google Bildersuche und
die Barrierefreiheit Deiner Website verbessern.
Darüber hinaus hat mir die Analyse von Seobility ein interessantes Beispiel dafür geliefert, dass fehlende Alt-Attribute einen Unterschied bei der grundlegenden Optimierung einer Seite machen können.
Und ich bin mir sicher, dass eine Menge WordPress Websites das gleiche Problem haben.
Die First Link Priority Rule (die teils nur Theorie ist, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt Teil des Google Algorithmus war) besagt Folgendes:
Wenn Seite A mehrmals auf Seite B verlinkt, berücksichtigt Google nur den Ankertext des ersten Links.
Ankertexte helfen Google dabei, den “Kontext einer Seite zu verstehen”. Das ist Googles Art zu sagen, dass sie das Ranking einer Seite für das jeweilige Keyword verbessern. 😉
Und für interne Links sind diese Ankertexte genauso wichtig (wenn nicht sogar noch wichtiger) als für Backlinks (also Links von anderen Websites).
Zusammengefasst lässt sich aber sagen: wenn Du mit einer Webseite für das Keyword “grüne Bananen” ranken möchtest, solltest Du den Term “grüne Bananen” in internen Linktexten verwenden, die auf diese Seite verweisen.
“Google verwendet Alternativtext, Algorithmen für maschinelles Sehen und den Inhalt der Seite, um das Thema des Bildes zu verstehen. Alternativtext in Bildern ist auch als Ankertext nützlich, wenn Sie ein Bild als Link verwenden.”
Das bedeutet:
Wenn kein Alt-Attribut für einen Bild-Link festgelegt ist, dann fehlt auch der Ankertext!
Und wenn Deine Kategorieseiten in etwa so aussehen…
… könnte das zum Problem werden.
Denn jedes dieser Bild ist auch ein Link. Und zwar der “first link”, d.h. der erste Link, der auf die jeweilige Seite verweist.
Fazit:
Gemäß der “first link priority” erzeugt jedes Bild mit fehlendem Alt-Attribut einen “first link” mit leerem Ankertext.
Das erste, was ich getan habe, war deshalb, für alle verlinkenden Bilder ein Alt-Attribut festzulegen. Auch hier kann WP Sheet Editor für WordPress dabei helfen, das Ganze zu beschleunigen (mehr dazu gleich).
Danach habe ich auch für alle weiteren Bilder mit fehlendem ALT-Attribut eines hinzugefügt.
Bonus-Tipp für WordPress Nutzer: Wie Du Bild-Links mit fehlendem Alt-Attribut findest (WP Sheet Editor) (Abschnitt überspringen)
Wenn Du nicht jeden Beitrag einzeln aufrufen und bearbeiten willst, benötigst Du das “Media” Add-on von WP Sheet Editor (oder eine geeignete Alternative).
Nachdem Du dieses installiert hast, findest Du im Menü die Option “Edit Media”.
Dadurch erhältst Du eine Tabelle mit allen Bildern, die sich aktuell im “Uploads” Ordner Deiner Website befinden, inkl. der Beiträge, mit denen diese verknüpft sind.
Wenn Du auf “Search” klickst und erweiterte Filter (“Enable advanced filters”) auswählst, kannst Du die Tabelle filtern, sodass nur Bilder angezeigt werden, die als Beitragsbild verwendet werden (also auf einen bestimmten Artikel verlinken).
Setze ein Häkchen bei “Is image used as featured image?”
Danach musst Du nur noch die Tabelle durchgehen, alle Alt-Attribute ausfüllen und speichern.
Denk daran, dass das Alt-Attribut auch der Ankertext für das Bild sein wird. Daher würde ich Dir empfehlen, nur das Hauptkeyword der verlinkten Seite zu verwenden.
So findest (und ergänzt) Du alle weiteren fehlenden Alt-Attribute
Wenn Deine WordPress Website sehr viele Bilder beinhaltet, stehen die Chancen sehr hoch dass:
Manche von diesen bereits ein Alt-Attribut besitzen
einige Bilder “verwaist” sind, also nicht mehr mit einem Beitrag verknüpft sind
Deshalb solltest Du die Tabelle auf diejenigen Bilder filtern, bei denen das Alt-Attribut fehlt und die in mindestens einem Beitrag verwendet werden.
Dafür musst Du eine erweiterte Suche durchführen und auswählen, dass das Feld “Alt text” leer sein soll, während das Feld “Attached to this post” nicht leer sein soll (!=).
In meinem Fall wurden 1.128 Bilder mit fehlendem Alt Attribut angezeigt.
Diese musste ich dann nacheinander durchgehen und kurze beschreibende ALT-Attribute für jedes Bild festlegen.
Einige Stunden später war ich endlich fertig.
Nach der Optimierung zeigt die Analyse “Fehlende Alt-Attribute” 0 betroffene Seiten an
Was ich daraus gelernt habe?
Lege immer gleich ein Alt-Attribut für Deine Bilder fest, wenn Du diese auf Deiner Website hochlädst. Damit sparst Du dir später sehr viel Zeit und Nerven.
Probleme mit H1 Überschriften
Die H1 Überschrift ist für die OnPage Optimierung nach wie vor sehr wichtig und sollte daher definitiv Dein wichtigstes Keyword enthalten.
Beiträge auf WordPress Websites dürften hier nicht zu Problemen führen (als H1 wird hier der Titel des Beitrags verwendet). Aber Kategorieseiten und die dazugehörigen Archive sind manchmal problematisch.
Warum? Weil WordPress standardmäßig einfach den Namen der Kategorie bzw. “{Kategoriename} Archiv” als H1 Überschrift verwendet.
Für allgemeine Kategorien ist die H1 Überschrift somit oft sehr kurz oder besteht sogar nur aus einem Wort. Da ist aus SEO Sicht noch Luft nach oben.
Alle H1 Probleme, die unser Audit aufgedeckt hat, standen im Zusammenhang mit solchen Kategorieseiten, und es hat nicht allzu lange gedauert, die Probleme zu beheben.
Seobility > Dashboard > Projekt > Technik & Meta > Nofollow Seiten
Unter “Nofollow Seiten” steht lediglich die E-Mail Verschleierung von Cloudflare
Für alle, die das gleiche Problem haben und die Warnung loswerden wollen: füge einfach folgende Zeile in Deine robots.txt Datei ein, so dass Crawler nicht mehr auf die Seite zugreifen können.
Genau das habe ich auch getan.
Wenn Du nicht möchtest, dass eine bestimmte Seite in den Suchergebnissen erscheint und Suchmaschinen auch keinen Links auf dieser Seite folgen sollen, gibt es höchstwahrscheinlich keinen Grund dafür, warum Suchmaschinen die Seite überhaupt crawlen sollten.
Probleme mit Überschriften
Seobility hat auf meiner Website einige Probleme bei den Überschriften (h2, h3, h4, etc.) gefunden.
Seobility > Dashboard > Projekt > Technik & Meta > Probleme mit Überschriften
Bei den meisten Fehlern habe ich mich dazu entschieden, diese zu ignorieren. Im Folgenden zeige ich Dir, um welche Probleme ich mich allerdings gekümmert habe und gebe Tipps, wie Du die anderen Hinweise angehst (und warum Du das tun solltest).
Probleme mit leeren Überschriften
Zum einen hat mir Seobiliy angezeigt, dass ich einige leere Überschriften auf meiner Seite habe. Ein Problem, das die investierte Zeit definitiv wert ist.
Manche davon waren lediglich überflüssige Header-Tags, die in WordPress entstanden sind. Diese habe ich einfach gelöscht, da sie ohnehin leer waren.
Andere (und das ist ein Problem, das ich häufig sehe) hat WordPress immer dort erstellt, wo ein Bild und eine Überschrift aufeinander folgten. Das sah dann etwa so aus:
Das ist eine der Eigenheiten des WordPress Editors und passiert manchmal.
Aber warum ist das ein Problem?
Nehmen wir an, Du erstellst eine Liste der 5 besten Produkte einer bestimmten Kategorie. Wenn Du Dein HTML so strukturierst:
<h2>5 beste Produkte</h2>
<h3>Produkt 1</h3>
Beschreibung des Produkts
<h3>Produkt 2</h3>
Beschreibung des Produkts
<h3>Produkt 3</h3>
Beschreibung des Produkts
<h3>Produkt 4</h3>
Beschreibung des Produkts
<h3>Produkt 5</h3>
Beschreibung des Produkts
Dann erkennt Google die H3 Überschriften als Liste und Du sicherst Dir vielleicht ein Featured Snippet für die Suchanfrage “5 beste XX”.
Featured Snippet von noobnorm.com mit den “6 besten BMX Rädern 2020”
Enthält Deine Website allerdings leere Header-Tags – oder Header-Tags mit Bildern dazwischen (die im Grunde auch leer sind) – verlierst Du eventuell das Snippet.
Fazit:
Leere Header-Tags gehören zu den Problemen, um die Du Dich kümmern solltest.
Probleme mit der Dokumentstruktur
Um Google dabei zu helfen, Deinen Content zu verstehen, solltest Du Dein HTML-Dokument logisch strukturieren.
H2 Tags sollten unter der H1 stehen, H3 Tags unter der H2, etc. Damit ergibt sich folgende Struktur:
– Thema (H1)
— Untergeordnetes Thema (H2)
— Spezifischer Teil des untergeordneten Themas (H3)
Seobility zeigt Dir an, ob es Probleme mit der Struktur Deiner Seiten gibt:
Auf der Website Noob Norm wurde ein Strukturproblem (“Structural problem”) gefunden
Hier sehen wir, dass wir von der H3 Überschrift direkt zur H5 gesprungen sind.
Die Überschriftenebene H4 fehlt (“Heading level is missing”)
Das sollte natürlich nicht passieren und muss behoben werden.
Probleme mit doppelten Überschriften
Ich muss gestehen, dass ich dieses Problem auf meiner Website ignoriert habe Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich das aber vermutlich nicht getan.
Sehen wir uns dieses Beispiel an:
Seobility zeigt an, dass die Überschriften “Features” und “Price” mehrmals auf einer Seite vorkommen
Die Struktur dieser Seite sieht so aus:
– Product (Produkt) (h3)
— Features (Funktionen) (h4)
— Price (Preis) (h4)
— Should you buy the {product name} (Solltest Du {Produktname} kaufen?)(h4)
Auf der Seite werden 3 Produkte vorgestellt, also kommen “Features” und “Price” mehrmals vor.
Das ist an sich kein großes Problem. Aber könnten wir die Seite dennoch verbessern?
Die Antwort lautet ja!
Tatsächlich könnten wir die Überschriften sowohl für Nutzer als auch für Suchmaschinen verbessern, denn “Features” ist keine aussagekräftige Beschreibung. Eine bessere Überschrift wäre etwa:
<h4>Was sind die wichtigsten Funktionen von {Produktname}?</h4>
Das fällt Nutzern beim Überfliegen der Seite viel stärker auf.
Und gegenüber Suchmaschinen betont eine solche Überschrift, dass es im Text um die Funktionen des genannten Produkts geht.
Wir könnten sogar noch weiter gehen und mit diesen Funktionen eine Liste aus Zwischenüberschriften erstellen:
<h4>Was sind die wichtigsten Funktionen von {Produktname}?</h4>
<h5>Funktion 1</h5>
<h5>Funktion 2</h5>
<h5>Funktion 3</h5>
Damit erhöhen wir unsere Chancen auf das Features Snippet für “{Produktname} Funktionen”.
Ähnlich können wir auch mit “Preis” verfahren.
<h4>Ist {Produktname} preiswert?</h4>
Wenn wir das für alle Seiten machen wollen, kostet das natürlich viel Zeit und Arbeit. Zeit, die in anderen SEO Bereichen vermutlich besser investiert ist.
Meine Empfehlung? Für wichtige Seiten ist es den Aufwand wert. Für andere Seiten würde ich es auf die “To-Do” Liste setzen, mich deswegen aber nicht verrückt machen. 🙂
Probleme mit “Zu vielen Überschriften”
Den Punkt kannst Du vermutlich ignorieren, solange Du keine absurd hohe Anzahl an Überschriften verwendest.
Wenn eine Überschrift passt und Sinn macht, dann solltest Du sie auch verwenden. Da gibt es nicht unbedingt ein absolutes Limit. Ihr dürft mir in den Kommentaren natürlich gerne widersprechen. 😉
URL Parameter
Wenn Dir in einem SEO Audit indexierbare Seiten mit dynamischen URL Parametern angezeigt werden, solltest Du genauer hinsehen – vor allem wenn Du einen Online-Shop betreibst.
Seobility Analyse “URLs mit dynamischen Parametern”
Solche URLs können schnell zu Problemen bei der Indexierung führen. Eine Website mit 1000 Unterseiten könnte beispielsweise plötzlich zehntausende von beinahe-Duplikaten in Googles Index haben. Das ist aus SEO Sicht ein echtes Problem.
Die häufigste Ursache sind Filter auf Kategorieseiten (z.B. nach Größe, Farbe, etc.).
Und am schlimmsten ist der Filter “Sortieren nach”.
Glücklicherweise lässt sich das Problem aber leicht beheben.
Du musst lediglich sicherstellen, dass auf allen gefilterten/Parameter-Seiten ein Canonical Link vorhanden ist, der auf die “Haupt”-Seite (also die Seite ohne Parameter) verweist.
Mit der Zeit werden die URLs mit Parametern aus dem Index fallen.
Fehlermeldungen im Quelltext
Fehlermeldungen auf Webseiten kommen öfter vor als man denkt.
Mir ist das auf meiner Website auch schon passiert, als ich Fehler behoben und vergessen habe, die Fehlerberichterstattung abzuschalten.
Das wirkt nicht nur auf Nutzer und Suchmaschinen negativ, sondern stellt auch ein großes Sicherheitsrisiko dar. Wenn Dir Seobility in dieser Analyse also Seiten anzeigt, kümmere Dich darum!
Unsichere Inhalte unter https
Wenn Deine Website HTTPS nutzt (was sie hoffentlich tut), sollten auch alle Bilder und eingebundenen Dateien per HTTPS übertragen werden.
Ist das nicht der Fall, erhalten Nutzer eine Sicherheitswarnung in Chrome und anderen Browsern.
Diese Seobility Analyse zeigt Dir alle HTTPS Seiten an, auf denen ein Bild (oder eine andere Datei) per HTTP übertragen wird.
Meiner Erfahrung nach kommt das häufig bei externen Skripts vor, aber manchmal können auch Bilder auf der eigenen Website betroffen sein – vor allem dann, wenn Du von HTTP auf HTTPS umgestellt hast.
Phase 2: Probleme mit der Website-Struktur
Die Struktur einer Website hat einen großen Einfluss auf die Suchmaschinenoptimierung.
Die Seobility Analyse hat mir einige Probleme mit der internen Linkstruktur meiner Website aufgezeigt.
Die Analyse von Verlinkungen zeigt Probleme mit internen und externen Links an
Außerdem gab es Probleme mit internen Ankertexten.
Die Analyse der Linktexte (“Problems with anchor texts“) zeigt 190 verbesserungswürdige interne Linktexte und 15 identische Linktexte für unterschiedliche Seiten an
Insgesamt hatte die Website zu Beginn einen Optimierungsgrad von 67% im Bereich Struktur.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur
Kommen wir nun zu den Problemen, die in diesem Bereich auftauchen können.
“Seiten mit großem Abstand zur Startseite”
Die Startseite ist (in der Regel) eine der stärksten Seiten einer Website und verfügt über eine Menge Link Juice, der durch Verlinkungen auf andere Seiten weitergeleitet werden kann.
Google hat offiziell bestätigt, dass die Anzahl der benötigten Klicks von der Startseite bis zu einer bestimmten Unterseite ein Signal dafür sein kann, wie wichtig diese Seite ist.
“What does matter for us a little bit is how easy it is to actually find the content. So especially if your homepage is generally the strongest page on your website, and from the homepage it takes multiple clicks to actually get to one of these stores, then that makes it a lot harder for us to understand that these stores are actually pretty important.
On the other hand, if it’s one click from the home page to one of these stores then that tells us that these stores are probably pretty relevant, and that probably we should be giving them a little bit of weight in the search results as well.”
Zusammengefasst heißt das also, dass Seiten, die nur wenige Klicks von der Startseite entfernt sind, höchstwahrscheinlich als wichtiger eingestuft werden. Wir empfehlen deswegen, die Seitenstruktur so zu gestalten, dass jede Unterseite maximal drei Klicks von der Startseite entfernt ist. Das ist natürlich nicht immer möglich, könnte aber etwa so aussehen:
Startseite > Kategorie > Unterkategorie > Seite
Deine wichtigsten Seiten sollten im Idealfall mit nur ein bis zwei Klicks erreichbar sein.
Die Analyse “Seiten mit großem Abstand zur Startseite” zeigt Dir alle Seiten, die weiter als drei Klicks entfernt sind.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur > Seiten mit großem Abstand zur Startseite
Ein Klick auf “Details” zeigt die nötigen Klicks und den zurückgelegten Pfad von der Startseite bis zur jeweiligen Unterseite.
Bei Noob Norm war diese Seite besonders tief verzweigt:
Die Lösung war aber recht einfach.
Auf meiner Website gab es anscheinend mehrere verwaiste Kategorien. Diese habe ich einfach der Seite „Explore“ hinzugefügt, welche wiederum im Hauptmenü unter “More” verlinkt ist.
Von der Startseite ist ein erster Klick auf “More” notwendig, dann ein zweiter auf die Kategorie
Somit habe ich die Anzahl der benötigten Klicks für die verwaisten Kategorien auf zwei reduziert (und für die dort aufgelisteten Unterseiten auf drei).
Probleme mit externen Links
Über Deine eigene Website hast Du die volle Kontrolle. Fremde Websites kannst Du aber nicht kontrollieren. Das gilt auch für die Websites, auf die Du verlinkst.
Deine externen Verlinkungen können sich ständig ändern, beispielsweise durch einen Domain-Umzug oder eine neue URL-Struktur.
Darum solltest Du Deine externen Links regelmäßig auf Probleme prüfen.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur > Probleme mit externen Links
…und diese dann beheben!
Denn kaputte Links wirken nicht nur auf Nutzer, sondern auch auf Suchmaschinen negativ.
Wenn Du Fehler bei externen Links behebst,zeigst Du Google, dass:
Du Dich um Deine Website und ihren Content kümmerst
Du Deine Website aktuell hältst
Hinweis: Ich habe festgestellt, dass dieses Problem sehr häufig bei Zitaten mit Link zu wissenschaftlichen Zeitschriften/Studien vorkommt. Ich rate in solchen Fällen dazu, ein Archiv der Seite anzulegen, wenn Du darauf verlinkst. Falls das Original dann jemals offline geht (was scheinbar häufig passiert), kannst Du auf die archivierte Version verlinken. Natürlich solltest Du Deinen Artikel auch aktualisieren, wenn sich der Stand der Forschung ändert.
Probleme mit Redirects
Wenn Deine Website bereits seit Längerem besteht, kann es sein, dass Du für manche Unterseiten die URLs geändert hast.
Und wenn Du dabei SEO Best Practices befolgt hast, hast Du bestimmt 301 Redirects eingerichtet, um die alten URLs auf die neuen umzuleiten.
Das ist auch absolut in Ordnung.
Google hat mehrmals bestätigt, dass der PageRank durch einen 301 Redirect nicht verringert wird.
Aber …
… Ich rate dennoch dazu, alle internen Links anzupassen, so dass sie direkt auf die neue URL verweisen. So bleibt alles sauber und ordentlich.
Die Analyse “Weiterleitungen” zeigt Dir alle interne Links, die auf andere Seiten weiterleiten.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur > Weiterleitungen
Sofern es nicht zu viele sind, gehst Du sie am besten nacheinander durch und aktualisierst einen Link nach dem anderen.
Wenn für bestimmte URLs allerdings sehr viele weiterleitende Links vorhanden sind, hilft eventuell ein Plugin wie “Better Search Replace”, um alle zu finden und auf einmal zu ersetzen.
“Better Search Replace” bietet die Option, eine alte URL (unter “Search for”) durch eine neue URL (unter “Replace with”) zu ersetzen
Ich rate Dir aber dazu, erst ein Backup zu erstellen!
Verbesserungswürdige interne Linktexte beheben
Wie wichtig interne Linktexte sind, habe ich bereits im Abschnitt zu Alt-Attributen beschrieben.
Aber um es noch einmal zu betonen: es handelt sich hierbei um einen der wichtigsten Hinweise an Google bezüglich des Themas einer Seite.
Du hast eine Seite über rote Schuhe? Benutze “rote Schuhe” oder Variationen dieses Keywords im Ankertext aller internen Links, die auf diese Seite verweisen.
Außerdem solltest Du generische Anker (wir nennen sie “trivial”) wie “Klick hier” vermeiden.
Die Analyse “Verbesserungswürdige interne Linktexte” macht genau das, was der Name andeutet …
…sie zeigt auf, welche internen Linktexte nicht ausreichend optimiert sind.
Beim ersten SEO-Audit für Noob Norm sah es so aus, als wären sehr viele verbesserungswürdige Linktexte vorhanden.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur > Verbesserungswürdige interne Linktexte
In der Analyse ist zu sehen, dass bei vielen internen Links der Ankertext fehlt (“No link anchor text found”)
Es stellte sich aber heraus, dass die meisten dieser Probleme durch fehlende Alt-Attribute bei Bildern verursacht wurden.
Das haben wir bereits behoben. Nach Start eines neuen Crawlings waren daher alle leeren Anker bereits beseitigt.
Nach einem erneuten Crawling zeigt Seobility nur noch triviale Ankertexte als Problem an
Ich hätte mir zwar die Zeit nehmen können, die wenigen noch verbliebenen „trivialen“ Ankertexte zu überarbeiten, aber das war meiner Meinung nach überflüssig.
Wenn bei Dir allerdings viele Seiten mit trivialen Ankertexten auftauchen, solltest Du Dich darum kümmern.
Jedes “Klick hier” ist eine weitere Möglichkeit zur Optimierung!
Kannibalisierung von Ankertexten
Was bedeutet Kannibalisierung von Ankertexten?
Wir wissen, dass Google Ankertexte als (starken) Hinweis auf den Inhalt einer Seite betrachtet.
Das bedeutet, wenn Du mehrere Seiten mit dem gleichen Ankertext verlinkst, dann verwirrst Du Google.
Soll Seite A oder B für das Keyword ranken?
Oder keine der beiden?
Lange Rede, kurzer Sinn:
Du solltest auf Deiner Website nicht mit dem gleichen Keyword auf unterschiedliche Unterseiten verlinken. Wir wollen Google die Indexierung von Inhalten so leicht wie möglich machen.
Bei Noob Norm war das kein größeres Problem, aber es gab ein paar Links/Seiten, die überarbeitet werden mussten.
Seobility > Dashboard > Projekt > Struktur > Identische Linktexte für unterschiedliche Seiten
Hier ein gutes Beispiel:
Der Ankertext “playing golf” (Deutsch: Golf spielen) wird für drei unterschiedliche interne Links verwendet.
Damit erschweren wir Google die Kategorisierung dieser Seiten.
Was also tun?
Ganz einfach:
Nimm die Seite, die am besten zum Keyword passt und
passe die Ankertexte der anderen Seiten an
ändere alle Links, sodass sie auf die am besten passende Seite verweisen (Ankertexte bleiben gleich)
Ich habe in diesem Fall die “How to play golf” Seite als am besten passend empfunden und mich für Option 2 entschieden.
Ein Klick auf “Details” bei den anderen Seiten zeigt mir, welche Links ich ändern muss (in diesem Fall nur einen).
Dann habe ich die Analyse durchgearbeitet bis alle Probleme mit Ankertexten beseitigt waren.
Weiterleitungsschleifen
Weiterleitung sind (in der Regel) kein Problem. Wie ich bereits zuvor erwähnt habe, rate ich allerdings dazu, interne Links auf Weiterleitungen so anzupassen, dass sie direkt auf die neue Ziel-URL verweisen.
Weiterleitungsschleifen hingegen solltest Du unbedingt vermeiden.
Sie bringen Google (und Nutzer) dazu, sich im Kreis zu drehen. Im Grunde leitet Seite A dabei auf Seite B weiter, Seite B dann zurück zu A oder auf eine andere Seite usw..
Seobility findet solche Weiterleitungsschleifen für Dich.
Warum solltest Du zu viele interne Links auf einer Seite überhaupt vermeiden?
Erstens, weil Google möglicherweise irgendwann aufhört, den Links zu folgen. Es herrscht Uneinigkeit darüber, wann genau das passiert (nach 150, 400, 500 Links?). Sicher ist jedoch, dass der Googlebot an irgendeinem Punkt sagt “Genug ist genug … Ich bin weg!”.
Was aber vermutlich noch wichtiger ist: viele Links sorgen dafür, dass jede der verlinkten Seiten weniger Link Juice bekommt.
Nehmen wir mal an, Du hast eine sehr starke Unterseite, die viele Backlinks anzieht.
Wenn Du nun von dieser Seite aus intern auf drei andere Seiten verlinkst, bekommt jede davon ein Drittel des Link Juice und damit einen guten Boost.
Verlinkst Du stattdessen aber auf 100 Seiten, bekommt jede Seite viel weniger von dieser Relevanz ab.
Obwohl der PageRank also weiterhin innerhalb Deiner Site fließt (er geht nicht verloren), wird der Einfluss auf einzelne Seiten stark abgeschwächt.
Zusammengefasst:
Tauchen in dieser Analyse viele Seiten auf, solltest Du Deine interne Verlinkung genauer untersuchen. Eine Umstrukturierung könnte wichtigen Seiten einen Ranking Aufschwung geben.
Canonical Link Fehler
Canonical Links sind wichtig um sicherzustellen, dass Google die richtige Version einer Webseite indexiert.
Dabei können allerdings Fehler auftreten, welche Dir in dieser Seobility Analyse angezeigt werden.
Mehr Informationen über Canonical Links findest Du in unserem Wiki.
Phase 3: Probleme mit dem Website-Inhalt
Probleme mit dem Inhalt einer Website können sehr vielschichtig sein, weshalb hier grundsätzlich eine manuelle Analyse der Content-Qualität zusätzlich zum tool-basierten Audit empfehlenswert ist.
Der Bereich „Inhalt“ der Onpage-Analyse von Seobility liefert jedoch einen sehr hilfreichen Startpunkt für Deine Analyse.
Sehen wir uns auch hier die häufigsten Probleme an, die das Audit aufdecken könnte.
Seiten ohne (oder mit sehr wenig) Fließtext
In der Regel (wenn auch nicht immer) ist es vorteilhaft, auf einer Webseite indexierbaren Textinhalt zu haben.
Die häufigsten Probleme entstehen hier mit Kategorieseiten.
Ich rate Dir, auch auf diesen Seiten zumindest einen oder zwei Paragraphen Text hinzuzufügen. Achte dabei darauf, dass Du für Deine Leser schreibst, nicht für Suchmaschinen!
Allerdings solltest Du dabei auf ein sinnvolles Mittelmaß achten, schließlich willst Du Deine Kategorieseiten ja nicht einen Blogartikel verwandeln!
Seitendopplungen (Duplicate Content) und mehrfach vorkommender Inhalt
Duplicate Content ist inzwischen nicht mehr so gravierend wie früher.
Mit Seobility kannst Du sowohl komplette Seitendopplungen (Duplicate Content) als auch einzelne Textabschnitte, die auf mehreren Seiten vorkommen, finden. Letztere haben zwar keinen direkten negativen Einfluss auf Deine SEO Bemühungen, aber wenn es sich vermeiden lässt, solltest Du darauf verzichten.
In der „Duplicte Content“ Analyse findest Du hingegen Dopplungen des gesamten Contents einer Seite, z.B. doppelte Blogartikel, doppelte Produktseiten, etc. Diese können sich auf vielfältige Weise negativ auswirken und sollten daher Teil jedes SEO Audits sein.
Vor ein paar Jahren noch hätte zu viel Duplicate Content Deiner gesamte Website schaden können. Inzwischen wirkt sich Duplicate Content jedoch eher auf die betroffenen Seiten aus als auf die komplette Website.
Trotzdem solltest Du versuchen, Duplicate Content auf ein Minimum zu beschränken.
Konkurrierende Seiten zum gleichen Keyword (Keyword-Kannibalisierung)
Im Allgemeinen solltest Du nicht versuchen, mehrere Seiten für das gleiche Keyword zu optimieren.
Sonst muss Google raten, welche der Seiten für dieses Keyword ranken soll.
Wenn mehrere Deiner Seiten derzeit für das gleiche Keyword ranken, denk am besten darüber nach, entweder:
die Seiten zu einer zusammenzufassen (und für die wegfallenden URLs einen 301 Redirect einzurichten), oder
Diese Analyse zeigt sie Dir an, so dass Du sie beheben kannst 🙂.
Weitere potentielle Probleme mit dem Website-Inhalt
Die Content-Analyse in Seobility prüft neben den oben beschriebenen Faktoren auch weitere potentielle Probleme, wie z.B.
Seiten mit zu viel oder zu wenig Text/li>
Seiten mit doppelten Textblöcken
Seiten, auf denen Keywords aus dem Seitentitel/der H1-Überschrift nicht im Inhalt der Seite vorkommen
Seiten mit Blindtexten oder -bildern
Da diese Faktoren nicht zwangsläufig problematisch sein müssen, werden wir in diesem Artikel nicht im Detail darauf eingehen.
Du solltest Dir aber definitiv die Seiten, die in diesen Analysen gelistet sind, ansehen und prüfen, ob es sich um ein Problem handeln könnte.
Das Endergebnis
Wie ich am Anfang des Artikels schon erwähnt habe, habe ich die 100% nicht ganz erreicht, war aber zumindest nah dran.
“Technik & Meta” sprang von 77% auf 96%
Der Bereich “Struktur” hat sich ebenfalls verbessert, von 67% auf 98%.
Hätte ich im Bereich Technik auf einen Score von 100% kommen können?
Ja.
Dafür hätte ich aber Hunderte von Seiten durchgehen und die Header-Tags anpassen sowie die Ankertexte von Seiten wie “Über uns” verbessern müssen.
Irgendwann erreicht man aber den Punkt, an dem der Aufwand die potentiellen SEO Vorteile überwiegt.
Also habe ich es dabei belassen.
Womit wir diese häufigen Fragen in Bezug auf SEO Audits beantworten können:
“Ist es möglich, 100% zu erreichen?”
Ja, ein Optimierungsgrad von 100% im SEO-Audit ist definitiv möglich.
“Will man tatsächlich 100% erreichen?”
Vermutlich nicht. Wenn die größten Probleme einmal beseitigt sind, nimmt der Nutzen kleinerer Optimierungen leider immer weiter ab.
“Was sagt der Wert eigentlich aus?”
Wenn Deine SEO Analyse ein Ergebnis von 95% anzeigt, heißt das Deine Website ist zu 95% optimiert? Könntest Du sie um 5% verbessern?
Wäre das Ergebnis dann 5% mehr Suchmaschinentraffic?
Nein.
Denn wie ebenfalls bereits erwähnt, gibt es immer etwas zu verbessern.
Außerdem unterscheidet sich der Optimierungsgrad je nach Tool und den analysierten SEO Ranking Faktoren.
Welchen Optimierungsgrad solltest Du dir als Ziel setzen?
Da gibt es keine feste Regel.
Wenn es Probleme gibt, die behoben werden müssen, dann kümmere Dich darum (natürlich immer unter Berücksichtigung der Wichtigkeit des Problems und der Zeit, die Dir zur Verfügung steht).
Wenn Du mich allerdings zu einer Aussage zwingst, würde ich sagen, dass bei Technik & Meta sowie bei Struktur jeweils ein Score von 90% oder höher angestrebt werden sollte.
Zumindest wenn Du Seobility benutzt ….
Denn eine Frage haben wir noch nicht beantwortet.
Was sagen andere SEO-Audit-Tools?
Zur Veranschaulichung habe ich Noob Norm (nach den Optimierungen) auch durch andere SEO-Audit-Tools laufen lassen. Der Wert lag bei allen Tools irgendwo zwischen 80 und 90% (bzw. bei „A“, wo der Score in Buchstaben dargestellt wurde).
Das zeigt, dass SEO-Audit-Scores am Ende nur eine Zahl (oder ein Buchstabe) sind. Google nutzt diese Scores nicht, um Websites zu ranken, und zudem können Tools niemals alle relevanten Faktoren prüfen.
Aber …
SEO-Audit-Tools haben zwei wesentliche Vorteile:
Sie zeigen technische Probleme auf, um die Du Dich möglicherweise kümmern musst. Probleme, die Du bei einem manuellen Check leicht übersiehst.
Sie sparen eine Menge Zeit. Wer will schon Hunderte von Seiten einzeln überprüfen? Ich nicht, soviel steht fest.
Am Ende geht es bei solchen Tools also nicht unbedingt um den Score, sondern um die Analyse.
Wenn Du weißt was zu tun ist, liegt es an Dir, Prioritäten zu setzen.
Denn das können wir Menschen (momentan noch) besser als jede Software.
Bonus: Wie gut schneiden Top SEO Blogs ab?
Um weiter zu verdeutlichen, dass ein SEO-Audit-Score von 100% (extrem) selten ist …
Und damit ich ihnen diesen Beitrag per E-Mail schicken kann 😉…
Habe ich mich entschieden, ein paar der beliebtesten (und empfohlenen) SEO Blogs zu analysieren. Und zwar:
Es sieht so aus, als wäre die Website von Matt Diggity die beste im Bereich technisches SEO.
Auf den ersten Blick wirken manche der Scores relativ niedrig, das bedeutet aber nicht, dass die Websites schlecht optimiert sind. Hauptsächlich liegt das an den vielen kleinen Problemen, die wir gerne ignorieren.
Fassen wir nochmal zusammen
Dieser Guide hatte zwei Hauptziele:
Zum einen zu zeigen, wie Du typische SEO Probleme mithilfe eines Audits aufdecken kannst, und zum anderen die Unsicherheit um die Bedeutung von SEO-Audit-Scores zu beseitigen.
Ein SEO-Audit-Tool (wie Seobility) kann Dir dabei helfen, solche Probleme schnell zu finden.
Aber beheben musst Du sie selber und das braucht Zeit und Mühe. Daran führt kein Weg vorbei.
Ich sollte noch erwähnen, dass das Audit, den ich in diesem Artikel beschrieben habe, noch um viele weitere Schritte ergänzt werden könnte, z.B.
Ich hätte Seite für Seite durchgehen und den dort befindlichen Content sowie die User Experience im Detail analysieren können.
Ich hätte viel mehr Zeit für die Analyse der Ausgangssituation der Website und wie sie im Vergleich zur Konkurrenz abschneidet verwenden können.
Ich hätte mehr Zeit in die Analyse von Ziel-Keywords sowie der SERPs für diese Keywords stecken können.
Insgesamt habe ich für die Analyse und die Fehlerbehebung ungefähr 20 Stunden aufgebracht. Selbst wenn ich doppelt oder dreimal so viel Zeit investiert hätte, wäre ich vermutlich nicht fertig geworden.
Es gibt immer etwas, das Du noch verbessern kannst.
Eine Sache noch zum Abschluss:
Wenn ein Audit Deiner Website einen niedrigen Score ausgibt, lass Dich davon nicht entmutigen! Das bedeutet lediglich, dass bei Dir noch viel Luft nach oben ist. 🙂
Also registriere Dich hier, um ein SEO Audit für Deine eigene Website durchzuführen.
Und wenn Du noch Fragen hast (oder uns einfach nur mitteilen willst, wie sehr Du es hasst, Alt-Attribute auszubessern), dann lass uns doch einen Kommentar da. Wir beantworten sie Dir gerne!
SEO Tools, die in diesem SEO Audit Guide verwendet wurden