Content Refresh: Der “SEO Quick Win” für Deine Inhalte

Bei der Suchmaschinenoptimierung gibt es keine „schnellen Erfolge“. Oder etwa doch?

Tatsache ist, dass SEO eine Menge mittel- bis langfristiger Planung erfordert. Und gerade auf diese langfristig orientieren Maßnahmen solltest Du auf keinen Fall verzichten.

Aber dennoch …

es gibt durchaus auch ein paar SEO-Taktiken, die bereits binnen kürzester Zeit zu Erfolgen führen können.

Eine der wirkungsvollsten Maßnahmen hierbei ist ein Content Refresh – das Aktualisieren und “Auffrischen” älterer Inhalte.

Hier ein Beispiel, bei dem eine Landingpage für ein lukratives Keyword innerhalb einer Woche nach einem Refresh einen Anstieg des organischen Traffics um 600 % verzeichnen konnte.

Traffic-Anstieg einer Seite nach einem Content Refresh
Der rote Pfeil zeigt den Zeitpunkt an, zu dem der Content Refresh durchgeführt wurde

In diesem Guide werden wir Dir genau erklären, wie Du beim Auffrischen Deiner Inhalte vorgehen solltest, damit auch Du die Rankings Deiner Inhalte pushen kannst.

Das erwartet Dich.

Aber zunächst ein paar Worte dazu, was ein Content Refresh NICHT ist.

Ein Content Refresh ist NICHT das bloße Ändern von Datumsangaben

Wir von Seobility sind große Verfechter der White Hat SEO und würden Dir daher niemals raten, gegen die Richtlinien von Google zu verstoßen.

Zugegebenermaßen gibt es viele SEO-Taktiken, die 2023 nicht mehr funktionieren sollten, es jedoch immer noch tun– auch wenn bekannte Google-Vertreter das Gegenteil behaupten. (Wir haben unserem Ärger darüber bereits im Jahr 2020 Luft gemacht .)

Trotzdem schließen wir uns den Kommentaren von John Mueller auf Twitter in Bezug auf Content Refreshes für 2023 an.

Tweets von John Mueller zum Thema Content Refreshes

Auf die Frage eines Nutzers, wie Google auf aktualisierte Datumsangaben (z.B. im Titel von Inhalten) reagieren würde, antwortete John Müller Folgendes: “Haben sich die Inhalte wesentlich verändert? Dann aktualisiere die Daten. Haben sich die Inhalte nicht wesentlich verändert? Dann aktualisiere die Daten nicht. Es gibt so viel Spam und minderwertigen Content, bei dem einfach die Daten geändert werden (z.B. „Bestes Faxgerät 2023”), das ist ziemlich offensichtlich und peinlich.

Es ist völlig in Ordnung, den Content und – bei ausführlicheren Änderungen – auch das Datum zu aktualisieren (oder ein Update-Datum anzugeben). Seriöse Seiten machen das. Ein paar kleine Änderungen und dann zu sagen „oh, gilt 2023 immer noch“ ist aber kein wesentliches Update.”

Es reicht also nicht aus, einfach nur alte Artikel mit aktualisierten Datumsangaben neu zu veröffentlichen.

Womöglich wirst Du dann einen kurzfristigen Schub bemerken, doch der wird schnell wieder verpuffen. Und was noch schlimmer ist: Wenn Google Dein Muster irgendwann durchschaut, wird Deine Seite vielleicht sogar abgestraft.

Ein ordentlicher Content Refresh sollte also eine relativ umfangreiche Änderung Deiner Inhalte umfassen. Aber wie umfangreich?

Um Dir eine sinnvolle Empfehlung geben zu können, schauen wir uns ein Praxisbeispiel für Content Refreshes auf vier großen Websites für Produktbewertungen an.

Wie stark solltest Du Inhalte bei einem Content Refresh verändern? [Daten von vier Websites]

Als Grundlage für unsere Analyse haben wir die Texte aus der aktuellen Version sowie aus zwei Vorjahresversionen eines Kaufratgebers für 4K-Fernseher von folgenden Websites herangezogen:

  • Wirecutter
  • Tom’s Guide
  • Tech Radar
  • What Hi-Fi

Dann haben wir mit Hilfe dieses Tools die Versionen von 2022 und 2023 sowie die Versionen von 2021 und 2023 miteinander verglichen, um den Prozentsatz der übereinstimmenden Wörter/Sätze zu ermitteln.

Die alten Versionen der Artikel haben wir uns auf archive.org geholt.

Und das war unser Ergebnis:

Daten zu Content Refreshes auf vier großen Websites

Zusammengefasst:

  • Die größten Veränderungen von 2022 zu 2023 gab es bei Wirecutter. Hier wurden mehr als 75 % des Leitfadens aktualisiert.
  • Bei Tech Radar gab es die geringsten Veränderungen von 2022 zu 2023 – nur 20 % des Textes unterschieden sich von der Version des Vorjahres.
  • What Hi-Fi haben in diesem Jahr 31 % ihres Leitfadens aktualisiert, aber wenn man die Versionen von 2021 und 2023 vergleicht, sind nur noch 3 % des Textes identisch.
  • Alle Websites haben zwischen 2021 und 2023 über 50 % der Texte in ihren Leitfäden aktualisiert.

Unsere Empfehlungen:

Wir sprechen hier von „Jahren“, denn normalerweise wirst Du Deinen Content jährlich aktualisieren wollen. Bei besonders schnelllebigen Themen kann Dein Zeitplan natürlich etwas anders aussehen.

  • Bei einem schrittweisen, jährlichen Content Refresh (z. B. von 2022 auf 2023) solltest Du mindestens zwischen 20 bis 30 % Deiner Inhalte aktualisieren.
  • Alle zwei Jahre (z. B. 2021 vs. 2023) solltest Du Deine Inhalte etwas gründlicher überarbeiten. Wir empfehlen, etwa 50 % des Textes abzuändern, sodass er nach wie vor als „frisch“ angesehen wird.

Beachte aber, dass es sich hierbei nur um eine grobe Empfehlung handelt. Der tatsächlich sinnvolle Umfang eines Refreshes ist immer vom aktuellen Zustand Deiner Inhalte und dem jeweiligen Thema abhängig.

„Content Refresh” vs. „Content Update”

Da wir uns beim obigen Beispiel vier große Bewertungsportale angesehen haben, beziehen sich unsere Erkenntnisse und Empfehlungen vor allem auf Inhalte im Format eines „Leitfadens” oder „Blogs“.

Aber wie sieht es mit Serviceseiten aus? Die musst Du nicht alle zwei Jahre umschreiben, oder doch?

Nein, das musst Du nicht. Aber Du solltest die vorhandenen Inhalte im Laufe der Zeit ergänzen und verbessern.

Das würden wir eher als Content Update und nicht als Content Refresh bezeichnen.

Findest Du das verwirrend?

Verständlich. Hier die Definitionen der beiden Begriffe:

  • Content Update – eine kleinere, schrittweise Verännderung der Inhalte auf einer Seite, wie z. B. das Hinzufügen neuer Daten, eines neuen Dienstes, einer neuen Erkenntnis oder einer kleinen Textänderung. Dabei bleibt ein Großteil des vorher vorhandenen Textes unverändert. Das Datum der Veröffentlichung muss nicht geändert werden.
  • Content Refresh – eine umfassendere Veränderung von Inhalten auf einer Seite. Der neue Content unterscheidet sich erheblich von der vorangegangenen Version, sodass eine Änderung des Veröffentlichungsdatums gerechtfertigt sein kann.

Dies entspricht in etwa dem, was John Mueller in seinen Tweets schreibt.

Allerdings lässt sich hierbei nicht immer eine klare Grenze ziehen. Schließlich können mit der Zeit eine ganze Reihe einzelner, kleinerer „Content Updates” zusammenkommen. In Summe hat dies oftmals zur Folge, dass eine Seite sich irgendwann erheblich von der ursprünglich veröffentlichten Version unterscheidet. Wenn man an diesem Punkt angelangt ist, ist auch eine Änderung des Veröffentlichungsdatums gerechtfertigt.

Wie Du Schritt für Schritt eine Content-Refresh-Strategie implementierst

Nun weißt Du ja bereits:

  • was ein Content Refresh ist,
  • was ein Content Refresh nicht ist
  • und Du hast Daten gesehen, die Dir zeigen, wie viel von Deinem Content Du auffrischen solltest (zumindest wenn wir dem Beispiel der „Großen” folgen wollen).

Sehen wir uns nun im Detail an, wie man eine Content-Refresh-Strategie implementiert.

Schritt 1: Finde die Inhalte, die eine Auffrischung benötigen

Das Auffrischen von Inhalten erfordert Zeit – und Zeit ist Geld. Wie legst Du also fest, welche Inhalte Du bei der Auffrischung priorisieren solltest ?

Im Grunde ist das ganz einfach.

Eine Content Refresh-Kampagne kann eines dieser beiden Ziele verfolgen:

  1. Die Rankings einer gut performenden Seite bewahren (oder idealerweise verbessern) oder
  2. Einer schwächelnden Seite wieder neuen Auftrieb verschaffen

Du solltest also diejenigen Seiten finden, auf die (mindestens) eines der oben genannten Kriterien zutrifft.

Das sollte nicht allzu schwierig sein. Dennoch haben wir ein paar schnelle Tipps für Dich.

Hinweis: Es kann durchaus sein, dass beide Kriterien auf eine Seite zutreffen, z. B. wenn eine Deiner am besten performenden Seiten in der letzten Zeit im Ranking etwas nachgelassen hat.

Wie machst Du erfolgreiche Inhalte ausfindig?

Was versteht man unter erfolgreichen Inhalten?

Diese Inhalte sind das A und O Deiner Website. Sie sind Deine Top-Landingpages, denen Du den Großteil Deines organischen Traffics zu verdanken hast. Und es gilt, die Rankings dieser Seiten zu verteidigen. Du musst deshalb sicherstellen, dass sie relevant und frisch bleiben.

So findest Du diese Seiten mithilfe der Google Search Console:

Search Console > Leistung > Google Suche-Ergebnisse > Seiten

So findest Du Deine erfolgreichen Seiten mithilfe der Google Search Console

Und so findest Du sie über Universal Analytics.

Analytics > Akquisition > Übersicht > Organic Search > Landingpage

So findest Du Deine erfolgreichen Seiten mithilfe von Google Analytics

Wie sieht’s mit Google Analytics 4 aus?

Nun, zum Zeitpunkt der Entstehungs dieses Artikels bleibt uns noch etwas Zeit in Universal Analytics, aber die Uhr tickt. Falls Du schon gewechselt bist, findest Du hier einen guten Leitfaden, um den Universal Analytics „Landing-Pages”-Report in GA4 nachzubilden.

Du machst Dir Sorgen, dass das Aktualisieren einer erfolgreichen Seite negative Auswirkungen haben könnte? Nun, Deine Sorge ist nicht ganz unberechtigt. Bedenke aber, dass Deine Mitbewerber wissen, welche Seiten Deiner Website den meisten Traffic einbringen. Und diesen Traffic wollen sie für sich selbst gewinnen. Daher werden sie alles daransetzen,  Deinen Content zu übertreffen. Warum solltest Du also nicht einfach versuchen, ihnen zuvorzukommen?

Im schlimmsten Fall kannst Du jederzeit die vorherige Version wiederherstellen, herausfinden, was schiefgegangen ist und es dann noch einmal versuchen.

Unserer Erfahrung nach hat ein durchdachter Content Refresh in den meisten Fällen aber keine negativen Auswirkungen auf eine Seite.

So findest Du absteigende Seiten

Die Besucherzahlen einer Seite nehmen ab? Ein Content Refresh kann diese Entwicklung aufhalten.

Zunächst solltest Du jedoch überprüfen, ob technische SEO-Fehler für den Rückgang verantwortlich sein könnten. Um einzelne Seiten auf SEO-Probleme zu überprüfen, kannst Du unseren kostenlosen SEO Check verwenden.

SEO Check von Seobility

Wie aber findest Du absteigende Seiten?

Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder konzentrierst Du Dich auf:

  1. Rankings oder
  2. Traffic.

Beides funktioniert. Allerdings sind Rankings etwas präziser, da der Traffic von Änderungen der Google-Ergebnisseite beeinflusst werden kann.

Ein Beispiel: Vielleicht zeigt Google für eine Suchanfrage plötzlich mehr Werbung an. Oder es wurde eine News Box hinzugefügt, die die organischen Ergebnisse auf der Seite weiter nach unten verschiebt. Google neigt leider zu solchen Änderungen …

Du kannst die Rankings wichtiger Keywords mit dem Keyword Ranking Monitoring-Tool von Seobility überwachen.

Keyword Ranking Monitoring von Seobility

Für Traffic-Daten wiederum kannst Du entweder die Search Console oder Analytics nutzen.

In Analytics kannst Du im ersten Schritt den Traffic für eine Seite von Jahr zu Jahr zu vergleichen (im Landingpage-Bericht).

Hier können wir zum Beispiel sehen, dass im Januar 2023 der Traffic für die Seite unten im Vergleich zu 2022 um über 57 % gesunken ist.

Google Analytics > Akquisition > Übersicht > Organic Search > Landingpage (Jan 23 vs Jan 22)

Abstieg einer Seite

Das ist ein ganz schöner Rückgang 🙁

Aber weißt Du was? Mitte Februar wurde dann ein Content Refresh für die Seite durchgeführt, der zur Folge hatte, dass sich der Traffic und die Rankings sofort wieder erholten.

Traffic und Rankings haben sich nach dem Refresh erholt

Nicht schlecht, oder? 🙂

Auch in der Search Console kannst Du den Traffic der unterschiedlichen Jahre miteinander vergleichen.

Wähle hier einfach unter “Leistung in der Google Suche”-Ergebnisse über den „Vergleichen“-Tab der Filter einen bestimmten Zeitraum aus.

Search Console > Leistung > Google Suche-Ergebnisse > Datum > Vergleichen

Vergleich von zwei Zeiträumen in der Google Search Console

Und das zeigt uns die Search Console für dieselbe Seite an:

Rückgang der Klicks einer Seite

Die Search Console zeigt eine niedrigere Anzahl an Gesamtklicks an als Analytics. Das ist ein bekanntes Problem der Search Console. Dennoch ist auch hier ein deutlicher Rückgang erkennbar.

Wenn Du präzisere Zahlen benötigst, halte Dich an Analytics.

Schritt 2: Erstelle für jede Seite einen Content-Refresh-Plan

Nun hast Du also herausgefunden, welche Deiner Seiten eine Auffrischung nötig haben. Wie geht es jetzt weiter?

Vermutlich ahnst Du es schon: Im nächsten Schritt musst Du herausfinden, wie Du die einzelnen Seiten auffrischen kannst. Offen gesagt kann das je nach Website – und sogar je nach Seite – ganz unterschiedlich aussehen.

Du musst Deine SEO-Brille aufsetzen und herausfinden, was genau Google sich für jede Deiner Seiten wünscht und was vielleicht noch fehlt.

Stell Dir hierbei die folgenden W-Fragen:

  • (Welche) Seite muss aufgefrischt werden?
  • (Warum) wird diese Seite von Google nicht mehr entsprechend belohnt?
  • (Wie) wirst Du die Seite auffrischen, um Deine Rankings und den Traffic zu verbessern?

Sehen wir uns einmal einige der häufigsten Gründe an, warum Deine Seite aus Googles Sicht nicht mehr gut genug sein könnte.

Dies finden wir heraus, indem wir Fragen stellen. Du kannst es Dir auch als eine Art Checkliste vorstellen. Und natürlich erklären wir Dir auch, wie Du durch einen Content Refresh wieder Googles Gunst erlangen kannst.

Entspricht Deine Seite der aktuellen Suchintention?

Erst einmal solltest Du einen Blick auf die aktuellen Suchergebnisse für das Haupt-Keyword Deiner Seite werfen. Schließlich sind das diejenigen Inhalte, die Google momentan entsprechend belohnt. Wir können also mit Sicherheit behaupten, dass diese Seiten Google gefallen.

Sieh Dir also diese Ergebnisse an und prüfe, ob Deine eigene Seite der aktuellen Suchintention für die Anfrage entspricht.

Gut, aber was ist denn überhaupt eine Suchintention?

Du findest hier unseren umfassenden Leitfaden zum Thema „Suchintention“ (und wie man dafür optimiert).

Kurz zusammengefasst:

Im Laufe der Zeit stellt Google fest, dass die meisten Leute, die nach x (also einer bestimmten Anfrage) suchen, sich für Ergebnisse wie y (ein Thema, eine Art von Information oder ein bestimmtes Content-Format) interessieren.

Ein paar einfache Beispiele:

User, die nach „Spargelcremesuppe” suchen, wollen Rezepte sehen …

Suchergebnisse zum Keyword Spargelcremesuppe

Und wer nach „Dortmund” sucht, ist eher auf der Suche nach Fußballergebnissen oder Neuigkeiten über die Mannschaft als nach Infos zur Stadt …

Suchergebnisse zum Keyword dortmund

In manchen Fällen, wie beim Beispiel der Spargelcremesuppe, ist sich Google bei der Suchintention zu 100 % sicher und zeigt nur eine bestimmte Art von Content (hier etwa Rezepte) an.

Bei anderen Suchanfragen kann die Mischung bunter ausfallen.

Nehmen wir zum Beispiel diese Suchergebnisseite für den Begriff „Sony A7 IV”, die sowohl Produkt-Bewertungen (“Reviews”) als auch Shops, bei denen die Kamera erhältlich ist, anzeigt.

gemischte Suchintention

Das waren nur ein paar einfache Beispiele. Doch die Suchintention ist ein umfassendes (und wichtiges) Thema, weshalb wir Dir empfehlen, Dich intensiver damit auseinanderzusetzen und unseren Leitfaden zu lesen.

Im Endeffekt läuft es auf die folgenden Punkte hinaus:

  • Du musst entscheiden, ob Deine Seite der aktuellen Suchintention hinter der Anfrage gerecht wird.
  • Und wenn dem nicht so ist, frage Dich: Wie kannst Du die Seite aktualisieren, damit sie dies tut?

Achtung: Manchmal verändert sich Googles Beurteilung in Bezug auf eine Suchintention im Laufe der Zeit so stark, dass es sich eventuell nicht lohnt, Deine Seite an die neue Intention anzupassen. In dem Fall solltest Du Deine Inhalte eher auf eine spezifischere (oder Long-Tail-) Suchanfrage ausrichten.

Bevorzugt Google eine bestimmtes Content-Format?

Dieser Punkt hängt eng mit der Suchintention zusammen. Wir haben Dir oben bereits ein Beispiel gezeigt, bei dem Google das Format “Rezepte” auf der ersten Seite haben möchte.

Hier noch eine weitere Anfrage, bei der Google klar einem bestimmten Content-Format den Vorzug gibt:

Suchergebnisse für das Keyword SEO Tipps enthalten ausschließlich Listicles

Wie Du siehst, handelt es sich bei allen Top-Ergebnissen für das Keyword „SEO Tipps” um Listicles. Und jedes Listicle besteht aus einer bestimmten Anzahl von Tipps.

Genauso verhält es sich bei den englischsprachigen Ergebnissen zu diesem Keyword:

englische Suchergebnisse enthalten ebenfalls nur Listicles

Wenn Du also eine Seite hast, die auf dieses Keyword abzielt, solltest Du wahrscheinlich – mehr dazu gleich  – sicherstellen, dass diese dasselbe Format hat.

Interessanterweise können wir aus den Ergebnissen oben auch noch eine weitere Schlussfolgerung ziehen, die wiederum mit der Suchintention im Zusammenhang steht.

Ist Dir aufgefallen, dass bei den englischsprachigen Ergebnissen kein Artikel mehr als 20 Tipps enthält? Vor ein paar Jahren handelte es sich bei allen Top-Rankings um RIESIGE Leitfäden mit Tonnen von Tipps – ähnlich wie einige der aktuellen deutschsprachigen Treffer.

Woher ich das weiß?

Weil ich einen davon geschrieben habe:

Blogartikel SEO Tipps von David

Damals wurde regelrecht darum gekämpft, die meisten Tipps aufzulisten und den längsten Leitfaden zu erstellen. Denn genau das wurde von Google belohnt.

Aber inzwischen – nach über sechs Jahren – zieht Google kürzere, kompaktere Listen vor. Es ist gut möglich, dass das bei den deutschsprachigen Ergebnissen ebenfalls bald der Fall sein wird.

Wir haben es hier also definitiv mit einer Veränderung des Formats und wohl auch mit einer Veränderung der Intention zu tun. Suchende wünschen sich mittlerweile eine kurze Liste mit leicht verdaulichen Tipps und nichts, was einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Dies ist ein gutes Beispiel dafür, dass bei manchen Refreshes eine Kürzung der Inhalte sinnvoller sein kann als eine Erweiterung. Wenn Google kürzere Inhalte will, gibst Du der Suchmaschine eben kürzere Inhalte.

Kommen wir nun noch einmal auf den Vorbehalt von oben – Stichwort „wahrscheinlich“ – zurück …

Manchmal – aber nur manchmal – lohnt es sich, gegen den Strom zu schwimmen. Das könnte vor allem dann der Fall sein, wenn Du nach einem ersten Content Refresh keine Verbesserung erkennen kannst.

Wenn alle kurze Listen erstellen, dann zeig’s Google mit einer langen Liste. Der Algorithmus experimentiert ständig und es kann sein, dass er Deinen umfangreichen Inhalten eine Chance gibt.

Und wenn sie (in Sachen Verweildauer, Pogo Sticking usw.) besser performen, kannst Du nur gewinnen.

Sind die Infos auf Deiner Seite aktuell?

Bei einem Content Refresh ist dies eines der Probleme, die Du am einfachsten angehen kannst.

Denn mit der Zeit besteht eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, dass Deine Inhalte (oder zumindest Teile davon) nicht mehr aktuell sind.

Wenn Du eine Seite mit Produktbewertungen hast, kann es sein, dass es mittlerweile neuere, bessere Produkte auf dem Markt gibt. Wenn Du eine Anwaltskanzlei betreibst, kann es sein, dass sich bestimmte, für Deinen Service relevante Gesetze oder Regelungen geändert haben.

Und wenn Du wie wir über SEO schreibst, hat Google seit der Veröffentlichung Deines Artikels bestimmt wieder irgendetwas verändert, was das Geschriebene für nichtig erklärt …

Du solltest unbedingt dafür sorgen, dass die Inhalte auf Deiner Seite aktuell und relevant bleiben. Überarbeite also alles, was überarbeitet werden muss.  Manchmal wiederum kann es auch notwendig sein, den existierenden Content zu ergänzen.

Die Aufgabe von Google ist es schließlich (abgesehen vom Geldverdienen durch Werbeeinnahmen), Ergebnisse anzuzeigen, die derzeit am besten zur jeweiligen Suchanfrage passen. Und veraltete oder unvollständige Informationen werden diesen Anforderungen nicht gerecht.

Was uns zur nächsten Frage bringt …

Ist Deine Seite „vollständig”  und schöpft sie ihr volles Potenzial aus?

Wenn mich jemand fragt, wie er auf Platz 1 für x ranken kann, antworte ich immer mit einer Gegenfrage: „Verdient Deine Seite es denn, auf Platz 1 für x zu ranken?”

Klar, Google ist bei weitem nicht perfekt. Und starke Backlinks haben immer noch großen Einfluss auf Rankings. Aber normalerweise setzt sich Gutes durch.

Außerdem ist es viel leichter, Backlinks zu sammeln, wenn Dein Content (oder Service) nicht nur gut, sondern besser als der Deiner Mitbewerber ist.

In dieser Phase Deines Content-Refresh-Prozesses solltest Du Dir noch einmal die Suchergebnisse für Dein Keyword genau ansehen. Klick Dich durch die Seiten mit den besten Rankings und finde heraus, was diese haben und Du nicht.

Das können bestimmte Informationen sein, es kann aber auch die Art und Weise sein, wie die Inhalte präsentiert werden.

Vielleicht enthalten die Seiten auch Videos, Infografiken oder andere Medien? Oder womöglich sind sie einfach ansprechend gestaltet und einfach zu verstehen.

Mach Dir dabei Notizen. Du wirst schnell einige Ideen gesammelt haben, um Deine Inhalte aufzufrischen und zu ergänzen.

Dein Ziel: Mach Deine Seite zum absolut besten Suchergebnis für Dein Ziel-Keyword.

Ok, aber das hier ist ein SEO-Blog. Können wir, während wir aus unserer Seite die weltbeste für unser Ziel-Keyword machen, eventuell noch etwas zusätzlichen SEO-Mehrwert herausholen?

Na klar! Und dabei kann das Keyword Recherche Tool von Seobility helfen.

Keyword Recherche Tool von Seobility

Pro Tag kannst Du drei kostenlose Suchen durchführen, ohne dass eine Registrierung erforderlich ist. Wenn Du jedoch mehr benötigst, kannst Du 14 Tage lang kostenlos unsere Premiumversion testen.

Hier ein Beispiel dafür, wie wir das Tool nutzen können, um nach Ideen für zusätzliche Inhalte für unseren Copywriting-Leitfaden zu suchen.

Zunächst klicken wir auf den „URL/Domain”-Reiter, geben dann die URL unserer Seite ein und klicken schließlich auf „Keyword Recherche”.

Analyse des Copywriting Guides im Keyword Recherche Tool

Dadurch erhalten wir eine Liste an Keywords, für die unsere Seite bereits in den Top 100 rankt.

Dieses Keyword hier sieht zum Beispiel interessant aus:

Copywriting Guide rankt für das Keyword seo copywriting course

Unsere Seite rankt aktuell auf Platz 94 für das Keyword „seo copywriting course” („seo copywriting kurs”), aber das liegt nur an einem der Tipps aus dem Leitfaden …

Abschnitt im Copywriting Guide der den Begriff course enthält

Allerdings geht es hier nicht speziell um SEO-Copywriting-Kurse. Tatsächlich kommt nirgendwo im Leitfaden ein eigener Abschnitt über SEO-Copywriting-Kurse vor.

Wenn wir aber einen Abschnitt mit einer Überschrift wie „Die 3 besten SEO-Copywriting-Kurse” hinzufügen würden …

… würde unser Ranking für das Keyword mit großer Wahrscheinlichkeit einen ordentlichen Sprung nach oben machen.

Über den Tab „Ähnliche Keywords” erhalten wir weitere Ideen für neue Abschnitte, die wir womöglich hinzufügen könnten.

Diesmal geben wir unser Haupt-Keyword für die Seite ein und wählen für die Analyse „Ähnliche Keywords“ aus.

ähnliche Keywords für das Ziel-Keyword seo copywriting

Sofort sehen wir zwei Keywords, für die es sich lohnen könnte, unseren Content entsprechend zu erweitern.

In Kombination mit der manuellen Analyse der Seiten unserer Mitbewerber gewinnen wir so schnell eine Menge an Ideen, wie wir unsere Inhalte besser machen können.

Und auf die Frage, ob unsere Seite sich Platz 1 in den Rankings verdient hat, können wir dann aus voller Überzeugung mit einem klaren „Ja!“ antworten.

Schritt 3: Aktualisiere Deine Seite(n)

Wenn Du unsere Tipps bisher befolgt hast, weißt Du jetzt ganz genau, wie Du Deine Seite aktualisieren solltest, um Deine Rankings zu verbessern.

Um es noch einmal zusammenzufassen:

  • Stelle sicher, dass Du die aktuelle Suchintention bedienst.
  • Sofern Google ein bestimmtes Format (z. B. Listicles) bevorzugt, sorge dafür, dass Du Deine Inhalte auch auf diese Weise präsentierst.
  • Bringe alle Informationen auf Deiner Seite auf den neuesten Stand.
  • Füge alles hinzu, was Deiner Seite noch fehlt, um sie wirklich zum besten Ergebnis für das jeweilige Ziel-Keyword zu machen.

Jetzt ist es an der Zeit, Deine Seite entsprechend zu überarbeiten …

… und anschließend eine brandneue Version zu veröffentlichen.

Bei einem umfassenden Content Refresh kannst Du – wie bereits erwähnt –  das Veröffentlichungsdatum Deiner Seite auf das aktuelle Datum ändern.

Tipp: Sobald Du fertig bist, empfehlen wir Dir, über die Search Console ein erneutes Crawling anzufordern, damit Deine Seite schneller wieder indexiert wird.

Search Console > URL-Prüfung > Indexierung beantragen

Indexierung beantragen in der Google Search Console

Schritt 4: Beobachte, wie sich Dein Content Refresh auf Traffic, Rankings und UX auswirkt

So. Du hast also Deine Seite aktualisiert und den Content Refresh abgeschlossen.

Wie geht’s jetzt weiter?

Nun, im besten Fall steigt der Traffic jetzt rasch an.

Allerdings empfehlen wir Dir, die Performance Deiner Seite in den ersten Wochen nach dem Refresh  genauestens im Auge zu behalten.

Dabei solltest Du hierauf achten:

  1. Auswirkungen auf den Traffic (ist er gestiegen?)
  2. Auswirkungen auf Rankings (haben sie sich verbessert?)
  3. Auswirkungen auf die User Experience (Absprungrate, Sessiondauer usw.)

Steigende Besucherzahlen kannst Du einfach in Google Analytics erkennen.

Wenn Du allerdings nach einigen Wochen immer noch keine Verbesserung feststellen kannst, solltest Du einen Blick auf die „Impressions” in der Search Console werfen und überprüfen, ob es einen Anstieg gab.

Search Console > Leistung > Google Suche-Ergebnisse > Seiten > Klicke auf eine Seite > Impressionen

Anstieg der Impressionen

Wenn dem so ist, kannst Du beruhigt davon ausgehen, dass Google mit Deinen Veränderungen zufrieden ist. Schon bald solltest Du zusätzliche Klicks verzeichnen können.

Zum Überprüfen der Rankings empfehlen wir Dir, Dein wichtigstes Keyword mit unserem Ranking Monitoring Tool zu tracken.

Seobility > Rankings > Überwachte Keywords

überwachte Keywords in Seobility

(Mit ein wenig Glück wirst Du eine Seite voller grüner Pfeile sehen!)

Die wichtigsten Kennzahlen im Hinblick auf die User Experience kannst Du über Google Analytics vergleichen.

Google Analytics > Akquisition > Übersicht > Organic Search > Landingpage

verbesserte Metriken in Google Analytics

Im obigen Beispiel können wir sehen, dass eine kürzlich aufgefrischte Seite ihren Traffic um 150 % steigern konnte. Außerdem haben sich die Zahlen zur Absprungrate (“Bounce Rate”), den Seiten pro Sitzung (“Pages / Session”) und der durchschnittlichen Sitzungsdauer (“Avg. Session Duration”) verbessert.

Es ist deutlich zu sehen, dass die Änderungen nicht nur Google, sondern auch den Usern gefallen.

Was tun, wenn Deine Kennzahlen sich nach einem Refresh verschlechtern?

Keine Panik und nichts überstürzen. Manchmal dauert es etwas länger, bis Änderungen wirklich greifen und sich Rankings und Traffic verbessern. Daher empfehlen wir Dir, mindestens einen Monat abzuwarten, bevor Du eine Seite erneut aktualisierst.

Sollten sich hingegen die Metriken zur User Experience verschlechtern, könnte ein schnelleres Eingreifen Sinn machen.

Falls Du feststellst, dass es mit Deiner Seite nach dem Refresh bergab geht, hast Du zwei Möglichkeiten:

  1. Mache die Veränderungen rückgängig (erstelle immer ein Backup einer Seite, bevor Du sie aktualisierst!) oder
  2. wirf einen kritischen Blick auf die aktualisierte Seite, finde heraus, was Google daran stört, und ändere es.

Wir würden Dir dazu raten, zuerst die zweite Methode auszuprobieren. Wenn Deine Seite allerdings für Dein Geschäft essenziell ist, ist ein Rollback manchmal die bessere Wahl.

Aber wie bereits zuvor erwähnt: Es ist sehr unwahrscheinlich, dass ein sorgfältig durchgeführter Content Refresh sich negativ auf Deine Rankings und Deinen Traffic auswirkt.

Optionaler Zusatzschritt: Nutze den Refresh als Gelegenheit, Deinen Content neu zu bewerben

Du willst noch mehr aus Deinem Content Refresh herausholen? Dann nutze die Gelegenheit, um Deine Seite neu zu bewerben.

Eine erneue Verbreitung auf Social Media kann neue Besucher auf Deine Seite locken. Und zusätzlicher Outreach kann Deiner aktualisierten Seite neue Backlinks einbringen.

Und wenn Du einen Content Refresh mit neuen Backlinks kombinierst …

… sind das die besten Voraussetzungen, um das Ranking Deiner Seite förmlich in die Höhe schießen zu lassen.

Bist Du bereit für eine Auffrischung Deiner Inhalte?

Ein Content Refresh ist tatsächlich einer der schnellsten Wege zum SEO-Erfolg. Ich habe immer wieder erlebt, wie sich die Rankings und der Traffic für eine Seite dadurch schlagartig verbessert haben.

Das ist nun wirklich keine Raketenwissenschaft, aber es ist überaus wirkungsvoll.

Hast Du noch Fragen? Dann schreibe gerne unten einen Kommentar.

Und wenn Du bei Deinem Content Refresh unsere Tools für Keyword-Recherche und Ranking Monitoring nutzen möchtest, kannst Du sie hier 14 Tage lang kostenlos testen.

So schaffst Du es mit E-E-A-T an die Spitze der Google Rankings

Hochwertige Website-Inhalte zu verfassen ist gar nicht so einfach. Das wissen wir aus eigener Erfahrung. Schließlich musst Du dafür komplexe Themen recherchieren, Zitate von Experten finden und am Ende alles ansprechend und überzeugend präsentieren.

Ein Top Ranking ist Dir damit alleine aber auch noch nicht sicher. So kann es passieren, dass Du zwar viel Arbeit in Deinen Artikel steckst, dieser am Ende aber doch nur auf Seite 7 der Google Suchergebnisse steht.

Das liegt daran, dass Google heutzutage mehr als nur „hochwertige Inhalte“ sehen möchte.

Stattdessen will Google Inhalte, die Expertenwissen beinhalten und von vertrauenswürdigen und verlässlichen Autoren stammen, die als Autorität auf ihrem Gebiet gelten und Erfahrung aufweisen können – also Inhalte, die die sogenannten „E-E-A-T“ Kriterien erfüllen. (Das Kürzel E-E-A-T steht für die Englischen Begriffe „Experience“, „Expertise“, „Authoritativeness“ und „Trustworthiness“. Mehr dazu gleich.)

Wie Du genau diese Art von Inhalten verfasst, zeigen wir Dir in diesem Guide. Dabei gehen wir insbesondere auf folgende Punkte ein:

  • Wie Du Expertenstatus mit Inhalten demonstrierst, die auf hohem Niveau aber dennoch leicht verständlich sind
  • Wie Du Authority mit Links und Erwähnungen aufbaust
  • Wie Du durch authentische Erfahrungs- und Meinungsberichte Erfahrung zeigst
  • Wie Du Deine Vertrauenswürdigkeit und Glaubwürdigkeit untermauerst

Bevor wir das Thema vertiefen, sehen wir uns zu Beginn kurz den Kontext und die Anfänge von E-E-A-T an – einem der größten Umbrüche, den die SEO-Welt in den letzten 10 Jahren erlebt hat.

Bist Du auf der Suche nach etwas Bestimmmtem? Dann klicke auf den jeweiligen Link im Inhaltsverzeichnis, um direkt zu dem entsprechenden Abschnitt zu springen.

Was ist E-E-A-T?

Im SEO Kontext steht E-E-A-T für Experience, Expertise, Authoritativeness, und Trustworthiness – auf Deutsch Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit. Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit sind bereits seit August 2018 ein Kernelement in Googles Quality Rater Guidelines. Im Dezember 2022 wurden sie um das Kriterium Erfahrung erweitert.

Die Quality Rater Guidelines sind ein 176 Seiten langer Leitfaden mit allen Kriterien, die Suchergebnisse erfüllen sollten, um ein gutes Ranking zu erzielen.

Googles Quality Rater Guidelines

Ein Team von ungefähr 10.000 Evaluatoren wertet Googles Suchergebnisse mithilfe dieser Richtlinien stichprobenartig aus, um zu bewerten, wie erfolgreich die Ranking-Algorithmen die Qualität einer Seite einschätzen.

Bei einem Treffen mit CNBC hat Ben Gomes erklärt, welche Bedeutung die Guidelines für Googles Suchalgorithmus haben:

„You can view the raters’ guidelines as where we want the search algorithm to go. They don’t tell you how the algorithm is ranking results, but they fundamentally show what the algorithm should do.”

Die Quality Rater Guidelines legen also dar, welchen Weg der Algorithmus gehen soll. Dabei erklären sie nicht, wie der Algorithmus die Ergebnisse rankt, zeigen aber, wie er dabei vorgehen soll.

Wenn Du Deine Performance in den Suchergebnissen verbessern möchtest, sind Googles Quality Rater Guidelines der beste Ansatzpunkt.

Genau an diesem Punkt kommen die E-E-A-T Kriterien ins Spiel.

Google schreibt in den QRG ganz klar, dass Suchergebnisse für Menschen hilfreich sein sollen. Die Suchmaschine möchte Nutzer von irreführenden Inhalten, schludrigen Ratschlägen und betrügerischen Websites fernhalten und ihnen stattdessen die Ergebnisse zeigen, die die verlässlichsten und hilfreichsten Informationen beinhalten.

Aus Nutzersicht wünschen wir uns Informationen, denen wir trauen können – mit anderen Worten: Informationen, die von Autoren verfasst wurden, die eine echte Autorität auf ihrem Gebiet sind. Genau darum geht es bei E-E-A-T.

Google berücksichtigt die E-E-A-T Kriterien besonders bei der Bewertung von Websites, die einen Einfluss auf die Zufriedenheit, Gesundheit, finanzielle Situation oder Sicherheit von Nutzern haben könnten. Diese Art von Seiten, die wichtige Bereiche in unserem Leben betreffen, werden von Google Your Money or Your Life (kurz YMYL) Websites genannt.

Daraus könnte man leicht schließen, dass E-E-A-T größtenteils Websites betrifft, die sich mit Finanz- oder Gesundheitsfragen befassen, doch dies ist keineswegs so.

Tatsächlich fällt praktisch jede Website unter YMYL, die Leser bei einer wichtigen Entscheidung unterstützt. Dazu gehören:

  • Nachrichten und Aktuelles: Websites mit Nachrichten zu wichtigen Themen wie Politik, Wirtschaft, internationale Ereignisse, Wissenschaft, Technologie etc.
  • Gemeinwesen, Staat und Recht: Informationen, die für die Öffentlichkeit unverzichtbar sind, um sich zum Beispiel über Wahlen, Behörden und öffentliche oder soziale Einrichtungen zu informieren.
  • Finanzwesen: Websites, die Finanzberatung bieten. Darunter fallen zum Beispiel Themen wie Investitionen, Steuern, Rentenvorsorge, Kredite, Bankgeschäfte oder Versicherungen sowie im besonderen Websites, über die Nutzer etwas abschließen oder Geld online überweisen können.
  • Shopping: Websites, auf denen Nutzer Waren oder Dienstleistungen finden oder kaufen können, im besonderen Websites, auf denen Nutzer direkt online einkaufen können.
  • Gesundheit und Sicherheit: Websites, die gesundheitliche Ratschläge zu medizinischen Fragen, Medikamenten, Krankenhäusern, Notfallvorsorge etc. erteilen.
  • Bevölkerungsgruppen: Websites mit Informationen, die sich auf bestimmte Bevölkerungsgruppen beziehen, einschließlich Gruppen basierend auf ethnischer Zugehörigkeit oder Herkunft, Religion, Behinderung, Alter, Staatsbürgerschaft, Veteranenstatus und geschlechtlicher Identität.
  • Andere Themen: Websites mit Informationen zu anderen Themen, die für wichtige Lebensentscheidungen relevant sind. Darunter fallen Themen wie Fitness und Ernährung, Wohnungswesen, Wahl einer Ausbildungsstätte oder Jobsuche.

Für Google gehören also fast alle wichtigen Themen in die YMYL-Kategorie. Falls Du Dich nun fragst, welche Websites jetzt noch übrig bleiben und nicht in diese Gruppe gehören, dann habe ich mit dieser BuzzFeed Liste eine mögliche Antwort für Dich. 😉

Tatsache ist, dass Deine Website in die YMYL-Kategorie fällt, wenn sie Lesern auch nur im Entferntesten dabei hilft, wichtige Entscheidungen bezüglich ihrer Gesundheit, ihres Vermögens, ihrer Zufriedenheit oder Sicherheit zu treffen. Und das bedeutet wiederum, dass Du an Deinen E-E-A-T Kriterien arbeiten solltest. Selbst wenn Deine Website nicht in diese Kategorie fällt, macht es Sinn, diese Prinzipien zu beherzigen.

Die Geschichte von E-E-A-T

Du hast in der Vergangenheit vielleicht schon von E-A-T gehört. Es ist die ursprüngliche Abkürzung für Expertise, Authoritativeness und Trustworthiness.

Die Kriterien kamen erstmals 2014 als Teil der Google Quality Rater Guidelines ins Spiel. Allerdings haben sie erst ab 2018 größere Aufmerksamkeit unter SEOs bekommen.

So hat das Medic Update 2018 die SEO Landschaft verändert

Im August 2018 hat Google ein bedeutendes „Core Update“ seines Suchalgorithmus veröffentlicht. Es hatte zur Folge, dass unterschiedlichste und zum Teil große Websites fast über Nacht riesige Verluste an organischem Traffic verzeichnet haben:

Verlierer beim Medic Update
Zwischen dem 1. und 9. August 2018 haben manche Websites durch das Medic Update über 50 % organischen Traffic verloren (Bildquelle)

SEOs haben schnell ein Muster erkannt. Vor allem Websites, die sich mit Gesundheitsthemen befassten, haben die Auswirkungen des Updates zu spüren bekommen, weswegen der bekannte SEO-Experte Barry Schwartz dem Update den Namen „Medic Update“ gegeben hat.

Wie zu erwarten hagelte es von der Marketing-Community viel Kritik. In einer Online-Diskussion auf Twitter hat Danny Sullivan von Google jedoch einen Hinweis darauf gegeben, wie das Update zu verstehen sein sollte:

In seinen Tweets erwähnt Danny Sullivan den Rat, den viele SEOs und Content Marketing Experten bereits seit Jahren geben: Autoren sollen einfach „gute Inhalte verfassen“… Die alte Leier also.

Wer konkret wissen wolle, wie gute Inhalte wirklich aussehen, fände laut Sullivan in Googles Quality Rater Guidelines (QRG) einige Ansatzpunkte.

SEO-Expertin Jennifer Slegg hat in den letzten Jahren immer wieder ausführlich über die Quality Rater Guidelines berichtet. Im August 2018 sind ihr bedeutende Veränderungen in den QRG aufgefallen.

„The most noticeable for content creators is that Google wants their raters to not only look at the reputation of the website itself, but also the content creators themselves. This is one area that many sites fall down on. If content is created by someone with a great reputation, it makes sense for Google to rank that content higher than content created by someone with a bad reputation since it is generally a better user experience for the searcher. Great for those creators with great reputations, but does mean some work for those without a great reputation or a limited one.”

Auf Deutsch: „Auffällig war dabei, dass Googles Evaluatoren ab jetzt nicht mehr nur die Reputation einer Website betrachten sollten, sondern auch die Reputation des Autors einer Seite. Und bei vielen Websites gab es hier Nachbesserungsbedarf.
Für Google macht es jedoch Sinn, Inhalte von Autoren mit einem guten Ruf höher und Texte von Autoren mit zweifelhaftem Ruf schlechter zu ranken, da die Suchmaschine ihren Nutzern so eine bessere Erfahrung bietet. Für Autoren, die bereits einen guten Ruf haben, ist das ideal. Alle anderen müssen erst noch an ihrer Reputation arbeiten.”

Trotz der vielen negativen Auswirkungen gab es jedoch auch Websites, die durch das Update 2018 große Mengen an Traffic dazugewonnen haben. Dazu zählten größtenteils Websites, die schon seit ihrer Veröffentlichung auf Inhalte von renommierten Experten mit viel Fachwissen gesetzt haben.

Gewinner des Medic Updates
Quelle

Daraus lernen wir, dass verlässliche Inhalte, die auf Expertenwissen basieren, für Google ganz entscheidend sind. Wer diese Tatsache ignoriert, muss möglicherweise mit den negativen Auswirkungen leben.

Kommentar: Mit dem Medic Update wurde Google zur „Vorschlagsmaschine“

Die meisten Analysen des Medic Updates 2018 befassen sich mit dessen Einfluss auf simple und alltägliche Suchanfragen zu gängigen Gesundheitsthemen.

Was dabei oft ausgelassen wird, ist der (große) Effekt, den das Update seiner Zeit auf E-Commerce-Websites hatte.

Das Update war für Google ein wichtiger Schritt, um den Wandel von einer bloßen „Suchmaschine“ (die Inhalte basierend auf der Suchanfrage eines Nutzers auflistet) zu einer „Vorschlagsmaschine“ voranzutreiben.

Beispiel:
Für viele transaktionale Suchanfragen wie zum Beispiel „Nahrungsergänzungsmittel/Medikamente kaufen“ hat Google nach dem Update keine Produkte mehr auf der ersten Seite der Suchergebnisse angezeigt.

Stattdessen werden zum Teil bis heute informative Artikel von „vertrauenswürdigen“ Websites aufgelistet, die erklären, warum ein bestimmtes Nahrungsmittel gut oder schlecht ist.

Damit hat Google die tatsächliche Absicht der Nutzer (den direkten Kauf eines Produkts) bewusst außer Acht gelassen und stattdessen Inhalte gezeigt, die Nutzer darüber aufklären, ob sie ein bestimmtes Produkt kaufen sollten oder nicht.

Um ein Produkt zu bestellen, mussten Nutzer erst mehrere Seiten mit informativen Artikeln überspringen, um schließlich eine Seite mit erhältlichen Produkten zu sehen…

… oder auf eine der Anzeigen klicken, denn diese waren von den Änderungen nicht betroffen.

(Am Ende dieses Artikels zeige ich Dir einige Schritte, mit denen ich eine Website für Nahrungsergänzungsmittel im Hinblick auf E-A-T optimiert habe, die sich so von den Auswirkungen des Updates erholen konnte.)

Jetzt aber zurück zum eigentlichen Inhalt…

Was sich seitdem getan hat

Google konzentrierte sich seit dem Medic Update weiter auf diverse E-A-T-Aspekte.

Zwischen 2018 und Dezember 2022 wurden die Google Quality Rater Guidelines ganze sechs mal geändert. Bei der jüngsten Änderung wurde der Abkürzung ein weiteres E hinzugefügt.

Dies sorgte für viel Aufsehen in der SEO-Community, obwohl man auch irgendwie mit dieser Änderung gerechnet hatte.

In den letzten Jahren wurde in einer Vielzahl von Blogbeiträgen und Artikeln von Google deutlich gemacht, dass sehr viel mehr Wert auf Erfahrung aus erster Hand gelegt wird. Diese Aspekte wurden auch bei diversen Algorithmus-Updates berücksichtigt, die schließlich in der Erweiterung zu E-E-A-T gipfelten.

In einem Search Central-Beitrag zum Product Reviews Update im April 2021 nennt Google einige hilfreiche Fragen, die man sich beim Verfassen von Produktbewertungen stellen kann. Eine dieser Fragen konzentriert sich auf die Beschaffenheit und Verwendung des Produkts.

im offiziellen Beitrag zum Product Reviews Update im April 2021 empfiehlt Google das Aussehen und die Verwendung von Produkten zu zeigen

Im Dezember desselben Jahres fügte Google zwei neue Best Practices für Produktbewertungen hinzu. Bem ersten Punkt ging es darum, Beweise für eigene Erfahrungen mit einem Produkt zu liefern.

zwei neue Best Practices für Produktrezensionen

Anlässlich des Product Reviews Updates im Juli 2022 hat Google dann einen Leitfaden zum Schreiben hochwertiger Rezensionen veröffentlicht. Hier werden einige dieser Punkte aufgegriffen.

Auch der Search Central-Beitrag zum Helpful Content Update verweist auf die Google Quality Rater Guidelines und macht deutlich, dass hilfreiche Inhalte ganz klar Erfahrung aus erster Hand sowie fundiertes Wissen zu dem Thema demonstrieren sollten.

Hinweis auf die Relevanz von Wissen und Erfahrungen aus erster Hand

Im Dezember 2022 gab es schließlich ein Update der Quality Rater Guidelines, bei dem den Kriterien Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit Erfahrung (Experience) hinzugefügt wurde. Aus E-A-T wurde also E-E-A-T.

Dazu gab es eine interessante Grafik, die zeigt, dass Vertrauenswürdigkeit als wichtigstes der vier Kriterien angesehen werden sollte.

Trust als zentrales Element von E-E-A-T

Jetzt weißt Du also, was es mit E-E-A-T auf sich hat, und kannst beginnen, selbst an diesen Kriterien zu arbeiten.

So demonstrierst Du Expertenstatus

Expertise bedeutet, sich in einem bestimmten Bereich besonders gut auszukennen oder über eine bestimmte Fähigkeit zu verfügen. Für Google ist genau dieses Kriterium wichtig: Die Suchmaschine sucht nach Inhalten, die von Experten in einem bestimmten Bereich verfasst wurden. Diese Experten sollen dabei über die entsprechende Bildung, den Hintergrund und die Qualifikationen verfügen, die nötig sind, um sich zu dem jeweiligen Thema zu äußern.

Hohe Fachkenntnis zeigt sich jedoch nicht nur durch ausgeprägtes Wissen.

Experten, die sich in ihrem Bereich besonders gut auskennen, haben dabei immer auch ihr Publikum im Blick. Sie wissen, wie man erfolgreich kommuniziert, verstehen die Interessen ihrer Leser und legen ihre Informationen ansprechend und leicht verständlich dar.

Verfasse präzise und anspruchsvolle Inhalte

Oft scheinen Inhalte im Internet auf den ersten Blick interessant und relevant für Leser, sind jedoch zu oberflächlich oder simpel, um für die gewünschte Zielgruppe wirklich von Wert zu sein. Benji Hyam und Devesh Khanal nennen diese Illusion Mirage Content.

Die Lösung für dieses Problem? Lerne Deine Leser mit gezielter Publikumsforschung genau kennen. So kannst Du anschließend präzise und hilfreiche Inhalte erstellen, die auf die Bedürfnisse Deiner Leser genau zugeschnitten sind. Der Softwareanbieter Segment stellt im Rahmen der Growth Studies auf seinem Blog ein gutes Beispiel vor:

Growth Studies von Segment
Segment beschreibt, wie Imperfect Foods mit durchdachten Experimenten die Kundenbindung verbessert hat

Des Weiteren solltest Du Deine Website nach Inhalten durchforsten, die nur wenig Expertenwissen vermitteln.

Falls Deine Website Inhalte hat, die wenig oder keine Expertise zum Ausdruck bringen und nicht viel Traffic anziehen, solltest Du diese einfach entfernen. Seiten, die nennenswerten Traffic verzeichnen, solltest Du überarbeiten, indem Du einen Experten im entsprechenden Thema zu Wort kommen lässt, zusätzliche Details einpflegst und das Ganze so formatierst, dass Leser die Inhalte leicht verarbeiten können.

Lässt Du minderwertige Inhalte über längere Zeit auf Deiner Website bestehen, dann können diese Deine Reputation sowie Deine Position im Suchranking schädigen.

Nimm die Fragen Deiner Leser vorweg

Überlege Dir, welche zusätzlichen Fragen Leser haben könnten und integriere die Antworten in Deinen Text. Eine gute Lösung ist zum Beispiel, Links zu relevanten und vertrauenswürdigen Inhalten ans Beitragsende zu setzen, damit Leser noch mehr zum jeweiligen Thema erfahren können. Diese Methode kannst Du auf vielen Websites entdecken:

weiterführende Links
Quelle

So klicken Leser weiter durch Deine Seite und finden alle Informationen, nach denen sie gesucht haben.

Experten-Tipp: Gehe mithilfe von „Ähnlichen Fragen“ detailliert auf Themen ein

Der „Ähnliche Fragen“ Abschnitt bei Google verrät Dir, welche konkreten Fragen Du in Deinen Inhalten beantworten solltest, um ein Thema umfassend zu bearbeiten.

Genaugenommen gibt Dir Google damit sogar mehr als nur einen ersten Ansatzpunkt und listet Dir genau auf, was Nutzer wissen wollen, die nach Deinem Hauptthema (oder Keyword) gesucht haben.

Sehen wir uns zum Beispiel diesen „Ähnliche Fragen“ Abschnitt für die Suchanfrage „Was ist das beste SEO Tool“ an.

ähnliche Fragen bei Google

Als Ergebnisse erhalten wir…

  • „What is the best SEO tool in 2020?“ (Was ist das beste SEO Tool in 2020?)
  • „What are the tools of SEO?“ (Was sind die Werkzeuge der SEO?), und
  • „What is the best free SEO tool?“ (Welches ist das beste kostenlose SEO Tool?)

Diese Fragen sollten wir also auf unserer Seite beantworten, wenn wir für das Keyword „Was ist das beste SEO Tool“ ranken wollen.

Oft kannst Du diese Fragen als passende Zwischenüberschriften einfügen. Falls nicht, bietet sich an, sie am Artikelende in einem FAQ-Abschnitt zu integrieren.

Achte auf eine gut lesbare Formatierung Deiner Inhalte

Du musst Deine Leser nicht mit Details überschütten, um Dein Expertenwissen unter Beweis zu stellen. Besser ist es, Deine Inhalte einfach und zugänglich zu gestalten und trotzdem alle Informationen einzubauen, die Deine Leser wissen sollten. Mit einer guten User Experience können Deine Leser die Inhalte besser aufnehmen und Deine Expertise kann überzeugend ihre Wirkung entfalten.

  • Strukturiere die Inhalte. Überschriften für einzelne Abschnitte sowie Stichpunktlisten sorgen dafür, dass Deine Inhalte für Leser leicht zugänglich sind. Gleichzeitig vermeidest Du so hohe Absprungraten von Besuchern, die sich von langen Absätzen abschrecken lassen. Setze lieber auf kurze Absätze mit wenig Zeilen.
  • Füge Bildmaterial hinzu. Mit Bildern und Fotos wirken Deine Inhalte sofort professioneller, fesseln Leser und ziehen weitere Besucher an. BuzzSumo hat in einer Studie herausgefunden, dass Inhalte besonders oft in den sozialen Medien geteilt werden, wenn etwa alle 75 bis 100 Wörter ein Bild eingefügt wurde. Verwende dabei immer hochwertiges Bildmaterial und vergiss nicht, für jedes Bild einen Alt-Text einzupflegen.
  • Verwende responsives Design. Im zweiten Quartal 2020 kamen fast 52 % des gesamten Web Traffics über mobile Geräte. Trotzdem vernachlässigen viele beim Erstellen von Online Inhalten weiterhin die Erfahrung der mobilen Nutzer. Darum solltest Du unbedingt auf ein responsives Design setzen, das allen Nutzern beim Besuch Deiner Website eine gute Erfahrung bietet.

So stärkst Du Deine Authority

Expertise ist jedoch nur der erste Baustein. Wenn Deine Inhalte nicht genügend Traffic oder Links erhalten und auch nicht auf den sozialen Medien geteilt werden, gehen sie einfach in den Weiten des Internets verloren.

Damit dies nicht passiert, brauchst Du andere Menschen mit Expertenwissen sowie Influencer, die Dich als wichtige Informationsquelle zu Deinem Thema nennen. Dadurch wirst Du nach und nach als Autorität auf Deinem Gebiet anerkannt.

Der Einfluss, den Du als Autorität hast, basiert auf Deinem anerkannten Wissen in einem Fachbereich oder einer bestimmten Fähigkeit, die Du besitzt. Dabei geht es nicht um eine Eigenschaft, die Du entweder hast oder nicht, sondern um etwas, dass Du Dir mit der Zeit aneignest.

In der Onlinewelt wird Authority anhand der anderen Autoritäten gemessen, die Dich erwähnen oder zu Deinen Inhalten verlinken.

Sobald andere Dich als verlässliche Informationsquelle in Deinem Gebiet betrachten, wirst Du selbst zu einer Autorität.

Baue hochwertige Backlinks für Deine Website auf

Links von anderen seriösen und wichtigen Websites sind das A und O beim Aufbau Deiner Autorität. Heutzutage gibt es mehr Wege als je zuvor, um hochwertige Links für Deine Website aufzubauen. Folgende Strategien solltest Du dabei in Betracht ziehen:

Baue Links von „Authority Websites“ auf. Google misst die Qualität einer Seite zum Beispiel anhand von Links von sogenannten „Seed Sites“, von denen bekannt ist, dass sie über viel Authority verfügen (zum Beispiel Wikipedia oder die New York Times). Diese Websites verlinken mit großer Wahrscheinlichkeit zu Websites, die ebenfalls ein hohes Maß an Autorität demonstrieren. Ein Link zu Deiner Seite auf Wikipedia zu ergattern ist nicht leicht. Falls die Strategie für Dich aber erfolgversprechend scheint, solltest Du es auf jeden Fall versuchen. Ein anderer Weg, um Deine Authority in Googles Augen zu erhöhen, ist das Veröffentlichen von Gastbeiträgen auf Websites mit hoher Autorität (zum Beispiel Entrepreneur, Fast Company oder andere Websites, die in Deinem Gebiet führend sind).

Mache Deine Website zum Resource Hub. Indem Du einen Knotenpunkt mit zahlreichen Informationen und Ressourcen bietest, kannst Du Dich ideal als Autorität positionieren. Der „Expert Advice Hub” von REI ist ein gutes Beispiel für eine umfassende Informationsquelle, über die Leser Beratung zu allen erdenklichen Outdoor Abenteuern finden können:

Resource Hub
Egal, ob Camping, Wandern oder Fitness – in REIs Ratgeber finden Leser Antworten zu zahlreichen Outdoor Themen

Biete ein kostenloses Tool an. Mit einem nützlichen und kostenlosen Tool kannst Du jede Menge Backlinks aufbauen, Nutzer immer wieder auf Deine Website locken und Deine Expertenrolle festigen. Auf Seobility ist unser kostenloser SEO Check die mit Abstand beliebteste Seite. Sie erhält jede Menge Backlinks und Traffic und hat uns damit geholfen, uns in der SEO-Welt zu positionieren:

SEO Check von Seobility

Bereite Daten visuell auf. Heutzutage kannst Du Daten und Statistiken zu unterschiedlichsten Themen finden. Eine kreative Aufbereitung, die Lesern dabei hilft, die Zahlen leicht zu verstehen, ist einer der erfolgreichsten Wege, um Verlinkungen zu Deinen Inhalten zu erhalten. Ein ideales Beispiel liefert ProPublica: Die Website konnte mit ihrem Beitrag samt interaktiver Weltkarte über die Auswirkungen des Klimawandels fast 3700 Backlinks sammeln.

interaktive Karte über die Auswirkungen des Klimawandels
Ein interaktiver Globus stellt Daten zu steigenden Temperaturen und Trockenheit leicht verständlich dar

Setze auf Erwähnungen von vertrauenswürdigen Websites

Backlinks zu erhalten ist natürlich ideal, doch auch eine Erwähnung (ohne Link) in einem Online Zeitungsartikel oder auf einer anderen Website mit hoher Authority hilft Google dabei, auch Dich als Autorität zu erkennen.

Kontaktiere Journalisten mit HARO. HARO steht für „Help A Reporter Out“ und ist eine Plattform, auf der Journalisten Anfragen zu bestimmten Themen stellen. Falls Du bei einer Frage weiterhelfen kannst, kommst Du damit schnell zu einer Erwähnung auf einer Medien-Website. Die Anmeldung ist kostenlos und Du erhältst nach der Registrierung regelmäßig E-Mails zu aktuellen Gelegenheiten, um mit Journalisten aus Deinem Gebiet in Kontakt zu treten.

Wenn Du Journalisten anschreibst, solltest Du ihnen sofort vermitteln, dass Du in Deinem Gebiet ein echter Experte bist. Dazu gehört eine professionelle Biografie sowie präzise und fundierte Informationen, mit denen Du Deinen Ruf festigst.

haro
Auf Haro findest Du journalistische Anfragen zu unterschiedlichsten Themen, zum Beispiel Biotech und Gesundheitswesen oder Wirtschaft und Finanzen

Baue Beziehungen zu Influencern auf. Menschen teilen Inhalte, die ihnen gefallen. Wenn Du also eine gute Beziehung zu jemandem hast, steigt damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass derjenige Deine Inhalte gut findet und teilt. Genau aus diesem Grund solltest Du Dich mit Influencern vernetzen, zum Beispiel auf Twitter, LinkedIn oder in speziellen Onlinegruppen. Je mehr Du Dich austauschst und kommunizierst, desto mehr Verlinkungen und Erwähnungen kannst Du bekommen.

So demonstrierst Du Erfahrung

Erfahrung bedeutet, Du hast zu einem Thema Wissen und Erfahrungswerte aus erster Hand. Es reicht also nicht, sich nur gut auszukennen und gründlich zu recherchieren. Schließlich sind es persönliche Erfahrungen, Anekdoten und Meinungen, die Inhalte originell und einzigartig machen.

Wenn Du hochwertige Inhalte erstellen willst, ist Erfahrung aus erster Hand daher unerlässlich. Ohne diese Erfahrung bereitest Du nur Infos neu auf, die an anderer Stelle bereits vorhanden sind.

Dies lässt sich sehr gut am Beispiel von Produktbewertungen erläutern.

Nehmen wir mal an, Du schreibst eine Rezension für einen Stabmixer und machst dabei nichts anderes als Informationen von der Website des Herstellers umzuschreiben. Diese Art von Inhalt ist alles andere als originell oder einzigartig (ignoriere, was Dir Affiliate-Marketer der alten Schule erzählen wollen 😉).

Wenn Du allerdings Bilder hinzufügst, die zeigen, wie Du den Mixer selbst benutzt, oder sogar ein Video, in dem man sieht, wie gut der Mixer zu handhaben ist, und Deine eigenen Meinungen zu seinen Funktionen äußerst, schaffst Du echten Mehrwert.

Und genau das meint Google mit Erfahrung.

Potenzielle Käufer können durch Deine Fotos und Videos das Produkt in Aktion erleben und gewinnen einen besseren Eindruck zu Größe und Aussehen. Deine eigene Meinung und Erfahrung machen aus Deinem Text eine unabhängige Bewertung.

Das gilt natürlich nicht nur für Produktbewertungen, sondern auch für jede beliebige Website.

Das Update der QRG von Google beinhaltet auch eine interessante Tabelle, die Erfahrung mit Expertise vergleicht. Diese Tabelle enthält einige Beispiele dafür, was mit Erfahrung gemeint ist, und nennt verschiedene Szenarien, in denen der Schwerpunkt entweder auf Erfahrung oder auf Expertise gelegt werden sollte. Beispielsweise ist ein lustiges Video, in dem jemand seiner Frustration über die Steuererklärung Luft macht, ein wunderbares Beispiel für die Relevanz von Erfahrung. Ratschläge zum Ausfüllen der Formulare hingegen sollten lieber Experten überlassen werden.

experience vs. expertise

Es ist ziemlich naheliegend, warum Erfahrung zu den Kriterien hinzugefügt wurde. Allerdings reicht Erfahrung allein nicht aus. Man muss diese Erfahrung auch wirksam demonstrieren.

In den Google Guidelines werden eine ganze Reihe von Möglichkeiten aufgeführt, wie man seine Erfahrung in Szene setzen kann. Dazu gehören z.B. Bilder, Videos und Autorenprofile. Es sollten auch externe Referenzen einbezogen werden, wie zum Beispiel Bewertungen, Nachrichten, Artikel und andere vertrauenswürdige Informationsquellen über den Verfasser der Inhalte.

Bringe Deine eigene Erfahrung in Deine Inhalte ein

Man kann Erfahrung aus erster Hand auf verschiedene Arten demonstrieren:

  • Füge Bilder hinzu, die Erfahrung aus erster Hand beweisen:Das können Bilder sein, die zeigen, wie Du das bewertete Produkt benutzt oder wie Du etwas machst, das in Verbindung mit dem Thema der Website steht. Wenn Du zum Beispiel einen Artikel über das Reisen in Thailand schreibst, kannst Du Deine Erfahrungen anhand von Fotos von Dir in Thailand demonstrieren.Die Website Serious Eats liefert hierfür ein sehr gutes Beispiel. In der Bewertung einer Nespresso Kaffeemaschine sieht man immer wieder die Autorin, wie sie selbst die Kaffeemaschine benutzt.

    serious eats demonstrates experience on their website

  • Demonstriere Deine Erfahrung mit Videos:Videos haben eine ähnliche Funktion wie Bilder. Wenn Du auf Deiner Website etwa die beste SEO-Software bewertest, kannst Du mit kurzen Clips zeigen, wie Du diese Software verwendest.Koch Vincenzo macht das auf seiner Website Vincenzo’s Plate sehr gut. In seinem Beitrag darüber, wie man eine authentische Bolognese kocht, sieht man ihn in einem 15-minütigen Video beim Kochen. Das zeigt nicht nur Erfahrung, sondern macht es Besuchern der Seite auch sehr viel einfacher, ihm zu folgen.

    demonstrating experience with a video

  • Weise zu Beginn der Seite auf Deine Erfahrung hin:Natürlich ist das weniger effektiv als ein direkter Beweis, aber kann dennoch eine Wirkung haben, und zwar besonders dann, wenn Deine “Über uns”-Seite und Deine Bewertungen Deine Behauptung stützen. Mache Deinen Lesern deutlich, warum sie gerade auf Dich hören sollten. So zeigst Du ihnen nicht nur, dass Du Erfahrung mit dem Thema hast, sondern sie können sich auch anhand Deiner Meinungen ihre eigene bilden.Jerry Jenkins gelingt das sehr gut in seinem Leitfaden darüber, wie man einen Roman schreibt.

    guide on how to write a novel

  • Füge Deinen Inhalten Meinungen und Anekdoten hinzu:Meinungen und Anekdoten sind ein guter Beweis für Deine Erfahrung und bieten dem Leser einen deutlichen Mehrwert. Viele Menschen suchen im Internet nach Erfahrungen anderer Menschen. Es kann also sehr hilfreich sein, sich die Zeit zu nehmen, etwas Einzigartiges zu schreiben.Die Kommentare und Experten-Tipps in diesem Artikel sind ein wunderbares Beispiel dafür, wie man dies in die Tat umsetzt. 😉

Kurzbiografie des Autors und „Über uns“-Seite

Deine Autorenbiografie und Deine „Über uns“-Seite sollten ganz klar Deine Erfahrung zeigen. Das können persönliche Erfahrungen, die Erfahrung Deines Unternehmens oder die Erfahrung Deiner Mitarbeiter sein.

Im Abschnitt über Vertrauenswürdigkeit werden wir uns eingehender damit beschäftigen, wie Du eine wirkungsvolle Autorenbiografie und “Über uns”-Seite schreibst.

David Nikel’s Biografie auf Forbes ist ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man in seiner Kurzbiografie seine Erfahrung präsentieren kann. Nikel schreibt über Skandinavien und hat eindeutig die nötige Erfahrung dafür.

an author bio that's demonstrating experience

Nutze Expertenmeinungen, Nutzerkommentare usw.

Wenn Du selbst für Deine Inhalte verantwortlich bist, solltest Du auch Erfahrung zu dem Thema haben, über das Du schreibst. Allerdings kann es für den Leser auch sehr wertvoll sein, wenn Du Deinen Inhalten Zitate oder Meinungen von Branchenexperten hinzufügst oder Deinen Besuchern eine Plattform zum Austausch von Erfahrungen bietest.

Eine größere Bandbreite an Meinungen und Erfahrungen macht Deine Inhalte hochwertiger und einzigartiger.

Reddit ist ein perfektes Beispiel dafür. Die Subreddits werden täglich von Millionen von Besuchern gelesen, die schlicht und ergreifend an den Erfahrungen anderer User interessiert sind, wie beispielsweise in diesem Subreddit zum Thema Gartenarbeit:

gardening subreddit

Demonstriere mit Gastbeiträgen, Kundenbewertungen und Erwähnungen Erfahrung

Kundenbewertungen, Gastbeiträge in bekannten Branchenpublikationen, Zertifizierungen und Erwähnungen sind alles Nachweise Deiner Erfahrung.

Diese haben auch mit den anderen E-E-A-T-Kriterien Überschneidungen und liefern somit aus SEO-Sicht mehrere Vorteile.

So demonstrierst Du Vertrauenswürdigkeit

Vertrauenswürdigkeit ist das wichtigste E-E-A-T-Kriterium, wobei Erfahrung, Expertise und Autorität wichtige Faktoren sind, mit denen Du Vertrauen schaffst. Im Wesentlichen geht es darum, Transparenz aufzubauen – darüber, wer Du bist und warum Deine Besucher Deinem Rat trauen können.

Neben Fachwissen, Erfahrung aus erster Hand und Autorität gehört dazu auch, Deine Vertrauenswürdigkeit mit bestimmten Transparenz schaffenden Elementen zu untermauern, damit Leser leicht erkennen können, dass auf Deinen Rat Verlass ist. Das können Elemente wie diese sein:

Über uns Seite
Quelle

Wenn Du Dich in die Lage Deiner Leser versetzt, wird schnell klar, warum diese Elemente so wichtig sind. Ohne jegliche Wegweiser ist es für Besucher schwer zu beurteilen, ob Deine Inhalte verlässlich sind. Im schlimmsten Fall verlassen sie Deine Seite wieder, ehe sie weiterlesen.

Sehen wir uns darum einige der wichtigsten Elemente an, mit denen Du Vertrauen bei Deinen Lesern weckst.

Füge eine Kurzbiografie des Autors hinzu

Auf die Biografie des Autors solltest Du nicht verzichten, schließlich möchte Google wissen, ob Deine Inhalte von vertrauenswürdigen Experten mit Erfahrung verfasst wurden. Mithilfe des Biografie-Abschnitts kann der Google Algorithmus die Verbindung zwischen den verschiedenen Inhalten herstellen, die Du verfasst hast, und so Deinen Autoritätsstatus aufbauen. Des Weiteren können Leser durch den Abschnitt schnell erkennen, was Dich zum Experten für das entsprechende Thema macht. Am besten nimmst Du Dir ein wenig Zeit, um eine Biografie zu schreiben, die sofort einen guten Eindruck macht. Hier ein gutes Beispiel:

Autorenprofil
Quelle

Indem Du einen Autor googelst, siehst Du sofort, ob er oder sie für Google als Autorität gilt. Unter den Suchergebnissen findest Du zahlreiche Links zu ihren oder seinen Artikeln? Dann ist dies ein gutes Zeichen für seine oder ihre Glaubwürdigkeit.

Lass Dich nicht davon abschrecken, wenn ein Autor in Deinem Team zwar das nötige Fachwissen mitbringt, aber noch keine Artikel veröffentlicht hat. Es kann jedoch etwas dauern, bis er oder sie genügend Autorität aufgebaut hat, um bei Google gut zu ranken.

Optimiere Deine „Über uns“ Seite

Am besten gehst Du die „Über uns“ Seite gezielt an, anstatt einfach nur eine knappe Biografie zu schreiben. Eine erfolgreiche „Über uns“ Seite sollte dabei zwar Deine Geschichte erzählen, aber gleichzeitig perfekt auf Deine Kunden zugeschnitten sein und den Mehrwert zum Ausdruck bringen, den Du ihnen bietest. Girlboss macht vor, wie es geht: Die gesamte „Über uns“ Seite baut Vertrauen in die Marke auf, indem die Firmenphilosophie klar kommuniziert wird – Girlboss stärkt Frauen und stattet sie mit den nötigen Tools und Beziehungen aus, die sie brauchen, um ihre Zukunft selbst in die Hand zu nehmen.

girlboss about us page

Sammle gute Bewertungen

Positive Bewertungen können Deine Vertrauenswürdigkeit enorm stärken. Google betrachtet dabei zwei unterschiedliche Kriterien: Die Anzahl Deiner Online Bewertungen sowie die Meinungen, die darin zum Ausdruck kommen.

Grundsätzlich ist es gut, so viele Bewertungen wie möglich zu erhalten. Wenn Du 300 Bewertungen auf Trusted Shops oder Trustpilot hast, kannst Du davon ausgehen, dass Google Deine Autorität höher einschätzt als die ähnlicher Firmen mit nur zehn oder 15 Bewertungen. Indem Du Nutzer animierst, Bewertungen zu hinterlassen, wächst das Vertrauen in Deine Marke stetig.

Doch auch die Meinungen, die in den Bewertungen zum Ausdruck kommen, sind dabei entscheidend. Wenn Du 300 mehr oder weniger negative Bewertungen bekommst, ist das ein großes Alarmzeichen. Google weiß, dass jedes Unternehmen auch mal eine schlechte Bewertung erhält. Falls sich jedoch zahlreiche Nutzer online über Deine Firma beschweren, solltest Du dieses Problem schnell angehen.

Richtig gemacht haben Online Bewertungen einen großen Effekt auf Deine Vertrauenswürdigkeit. DomainFactory kann dies mit über 2000 Bewertungen sicherlich bestätigen:

Bewertungen von DomainFactory

Steigere das Vertrauen in Deine Website

Deine Website sollte bei Kunden sofort einen vertrauenswürdigen Eindruck machen. Achte dabei auf folgende Elemente, ohne die Kunden schnell ihr Vertrauen in Deine Marke verlieren könnten:

  • Verwende HTTPS für Deine Website. Google erkennt, wenn Deine Website nicht sicher ist und die Daten Deiner Nutzer nicht geschützt werden, was Dein Ranking negativ beeinflusst.
  • Lass Kunden nicht erst lange nach Kontaktinformationen suchen, sondern stelle alle nötigen Daten gesammelt auf der Kontaktseite zur Verfügung.
  • Falls Du mit Deiner Website Online Geschäfte machst, solltest Du Deine Rückgaberichtlinien simpel und kundenfreundlich formulieren, damit Käufer das Gefühl haben, bei einem vertrauenswürdigen Anbieter zu bestellen. Dazu gehört auch die Datenschutzerklärung Deiner Website, die ebenfalls leicht zu finden sein sollte.

Kommentar: Wie sich eine Website durch die Optimierung der E-A-T Kriterien (fast vollständig) vom Medic Update erholen konnte


Letztes Jahr habe ich mit einer Website aus dem Bereich Nahrungsergänzungsmittel zusammengearbeitet, die unter dem Medic Update stark gelitten hatte. Das „March 2019 Core Update“ (eine Art zweite Version des Medic Updates) hat ihr dann den Rest gegeben.

Zwischen April und Juli haben wir uns also darauf konzentriert, die E-A-T Kriterien zu optimieren und konnten nach dem nächsten Core Update im September 2019 eine Besserung verzeichnen. Auch in 2020 hat sich der Traffic stetig verbessert.

Traffic einer Website nach Core Updates

Dabei haben wir keinen einzigen Backlink aufgebaut und nur SEO-Maßnahmen auf der Website selbst umgesetzt.

In der Grafik fällt auf, dass sich die Website nicht komplett erholt hat und der Traffic insgesamt geringer ist als vor dem Medic Update. Es kann gut sein, dass diese Werte auch nicht mehr erreicht werden können, da Google Produktseiten für manche Suchanfragen einfach nicht mehr anzeigt.

Im Großen und Ganzen sieht es für die Website jedoch nun viel besser aus. Wenn wir die obige Grafik mit dem Traffic des Hauptkonkurrenten der Firma vergleichen (siehe unten), zeigt sich, dass es sich hier um eine sehr spezielle Nische handelt, in der es E-Commerce-Websites schwer haben.

Entwicklung des Traffics des Konkurrenten

Sehen wir uns also einige der konkreten E-A-T Optimierungen an, die wir vorgenommen haben.

Hinweis: Ich behandle die Daten meiner Klienten vertraulich und kann daher weder die Website noch die exakte Branche preisgeben. Daher verwende ich an dieser Stelle beispielhaft das Thema Gewichtsreduktion & Abnehmen.

1. Entfernen oder Umformulieren von irreführenden oder übertriebenen „Aussagen“

Im ersten Schritt sind wir alle Texte der Website durchgegangen und haben alle Aussagen umformuliert, die als irreführend oder übertrieben verstanden werden konnten.

Dazu gehörten zum Beispiel Aussagen wie:

„Wenn Sie dieses Nahrungsergänzungsmittel einnehmen, verlieren Sie in 6 Wochen garantiert 6 Kilo.“

Stattdessen könnte man die Aussage folgendermaßen formulieren:

„Studien haben gezeigt, dass dieses Nahrungsergänzungsmittel in Kombination mit einer gesunden Ernährung und Sport dabei helfen kann, abzunehmen.“

Das Wort „garantiert“ ist auf dieser Website relativ oft gefallen, inzwischen haben wir es aber komplett ersetzt bzw. entfernt.

Tipp: Achte in den Überschriften, Meta Descriptions sowie in den Inhalten selbst auf Aussagen, die möglicherweise irreführend sind.

2. Beleg aller übrigen Aussagen mit Zitaten

Alle Aussagen, die anschließend noch übrig blieben, haben wir mit Links zu Peer-Review-Studien von verlässlichen Quellen untermauert.

Dabei sind wir im Stil eines Wikipedia Artikels vorgegangen, haben jede Aussage mit einer Fußnote versehen und im Footer eine Liste der entsprechenden Zitate mit Verlinkungen eingefügt.

3. Prüfung aller Produkt- und Informationsseiten durch einen Mediziner

Nach der Überarbeitung der Inhalte hat ein Mediziner mit entsprechender Erfahrung in diesem Bereich die Fakten auf jeder Seite geprüft und bei Bedarf Änderungen vorgeschlagen. Diese haben wir eingebaut und am jeweiligen Seitenende einen Abschnitt mit der Überschrift „Fakten von X geprüft“ sowie eine Kurzbiografie des Mediziners und einige Links als Referenz angefügt.

4. Optimierung der „Über uns“ Seite und verbesserter Zugang zu Kontaktinformationen

Wir haben die „Über uns“ Seite überarbeitet und unter anderem Bilder des US-amerikanischen Produktionsortes der Firma hinzugefügt.

Zudem haben wir im Footer jeder Seite Kontaktinformationen einschließlich der Firmenanschrift hinzugefügt.

5. Aktualisierung bzw. Entfernen von Seiten mit niedriger Qualität

Auf der Website gab es Inhalte, die noch von einer Art Blog stammten und nicht wirklich informativ waren.

Ein Großteil davon hatte keinen Traffic und wurde einfach entfernt. Die Seiten, die bisher eine kleine Menge an Traffic verzeichnen konnten, wurden optimiert, mit aktuellen Fakten und Tipps angereichert und neu veröffentlicht.

6. Sammlung von Produktvarianten unter einem Hauptprodukt

Ursprünglich hatte jede Produktvariante eine eigene Seite auf der Website. Wenn es eine Diätpille zum Beispiel als 10er, 20er und 50er Packung gab, wurde jede dieser Varianten als eigenes Produkt gelistet.

Wir haben die verschiedenen Packungsgrößen zu dem jeweiligen Hauptprodukt zusammengelegt und ein Drop-down-Menü für die Varianten hinzugefügt.

7. Optimierung der technischen SEO-Kriterien sowie der Seitengeschwindigkeit

Als Teil der Optimierung der gesamten Website haben wir ein umfassendes technisches SEO Audit durchgeführt und auffällige Punkte verbessert.

Zudem haben wir die Seitenladegeschwindigkeit gesteigert, indem wir Caching implementiert haben, Bilder komprimiert und unnötigen Code entfernt haben.

Hier erfährst Du, wie Du selbst ein Audit Deiner Website vornimmst und sie für Suchmaschinen optimierst.

Zusammenfassung

Wir haben die Website genau unter die Lupe genommen, Aussagen ausgewertet, die möglicherweise übertrieben oder irreführend waren, und sichergestellt, dass alle Informationen korrekt und belegt sind. So konnten wir gängige E-A-T Kriterien verbessern und der Website helfen, sich vom Medic Update zu erholen.

Traffic Entwicklung

Fazit: Du solltest alle möglichen Schritte unternehmen, um Deine Website so vertrauenswürdig wie möglich zu gestalten. So erweckst Du nicht nur bei Nutzern, sondern auch bei Google den richtigen Eindruck!

Besonders wichtig: Vertrauenswürdigkeit wird hierbei großgeschrieben!

Fange gleich heute an, Deine E-E-A-T Kriterien zu optimieren

Nachdem Du jetzt weißt, wie Google Erfahrung, Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit misst, solltest Du gleich damit beginnen, diese Elemente auf Deiner Website hervorzuheben.

Wo liegen die Stärken Deiner Website und wo musst Du noch nachbessern? Am besten nimmst Du Dir vor, jeden Tag einen konkreten Schritt zu machen, der Deine E-E-A-T Kriterien verbessert… und fängst gleich heute damit an!

Indem Du Expertise und Autorität aufbaust, hast Du die Möglichkeit, Dir einen Top-Platz in Googles SERPs zu sichern. Los geht’s!

Die wichtigsten SEO-Strategien für verschiedene Arten von kleinen Unternehmen

SEO ist in den letzten Jahren immer komplexer geworden und inzwischen gibt es nicht mehr „die eine“ SEO-Strategie, die für alle Unternehmen gleichermaßen gut funktioniert. Online-Shops beispielsweise müssen ganz andere SEO-Maßnahmen priorisieren als lokale Unternehmen.

Vor allem als kleines oder neues Unternehmen ist es wichtig, schnellstmöglich Erfolge zu erzielen. Deshalb musst Du genau wissen, worauf Du Dich bei Deiner SEO-Strategie fokussieren musst und wie Du die besten Ergebnisse erreichen kannst.

Um Dich dabei zu unterstützen, erklären wir Dir in diesem Artikel, welche SEO-Strategien für verschiedene Arten von Kleinunternehmen am wichtigsten sind. Über das Inhaltsverzeichnis kannst Du direkt zu der für Dich relevanten Kategorie springen:

Um welche Arten von Kleinunternehmen geht es im Folgenden?

Für diesen Artikel haben wir die Gruppe der Kleinunternehmen in drei Hauptkategorien unterteilt: Online-Shops, lokale Unternehmen und Dienstleister. Hier findest Du eine kurze Zusammenfassung der Unternehmensarten, die wir uns ansehen werden:

  1. Online-Shops: Unternehmen, die ihre Produkte online verkaufen.
  2. Lokale Unternehmen: Kleinere Unternehmen, die an Kunden in ihrer Umgebung verkaufen.
  3. Dienstleister:
    • Unternehmen, die ihre Dienstleistungen online bzw. remote anbieten.
    • Unternehmen, die ihre Dienstleistungen in ihren eigenen Geschäftsräumen anbieten.
    • Unternehmen, die ihre Dienstleistungen am Kundenstandort anbieten, z. B. beim Kunden zu Hause, im Büro, in Räumlichkeiten Dritter usw.

Wie Du siehst, haben wir die Dienstleister in drei weitere Kategorien unterteilt, nämlich in Unternehmen, die ihre Dienstleistungen im Internet, in ihren eigenen Räumlichkeiten und am Kundenstandort anbieten, wie zum Beispiel Sanitärfirmen, Cateringfirmen oder Taxidienste.

Du musst nicht exakt in eine dieser Kategorien passen. Viele lokale Unternehmen verkaufen ihre Produkte und Dienstleistungen beispielsweise auch online. Manche Dienstleister bedienen sowohl Kunden am eigenen Standort als auch bei diesen zu Hause.

Für jede Art von Website gelten dieselben SEO-Grundlagen, weshalb die Informationen in diesem Artikel grundsätzlich für alle Arten von Unternehmen relevant sind. Allerdings gibt es für jede Geschäftsform bestimmte Strategien, die priorisiert werden sollten, um eine Präsenz in Suchmaschinen aufzubauen.

Sehen wir uns diese nun im Detail an.

SEO-Strategien für kleinere Online-Shops

Als Betreiber eines kleineren Online-Shops weißt Du, wie herausfordernd es sein kann, mit dominanten Marken wie Amazon und anderen Online-Shopping-Angeboten wie eBay, Etsy sowie mit vielen weiteren mitzuhalten.

Amazon rankt auf Platz 1 für die Suche nach Schnürsenkeln
Große Marken wie Amazon dominieren bei kommerziellen Suchanfragen oft die Top-Positionen.

Deshalb gehen wir nachfolgend die drei wichtigsten SEO-Maßnahmen durch, die Du umsetzen solltest, um Deinen kleinen Online-Shop wettbewerbsfähig zu machen:

  1. Technisches SEO: Stelle sicher, dass Deine Seiten nicht nur crawlbar und indexierbar sind, sondern optimiere auch ihre technische Performance und UX-Faktoren wie Pagespeed und Core Web Vitals.
  2. Onpage-SEO (neben der technischen Optimierung): Stelle den Suchmaschinen alle notwendigen Informationen zur Verfügung, damit diese Deine Seiten für die richtigen Keywords und Themen ranken können.
  3. Offpage-SEO: Baue Sichtbarkeit und Traffic über vertrauenswürdige Kanäle außerhalb Deiner Website auf. Links, die auf Deine Website verweisen, oder Erwähnungen Deiner Website und Marke signalisieren Vertrauenswürdigkeit und wirken sich so positiv auf Deine Rankings aus.

Befassen wir uns zuerst mit technischem SEO und den Gründen dafür, warum es gerade für Online-Shops so wichtig ist.

Technisches SEO für Online-Shops

Technisches SEO ist für die Website jedes Unternehmens unerlässlich. Für Online-Shops ist dieser Aspekt allerdings besonders wichtig. Zum einen da der gesamte Kaufprozess auf der Website selbst stattfindet, zum anderen da E-Commerce-Shops im Vergleich zu anderen Arten von Websites oftmals weitaus umfangreicher und komplexer.

Früher bezog sich technisches SEO in erster Linie auf die Optimierung des Crawlings und der Indexierung von Websites– das heißt, sicherzustellen, dass Suchmaschinen auf die Seiten zugreifen und sie ranken können.

Diese Zeiten gehören allerdings schon lange der Vergangenheit an. In den letzten Jahren hat Google eine Vielzahl von UX-Faktoren als Rankingfaktoren berücksichtigt: Ladezeiten, Mobilfreundlichkeit, Sicherheit durch Verschlüsselung (HTTPS) und viele mehr. Das bedeutet, dass die technische Performance Deiner Website inzwischen genauso wichtig wie Crawlbarkeit und Indexierung ist.

Hier ein kurzer Abriss zu einigen der wichtigsten technischen SEO-Faktoren für Online-Shops:

  • Website-Struktur: Ein Online-Shop benötigt eine logische Struktur aus Kategorien, Unterkategorien und Produktseiten, die für den User (und Suchmaschinen) verständlich ist (siehe Website-Struktur).
  • Navigation: Hierbei handelt es sich um die Oberfläche, über die der User die Struktur der Website navigiert (siehe Website-Navigation).
  • Interne Suche: Ein Suchsystem innerhalb der Website, mit dem User bestimmte Produkte finden und die Suche mittels Filter und erweiterten Sucheinstellungen verfeinern können. Die interne Suche kann die User Experience um einiges verbessern, da der User direkt die gewünschten Produkte und Dienstleistungen findet, indem er sie ins Suchfeld eingibt.
  • Ladezeit: Deine Seiten sollten so schnell wie möglich laden. Richtwerte können individuell variieren, aber für den Anfang kann eine Zielsetzung von max. 2,5 Sekunden auf einer normalen mobilen Verbindung sinnvoll sein (siehe Page Speed Optimierung).
  • Reaktionsgeschwindigkeit: Interaktive Elemente auf Deinen Seiten sollten Aktionen innerhalb von 100 Millisekunden oder noch schneller auslösen (siehe Core Web Vitals Optimierung).
  • Stabilität: Für eine bessere User Experience sollten Seitenelemente nach dem Laden im Browser nicht mehr ihre Position ändern (siehe Core Web Vitals Optimierung).
  • Interne Links: Das Verlinken von relevanten Seiten untereinander und die Optimierung der internen Linkstruktur gehören zu den Onpage SEO Basics (siehe Optimierung der internen Verlinkung).
  • Broken (kaputte) Backlinks: Überprüfe Dein Linkprofil regelmäßig auf kaputte Links und behebe etwaige Probleme, damit User und Bots auf Deine Inhalte zugreifen und Deine Backlinks ihre volle Wirkung entfalten können.
  • Optimierung von Bildern: Bilder sollten von hoher Qualität sein, aber komprimiert werden, um die Dateigröße möglichst klein zu halten. Jedes Bild sollte ein ALT-Attribut besitzen und nach den Grundlagen der Bilder SEO optimiert werden (siehe Bilder SEO).
  • URLs: Die URLs Deiner Seiten sollten kurz, aussagekräftig und lesbar sein und gegebenenfalls Dein primäres Keyword oder Thema enthalten (siehe SEO-freundliche URLs).
  • HTTPS-Verschlüsselung: Deine Website sollte mittels HTTPS verschlüsselt sein.
  • Redirects: Achte bei der Einrichtung von Redirects darauf, das richtige Protokoll zu verwenden (z. B. das 301-Protokoll).
  • Mobile Optimierung: Deine Website sollte sowohl für mobile als auch für Desktop-Geräte optimiert sein. Mobile sollte hierbei Priorität haben (siehe Mobile Optimierung).
  • Pop-ups: Verzichte – insbesondere bei der mobilen Version – auf aufdringliche Pop-ups oder setze diese zumindest äußerst sparsam ein, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Google könnte diese als Signal für geringe Qualität und Spam interpretieren.
  • XML-Sitemap: Reiche bei Google eine XML-Sitemap ein und aktualisiere diese bei größeren Änderungen Deiner Website, z. B. wenn Du neue Seiten hinzufügst (siehe XML-Sitemap).
  • robots.txt-Datei: Zeige Suchmaschinen mithilfe von Robots-txt-Dateien, auf welche URLs auf Deiner Website sie zugreifen können. So wird die für das Crawling aufgewendete Zeit (das sogenannte „Crawl Budget“) für die wirklich wichtigen Seiten genutzt. 

Kurz zusammengefasst:

Sorge zuerst dafür, dass Suchmaschinen Deine wichtigen Seiten problemlos crawlen und indexieren können.

Du kannst ihnen außerdem dabei helfen, Deine Website zu „verstehen“, indem Du auf eine klare Struktur, aussagekräftige URLs und optimierte Seiten achtest (auf letzteren Punkt werden wir im nächsten Abschnitt näher eingehen).

Ein Website-Audit mit Seobility kann Dir beim Optimieren vieler der oben genannten Aspekte helfen, um Deinen Online-Shop suchmaschinenfreundlich zu machen.

Seobility Technik & Meta Audit

Ein Großteil der oben genannten Punkte ist aber nicht nur für Suchmaschinen, sondern vor allem für Website-Besucher wichtig.

Die User Experience wird durch Faktoren wie Navigation, Ladezeiten und die Reaktionsgeschwindigkeit der Seiten bestimmt. Für Online-Shops, bei denen der komplette Kaufprozess auf der Website abgewickelt wird, ist eine gute User Experience unerlässlich.

Onpage-SEO für Online-Shops

Durch Onpage-SEO Maßnahmen hilfst Du Suchmaschinen dabei, zu verstehen, worum es auf jeder Unterseite Deiner Website geht. Auf diese Weise können diese die Seiten verstehen, sie mit Inhalten Deiner Mitbewerber vergleichen und sie für Deine Ziel-Keywords und Deine Themen ranken.

Bedenke dabei immer: Bei der Suchmaschinenoptimierung geht es nicht um einzelne, isolierte Keywords. Das Ziel von SEO ist vielmehr, eine Präsenz für möglichst viele Themenbereiche, die für Dein Unternehmen relevant sind, aufzubauen.

Überlege Dir dafür, welches die Themen sind, auf die sich Dein Geschäft stützt. Dabei handelt es sich nicht nur um Inhalte, die sich auf Deine Produkte und Dienste beziehen, sondern auch um Informationen zu verwandten, für potenzielle Kunden wichtigen Themen. Dadurch können diese leichter Vertrauen zu Deinem Unternehmen und Deiner Marke aufbauen.

Das können zum Beispiel weitere Informationen zu Deinem Unternehmen, Deiner Marke oder Deinen Mitarbeitern sein, oder auch Themen, die im weitesten Sinne Einfluss auf Deine Branche haben. Überlege Dir, was wichtige Unterthemen sind und welche Keywords es rund um diese Kernthemen gibt.

Bei all diesen Überlegungen sollten Deine User immer Priorität haben. Optimiere Deine Seiten primär für Besucher und berücksichtige dabei gleichzeitig die Anforderungen der Suchmaschinen. Schaffe dann mithilfe von Nutzerdaten (z. B. Suchanfragen, Verhalten auf der Website usw.) relevante Inhalte, die den Anforderungen Deiner User gerecht werden.

Die folgenden wichtigen Onpage-Faktoren sind für den Erfolg Deines Shops unerlässlich. Und viele dieser Maßnahmen sind nicht nur aus SEO-Sicht von Nutzen, sondern helfen auch dabei, Besucher Deiner Website zu Kunden zu machen:

  • Seitenstrukturierung: Gib Deinen Seiten durch die Verwendung von Überschriften (h1, h2, h3, h4) eine logische Struktur.
  • Seitentitel: Gib jeder Deiner Seiten einen aussagekräftigen, ansprechenden Titel, welcher – wo dies relevant ist – Deine primären Keywords enthält (siehe Tipps von Google zu Überschriften und Titeln sowie diesen Seobility-Artikel zum Meta Title).
  • Meta Description: Beschreibe die Inhalte jeder Deiner Seiten für potentielle Besucher (Deine Meta Description wird i.d.R. in den organischen Suchergebnissen erscheinen) und füge einen Call-to-Action hinzu, der den User zum Klicken bewegt (siehe So schreibst Du die perfekte SEO Meta Description).
  • Keywords: Füge Deinen URLs, Seitentiteln und Überschriften Deine primären Keywords hinzu. Baue Variationen davon in Unterüberschiften und in Deine Texte ein. Achte dabei darauf, natürliche und „konversationelle“ Sprache zu nutzen, um sowohl die Sprachsuche (über Sprachassistenten) als auch die klassische textbasierte (geschriebene) Suche zu bedienen.
  • Texte: Wenn Du einen Online-Shop betreibst, sollten Deine Inhalte User zum Kaufen anregen, Vertrauen in Dein Fachwissen vermitteln und sämtliche Hürden beseitigen, die der Conversion im Weg stehen könnten (siehe SEO-Texte schreiben).
  • Einzigartige Inhalte: Stelle sicher, dass die Inhalte auf jeder Seite, einschließlich der Produktseiten, einzigartig sind. Wenn Du in Deinen Inhalten Fachwissen vermitteln und die Bedürfnisse der Zielgruppe widerspiegeln kannst, umso besser.
  • Klare Information: Stelle sicher, dass alle Produktseiten verständliche Informationen über Preise und Versand enthalten. Dazu gehören auch mögliche Gebühren oder Zusatzkosten. Schöpfe die Möglichkeiten, die Du auf der Seite selbst hast, voll aus, damit der User direkt etwas kaufen kann, ohne andere Seiten Deiner Website (oder gar Websites von Mitbewerbern) durchsuchen zu müssen.
  • Visuelle Inhalte: Füge, wenn möglich (besonders auf Produktseiten), hochwertige Bilder und Videos ein, die bei der Kaufentscheidung unterstützen.
  • Bewertungen: Füge den entsprechenden Produktseiten Kundenbewertungen hinzu, um Vertrauen zu schaffen. Potenzielle Kunden werden so eher das Gefühl haben, die richtige Kaufentscheidung zu treffen.
  • Produktempfehlungen: Füge jeder Produktseite dynamische Produktempfehlungen hinzu, um Usern auch andere Produkte zu zeigen, die sie interessieren könnten. Auf diese Weise können die Bestellungen Deiner Kunden umfangreicher ausfallen.
  • Structured Data: Zeichne Deine Produktseiten mit Strukturierten Daten aus, sodass sie z.B. bei Google Shopping und in der Bildersuche angezeigt werden können (siehe Strukturierte Daten, die für E-Commerce relevant sind).
  • FAQ: Füge Deinen Produktseiten und anderen relevanten Seiten FAQ („Häufig gestellte Fragen“) hinzu. Hierbei sollten zum Beispiel Versandinformationen und Deine Umtauschmodalitäten erklärt werden. Bei Deinen FAQ solltest Du – wo immer es möglich ist – einzigartige Inhalte verwenden.
  • YMYL (Your Money or Your Life): Google stellt höhere Ansprüche an Online-Shops als an Websites, auf denen Besucher nicht um ihr hart verdientes Geld gebeten werden. Weitere Infos dazu findest Du unten.

YMYL steht für „Your Money or Your Life” (wörtlich übersetzt: „Dein Geld oder Dein Leben“). Dieser Satz findet sich in den Quality Rater Guidelines (Richtlinien für die Bewertung der Suchqualität) von Google.

YMYL in Googles Quality Rater Guidelines

Der Begriff bezieht sich auf Websites, die das Leben oder die finanzielle Situation von Menschen verschlechtern könnten. Google will verhindern, dass User auf unseriösen Seiten Produkte kaufen oder Ratschläge befolgen, die nicht von Experten stammen.

Das bedeutet, dass Google besonders streng ist, was die Korrektheit von Informationen (Preise, Lieferzeiten usw.) und die Qualität Deiner Inhalte angeht.

Weitere Informationen findest Du in unserem Artikel über E-A-T und YMYL.

Tipp: Einige der oben genannten Faktoren (z.B. Überschriften Tags, Seitentitel, Meta Descriptions, etc.) kannst Du mit dem Seobility Website Audit automatisch überprüfen lassen. Damit ersparst Du Dir im Bereich Onpage SEO sehr viel Aufwand.

Bereich Inhalt aus dem Seobility Website Audit

Offpage-SEO für Online-Shops

Offpage-SEO bezieht sich auf Optimierungsmaßnahmen, die außerhalb Deiner Website durchgeführt werden. Einige dieser Strategien können Deine Rankings direkt verbessern, während andere darauf abzielen, Dir Traffic über andere Quellen zu beschaffen.

Offpage-SEO (im weiten Sinne) kann die folgenden Aspekte umfassen:

  • Linkbuilding: Sichere Dir hochwertige Backlinks auf Deine Website.
  • Content-Marketing: Das Erstellen von hochwertigen Inhalten, um damit Verlinkungen auf anderen Websites anzuziehen.
  • Gastartikel: Kooperation mit Dritten mit dem Ziel, Deine Inhalte auf deren Websites zu veröffentlichen.
  • Influencer-Marketing: Kooperation mit Influencern oder Micro-Influencern, um Deine Produkte zu vermarkten.
  • Affiliate-Marketing: Kooperation mit Publishern, die Content über Deine Produkte erstellen.
  • Kostenlose Produkteinträge bei Google: Mittels kostenloser Produkteinträge kannst Du Deine Produkte in der Google-Suche anzeigen lassen.
  • Online-Marktplätze: Vermarkte Dein Produkt auf Plattformen wie Amazon oder eBay, um Deine Reichweite zu vergrößern.

Für kleinere Online-Shops kann Offpage-SEO durchaus eine große Herausforderung darstellen, insbesondere wenn es um das Linkbuilding geht. Das kann frustrierend sein, denn Verlinkungen sind ein sehr wichtiger Rankingfaktor (obwohl sie inzwischen an Relevanz verloren haben).

Größere Unternehmen setzen meist auf Content-Marketing, um Backlinks aufzubauen. Beispielsweise pflegen viele Online-Shops einen Blog, in dem Inhalte veröffentlicht werden, die mit den jeweiligen Produkten zu tun haben.

Firmenblog von Ikea
Beispiel für einen E-Commerce-Firmenblog von IKEA

Kleinere Online-Shops verfügen aber möglicherweise nicht über die Ressourcen, um diese Art von Inhalten gleich von Anfang an zu produzieren.

Deshalb gilt: Qualität geht vor Quantität. Konzentriere Dich lieber darauf weniger, aber dafür hochwertige Ressourcen bereitzustellen, anstatt Massen an minderwertigem Content zu produzieren.

Über die Zeit kannst Du nach und nach mehr in Content-Marketing investieren, um eine größere und langfristige Präsenz in den Suchergebnissen aufzubauen.

Zur Inspiration findest Du im Seobility Blog 15 Ideen, mit denen Du Dir hochwertige Backlinks sichern kannst. Und zur Überwachung der Backlinks, die Du aufbaust, bietet die Backlink Analyse von Seobility eine wertvolle Unterstützung.

SEO-Strategien für kleine lokale Unternehmen

Lokale Unternehmen unterscheiden sich von Online-Shops dadurch, dass ihr physischer Standort entscheidend für ihren Erfolg ist. Bei Unternehmen mit einem einzigen Standort handelt es sich in der Regel um unabhängige Unternehmen, die von einer Geschäftsstelle aus operieren. Dazu gehören selbständige Geschäfte, Cafés, Restaurants, Friseurläden, Ferienhäuser und jedes andere Unternehmen, das Kunden an einem einzigen Standort empfängt.

In manchen Fällen trifft dies auch auf Unternehmen mit mehreren Standorten zu, von denen nur einer für Kunden zugänglich ist. Das wäre zum Beispiel bei einem Hersteller von Audiogeräten der Fall, der ein Geschäft für Kunden und ein separates Lager für Leihgeräte betreibt.

Der Punkt ist folgender: Du baust eine lokale Suchpräsenz auf, die Kunden online finden und persönlich besuchen können. Du solltest Deine Suchpräsenz also entsprechend optimieren. Nachfolgend findest Du eine grobe Zusammenfassung der wichtigsten Local SEO Strategien. Wenn Du tiefer in das Thema eintauchen möchtest, findest Du in unserem Blogartikel über Local SEO Rankingfaktoren ausführlichere Erklärungen.

Die folgende Grafik zeigt, wie wichtig die Optimierung für die lokale Suche ist. Hier wird deutlich, dass Verbraucher, die die lokale Suche nutzen, innerhalb von Stunden oder Tagen dazu bereit sind, etwas zu kaufen. Unterschätze daher nie das wirtschaftliche Potential der lokalen Suche.

Wahrscheinlichkeit für einen Kauf nach einer lokalen Suche
90 % der lokalen Kunden haben vor, innerhalb einer Woche einen Kauf zu tätigen, 73 % der 40- bis 55-Jährigen haben vor, innerhalb von 48 Stunden oder weniger einen Kauf zu tätigen, 63 % der 24- bis 39-Jährigen haben vor, innerhalb von 48 Stunden oder weniger einen Kauf zu tätigen. (Quelle)

Optimiere Deine Website für die lokale Suche

Deine erste Aufgabe im Rahmen von Local SEO ist, Deine Website für die lokale Suche zu optimieren. Das bedeutet natürlich, dass Du über eine Website verfügen musst. Du kannst zwar auch eine lokale Suchpräsenz ohne Website aufbauen (über Dein Google Unternehmensprofil), aber dann schöpfst Du nicht das volle Potential der lokalen Suche aus. Ohne Website wird Dein Unternehmen nicht in den organischen Suchergebnissen angezeigt. Hinzu kommt, dass Suchmaschinen wie Google oder Bing Deine Unternehmensinformationen mit anderen im Netz verfügbaren Daten (einschließlich die auf Deiner Website) abgleichen und auf diese Weise verifizieren.

Es gibt viele Wege, Deine Website für Deinen Geschäftsstandort zu optimieren. Fangen wir mit einigen Möglichkeiten an, die auch kleine Unternehmen leicht umsetzen können und die gleichzeitig eine enorme Wirkung haben können.

NAP-Daten

Ein erster Schritt bei der lokalen Optimierung besteht darin, auf Deiner Website den Namen, die Adresse und die Telefonnummer („NAP“) Deines Unternehmens anzugeben. Am besten fügst Du diese Daten in den Footer der Website ein, damit sie auf jeder Seite angezeigt werden. Diese Infos dürfen natürlich auch auf Deiner „Kontakt”-Seite nicht fehlen.

Beim Hinzufügen Deiner NAP-Daten solltest Du besonders sorgfältig vorgehen, da die Infos überall im Netz zu 100 % identisch sein müssen. Kürze zum Beispiel das Wort „Straße“ auf Deiner Website nicht als „Str.“ ab, wenn Du es anderswo als „Straße“ ausgeschrieben hast. NAP-Daten müssen zu 100 % übereinstimmen.

Lokale Keywords

Wenn Dein primäres Keyword „Änderungsschneiderei in Neukölln“ ist, musst Du dafür sorgen, dass der Term „Änderungsschneiderei in Neukölln“ mehrfach auf Deiner Website auftaucht – und zwar besonders auf der Seite, auf der nach diesem Begriff Suchende landen sollen (z. B. Deine Startseite).

Berücksichtige dabei auch mögliche Variationen des Suchbegriffs. Schließlich erwarten Google und andere Suchmaschinen eine natürliche Sprache und für Menschen geschriebene Inhalte – und nicht nur eine genaue Übereinstimmung eines Begriffs und Texte, die für Suchmaschinen (Computer) anstatt für User (Menschen) geschrieben wurden. Mit dem kostenlosen Keyword Recherche Tool von Seobility kannst Du derartige Keyword-Variationen finden:

Keyword-Variationen im Keyword Recherche Tool

Wenn „Änderungsschneiderei in Neukölln” Dein primäres Keyword ist, solltest Du außerdem Inhalte zu Keywords rund um das Thema Änderungsschneiderei erstellen (z. B. „Schneiderei für Brautkleider“, „Hose kürzen Kosten“ usw.). Diese verwandten Begriffe kannst Du ebenfalls über das Keyword Recherche Tool finden. Erstelle dabei für jedes Thema eine Seite und integriere das entsprechende Keyword auf natürliche Weise in den Seitentitel, die Überschriften, die Meta Descriptions und in die Inhalte Deiner Seiten.

Vermeide jedoch jegliche Formen von Keyword Stuffing und denke immer daran, dass Inhalte in erster Linie für den User geschrieben werden sollten. Eine exzessive Nutzung von Keywords kann nach minderwertiger Qualität und Spam haussehen, was Deine SEO-Bemühungen schnell zunichtemachen würde.

Aussagekräftige URLs

Generell gilt für jede Art von Website, dass die URLs Deiner Seiten informativ und beschreibend sein sowie relevante Keywords beinhalten sollten. Für Seiten, die auf einen bestimmten Standort ausgerichtet sind, bedeutet das, dass relevante lokale Keywords integriert werden sollten, z. B. startseite.de/dienste/änderungsschneiderei-neukölln.

Wenn Du an mehreren Standorten tätig bist, ist es wichtig, für jeden Standort eine eigene, einzigartige Landingpage zu haben, die hilfreich für die Menschen in diesem Gebiet ist und Bezug zu den dort verkauften Produkten/Dienstleistungen hat (mehr dazu im nächsten Abschnitt).

Lokalisierte Inhalte

Lokalisierte Inhalte senden ein überaus positives Signal an Google sowie andere Suchmaschinen und verstärken die lokale Relevanz Deines Unternehmens. Wenn Du nur an einem Standort tätig bist, solltest Du zumindest Deine Startseite, die „Über uns“-Seite, die „Kontakt“-Seite und sämtliche „Dienste“-Seiten optimieren.

Erkläre, welche Rolle Dein Unternehmen in der Gegend spielt, was Du den Leuten dort anbieten kannst und warum Kunden von Deinem Unternehmen begeistert sind. Wenn Du genügend Ressourcen für Content-Marketing hast, kannst Du zusätzlich Blogartikel veröffentlichen, die auf lokale Keywords optimiert sind und sich mit der Rolle Deines Unternehmens in der Gegend befassen.

Dies hier ist etwa ein Beispiel für einen Weinhandel, der lokalisierte Inhalte in seine Website integriert hat:

Beispiel für lokalisierte Inhalte
Quelle

Hier wird auf ganz natürliche Weise auf den Standort und die dortige lokale Zielgruppe eingegangen.

Google Maps-Integration

Es empfiehlt sich, auf relevanten Seiten einen Google-Maps-Standort für Deine Geschäftsstandorte einzubetten. Schließlich willst Du es den Usern so einfach wie möglich machen, mit Deiner Website zu interagieren, insbesondere wenn sie zu Deinem Standort finden wollen. (Wie Du Dein Unternehmen bei Google Maps und anderen Google Diensten listen lässt, erfährst Du im nächsten Abschnitt).

Bei Unternehmen, die nur einen Standort haben, ist die „Kontakt“-Seite die wichtigste Stelle für eine Karte. Du solltest auch in Erwägung ziehen, auf der „Über uns“-Seite eine Karte einzufügen. Manche Unternehmen haben sogar in ihrem Footer ein kleines Widget, das auf jeder Seite mithilfe von Google Maps den Standort anzeigt.

Beispiel für ein Google Maps Widget im Footer der Seite
Ein Beispiel für ein Google-Maps-Widget im Footer der Seite (Quelle)

Optimiere Dein Google-Unternehmensprofil

Wenn Dir für die Suchmaschinenoptimierung als kleines Unternehmen nur begrenzt Zeit und Mittel zur Verfügung stehen, solltest Du den Schwerpunkt auf Dein Google-Unternehmensprofil (ehemals Google My Business) legen. Über diese Plattform kannst Du im Local Pack und bei Google Maps ranken.

Hier ein Beispiel (wie bei den vorherigen Beispielen lautete die Suchanfrage „Änderungsschneiderei in Neukölln“):

Local Pack

Mit einem Klick auf die Ergebnisse wird das Google-Unternehmensprofil des jeweiligen Unternehmens angezeigt:

Google Unternehmensprofil Beispiel

Lege Dein Google-Unternehmensprofil an

Seit Beginn des Jahres macht es Google Unternehmen mit einem einzigen Standort so einfach wie noch nie, ein Google-Unternehmensprofil anzulegen. Du kannst Dein Profil jetzt ganz einfach verwalten, indem Du Dein Unternehmen in die Google-Suche eingibst (siehe auch https://www.youtube.com/watch?v=KyVIM3EDiu8).

Alternativ kannst Du auch hier ein neues Profil anlegen.

Vervollständige Dein Google-Unternehmensprofil

Nachdem Du Dein Unternehmensprofil angelegt hast, musst Du es mit allen verfügbaren Daten vervollständigen. Gib dabei möglichst viele Informationen an und achte vor allem darauf, dass diese zu 100 % korrekt sind.

Stelle dann wiederum sicher, dass sämtliche Informationen, die anderweitig im Netz zugänglich sind (NAP, Öffnungszeiten usw.), überall übereinstimmen.

Hier ein kurzer Überblick über einige (nicht alle!) der wichtigsten Informationen, die Du hinzufügen solltest:

  • Name des Unternehmens
  • Unternehmenskategorie
  • Unternehmensadresse
  • Telefonnummer
  • Website
  • Öffnungszeiten
  • Unternehmensbeschreibung
  • Infos zur Barrierefreiheit
  • Extras (WLAN, Parkplätze usw.)
  • Dienstleistungen (Lieferung, Abholung usw.)
  • Zahlungsmöglichkeiten

Du kannst Dein Profil noch um viele weitere Informationen ergänzen. Einige davon werden für Dich relevant sein, andere weniger. Alles, was in Deinem Fall nicht zutrifft, kannst Du überspringen. Es lohnt sich jedoch, alles auszufüllen, was Du ausfüllen kannst.

Vielleicht ist zum Beispiel für bestimmte Kunden gerade die Tatsache, dass Du Parkplätze hast oder nach Hause lieferst, ausschlaggebend.

Wähle zudem unbedingt die relevanteste Unternehmenskategorie aus. Diese ist für Google ein wichtiges Rankingsignal.

Du kannst Deinem Unternehmensprofil auch Bilder und weitere Informationen hinzufügen. So zeigst Du potenziellen Kunden am besten, was sie von Deinem Unternehmen erwarten können. Vollständigkeit ist dabei das A und O. Dein Unternehmensprofil ist ein Dein Aushängeschild und kann sowohl auf den einzelnen User als auch auf Dein Local SEO insgesamt großen Einfluss haben. Nutze die Gelegenheit und präsentiere potenziellen Kunden Dein Unternehmen von seiner besten Seite.

Ein gutes Beispiel ist das Google-Unternehmensprofil von Vertical Leap. Erwähnenswert sind hierbei Punkte wie die umfassende Verwendung von Videos und Bildern, eine Vielzahl von Google-Bewertungen, vollständige Beschreibungen des Unternehmens und die Vollständigkeit der Profildetails wie angebotene Dienste und Öffnungszeiten.

Google Unternehmensprofil von Vertical Leap

Mit am wichtigsten bei der lokalen Suchmaschinenoptimierung ist, dass Dein Unternehmensprofil zu 100 % korrekt ist. Google will wissen, ob die Informationen in Deinem Profil auch das sind, was Kunden von Dir erwarten können, wenn sie Dich anrufen oder an Deinem Standort vorbeikommen.

Und was noch wichtiger ist: Kunden müssen sich auf die Informationen in Deinem Profil verlassen können. Es braucht nur eine schlechte Erfahrung, um das Vertrauen in ein Unternehmen unwiderruflich zu zerstören. Achte deshalb darauf, bei Änderungen (Öffnungszeiten, Telefonnummer usw.) auch Dein Google-Unternehmensprofil zu aktualisieren.

Interagiere über Dein Google-Unternehmensprofil mit Deinen Kunden

Es gibt diverse Wege, wie Du über Dein Unternehmensprofil mit Deinen Kunden interagieren kannst:

  • Google-Bewertungen: Kunden können öffentliche Bewertungen für Dein Unternehmen hinterlassen, die in den lokalen Ergebnissen, auf Google Maps und an anderen Stellen angezeigt werden. Du kannst dabei auch auf Bewertungen antworten.
  • Fragen & Antworten: Kunden und potenzielle Kunden können Dir über Dein Unternehmensprofil Fragen stellen, die andere Kunden oder Du selbst dort beantworten können.
  • Google-Posts: Du kannst Deinem Profil kurze Postings hinzuzufügen, um Sonderangebote, anstehende Veranstaltungen, Produktneuheiten und weitere Informationen anzukündigen. 

Ein Beispiel für Fragen und Antworten über das Google Unternehmensprofil
Ein Beispiel für Fragen und Antworten über das Google-Unternehmensprofil

Nutze diese Gelegenheiten, um mit Deinen Kunden in Kontakt zu treten. Indem Du auf Bewertungen und Fragen reagierst, kannst Du Deine Kunden direkt ansprechen. Du solltest außerdem das Ziel verfolgen, möglichst viele positive Bewertungen zu sammeln. Dadurch fühlen sich nämlich mehr Leute dazu ermutigt, die Dienstleistungen oder Produkte Deines Unternehmens in Anspruch zu nehmen.

In unserem Artikel zur Google-Unternehmensprofil Optimierung erhältst Du eine ausführlichere Anleitung zur Verwaltung Deines Profils.

Local Offpage SEO

In vielerlei Hinsicht ist Offpage-SEO für lokale Unternehmen mit nur einem Standort einfacher als für viele andere Arten von Unternehmen wie beispielsweise Online-Shops. Durch Deinen Standort hast Du einen einzigen Schwerpunkt, auf den Du Dich beim Aufbau von Backlinks, der Vermarktung Deines Unternehmens auf externen Websites und dem Sammeln standortspezifischer Bewertungen konzentrieren musst. Die folgenden drei Bereiche sollten dabei Priorität haben:

1. Verzeichnisse

Sorge dafür, dass Dein Unternehmen in Verzeichnissen wie Yelp oder anderen vertrauenswürdigen Websites eingetragen ist, die für Dich relevant sind. Für die Reise- oder Gastronomiebranche wäre das zum Beispiel die Touristik-Plattform TripAdvisor.

Yelp

Achte hierbei abermals darauf, dass sämtliche Daten bei all Deinen Profilen zu 100 % miteinander übereinstimmen. Google achtet in dieser Hinsicht nämlich auf ein hohes Maß an Genauigkeit.

2. Linkbuilding

Verlinkungen sind für lokale Unternehmen genauso wichtig wie für größere Firmen, jedoch sind in diesem Zusammenhang unterschiedliche Vorgehensweisen notwendig. Einen hochwertigen Backlink von einer Website mit hoher Autorität zu bekommen, bringt viele Vorteile mit sich. Allerdings kann es sich für ein lokales Kleinunternehmen äußerst schwierig gestalten, eine derartige Verlinkung zu erhalten.

Die gute Nachricht ist: Google legt etwas mehr Wert auf Links, die Du durch lokale Quellen wie Zeitungen, Organisationen und andere Unternehmen bekommst. Wenn Du einige Backlinks von lokalen Websites mit soliden Autoritätswerten aufbauen kannst, bist Du im Vergleich zur lokalen Konkurrenz in einer günstigen Position.

Einen ausführlichen Leitfaden zum lokalen Linkbuilding findest Du hier.

3. Lokales Marketing

Der lokale Ansatz beim Linkbuilding ist nicht nur aus SEO-Sicht sinnvoll, sondern trägt auch darüber hinaus dazu bei, Dein Unternehmen in Deiner Umgebung zu vermarkten – sowohl online als auch offline.

Zusätzlich kannst Du mit lokalen Organisationen zusammenarbeiten, um Dein Profil weiter zu stärken. Ihr könnt gemeinsame Events veranstalten, wohltätige Veranstaltungen in der Gegend sponsern oder Ausbildungsprogramme für Menschen aus der Umgebung anbieten. Im Grunde eignet sich hierfür alles, was zum Aufbau von bedeutsamen Beziehungen zu den für Dein Unternehmen wichtigen Menschen beiträgt.

Wenn Du etwas Gutes für die örtliche Gemeinschaft tust, stehen die Chancen nicht schlecht, dass auch die regionalen Nachrichten über Dich berichten werden. In der Regel wird auch Dein Name oder der Name des Unternehmens in den Beiträgen veröffentlicht. Es wäre also gut möglich, dass dabei für Dich ein paar hochwertige Backlinks herausspringen.

SEO-Prioritäten für Dienstleister

Bisher haben wir uns in diesem Artikel auf Unternehmen konzentriert, die in erster Linie Produkte verkaufen. Allerdings wollen wir auch nicht die andere Seite vernachlässigen. Darum gehen wir nun auf jene Unternehmen ein, die sich auf die Bereitstellung von Dienstleistungen fokussiert haben. Dieser Bereich reicht von Recht- und Finanzdienstleistungen über Lebensmittel und Gastronomie bis hin zu längst überfälligen Haarschnitten.

Natürlich können wir in einem Artikel nicht alle Arten an Dienstleistern behandeln, jedoch lassen sich die meisten in eine der drei Hauptgruppen einordnen:

  1. Online-Dienstleister: Unternehmen, die ihre Dienstleistungen unabhängig von einem physischen Standort anbieten, z. B. SaaS, Online Learning, Agenturen und Berater, Banking, Social Media usw.
  2. Dienstleistungen am Unternehmensstandort: Unternehmen, die ihren Kunden ihre Dienstleistungen in eigenen Geschäftsräumen anbieten, z. B. Friseursalons, Fitnessstudios, Hotels, Restaurants usw.
  3. Dienstleistungen am Kundenstandort: Unternehmen, die ihre Dienstleistungen zum Kunden bringen, etwa in den eigenen vier Wänden der Kunden, an deren Unternehmensstandorten oder an den Standorten Dritter. In diese Kategorie fallen z. B. Taxiunternehmen, Makler, Gärtner, IT-Support usw.

Du bietest Dienstleistungen sowohl in Deinen eigenen Geschäftsräumen als auch beim Kunden an? In diesem Fall sind die Strategien aus beiden Abschnitten für Dich geeignet.

SEO für Online-Dienstleister

Online-Dienstleister bieten ihren Kunden eine Leistung an, die vollständig im Internet oder aus der Ferne erbracht wird. Dazu können Software-as-a-Service (SaaS), Online-Kurse oder beispielsweise auch Leistungen wie ein Postzustelldienst gehören, den der Kunde online bucht und mit dem er nie direkt in Kontakt tritt.

Ausschlaggebend ist hierbei, dass Du Deine Dienstleistungen Kunden im ganzen Land (und darüber hinaus) anbieten kannst. Diese müssen lediglich auf Deiner Website oder per Telefon einen Kauf tätigen.

Aus SEO-Sicht sind Deine Schwerpunkte in etwa dieselben wie für Online-Shops. Je nachdem, wie der Kaufprozess abläuft, musst Du bei der technischen Performance der Website allerdings möglicherweise nicht ganz so strikt sein. Der Kauf einer Dienstleistung ist schließlich zumeist einfacher als der Kauf eines Produktes. Die Websites von Online-Dienstleistern sind in der Regel auch nicht so umfangreich oder komplex wie Online-Shops mit Hunderten oder Tausenden von Produkten.

So ist es im Normalfall zum Beispiel einfacher, einen Termin zu vereinbaren, als ein Produkt zu kaufen und es zu bezahlen.

Dafür müssen Online-Dienstleister viel mehr Wert auf Brand Building und Content-Marketing legen, um Leads zu generieren. Für Dich als Dienstleister sollte Deine Marke die oberste Priorität haben. Denn Du stehst in einem landesweiten Wettbewerb um stark umkämpfte Keywords.

Bedenke dabei: SEO ist eine langfristige Strategie. Du kannst schlichtweg nicht erwarten, dass sich von einem auf den anderen Tag bemerkenswerte Ergebnisse einstellen. Vor allem Dienstleister müssen deshalb geduldig sein und strategisch vorgehen. Du musst auf die richtigen Keywords setzen und Inhalte erstellen, die den Content Deiner Konkurrenten in den Schatten stellen. Auf diese Weise baust Du eine Suchpräsenz auf, über die Du schließlich echte Leads generieren kannst. Gehe nicht davon aus, dass Du für Deine meistumkämpften Keywords über Nacht an Position 1 ranken wirst. Konzentriere Dich stattdessen anfangs stärker auf Long-Tail-Keywords und baue von dort aus nach und nach eine Suchpräsenz auf.

Der Aufbau einer starken Marke kann für kleinere Unternehmen anfangs eine Herausforderung darstellen. Es hilft aber häufig, zunächst über lokale Möglichkeiten nachzudenken (selbst wenn Du Dein Geschäft nicht nur auf den lokalen Markt beschränken willst). Die Einbindung Deiner lokalen Gemeinschaft – sowohl online als auch offline – kann Dir dabei helfen, Deine Marke vom Standort aus aufzubauen. Ein lokales Unternehmen kann von lokalen Medien, Veranstaltungen und Organisationen profitieren, die es zu nutzen gilt und die bei größeren, nicht lokalen Marken häufig nicht vorhanden sind.

SEO für Dienstleister am eigenen Standort

Wenn Du Kunden Deine Dienstleistungen in Deinen eigenen Räumlichkeiten anbietest, gehörst Du in Sachen SEO zur Kategorie der lokalen Unternehmen. Diese Kategorie umfasst unter anderem Dienstleister wie Friseure, Kinos oder Anbieter sämtlicher weiterer Leistungen, für die Kunden in Deine Geschäftsräume kommen.

Als solches Unternehmen kannst Du einfach dieselben Schritte befolgen, die wir für lokale Unternehmen im vorherigen Abschnitt besprochen haben.

Damit bleibt nun noch eine Unternehmensart übrig, über die wir noch nicht gesprochen haben: Dienstleister, die ihre Leistungen vor Ort beim Kunden erbringen.

SEO für Dienstleister am Kundenstandort

Auch wenn Du zum Erbringen einer Dienstleistung Deine Kunden besuchst, fällst Du immer noch unter die Local SEO Kategorie. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass Du die Optimierung ggf. für mehrere Standorte durchführen musst. Du musst dabei also ähnlich vorgehen wie eine nationale Marke mit Niederlassungen an verschiedenen Orten im ganzen Land.

Gängige Beispiele für diese Kategorie sind Klempner, Bauunternehmen oder sogar mobile Essensstände, die an unterschiedlichen Orten wahrgenommen werden wollen.

In diesem Fall sind alle Local SEO Strategien, die wir besprochen haben, weiter gültig, aber Du musst diese bei allen Gegenden anwenden, die Du bedienst. Genau genommen baust Du an jedem einzelnen Ort eine Suchpräsenz auf, damit potenzielle Kunden wissen, dass Du Deine Dienste in ihrer Gegend anbietest.

ortsübergreifende Sichtbarkeit für lokale Suchanfragen
Dienstleister wie Sanitärfirmen brauchen ortsübergreifende Sichtbarkeit für lokale Suchanfragen, z. B. Köln, aber auch bestimmte Stadtteile.

Zuerst musst Du für alle wichtigen Gebiete, die Du bedienst (Regionen und/oder Städte), ortsspezifische Seiten erstellen. Wenn Du in diesen Gegenden mehrere konkrete Orte ansprechen willst (z. B. mehrere Städte in derselben Region), musst Du Kategorieseiten für die Regionen und einzelne Seiten für die Städte erstellen.

Im Rahmen Deiner Content-Strategie solltest Du für jeden dieser Orte lokalisierte Inhalte erstellen und lokale Marketingmöglichkeiten nutzen. Es empfiehlt sich zum Beispiel, Dich in jedem der Gebiete mit lokalen Medien und Organisationen zu vernetzen.

Je tiefgehender und einzigartiger Deine Inhalte für jeden spezifischen Ort sind, desto besser. Um mit SEO Erfolge zu erzielen, kannst Du nicht einfach für jeden Ort denselben Inhalt nutzen und lediglich den Namen der Stadt austauschen.

Ein gutes Beispiel für eine ortsübergreifende Internetpräsenz bietet der Hamburger Schlüsseldienst Erbse. Hier werden für jeden wichtigen Ort relevante Inhalte präsentiert:

relevante Inhalte für mehrere Standorte

Fazit

Wenn Du als kleines Unternehmen gerade erst mit der Suchmaschinenoptimierung begonnen hast oder bisherige Prioritäten überdenkst, kann es schwierig sein festzulegen, womit Du anfangen solltest und welche Punkte Priorität haben sollten. In diesem Artikel haben wir deshalb eine ganze Reihe von Taktiken und Ansätzen besprochen, die Dir beim Entwickeln Deiner Strategie und bei Deinen ersten Schritten helfen sollten.

Du möchtest noch mehr über SEO für kleine Unternehmen lernen? Hier geht’s zu den anderen Artikeln in dieser Serie:

Die häufigsten SEO-Fehler, die kleine Unternehmen anfangs machen & wie Du sie vermeidest

SEO ist eine Herausforderung für alle, aber gerade kleine Unternehmen und Selbstständige haben es anfangs nicht leicht. Denn wenn Du mit SEO bei Null startest, liegt die größte Aufgabe erstmal darin, Deine SEO-Strategie zum Laufen zu bringen und möglichst schnell Traffic aufzubauen. Und das ist noch schwieriger, wenn (wie bei den meisten kleineren Unternehmen der Fall) Dein Budget und Deine Ressourcen begrenzt sind.

Selbst die besten SEO-Strategien benötigen Zeit, um Fahrt aufzunehmen. Umso wichtiger ist es, keine Fehler zu machen, die diesen Prozess zusätzlich behindern.

Dieser Artikel hilft Dir dabei, die häufigsten Anfängerfehler zu vermeiden, damit Du schnellstmöglich Traktion aufbauen und SEO gewinnbringend für Dich nutzen kannst!

Welche SEO-Fehler machen kleine Unternehmen am häufigsten?

Für die meisten kleineren Unternehmen, die gerade mit SEO beginnen, ist der Bereich Suchmaschinenmarketing völliges Neuland. Als Anfänger ist es normal, Fehler zu machen und daraus zu lernen. Das kann anfangs frustrierend sein, aber jedes neue Unternehmen hat damit zu kämpfen. Du bist also nicht allein.

SEO war zudem noch nie so komplex wie zur heutigen Zeit. Neulinge müssen noch mehr lernen und noch mehr experimentieren als in der Vergangenheit.

Die meisten Fehler, die kleinere Unternehmen am Anfang machen, sind auf ein mangelndes Verständnis für die Herausforderungen von SEO, unrealistische Ziele, mangelhafte Planung und/oder Sparen am falschen Ende zurückzuführen.

Deshalb solltest Du diese häufigen SEO-Fehler von kleinen Unternehmen vermeiden:

  1. Ohne Plan anfangen
  2. SEO als „kostenlose“ oder „billige“ Maßnahme verstehen
  3. Technisches SEO ignorieren
  4. Vermeintliche SEO-„Hacks“ nutzen
  5. Unnatürliche Backlinks aufbauen
  6. Viel Traffic auf eine minderwertige Website leiten
  7. Ein Ranking an der Spitze der 1. Seite von Google erwarten

In diesem Artikel nehmen wir diese Fehler genau unter die Lupe und erklären, warum sie so häufig vorkommen. Und, am wichtigsten: Wir zeigen Dir, wie Du diese Fehler in Deiner eigenen SEO-Strategie vermeiden kannst.

Fehler Nr. 1: Ohne Plan anfangen

Die Planung einer erfolgreichen SEO-Strategie ist eine der größten Herausforderungen für SEO-Anfänger. Ohne ein gutes Verständnis für die Funktionsweise von SEO wissen viele nicht, wo sie überhaupt anfangen sollen. Noch schwieriger wird es, wenn Du als Unternehmer wenig Zeit hast, Deine Website eigenständig zu optimieren, aber Dein Budget die Zusammenarbeit mit einer Agentur oder einem SEO-Experten ausschließt.

Bevor Du Dich in die Arbeit stürzt, brauchst Du deshalb realistische Erwartungen und eine genaue Vorstellung davon, was Du eigentlich erreichen willst.

Das kann von Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich sein. Beispielsweise wird ein Online-Shop eine ganz andere Herangehensweise haben als eine Bio-Bäckerei, die ihre Ware nur im Laden vor Ort verkauft. Während der Online-Händler seine Zeit und sein Geld besser in die Erstellung hochwertiger Produktleitfäden investieren sollte, sollte sich die Bäckerei wahrscheinlich auf Local SEO konzentrieren und den größten Teil ihrer Bemühungen in ihr Google Unternehmensprofil stecken.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Wenn Du selbst für Deine SEO-Strategie verantwortlich bist, solltest Du vorher so viel Du kannst über Suchmaschinenoptimierung lernen. Fange mit den Grundlagen an und eigne Dir fundiertes Wissen über die wichtigsten Aspekte (Keyword-Optimierung, Onpage SEO, Content usw.) an. Im Seobility Blog und Wiki findest Du dazu viele hilfreiche Artikel.

Stelle auch sicher, dass Deine Strategie relevant für die Art Deines Unternehmens bleibt, abhängig davon, ob es online, lokal oder eine Kombination aus beidem ist. Mehr Informationen dazu findest Du in unserem Artikel über SEO-Strategien für verschiedene Arten von kleinen Unternehmen.

Wenn Du schließlich für die ersten Schritte bereit bist, solltest Du diese vier wichtigen Elemente Deiner SEO-Strategie planen:

  1. Ziele: Überlege Dir, was Du im ersten Jahr mit Deiner SEO-Strategie erreichen willst (z. B. Umsatzsteigerung von 25 % im Onlinehandel).
  2. Zielpublikum: Überlege Dir, wer Dein Zielpublikum ist, welche Bedürfnisse es hat und wie diese mit Deinem Unternehmen zusammenpassen.
  3. Keywords: Identifiziere die Keywords, auf die Du Dich konzentrieren willst (primäre Keywords, sekundäre Keywords, Long-Tail-Keywords usw.)
  4. Wettbewerber: Identifiziere Deine Konkurrenten und analysiere ihre SEO-Strategien, um zu verstehen, mit wem Du es zu tun hast.

Bei den letzten beiden Schritten kann Dir das kostenlose Keyword Recherche Tool von Seobility helfen. Hier findest Du primäre Keywords, die Du auf Deiner Website und bei Deiner Content Marketing-Strategie priorisieren solltest, sekundäre Keywords für Unterseiten sowie Low-Hanging-Fruits mit wenig Konkurrenz (z. B. Long-Tail-Keywords), die schneller für Traktion sorgen können.

So findest Du heraus, welche Themen Deine Zielgruppe interessieren und somit Traffic auf Deine Website bringen können.

keyword recherche tool

Zusätzlich kannst Du die Keywords ermitteln, für die Deine Wettbewerber ranken, um Lücken in Deiner eigenen Content-Strategie aufzudecken. Weitere Informationen findest Du in dieser Keyword Recherche Anleitung.

Fehler Nr. 2: SEO als „kostenlose“ oder „billige“ Maßnahme verstehen

SEO ist in der Vergangenheit immer wieder als kostenlose oder kostengünstige Marketingstrategie bezeichnet worden. Das liegt vor allem daran, dass man hier nicht per Klick bezahlt wie bei PPC-Marketingkanälen. Für kleinere Unternehmen ist das eine gefährliche Fehleinschätzung, denn dadurch werden Zeit, Ressourcen (und Geld) außer Acht gelassen, die man braucht, um Seiten zu optimieren und solchen Content zu erstellen, der zum Aufbau einer effektiven SEO-Strategie erforderlich ist.

Die bessere Formulierung wäre deshalb, dass SEO eine der Inbound-Marketingstrategien mit dem höchsten ROI ist.

Die zu Anfang investierte Zeit und der erstellte Content zahlen sich nicht sofort aus. Allerdings treibt eine effektive SEO-Strategie exponentielles Wachstum voran, denn die bereits von Dir erstellten Inhalte generieren weiterhin Traffic und Leads, während Du neuen Content erstellst und Deine bestehenden Seiten optimierst.

Wenn Du eine stärkere Präsenz in der Suche aufbaust, werden immer mehr Leute Deine Inhalte sehen, und zwar neue und alte. Der ROI Deiner SEO-Strategie wächst also mit der Zeit weiter, und zwar immer schneller.

ROI von SEO vs Google Ads
X-Achse: Höhe der Investition, Y-Achse: Anzahl an akquirierten Kunden

Im Vergleich zu anderen Kanälen ist SEO eine Strategie mit hohem ROI. Bei PPC-Kanälen wie Google Ads musst Du beispielsweise kontinuierlich für Werbung zahlen und User können keine Anzeigen anklicken, für die Du bereits in der Vergangenheit bezahlt hast. Somit zahlt sich diese Maßnahme mit zunehmender Investition eher linear statt exponentiell aus.

Anfangs wirst Du wahrscheinlich einen höheren ROI aus Deinen PPC-Kampagnen schöpfen können als aus Deinen SEO- oder Content Marketing-Kampagnen. Aber wenn Deine SEO-Strategie erst einmal Fahrt aufnimmt, sollte sie schnell den ROI der meisten anderen Marketingkanäle übertreffen.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Verabschiede Dich von der Idee, dass SEO eine kostenlose oder billige Marketingstrategie ist. Betrachte SEO stattdessen als Kanal mit hohem ROI und sei gewillt, besonders in die Produktion von Content, zu investieren. Die Erstellung hochwertiger Inhalte kostet Zeit und Geld (noch mehr, wenn Du multimedialen Content erstellen willst).

Wie Du an der Grafik oben erkennen kannst, ist das Schlimmste, was Du machen kannst, nicht genug zu investieren und damit die anfängliche ROI-Schwelle gar nicht erst zu durchbrechen.

Wenn Dir das allerdings erst einmal gelungen ist, werden kontinuierliche Investitionen exponentielles Wachstum vorantreiben. Bevor Du mit SEO beginnst, solltest Du daher realistische Kosten für die wichtigsten SEO-Aufgaben kalkulieren (Seitenoptimierung, Erstellen von Content, Analysen usw.). Lege außerdem fest, wie viel Du in jedem Quartal Deines ersten Jahres investieren willst.

Fehler Nr. 3: Technisches SEO ignorieren

Technisches SEO ermöglicht es Deiner Website, von Suchmaschinen gecrawlt und indexiert zu werden, und stellt sicher, dass die technische Basis Deiner Website optimierst ist, um Deine Suchmaschinen Rankings zu verbessern.

Dies ermöglicht zum einen, dass Google und andere Suchmaschinen Deine Seiten schnellstmöglich finden und crawlen können. Durch die Optimierung des Codes und Backends Deiner Website wird zudem dafür gesorgt, dass Google Zugriff auf alle nötigen Informationen und Inhalte hat.

Schließlich beinhaltet technisches SEO auch die Optimierung der Performance Deiner Website (Core Web Vitals, Page Speed, Mobile Optimierung usw.), um sowohl die Suchmaschinen als auch Deine User glücklich zu machen.

Das Problem mit technischem SEO ist, dass es ziemlich, naja … technisch werden kann. Das kann schwierig sein, wenn Du keine Erfahrung mit Coden, Entwickeln und SEO hast. Technisches SEO ist aber eine absolute Grundvoraussetzung für gute Rankings und ohne eine kontinuierliche technische Optimierung wirst Du Deine Sichtbarkeit in der Suche nicht maximieren können.

Leider kannst Du Dich davor nicht drücken.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Ganz allgemein gesagt hast Du zwei Möglichkeiten, als kleines Unternehmen mit technischem SEO loszulegen. Entweder Du lernst, wie es funktioniert, und nimmst es selbst in die Hand oder Du bezahlst jemanden, der den technischen Teil für Dich übernimmt.

Falls das alles etwas überfordernd klingt, haben wir auch gute Nachrichten: Du kannst den Großteil der Analysen, die Du zur technischen Optimierung durchführen musst, automatisieren. Google stellt eine Vielzahl von Tools zur Analyse von Page Speed, Core Web Vitals, etc. zur Verfügung. Auch Seobility enthält ein Website Audit Tool, mit dem Du Deine Seiten auf Probleme beim Crawling, Broken Links und Probleme mit Titel Tags, Überschriften und zahlreichen anderen Elementen überprüfen kannst.

Seobility Website Audit

So kannst Du die wichtigsten technischen SEO-Aspekte selbst bewältigen. Wenn Du irgendwann Dein SEO noch weiter professionalisieren möchtest, kannst Du Dir immer noch Hilfe von außen holen.

Fehler Nr. 4: Vermeintliche SEO-„Hacks“ nutzen

Das Entwickeln und Umsetzen einer erfolgreichen SEO-Strategie erfordert viel Zeit und Mühe, sodass es verführerisch erscheinen kann, Abkürzungen für schnelle Erfolge zu nehmen. Das trifft besonders auf kleinere Unternehmen zu, denen kein großes Budget oder andere Ressourcen zur Verfügung stehen.

Dennoch: Sei vorsichtig mit SEO-„Hacks“ oder irgendwelchen „Abkürzungen“, die Dir schnelle Ergebnisse versprechen. So etwas klappt bei der Suchmaschinenoptimierung nur selten.

Es gab Zeiten, in denen Taktiken wie Keyword Stuffing und das Kaufen von Links als SEO-Hacks angepriesen wurden. Allerdings bereitete Google diesen Praktiken irgendwann mit einer Reihe von Algorithmus-Updates ein Ende.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Die goldene SEO-Regel ist, sich an Googles Richtlinien zu Themen wie Content-Qualität und Web Spam zu halten. Ratschlägen, die diesen Richtlinien widersprechen, solltest Du skeptisch begegnen, denn in der Regel nimmt sich Google diese bei größeren Updates vor.

Google Guidelines

Außerdem solltest Du besonders auf Aspekte Acht geben, bei denen Google offiziell bestätigt hat, dass diese wichtig sind (z.B. Ladezeiten oder mobile Optimierung). Versuche, bei den wichtigsten SEO-Bereichen (Qualität des Contents, Optimierung für Mobile, Page Speed usw.) bestmöglich abzuschneiden und Du wirst keine Tricks benötigen.

Wenn Du erst einmal ein gutes Verständnis der wichtigsten Aspekte hast, wird Dir auch Deine Erfahrung helfen zu erkennen, welche Ratschläge gut und welche schlecht sind.

Links gehören in Suchmaschinen-Algorithmen zu den wichtigsten Rankingsignalen. Trotz aller Fortschritte, die Google in der KI-Technologie in den letzten zehn Jahren gemacht hat, sind Links immer noch ein Schlüsselsignal für die Qualität von Inhalten. Das bedeutet, Linkaufbau ist auch weiterhin ein wesentlicher Bestandteil jeder SEO-Strategie.

Leider ist es auch einer der schwierigsten Aspekte der Suchmaschinenoptimierung. Besonders für kleine Unternehmen, die am Anfang stehen, kann es eine große Hürde sein. Größere Firmen haben den Vorteil, dass sie höhere Budgets, Kontakte in der Branche und einen höheren Bekanntheitsgrad haben und dass sie ein gewisses Vertrauen genießen. Sie können also auf natürliche Weise Verlinkungen durch andere Websites gewinnen.

Als kleines Unternehmen hast Du wahrscheinlich (noch) keines dieser Dinge und es kann verlockend sein, schnell alle Links einzusammeln, die Du bekommen kannst. Du solltest aber wissen, dass nicht alle Links gleichwertig sind und dass Google natürliche, relevante Links sehen will, die auf Deine Website verweisen.

Du solltest weder Zeit noch Mühen oder gar Geld auf Links verschwenden, die keinen Nutzen für Deine Rankigns haben.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Zuallererst solltest Du das Backlinkprofil Deiner Website mithilfe vertrauenswürdiger SEO-Tools tracken. Mit der Backlink Analyse von Seobility oder Google Search Console kannst Du Dein Linkprofil einsehen und herausfinden, wer auf Deine Website verlinkt. Falls Du hierbei eine große Anzahl problematischer Links erkennen kannst, kannst Du Google über das Disavow Tool darum bitten, diese zu ignorieren.

Problematische Backlinks können zum Beispiel von Domains stammen, auf denen es viele (d. h. Hunderte oder Tausende) Backlinks zu Deiner Website gibt, oder auch durch explizite Sprache oder dergleichen erkennbar sein.

Um anschließend neue Links für Deine Website aufzubauen, kannst Du Dich zunächst auf Links von Websites konzentrieren, die für Deine Ziel-Keywords (besonders primäre Keywords) höher ranken als Du.

Unter diesen Websites wird es in der Regel auch Websites geben, die mit dem Thema in Verbindung stehen, aber keine Wettbewerber sind. Nachrichten- und Medien-Websites haben zum Beispiel eine starke Marke und ranken gut, sind aber auf externe Experten angewiesen, die ihnen Inhalte liefern, und deshalb gewillt, auf deren Websites zu verlinken.

Andere Beispiele können vertrauenswürdige Foren sein, die gern auf Artikel, Leitfäden oder White Papers von Experten in dem Bereich verlinken.

Hat sich Dein Ranking erst einmal verbessert, kannst Du nach höherwertigen Verlinkungsmöglichkeiten suchen. In der Zwischenzeit kannst Du Dir aber mit den folgenden Tipps ein „Basis“-Linkprofil aufbauen:

  • Unterstütze Deine örtliche Gemeinschaft
  • Vernetze Dich mit relevanten Bloggern in Deiner Nische
  • Schreibe Gastartikel für relevante Websites in der Branche
  • Eigne Dir Nachrichtenwert an (fange, wenn nötig, in Deiner örtlichen Umgebung an)
  • Sponsere oder veranstalte Events
  • Interviewe Betreiber/Mitarbeiter von den „Ziel-Websites“ (möglicherweise verlinken sie zurück auf Deinen Content)
  • Analysiere die Linkprofile Deiner Wettbewerber

Mit dem Backlink-Monitoring von Seobility kannst Du automatisiert neue Link-Möglichkeiten finden, die auf den Linkprofilen Deiner Wettbewerber und relevanter Websites innerhalb Deiner Nische basieren.

Zusätzlich kannst Du die Linkprofile der Konkurrenz manuell analysieren, um Ideen und potenzielle Lücken zu suchen, die Du ausnutzen kannst.

mehr als ein Wettbewerber auf einer Seite

Idealerweise wirst Du irgendwann den Punkt erreichen, an dem andere Websites ganz natürlich auf Deine Seiten verlinken, weil Du hochwertigen, vertrauenswürdigen Content veröffentlichst, der so interessante Informationen enthält, dass sie ihn einfach mit ihren Besuchern teilen müssen.

Eine langfristig effektive Strategie ist es auch, datenorientierte Inhalte zu veröffentlichen. Dazu gehören zum Beispiel Berichte mit Statistiken und exklusiven Einblicken. Im Idealfall gewinnst Du durch Umfragen und Interviews einzigartige Einblicke, die sonst niemand veröffentlichen kann. Alle Links werden also auf Dich verweisen.

Das mag zwar ein ziemlich großes Content-Projekt sein, aber es lohnt sich langfristig darauf hinzuarbeiten, denn es kann den ROI Deiner SEO-Maßnahmen stark erhöhen. Weitere Ideen und Inspiration zum Linkaufbau findest Du auch in unserem Linkbuilding Guide.

Fehler Nr. 6: Viel Traffic auf eine minderwertige Website leiten

Es ist egal, wie hoch Du für Deine wertvollsten Keywords rankst, wenn Besucher auf Deiner Website landen, nur um direkt wieder auf den Zurück-Button zu klicken. Du kannst eine schlechte Website nicht dadurch kompensieren, dass Du einfach mehr Traffic auf sie leitest. So verjagst Du nur die Besucher, und das möglicherweise endgültig.

Laut einer Umfrage von Digital.com sind langsame Ladezeiten das größte Problem, mit dem sich Website-User konfrontiert sehen (21 %). Nur 16 % der Befragten geben an, dass sie wahrscheinlich auf eine Website zurückkehren würden, die langsam lädt. 45 % der Besucher haben hingegen einen negativen Eindruck der Website.

Auswirkungen einer schlechten Ladezeit
Links: Was ist Dein Eindruck von einem Unternehmen, wenn die Website zu langsam lädt?, rechts: Wie wahrscheinlich ist es, dass Du eine langsam landende Website nochmal besuchen würdest? (Quelle)

Der Bericht listet die folgenden Probleme als häufigste Ursachen für eine schlechte User Experience (UX) auf:

  1. Langsame Ladezeiten – 21 %
  2. Bedenken hinsichtlich der Sicherheit – 20 %
  3. Schlechte Navigation – 15 %
  4. Schlechte mobile Optimierung – 15 %

Google weiß, das eine schlechte UX das Sucherlebnis zunichtemacht. Daher werden Websites belohnt, die nicht nur hochwertigen Content, sondern auch eine gute User Experience bieten.

Es ist deshalb für Websites mit schlechter UX schwieriger, ihr Suchmaschinen Ranking zu verbessern und das Traffic-Potential auszuschöpfen. Und was noch schwerwiegender ist: Du vergraulst die Mehrheit Deiner neuen Besucher. Viele dieser Besucher werden vermutlich nie wieder auf Deine Website zurückkehren, und zwar auch dann nicht, wenn sie Dich irgendwann in den Suchergebnissen finden.

Eine Website mit schlechter UX ist der schnellste Weg, das hohe ROI-Potenzial von SEO zunichtezumachen und es Dir sogar noch mehr zu erschweren, Traktion zu gewinnen. Und das ist etwas, was für kleinere Unternehmen ohnehin schon nicht einfach ist.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Stelle sicher, dass Deine Website auf Vordermann ist, bevor Du all Deine Ressourcen in das Generieren von Traffic steckst. Die moderne Suchmaschinenoptimierung dreht sich nicht nur um technische und Content-Optimierung, sondern auch um die Optimierung der User Experience. Daher solltest Du im Rahmen Deiner SEO-Strategie folgende UX-Faktoren priorisieren:

Modernes SEO hat sehr viele Überschneidungen mit UX-Design. Google führt regelmäßig neue Signale wie die Core Web Vitals ein, die Seiten für eine gute Nutzererfahrung honorieren.

Suchmaschinen sind darauf angewiesen, dass die User mit den Seiten, die sie über ihre Plattformen besuchen, zufrieden sind, damit diese die Suchmaschine wiederholt nutzen. Aus diesem Grund belohnt Google vor allem Seiten, die den Usern den gewünschten Inhalt in einer Form bieten, die sie dazu bringt, mit der Seite und der Website als Ganzes zu interagieren.

Mit Google Analytics kannst Du Metriken wie Durchschn. Zeit auf der Seite und Seiten / Sitzung tracken, um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie ansprechend Deine Seiten sind.

Du kannst diese Informationen in Google Analytics (Universal) aufrufen, indem Du zu Website Content 🡪 Alle Seiten navigierst:

Time on Page in Google Analytics

Kombiniere diese Daten mit dem PageSpeed Insights Tool von Google, um Probleme mit der Ladezeit oder der UX zu identifizieren, die User eventuell dazu veranlassen, eine Seite zu verlassen, bevor sie sich überhaupt mit Deinem Content beschäftigen.

Beachte aber, dass es viele Gründe dafür geben kann, dass User eine Seite schnell wieder verlassen. Nicht alle müssen mit einem technischen Mangel zusammenhängen.

Es können zum Beispiel auch folgende Gründe dahinterstecken:

  • Die Nutzerintention konnte nicht vollständig befriedigt werden. Für eine E-Commerce-Website kann das z.B. bedeuten, dass jemand vor der Entscheidung zum Kauf erst vertrauensbildende Signale sehen muss, wie zum Beispiel positive Kundenbewertungen.
  • Es gibt Elemente in Deinem Content, die auf minderwertige Qualität oder sogar Spam hindeuten und die User abschrecken. Dazu gehören zum Beispiel Inhalte mangelnder Qualität oder ein Übermaß an Sales-Popups, die Besucher veranlassen, die Website schnell wieder zu verlassen.

Fehler Nr. 7: Ein Ranking an der Spitze der 1. Suchergebnisseite erwarten

Viele Unternehmer starten SEO in der Hoffnung darauf, dass sie für ihre wichtigsten Keywords bei Google ganz oben auf Seite 1 ranken werden. Sie erwarten, dass sie massenweise Traffic generieren werden und die Leute es kaum erwarten können, einen Kauf auf ihrer Website zu tätigen. Leider ist das nicht nur aus SEO-Sicht unrealistisch, sondern auch, weil Menschen nicht auf diese Weise im Internet suchen und kaufen.

Wenn Du schnell Traffic auf Deine Website bringen und Dich auf Besucher fokussieren willst, die bereit sind, sofort etwas zu kaufen, ist PPC die bestgeeignete Strategie.

SEO ist eine längerfristige Strategie, die organische Sichtbarkeit schafft und Deine Marke in jeder Phase der Customer Journey für potenzielle Kunden sichtbar macht. Und einige dieser Kunden werden beim 1. Kontaktpunkt mit Deiner Marke noch nichts kaufen.

Es erfordert Zeit, diese Art von Suchpräsenz aufzubauen und Du wirst für kein Keyword über Nacht ganz oben auf Seite 1 ranken. Es kann Monate, wenn nicht Jahre dauern, für stark umkämpfte Keywords auch nur in die Nähe der ersten Seite zu kommen. Du trittst hier nämlich gegen die Besten Deiner Branche an – ganz zu schweigen von Größen wie Wikipedia, Amazon und anderen wichtigen Anbietern.

Wie können kleine Unternehmen diesen Fehler vermeiden?

Halte Deine Erwartungen, was die Wirkung Deiner SEO-Bemühungen angeht, realistisch, und zwar besonders, wenn Du ein kleines Unternehmen führst und in einer Branche mit viel Wettbewerb agierst. Denk daran, dass es nicht Dein Ziel ist, ganz oben auf der Seite mit den Suchergebnissen zu erscheinen oder möglichst viel Traffic zu generieren. Dein primäres Ziel ist es, den relevanten Traffic zu maximieren (also Besucher, die sich wirklich für Deine Produkte oder Dienste interessieren), Brand Awareness aufzubauen und Interessenten zu gewinnen, die wahrscheinlich in Zukunft etwas bei Dir kaufen werden.

Und damit Dir das gelingt, musst Du nicht zwangsläufig für stark umkämpfte Keywords ganz oben ranken.

Realistisch gesehen steht Dir wahrscheinlich nicht das Budget oder die Ressourcen zur Verfügung, um als kleines Unternehmen von Anfang an die Spitzenpositionen anzustreben. Stattdessen kannst Du Traktion aufbauen, indem Du Dich anfangs auf Strategien konzentrierst, die darauf ausgerichtet sind, kleine aber schnelle Ergebnisse zu erzielen.

Beispieltaktiken für schnellere positive Ergebnisse können folgende sein:

  • Füge Deinen wichtigsten Seiten neue Inhalte hinzu, um ihre Reichweite zu vergrößern und ein breiteres Publikum anzusprechen. Erkläre zum Beispiel komplexe Informationen und mache es den Leuten möglichst leicht, Kontakt aufzunehmen.
  • Füge unten auf Deinen wichtigsten Seiten häufig gestellte Fragen hinzu, um den Wert für Besucher zu erhöhen.
  • Füge Content in Form von Bildern und Videos hinzu, um Bereiche in den SERPs zu erobern, die diesen Inhaltstypen vorbehalten sind und von der Konkurrenz oft übersehen werden.
  • Sieh Dir für Deine Branche die am besten performenden Inhalte auf den Websites Deiner Konkurrenten sowie die am besten performenden Ergebnisse in den Suchmaschinen an. Erstelle umfassendere Inhalte als diejenigen, die aktuell ranken.
  • Analysiere die Strategien Deiner Wettbewerber und suche nach Lücken, die diese übersehen haben, damit Du Dich von der Konkurrenz abheben kannst.

Wenn Du erstmal etwas Traktion gewonnen hast, kannst Du Dir ehrgeizigere SEO-Ziele setzen.

Die wichtigsten Punkte zusammengefasst

Wir haben in diesem Artikel ziemlich viele Aspekte abgedeckt. Fassen wir also noch einmal die wichtigsten Punkte zusammen. Hier ist ein Überblick der Fehler, die wir besprochen haben, sowie eine kurze Erinnerung, wie Du sie vermeiden kannst.

  1. Ohne Plan anfangen: Setze Dir realistische SEO-Ziele und entwickle eine auf Daten basierende Strategie, um diese zu erreichen.
  2. SEO als kostenlose oder billige Maßnahme verstehen: Investiere genügend in die Suchmaschinenoptimierung, um innerhalb eines realistischen Zeitraums exponentielles Wachstum zu erreichen.
  3. Technisches SEO ignorieren: Nutze geeignete Tools, um die technische Performance Deiner Website zu gewährleisten, oder nimm Unterstützung von Profis in Anspruch.
  4. Vermeintliche SEO-„Hacks” nutzen: Lerne zuerst die Grundlagen und eigne Dir die notwendige Erfahrung an, um zwischen guten und schlechten Ratschlägen unterscheiden zu können.
  5. Unnatürliche Backlinks aufbauen: Verdiene durch Outreach und Publicity hochwertige Links von relevanten Websites, die für primäre Keywords höher ranken als Du.
  6. Viel Traffic auf eine minderwertige Website leiten: Bringe zunächst Deine Website auf Vordermann, bevor Du versuchst, mehr Traffic auf sie zu leiten. Das wird sich sowohl auf Deine Rankings als auch auf Deine Conversion Rates positiv auswirken.
  7. Ein Ranking ganz oben auf Seite 1 erwarten: Gewinne schneller Traktion, indem Du mit einfacheren Zielen startest und Deine SEO-Ziele im Laufe der Zeit skalierst.

Indem Du diese häufigen Fehler vermeidest, hast Du einen Vorteil gegenüber den meisten anderen kleinen Unternehmen, die gerade mit SEO beginnen. Außerdem kannst Du so mit Deiner Strategie schneller Traktion aufbauen.

Je früher sich eine Dynamik entwickelt, desto schneller werden sich Deine SEO-Bemühungen auch auszahlen. So ergibt sich wiederum die Möglichkeit, mehr zu investieren und die Art von exponentiellem Wachstum zu erreichen, über die wir in diesem Artikel gesprochen haben.

Du möchtest noch mehr über SEO für kleine Unternehmen lernen? Hier geht’s zu den anderen Artikeln in dieser Serie:

Interne Verlinkung optimieren – Dein Praxisguide

Die Optimierung der internen Verlinkung ist eine der fundamentalen Stellschrauben der Onpage-Optimierung. Viele SEOs übersehen diese jedoch gerne, da sie komplex erscheint und hinsichtlich ihrer Wirksamkeit oft unterschätzt wird.

Dabei ist die Optimierung Deiner internen Links eine besonders effektive SEO-Maßnahme! Denn mit geschickt platzierten internen Links kannst Du die Rankings wichtiger Unterseiten gezielt verbessern, ganz ohne neue Inhalte erstellen zu müssen.

In diesem Praxisguide zeigen wir Dir deshalb, warum die interne Verlinkung ein so mächtiges SEO-Werkzeug darstellt und wie Du Schritt für Schritt die interne Verlinkung Deiner Website optimierst.

Hier kannst Du direkt zu den einzelnen Kapiteln springen:

Falls Du noch nicht weißt, was interne Links sind, empfehlen wir Dir unseren Wiki-Artikel “Interne Verlinkung” als Grundlage für diesen Guide.

Beginnen wir mit der Frage: Warum sind interne Links überhaupt wichtig?

Zunächst einmal ermöglichen sie Besuchern die Navigation auf Deiner Website. Ohne Links könnten diese schließlich nicht von Seite zu Seite klicken. Auch der Google-Bot würde ohne diese nicht von Seite zu Seite gelangen.

Was die Suchmaschinenoptimierung betrifft, so fungieren interne Links wie Adern im menschlichen Kreislaufsystem. Bildlich gesprochen transportieren Links das, was unter SEOs oft als Link Juice, Link Equity o.ä. bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um die Autorität/Relevanz, die durch Verlinkungen von Seite zu Seite weitergegeben wird.

(Hinweis: Dieses Modell ist eine starke Vereinfachung der Bedeutung von Links für SEO. Googles tatsächliche Algorithmen sind natürlich wesentlich komplexer, allerdings ist das Modell sehr hilfreich, um die grundlegende Bedeutung von Links zu verstehen und Optimierungsmaßnahmen abzuleiten. Eine tiefergehende Auseinandersetzung mit dem Konzept findest Du bei Search Engine Journal.)

Im Link Juice sind also „positive Ranking-Signale“ enthalten, die über externe Links auf Deiner Website eintreffen und dann über interne Links an die richtige Stelle gebracht werden. Um bei der Analogie zu bleiben: Websites mit guter, interner Verlinkung sind gut „durchblutet“ – und haben so erst das Potenzial für gute Rankings.

Interne Links steigern somit die Relevanz der verlinkten Seiten. Auch von außen ankommende Autorität fliest so durch Deine Seiten und stärkt die gesamte Website.

Sollte eine Seite gar keine internen Links haben, dann spricht man auch gerne von „Orphan Pages“ (verwaiste Seiten). Solche Seiten haben es schwer, gute Rankings zu erzielen. Vor allem in Branchen mit viel Konkurrenz.

Kurz gesagt: erst durch ein gutes Netzwerk von internen Links können Deine Seiten ihr volles Rankingpotenzial erreichen.

Diverse Mitarbeiter bei Google haben über die Jahrzehnte bestätigt, dass interne Links eine wichtige Rolle spielen. Die Betonung liegt dabei immer auf der Aussage, dass sie Google dabei helfen würden, die „wichtigen“ Seiten einer Website zu erkennen. So hat dies zuletzt Googles John Müller im März 2022 bestätigt:

It’s something where internal linking is super critical for SEO.

I think it’s one of the biggest things that you can do on a website to kind of guide Google and guide visitors to the pages that you think are important.

(Auf Deutsch: Genau hier ist interne Verlinkung super-kritisch fürs SEO. Ich denke, es ist eines der wichtigsten Dinge, die Du auf einer Website machen kannst, um Google und Deine Besucher zu den Seiten zu führen, die Du als wichtig erachtest.)

Diese kryptische Formulierung ist typisch für Google-Mitarbeiter. Sie vermeiden grundsätzlich Aussagen wie: „Interne Links werden mit 23,54 % in den Ranking-Algorithmus eingerechnet und sind damit essenziell für das Ranking Deiner Website“. Stattdessen heißt es: „So finden Deine Besucher eher Deine wichtigen Seiten“.

John schließt mit einer bemerkenswerten Aussage ab:

And ideally, you should not just have a basic set of links, but rather you should look at it in a strategic way and think about what do you care about the most and how can you highlight that with your internal linking.

(Auf Deutsch: Idealerweise gibt es nicht nur ein Basis-Set an Links. Du solltest es auf strategische Art betrachten und darüber nachdenken, was Dir am wichtigsten ist und wie Du das mit Deiner internen Verlinkung herausheben kannst.)

Mit „Basis-Set an Links“ sind vermutlich Navigationslinks gemeint, die im Prinzip die meisten Websites haben, da sie in aller Regel vom CMS (z. B. WordPress) automatisch eingefügt werden. Das Wichtige an Johns Hinweis ist der „implizierte“ Hinweis, dass es über Navigationslinks hinaus wichtig ist, mehr interne Links auf der eigenen Website einzubauen und dabei strategisch vorzugehen. Wie das funktioniert erfährst Du weiter unten. Zuerst aber gönnen wir uns einen Blick auf die aktuelle Beweislage zum Thema „interne Verlinkung“.

Studien zur internen Verlinkung? Ja, die gibt es. Wenigstens in Form von Korrelationsanalysen.

Bei Korrelationsanalysen ist grundsätzlich Vorsicht geboten. Denn Korrelation ist nicht Kausalität. Dennoch sind solche Korrelationsanalysen so ziemlich das beste Analysetool, das wir als SEOs nutzen können. Es gibt keine andere Studienform, die das Feld der Suchmaschinenoptimierung durchführen könnte, um an noch verlässlichere Zahlen zu kommen.

Zum Glück gibt es zwei gute Studien zum Thema interne Verlinkung, die zudem gerade aktuell sind:

  1. AuthorityHacker: What Data Says About 1 Million Internal Links And How You Can Use It To Improve Your Rankings (Februar 2022)
  2. Zyppy: 23 Million Internal Links – SEO Case Study (Juli 2022)

Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass es einen starke Korrelation zwischen internen Links und Google Rankings gibt. Wie genau der aussieht, erfährst Du weiter unten. Zuerst jedoch die Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse.

AuthorityHacker

Die wichtigsten Eckdaten der AuthorityHacker-Studie:

    • Datenbasis: Ca. 1 Million interne Links von 10.000 Seiten, die auf der ersten Seite bei Google ranken.
    • Hoch rankende Seiten haben mehr eingehende interne Links – primär von Seiten, die selbst viele Backlinks von unterschiedlichen Domains haben.
    • Seiten, auf die mit vielen unterschiedlichen Ankertexten verlinkt wird, haben eine sehr starke Korrelation mit hohen Rankings.

Authority Hacker Studie
X-Achse: Anzahl an einzigartigen Ankertexten, Y-Achse: Ranking bei Google (Quelle)

  • Besser rankende Seiten liegen im Mittel auch höher in der Hierarchie der Website, sind also “näher” zur Homepage (im Sinne der Tiefe der Verlinkung).

Zyppy

Die wichtigsten Daten der Zyppy-Studie:

    • Datenbasis: Circa 23 Millionen interne Links auf 1.800 unterschiedlichen Websites (ungefähr 520.000 Seiten).
    • Auch in dieser Studie konnte eine starke Korrelation zwischen Ankertext-Varianten und Rankings festgestellt werden.

Zippy Studie
X-Achse: Anzahl an Ankertext-Varianten, Y-Achse: Klicks der URL lt. Google Search Console (Quelle)

Zitat aus dem Beitrag:

The relationship between anchor text variety of internal links and Google search clicks was so strong that we ran the data three times. Even after eliminating nearly all the outliers (close to 50% of all URLs), the numbers kept increasing.

(Auf Deutsch: Die Korrelation zwischen Ankertext-Variationen von internen Links und den Klicks in der Google-Suche war so stark, dass wir die Auswertung zweimal wiederholten. Auch nach Eliminierung fast aller Ausreißer (fast 50 % aller URLs), stieg die Zahl weiter an.)

  • Obwohl Google selbst und die meisten SEOs davon abraten, nackte URLs (zum Beispiel https://www.seobility.net/de/) als Linktext zu verwenden, schadet dies laut Zyppy-Studie nicht den Rankings.
  • Seiten, auf die mit exakte Ankertexten verlinkt wird, erhalten fünfmal so viel Traffic wie Seiten ohne solche Links. (Exakte Ankertexte bestehen aus genau den Wörtern, für die eine Zielseite wunschgemäß ranken sollte. Zum Beispiel: „Brauner Tisch“.)

Wie glaubhaft sind die Ergebnisse dieser beiden Studien?

Auch wenn sich 23 Millionen nach einer gigantischen Zahl anhört, so ist die Anzahl aller internen Links im WWW mehrere Größenordnungen größer. Laut internet live stats gibt es annähernd 2 MRD. Websites, die sicher im Durchschnitt jeweils mehrere interne Links haben.

Außerdem handelt es sich lediglich um Korrelationsstudien, d.h. die Ergebnisse stellen keine absolute, wissenschaftliche Wahrheit dar. Dennoch zeigen die Ergebnisse aber spannende Tendenzen auf.

Bemerkenswert ist, dass beide Studien im Punkt der Variabilität der Ankertexte zu den gleichen Ergebnissen kommen. Ein alternativer Erklärungsansatz dafür wäre, dass die Seiten deswegen so gut ranken, weil sie ein Thema sehr umfang- und facettenreich behandeln. Dadurch bieten sie auch mehr Potenzial für unterschiedliche Link-Ankertexte. Ein Text, in dem fünf Ideen abgehandelt werden, kann mit unterschiedlicheren Linktexten verlinkt werden, als ein Text, der nur eine Idee beschreibt.

Ist es also die Variabilität der Ankertexte, die zu besseren Rankings führt? Oder sind es die Qualität und der Umfang der Inhalte, die auch dazu führen, dass es durchschnittlich stärker variierende Ankertexte gibt? Hätten diese Seiten die besseren Rankings auch ohne variierende Ankertexte?

Das sind spannende Fragen, deren Antworten wir wahrscheinlich nie erfahren werden. Sie demonstrieren aber, dass ein ordentliches Maß Skepsis bei solchen Studien angebracht ist.

Tipp: Es lohnt sich sehr, die beiden Studien selbst zu lesen, da wir in diesem Artikel nur die wichtigsten Punkte zusammengefasst haben.

Sehen wir uns nun aber an, wie Du diese Erkenntnisse zur Optimierung Deiner internen Verlinkung nutzen kannst.

Strategische Optimierung der internen Verlinkung

Kannst Du Dich noch an das Zitat von John Müller (von oben) erinnern? Interne Verlinkung ist auf „strategische Art“ zu betrachten. Nur wie soll das gehen?

Eine Strategie beim Aufbau interner Links zu haben, heißt zunächst, sie nicht einfach so „mir nichts, Dir nichts“ auf der gesamten Website zu verstreuen. Es geht darum, bei der Setzung der Links geschickt und mit Bedacht vorzugehen – dabei ein System zu haben.

Es wäre naiv zu behaupten, dass es das eine richtige System gebe. Wie immer gilt es in der Suchmaschinenoptimierung zu testen und selbst herauszufinden, wie interne Links im eigenen Fall auf Deiner Website den größtmöglichen Rankingbenefit bringen. Dabei kannst Du Schritt für Schritt vorgehen:

  1. Bestimme zuerst die wichtigen Seiten, für die Du bessere Rankings erzielen möchtest.
  2. Verschaffe Dir einen guten Überblick über die aktuelle interne Verlinkung Deiner Website.
  3. Behebe Probleme bei Deinen internen Links, die vielleicht besseren Rankings im Weg stehen könnten.
  4. Identifiziere die besten Linkquellen auf Deiner Website.
  5. Füge neue Links mit Strategie hinzu.

Auf jeden dieser Schritte gehen wir nun im Detail ein.

Schritt 1: Bestimme Deine wichtigsten Seiten

Wie eingangs erwähnt ist die interne Verlinkung ein wichtiges Werkzeug, um Google mitzuteilen, welche Seiten Deiner Website am wichtigsten sind.

Daher solltest Du Dir im Zuge der Optimierung als allererstes darüber im Klaren werden, welches überhaupt die für Dich wichtigen Seiten sind, die Du im Ranking pushen möchtest.

Falls Deine Website nur ein paar Dutzend Unterseiten hat, dürfte das kein allzu großes Problem sein. Handelt es sich aber um Hunderte, Tausende oder mehr Seiten, dann ist ein systematisches Vorgehen empfehlenswert.

Bei einem Online-Shop würde es z.B. Sinn machen, die Produkt- und Kategorieseiten mit dem höchsten Umsatzpotential oder der höchsten Conversion-Rate zu bestimmen. Das individuelle Vorgehen ist jedoch von Website zu Website und Unternehmen zu Unternehmen unterschiedlich.

Am Ende hast Du nach Deiner Analyse eine Liste mit den wichtigsten Seiten, für die Du die Rankings bei Google nach oben bringen willst.

Schritt 2: Bestandsaufnahme Deiner internen Links

Verschaffe Dir danach einen Überblick über Deine aktuelle interne Linkstruktur.

Seobility Dashboard

Im Seobility Dashboard siehst Du eine interessante Zahl (1): die durchschnittlichen internen Links je Seite (also die Anzahl aller internen Links geteilt durch die Anzahl an Unterseiten). Bei uns sind es 43 und das deutet schonmal darauf hin, dass der „Durchschnitt“ gut ist. Laut Zyppy-Studie sind 20 – 40 Links ein relativ guter Wert, aber selbstverständlich ist das nur eine grobe Richtlinie.

Dennoch müssen wir genauer hinschauen. Dafür sehen wir uns die Liste “Wichtige Unterseiten” unter Onpage → Struktur an.

Wichtige Unterseiten Analyse

Hier sind die aus SEO-Sicht wichtigsten Unterseiten Deiner Website aufgelistet, basierend auf der aktuellen Anzahl und Qualität der internen Verlinkungen.

Sollte eine Deiner in Schritt 1 priorisierten Seiten hier gar nicht auftauchen, kann das ein Indiz dafür sein, dass diese intern öfter verlinkt werden sollte. Umgekehrt verhält es sich genauso: falls Seiten in dieser Liste enthalten sind, die aus strategischer Sicht wenig wichtig für Deine Website sind, solltest Du Dich fragen, warum diese so häufig verlinkt sind und ob sich die Anzahl an Verlinkungen möglicherweise reduzieren lässt.

Durch Klick auf eine der URLs kannst Du ganz einfach herausfinden, wo diese jeweils verlinkt ist.

Onpage → Seiteninformationen → Verlinkung

eingehende Links

Ein weiterer wichtiger Punkt, den Du Dir bei der Bestandsaufnahme ansehen solltest, ist die Linkdistanz. Um Google zu signalisieren, dass eine bestimmte Unterseite wichtig ist, sollte diese in möglichst wenigen Klicks von der Startseite aus erreichbar sein.

Der Bereich „Seitenebenen Verteilung“ zeigt Dir an, wie „tief“ Deine Linkstruktur ist.

Seitenebenen-Verteilung

Ein Wert von sechs bedeutet in unserem Fall, dass Google-Bot oder ein Besucher sechsmal klicken muss, um zu einer Unterseite zu gelangen. Diese Seiten können also kaum wichtig sein. Schauen wir mal in den Report.

Seitenebenen Verteilung Details

In der Tat: Die Seiten hier sind für den allgemeinen Erfolg der Seobility-Website nicht so entscheidend. Solltest Du in dieser Liste wichtige Seiten finden, dann verlinke sie näher zur Startseite. Ideal wäre es, dass alle wichtigen Seiten nicht mehr als drei bis vier Klicks zur Startseite oder zu einem wichtigen Linkhub entfernt sind. (Auf das Thema “Linkhubs” kommen wir später noch zurück.)

Schritt 3: Verlinkungsprobleme beheben

Es gibt eine ganze Reihe von Problemen, die bei internen Links auftreten können. Diese solltest Du beheben, damit Deine interne Verlinkung ihre volle Wirkung entfalten kann.

Kaputte Links

Links mit Statuscode 404, die auf eine nicht vorhandene Seite zeigen, solltest Du unbedingt entfernen, korrigieren oder mittels 301 Redirect umleiten. Solche Links sind nicht nur schlecht für die Benutzerfreundlichkeit. Auch der Link Juice verpufft im Nirwana. Bei Seobility findest Du kaputte Links in der Analyse “Technische Probleme”.

Onpage → Technik & Meta → Informationen zum Crawling → Technische Probleme

Technische Probleme

Links auf interne Redirects

Weiterleitungen sind sehr praktisch, wenn Du die URL einer Seite ändern musst, beispielsweise im Rahmen eines Domain-Umzugs.

Intern solltest Du allerdings nicht auf weiterleitende URLs verlinken, sondern direkt auf das Endziel. Damit beugst Du nicht nur Fehlern vor, falls der Redirect irgendwann wieder entfernt wird, sondern stellst auch sicher, dass der Link Juice ohne Umwege auf die Zielseite fließt.

In Seobility findest Du unter Onpage → Struktur → Verlinkungen → Weiterleitungen eine Auflistung aller interner Weiterleitungen auf Deiner Website.

interne Weiterleitungen

Nicht notwendige Links entfernen

Gibt es auf Deinen Seiten zu viele Links, dann solltest Du Deinen Linkgarten von seinem Unkraut befreien. Das kann unter Umständen genauso wichtig sein wie das Hinzufügen neuer Links.

Die Optimierung der internen Linkstruktur ist in der Tat mit dem Gärtnern zu vergleichen. Ein sauber strukturierter Garten erlaubt den schönsten Blumen ihre volle Pracht zu entfalten und so verhält es sich auch mit Deinen internen Seiten.

Indem Du weniger wichtige Links entfernst, schaffst Du Platz für die wirklich wichtigen. Aber was ist ein weniger wichtiger Link?

Angenommen, Du betreibst einen Online-Shop für Socken. Im Hauptmenü gibt es acht Links zu verschiedenen Kategorien.

  1. Schwarze Socken
  2. Blaue Socken
  3. Weiße Socken
  4. Lila Socken
  5. Pinke Socken
  6. Socken mit Kuhmuster
  7. Weihnachtssocken
  8. Lustige Socken

Deiner Erfahrung nach verkaufen sich aber nur die ersten drei Sockentypen gut. Warum sollten die anderen Kategorien dann gleich viel Linkpower erhalten, wie die Top 3?

Die Lösung: Verlagere im Onlineshop die anderen Sockentypen auf eine eigene Seite und gestalte das Menü um:

  1. Schwarze Socken
  2. Blaue Socken
  3. Weiße Socken
  4. Weitere Socken…

So reduzierst Du die Anzahl Deiner internen Links auf die wichtigsten Unterseiten. Je weniger interne Links sich auf einer Seite befinden, desto mehr Linkpower fließt über jeden einzelnen Link. In unserem Beispiel würden also die Kategorien 1,2 und 3 von der Reduktion des Menüs profitieren.

Schau Dir jeden einzelnen internen Link an und frage Dich, ob dieser wirklich auf der linkgebenden Seite stehen muss. Um Deine Arbeit ein klein wenig zu erleichtern, kannst Du auch mit der Seobility Analyse „Seiten mit vielen internen Links“ Seiten finden, auf denen überdurchschnittlich viele interne Links platziert sind.

Onpage → Struktur → Verlinkungen → Seiten mit sehr vielen internen Links

Seiten mit sehr vielen internen Links

Auf größeren Websites kann es schlichtweg unmöglich sein, jeden einzelnen internen Link zu überprüfen. Dort solltest Du aber zumindest für Deine Startseite und Seiten mit vielen Backlinks analysieren, ob eine Reduktion der Links Sinn machen könnte, um so den Link Juice effizienter zu nutzen.

Identische Linktexte für unterschiedliche Seiten vermeiden

Für Google sind Linktexte ein wichtiges Mittel, um das Thema der verlinkten Seite zu verstehen. Deshalb gilt: verlinke jede Deiner Seiten so einzigartig und spezifisch wie möglich.

Gibt es auf Deiner Website beispielsweise zwei oder mehr ähnliche Seiten, etwa „grüne Jeans mit Reißverschluss“ und „grüne Jeans mit Knöpfen“? Vermeide es, diese Seiten mit dem allgemeinen Linktext “grüne Jeans” zu verlinken. Sie würden in diesem Fall in Konkurrenz stehen. Am besten wäre es, beide Typen auf einer Kategorieseite einzubinden und nur diese Kategorieseite mit „Grüne Jeans“ zu verlinken.

In Seobility erfährst Du unter Onpage → Struktur → Analyse der Linktexte → Identische Linktexte für unterschiedliche Seiten, ob auf Deiner Website identische Linktexte für unterschiedliche Seiten verwendet werden.

Analyse identische Linktexte für unterschiedliche Seiten

Unverlinkte Seiten finden

Es kann passieren, dass gewisse Seiten aufgrund von Änderungen an den Seiten aus der internen Verlinkung herausfallen. Solche „verwaisten“ Seiten solltest Du immer auch intern verlinken – außer natürlich, es gibt einen triftigen Grund dafür, sie unverlinkt zu lassen.

ophan page
Abbildung: Orphan Page – Autor: Seobility – Lizenz: CC BY-SA 4.0

Wie geht man dabei am besten vor? Jedes CMS ist anders, aber in der Regel gibt es Plugins, die unverlinkte Seiten anzeigen können. Für WordPress gibt es beispielsweise LinkWhisper, das diese Funktion eingebaut hat. Ein Tutorial dazu gibt es auf YouTube: 3 Ways to Find Orphaned Posts.

Schritt 4: Die besten Linkquellen identifizieren

Nachdem Du nun alle Probleme mit Deiner aktuellen internen Verlinkung behoben hast, geht es im nächsten Schritt darum, die besten Linkquellen für neue Links zu identifizieren.

Dabei empfehlen wir Dir eine manuelle Vorgehensweise. Es gibt zwar Plugins wie Internal Link Juicer, LinkWhisper und Interlinks Manager, die bei der Optimierung der internen Verlinkung helfen können. Solche Plugins lösen (wenigstens für WordPress-Nutzer) diverse Probleme und helfen beim Finden neuer interner Linkziele. Sie machen den Prozess allerdings auch so effizient, dass man eventuell die eigene Site mit internen Links zuspammt.

Wenn Du sonst nichts machst, ist es wahrscheinlich besser, ein solches Plugin zu verwenden. Solltest Du aber gewissenhaft selbst an der internen Verlinkung arbeiten, ist der unten vorgeschlagene manuelle Prozess besser.

Um die besten Linkquellen zu finden, fokussierst Du Dich am besten auf die thematische Relevanz. Es ist nicht damit getan, einfach jede Seite mit jeder anderen Seite zu verlinken. Eine interne Linksetzung sollte thematisch passen und auch Sinn für den Besucher ergeben.

Thematische Relevanz kann auch in den Rankings einen entscheidenden Boost bringen. Google hat dazu etwa das Topic-Sensitive PageRank Paper, in dem beschrieben wird, wie die Suchmaschine dabei vorgehen kann, thematisch passende Links höher zu bewerten.

Ein Link von einer nicht themenrelevanten Seite ist wahrscheinlich okay, aber wenn die Seiten thematisch optimal zusammenpassen, ist das von großem Vorteil.

In der SEO Branche ist der Prozess der Siloisierung beliebt. Falls die eigene Website klar voneinander trennbare Themenbereiche hat, solltest Du diese nur selten untereinander verlinken. Was das bedeutet?

Angenommen Du behandelst in Deinem Modeshop drei Themen: Oberteile, Hosen und Accessoires. Beiträge aus der Kategorie Oberteile verlinken ausschließlich auf Beiträge in der gleichen Kategorie und ggf. auf die Startseiten der anderen Kategorien – nicht aber auf einzelne Beiträge aus den anderen Bereichen Hosen und Accessoires. Das hilft Google auch dabei, die Themencluster auf Deiner Website zu verstehen, weil die Suchmaschine so die thematische „Nähe“ von Seiten und Links leichter erkennen kann.

siloing
Abbildung: Siloing – Autor: Seobility – Lizenz: CC BY-SA 4.0

Ein sehr umfangreiches Tutorial zur Siloisierung findest Du bei Bruce Clay: SEO Siloing: How to build a website silo architecture.

Soweit zur Theorie. Nur wie genau gehst Du vor, um passende Linkquellen zu finden?

Passende Seiten zur internen Verlinkung mit Google-Site-Abfragen finden

Nehmen wir einmal an, dass unser Core Web Vitals Guide noch einen Link gebrauchen könnte. Aktuell hat der Blogbeitrag 16 eingehende interne Links, wie unter Seiteninformationen → Verlinkung in Seobility zu sehen ist.

eingehende Links

Das ist gut. Allerdings könnten wir mindestens einen hinzufügen, um den Artikel gezielt zu pushen. Nur wo und wie?

Um das herauszufinden, können wir eine site-Abfrage bei Google durchführen:

site:https://www.seobility.net/de/blog/ „Core Web Vitals“ -„Core Web Vitals Guide“

Diese site-Abfrage findet Beiträge auf dem Seobility Blog, die die Phrase „Core Web Vitals“, aber nicht die Phrase „Core Web Vitals Guide“ enthalten. So konnten wir einen älteren Beitrag mit dem Titel „SEO Audit: So optimierst Du Deine Website für Top-Rankings (Schritt für Schritt)“ finden.

Solche site-Abfragen sind enorm mächtig. Da Du Google verwendest (und nicht etwa ein WordPress-Plugin), um nach „ähnlichen“ Beiträgen zu suchen, bekommst Du direkt von der Suchmaschine Vorschläge mit bereits indexierten Seiten. Im Gegensatz dazu sind Vorschläge von anderen Anbietern vielleicht nicht so relevant.

Diese Methode liefert selbstverständlich auch Verlinkungsmöglichkeiten für neu erstellte Inhalte. Bevor Du also das nächste Mal auf „Veröffentlichen“ klickst, überprüfe mit einer site-Abfrage, welche internen Links Du vor der Veröffentlichung hinzufügen könntest.

Linkhubs nutzen

In der Regel ist die Startseite der beste Linkhub, d.h. die Seite mit den meisten Backlinks und damit der größten, externen Linkpower. Daher bietet es sich an, diese Seite strategisch dafür zu nutzen, den Rest der Website gut zu „durchbluten“.

Manchmal ist die am besten von extern verlinkte Seite aber eine andere. Oder aber es gibt viele Unterseiten, die jeweils eine Handvoll Backlinks besitzen. Auch diese gilt es, als strategische Linkhubs zu nutzen.

Hierzu müssen wir die am besten „extern“ verlinkten Seiten auf unserer Website finden und dort Links zu unseren wichtigsten Seiten hinzufügen.

Lade dafür zuerst die Liste Deiner Backlinks in Seobility herunter.

Backlinks CSV Export

Ein Klick auf CSV Export liefert eine CSV-Datei aller Links, die Du dann nach Belieben weiter bearbeiten kannst.

Wir haben für dieses Beispiel alle Links auf die jeweiligen Startseiten (Deutsch, Englisch, Spanisch usw.) herausgefiltert, um so nur noch verlinkte Tools und redaktionelle Seiten zu sehen. Jetzt kannst Du entweder mit den eingebauten Sheets-Funktionen die Anzahl der einzelnen Linkziele zählen oder wie wir es hier gemacht haben, einfach die Liste nach A-Z sortieren und siehe da.

Linkhubs

Es gibt diverse Tool-Seiten, die recht beliebt sind und verlinkt werden, etwa unser TF-IDF-Tool (1). Diverse Wiki-Seiten werden auch gerne von außen verlinkt, so der Beitrag A/B-Testing (2) und siehe da „Internal Linking“ aus unserem Wiki (3). Ist das nicht passend?

Alle drei Bereiche sind Linkhubs, also besser verlinkte Seiten, von denen interne Links eine noch stärkere Wirkung entfalten sollten.

Schritt 5: Links hinzufügen mit Strategie

Jetzt wissen wir schonmal, auf welchen Unterseiten Du am besten interne Links platzieren kannst. Die nächste Frage ist: Wie gehen wir am besten dabei vor? Was meint John Müller mit „strategisch“? Nun, das wird er uns sicher nicht verraten, sonst wäre es ja zu einfach.

Um strategisch bei der internen Verlinkung vorzugehen, befolgen wir die Ergebnisse der oben genannten Studien, das Wissen rund um Google-Aussagen und -Patente und die guten, alten Erfahrungswerte. Daraus ergeben sich folgende Guidelines:

Gute Links werden geklickt

Bei der Platzierung von internen Links geht es um mehr als nur um SEO. Jeder Link auf einer Seite sollte nützlich für den Besucher sein und auch geklickt werden. Eine Hauptaufgabe von internen Links besteht darin, dass sie dem Nutzer dabei helfen sollen, sich auf Deiner Website zurechtzufinden.

Es geht bei der Platzierung von internen Links nicht darum, einfach 20 zusätzliche Links nach dem Zufallsprinzip in den Text einzubauen. Oder diese einfach unter den Beitrag zu setzen – wie CMS-Plugins weitere Links gerne als „Ähnliche Beiträge“ einbinden.

Google belohnt die Nutzerinteraktion mit internen Links, was nicht nur durch Aussagen seitens Google immer wieder bestätigt wurde, sondern auch den Inhalt diverser Google-Patente widerspiegelt, darunter User-sensitive pagerank und Ranking documents based on user behavior and/or feature data. Beide Patente sprechen darüber, wie der Wert von Links beeinflusst wird, wenn er auf unterschiedliche Art platziert, integriert oder mit ihm interagiert wird.

Wie kann Google überhaupt messen, auf welche Links Du klickst? Durch Google Analytics etwa? Nein, solltest Du Google Chrome oder Android nutzen, dann sammelt Google fleißig Deine Klickdaten. Deine eigenen Klickdaten findest Du übrigens bei Meine Google-Aktivitäten. Big Brother is watching you. Always.

Für uns als SEOs ergibt sich daraus die Empfehlung, interne Links aktiv so zu platzieren, dass der Besucher sie mit hoher Wahrscheinlichkeit anklickt. Also eher oben als unten im Text oder eher oben in einer Sektion als unten. Deutlich sichtbar und nicht etwa mit wenig Kontrast nur schlecht als Link erkennbar.

Wir müssen bedenken, dass die Korrelationsanalysen zwar sagen, dass 20–40 interne Links im Durchschnitt gut sind. Das bedeutet aber nicht, dass nicht zwei oder drei zusätzlich platzierte Links eine genauso hohe Wirkung entfalten könn(t)en. Meiner persönlichen Meinung nach sind 1-2 strategisch platzierte interne Links besser als 20–30 interne Streulinks.

Gute Links stehen im Kontext

Ein guter Link enthält einen passenden Ankertext, der so gut wie möglich beschreibt, welches Thema die Seite „hinter“ dem Link enthält. Handelt es sich um eine Kategorieseite eines Onlineshops für Socken, die verschiedene „Sportsocken“ auflistet, dann sollte der Ankertext auch „Sportsocken“ (exakt) oder „Auswahl an Sportsocken“ (enthält das Hauptkeyword) heißen. Je genauer der Ankertext beschreibt, was auf dieser Seite zu finden ist, desto besser kann Google das Thema der Seite erkennen und die Seite entsprechend ranken.

Die Verwendung des Keywords im Ankertext des Links ist essenziell, aber nicht die einzige Kontextinformation, die Google bei der Auswertung berücksichtigt. Auch den Text rund um den Link kann Google mit in die Bewertung nehmen. Dieser sollte daher möglichst relevant für das Thema der verlinkten Seite sein.

Beispiel: Für den höchsten Komfort beim Laufen finden Sie bei uns „Sportschuhe“ in großer Auswahl.

Wenn der Link in diesem Beispiel das Wort „Sportschuhe“ ist, dann kann Google auch die Worte „Komfort“ und „Laufen“ mit berücksichtigen, da diese Wörter im Kontext rund um den Link auftauchen. So rankt diese Seite eventuell auch für „Komfort-Laufschuhe“. Um das weiter zu begünstigen, könntest Du auf einer weiteren Seite noch einmal auf die Sportschuhe-Seite mit genau diesem Begriff (Komfort-Laufschuhe) verlinken.

Wenn Du zusätzlich noch ein Bild oder Video auf der linkgebenden Seite einbauen kannst, ist das umso besser, da Du so mehr Kontext erzeugen kannst.

Im Umkehrschluss gilt es banale Linktexte weitestgehend zu vermeiden. Die Seobility Analyse “Verbesserungswürdige interne Linktexte” hilft Dir dabei, solche trivialen Linktexte zu finden.

Onpage → Struktur → Analyse der Linktexte → Verbesserungswürdige interne Linktexte

verbesserungswürdige interne Linktexte

Content-Management-Systeme nutzen in der Standardeinstellung oft allgemeine Linktexte wie „weiterlesen“. Diese sind nicht optimal, da sie sich wiederholen und der Suchmaschine nicht mitteilen, was das Thema des verlinkten Beitrags ist. Da sie keinen Wert für die Suchmaschine haben, können sie entweder auf Nofollow gesetzt werden oder besser einen guten Ankertext erhalten. Im Zweifel kannst Du einfach den Titel der verlinkten Seite als Ankertext verwenden.

Frische Links können von Vorteil sein

Laut Googles Freshness-based ranking-Patent bevorzugen Besucher neuere Ressourcen. Allein das Datum in einem Beitrag zu aktualisieren oder nur einen nackten Link hinzuzufügen, reicht wahrscheinlich nicht aus, um eine erneuerte Beurteilung der linkgebenden Seite seitens Google auszulösen. So schlägst Du zwei Fliegen mit einer Klappe, wenn Du einen Paragrafen umschreibst oder neu auf der linkgebenden Seite hinzufügst.

Variabilität gewinnt Rankings

Wenn eines aus den eingangs genannten Studien deutlich geworden ist, dann sind es die Findings rund um die Variabilität der Linktexte von internen Links. Je mehr unterschiedliche und einzigartige Links Du auf Deinen Seiten einbauen kannst, desto mehr könnte sich das positiv auf Deine Rankings auswirken.

Was genau bedeutet Variabilität?

  • Interne Links mit exaktem Keyword-Ankertext sind wichtig, müssen jedoch nicht unendlich oft wiederholt werden.
  • Verlinke eine wichtige Seite auf einer anderen Seite daher mit unterschiedlichen Variationen Deines Hauptkeywords.

Es gilt aber nicht “Mehr ist immer besser”, sondern genau die richtige Anzahl macht den Unterschied. Erzwinge nicht einen internen Link, ohne einen stichhaltigen Grund für den Link zu haben.

So viel zur strategischen Vorgehensweise bei der internen Verlinkung. Der Vollständigkeit halber sollten wir den Fokus auch noch auf technische Aspekte der internen Links richten. Denn Fehler hier könnten Deinen Erfolg unnötigerweise minimieren.

Technische Linkoptimierung

Es sind die kleinen, aber feinen Details, die ebenfalls eine wichtige Rolle spielen. Sie können theoretisch Top Rankings Deiner Seiten verhindern.

Der richtige Einsatz von Nofollow

Mit der Anwendung von Nofollow auf interne und externe Links signalisierst Du Google, dass so gekennzeichnete Links keine Linkpower vererben sollten. Im Prinzip möchtest Du Seiten hinter mit NoFollow gekennzeichneten Links nicht empfehlen.

Für interne Links bedeutet das: stehen diese auf Nofollow, vererben sie keinen Link Juice. So kann die intern verlinkte Seite auch nicht von diesem profitieren.

Um solche Links zu finden, kannst Du etwa die Nofollow-Chrome-Erweiterung installieren, welche NoFollow-Links rot umrandet (frei über CSS-Anweisungen einstellbar).

Nofollow Chrome Erweiterung

Im Screenshot siehst Du ein Beispiel aus dem Seobility-Wikibeitrag „Nofollow“.

nofollow Wiki Artikel

Der Link auf den Seobility Blog steht auf Nofollow. Hier hat sich vermutlich der Fehlerteufel eingeschlichen. Wenn es keinen taktischen Grund für das NoFollow gibt, dann besser das Nofollow entfernen.

Fazit

Interne Links zu optimieren, ist nicht schwierig. Es ist jedoch Fleißarbeit. Diese zahlt sich allerdings oft in besseren Rankings aus, auch ohne, dass Du teuer oder zeitaufwendig neue Inhalte für Deine Website produzieren musst.

Daher ermuntern wir Dich, einmal zu experimentieren. Sollte Deine Website viele Hundert Unterseiten haben, dann ist die Aussicht darauf, so viele Seiten optimieren zu müssen, natürlich überwältigend. Mache in diesem Fall einfach eine Liste Deiner zehn wichtigsten Seiten und optimiere erst mal eine einzelne Seite. Seobility unterstützt Dich außerdem dabei, schnell die größten Schwachstellen der internen Verlinkung zu identifizieren.

Wiederhole den Prozess dann alle paar Tage oder einmal pro Woche und beobachte genau, was mit Deinen Rankings passiert. Du wirst positiv überrascht sein 🙂

Wir wünschen Dir viel Erfolg bei der Optimierung Deiner internen Verlinkung.

Seobility & neuroflash Partnerschaft: Erfolgreicher Content dank KI und WDF*IDF

Beim Erstellen von neuem Content fallen Dir die ersten Zeilen häufig ganz besonders schwer und der Bildschirm bleibt viel zu lange leer?

Genau diesem Problem widmen sich moderne KI Textgeneratoren. Derartige Tools haben in den letzten Jahren rasant an Popularität gewonnen und das ist nicht verwunderlich, unterstützen sie doch immer besser beim Recherchieren, Erstellen und Editieren von Texten.

Kommt zu dieser Content-KI auch noch SEO Technologie dazu, dann macht unser Herz einen Sprung. “neuroflash” ist führender Anbieter für die KI-unterstützte Erstellung deutscher Texte und wir freuen uns, heute unsere Partnerschaft zu verkünden: Seobility stellt die Technologie für das neue SEO Feature von neuroflash bereit!

“Die Verbindung der modernen, KI-gestützten Texterstellung mit unseren SEO Analysen wird es vielen neuroflash Nutzern erleichtern, mit ihrem Content auch gute Rankings zu erzielen.”

– Matthias Lugert, CMO bei Seobility

In diesem Artikel erfährst Du mehr über das neue SEO Feature von neuroflash und die zunehmende Bedeutung von KI für Content Erstellung und SEO.

So kann Dich ein KI-Textgenerator bei der Content Erstellung unterstützen

KI-Textgeneratoren wie neuroflash können während der Content-Erstellung vielfältig unterstützen: bei der Recherche, Entwicklung einer Gliederung, Inspiration für Formulierungen, Treffen der richtigen Tonalität etc. Auch im E-Commerce Bereich sind solche Tools sehr beliebt, da dort oft Tausende von Produkt-/Kategoriebeschreibungen benötigt werden, für die eine manuelle Erstellung schwer möglich ist.

Natürlich sind diese Tools kein Ersatz für menschliche Texter. Was die Tools allerdings mittlerweile sehr gut können, ist, unterstützende Aufgaben in Sekundenschnelle auszuführen, für die ein Mensch deutlich länger brauchen würde. Dadurch lässt sich Content Erstellung stark beschleunigen, wie bereits zahlreiche Case Studys belegen.

Du schaffst so also in kürzester Zeit die perfekte Grundlage für Deinen Text, die Du anschließend mit eigenen Insights verfeinern und erweitern kannst, um so etwas wirklich Einzigartiges zu kreieren, das Deinen Besuchern einen echten Mehrwert liefert. Google legt großen Wert darauf, dass Content wirklich hilfreich für Nutzer ist und nicht nur für Suchmaschinen geschrieben wurde, wie auch das aktuelle Helpful Content Update verdeutlicht. Deshalb ist es so wichtig, dass Du den automatisch generierten Content nicht unverändert übernimmst, sondern mit eigenem Wissen anreicherst und so gestaltest, dass er Deinen Besuchern wirklich weiterhilft.

Egal ob Du nun Inspiration für einen Blogbeitrag benötigst, einen Social Media Post verfassen möchtest oder an der perfekten E-Mail Betreffzeile feilst: neuroflash kann Dich bei all diesen Aufgaben schneller ans Ziel bringen.

Was ist neuroflash?

neuroflash nutzt künstliche Intelligenz, um automatisiert Texte zu erstellen oder anzupassen. Das Unternehmen wurde 2021 gegründet und hat heute bereits mehr als 40.000 Nutzer.

neuroflash kann bei der Erstellung unterschiedlichster Texttypen behilflich sein, z.B. E-Mails, News Headlines, Meta Descriptions, Unternehmensinformationen, YouTube Video Beschreibungen, und und und.

Texttypen in neuroflash

Sogar Liebesbriefe kann das Tool für Dich schreiben. 🙂

Die Technologie beruht auf GPT-3 – ein Sprachmodell, das menschliche Denkmuster so gut reproduzieren kann, dass die Texte nicht von manuell geschriebenen Inhalten unterscheidbar sind.

Wie erweitert Seobility den Funktionsumfang von neuroflash?

Als einer der führenden Anbieter für SEO Software im deutschsprachigen Raum ist Seobility der ideale Partner, um neuroflash SEO Technologien zur Integration bereitzustellen.

Genauer gesagt enthält neuroflash nun eine nahtlose Integration unseres WDF*IDF Tools zur Content Optimierung. Diese SEO Funktion findest Du ab sofort im Tab “SEO” in neuroflash:

SEO Analyse in neuroflash

Gib dort einfach Dein Ziel-Keyword ein, für das Du Deinen Text optimieren möchtest. Anschließend werden Dir – basierend auf unserer WDF*IDF Analyse – wichtige Begriffe angezeigt, die Du öfter oder seltener in Deinem Text verwenden solltest, um diesen möglichst relevant zu gestalten.

Außerdem erhältst Du eine Vorschau der Top 20 Suchergebnisse zu dem Keyword. So kannst Du einschätzen, welche Art von Content Google für das Keyword als relevant erachtet.

SERP Analyse in neuroflash

Wie funktioniert WDF*IDF?

Die WDF*IDF Analyse von Seobility gibt Dir Einblick in die Textoptimierung der Webseiten, die zu Deinem Ziel-Keyword bereits in den Top-Positionen ranken. Der Wert WDF*IDF drückt vereinfacht gesagt aus, wie häufig ein bestimmter Begriff auf einer Seite vorkommt, im Vergleich zu allen anderen Seiten, die zu dem Keyword ranken.

Falls Du Dich für die mathematischen Details interessierst, findest Du in unserem Wiki eine ausführliche Erklärung der WDF*IDF-Formel. An dieser Stelle ist jedoch nur wichtig zu wissen: Die Analyse hilft Dir dabei, Deinen Text mit den top-platzierten Seiten zu vergleichen und so Optimierungspotenziale zu ermitteln. Du erfährst, welche Begriffe Du häufiger oder seltener in Deinem Text verwenden solltest und welche Begriffe bereits in der idealen Gewichtung enthalten sind.

An dieser Stelle möchten wir aber anmerken, dass die WDF*IDF Analyse nicht für jede Art von Keyword gleich gute Ergebnisse liefert. So eignet sie sich vor allem für Keywords mit einer informationalen Suchintention, bei denen die Suchergebnisse textlastig sind. Bei Keywords, zu denen unterschiedliche Arten von Ergebnissen ranken (die unterschiedliche Intentionen abdecken) oder bei denen die Ergebnisse nur wenig Text enthalten, ist die Qualität der Empfehlungen hingegen geringer.

Danke für die Zusammenarbeit

Wir freuen uns sehr über diese Partnerschaft und sind überzeugt, dass das neue SEO Feature neuroflash Nutzern helfen wird, mit ihrem Content in Suchmaschinen erfolgreicher zu sein! Es freut uns, dass unsere WDF*IDF Analyse nun in einem so innovativen Tool eingebaut ist.

Danke an das Team von neuroflash für die Integration und die gute Zusammenarbeit!

Matthias LugertHenrik Roth
links: Matthias Lugert – CMO bei Seobility, rechts: Henrik Roth – CMO & Co-Founder bei neuroflash

Recap: Die wichtigsten Google Updates im 1. Halbjahr 2022

Googles Updates verändern sich.

Die wirklich großen Core Updates, die die Suchergebnisse komplett durcheinanderwirbeln, werden immer seltener. Stattdessen heben sich Updates tendenziell immer weniger stark von den “normalen” Schwankungen der SERPs ab. Hinzu kommt, dass Google jedes Jahr Tausende von kleinen Verbesserungen an der Google Suche vornimmt, die von Jahr zu Jahr mehr werden.

Dadurch wird es für SEOs immer schwieriger, Updates als solche zu identifizieren, die Effekte zu analysieren und ihre SEO-Strategie entsprechend anzupassen – zumal Googles Kommunikation rund um Algorithmus-Updates oft vage und intransparent ist.

Für uns wird es dadurch ebenfalls schwieriger, Dir nach jedem Core Update eine wertvolle und informationshaltige Zusammenfassung mit konkreten Handlungsempfehlungen zu liefern. Trotzdem ist es als SEO essentiell, über wichtige Entwicklungen auf dem Laufenden zu bleiben.

Deshalb möchten wir in diesem Artikel die wichtigsten Updates der letzten 6 Monate gebündelt betrachten. Dabei erklären wir Dir, welche allgemeinen Trends diese reflektieren, die Du für Deine zukünftige SEO-Strategie unbedingt berücksichtigen solltest.

Bereit? Dann lass uns gleich loslegen mit dem ersten großen Thema der 1. Jahreshälfte 2022!

Page Experience

Rollout des Page Experience Updates für Desktop-Ergebnisse

Googles Page Experience Update, das die Core Web Vitals zum offiziellen Rankingfaktor machte, wurde vor knapp einem Jahr für mobile Rankings ausgerollt. Im Februar 2022 folgte nun auch der Rollout für Desktop, welcher Anfang März abgeschlossen war.

Das Update beinhaltet größtenteils die gleichen Signale wie die mobile Version. Lediglich der Faktor “Mobilfreundlichkeit” wird für die Desktop-Version nicht berücksichtigt.

Page Experience Faktoren für Desktop vs Mobile
Quelle

Einige Wochen vorher hatte Google bereits den Core Web Vitals Bericht in der Search Console um einen separaten Bericht für “Computer” erweitert, sodass sich SEOs und Website-Betreiber auf das Update im Februar vorbereiten konnten.

Zwei neue Metriken in Pagespeed Insights verfügbar

Nur etwa zwei Monate später erweiterte Google das Tool “Pagespeed Insights”, das zur Messung der Core Web Vitals genutzt werden kann. Dort gibt es nun zwei neue Kennzahlen, mit denen Du Deine User Experience noch genauer analysieren kannst: Time To First Byte (TTFB) und Interaction to Next Paint (INP).

die Kennzahlen Interaction to Next Paint und Time to First Byte in Pagespeed Insights

Die erste kommt Dir vielleicht bekannt vor, denn die Kennzahl gibt es schon länger. Sie ist lediglich erst jetzt in PageSpeed Insights verfügbar. TTFB misst, wie lange es dauert, bis beim Laden einer Seite das erste Byte vom Server gesendet wird. Damit ist die Metrik ein guter Indikator für die Antwortzeit Deines Servers.

INP hingegen ist eine komplett neue Metrik, welche die Reaktionszeit einer Seite über den kompletten Besuch eines Nutzers hinweg misst – im Gegensatz zum First Input Delay (FID), welcher lediglich die Reaktionszeit auf die erste Nutzerinteraktion misst. In der Regel wird die insgesamt höchste Reaktionsdauer als INP ausgewiesen.

Aber Achtung! Beide Kennzahlen befinden sich noch in der experimentellen Phase und es müssen noch ausreichend Felddaten gesammelt werden. Deshalb solltest Du diese Metriken vorerst mit einem kritischen Blick betrachten.

Wird das Thema Page Experience in Zukunft noch wichtiger?

Die Entwicklungen zeigen, dass das Thema Page Experience bei Google nach wie vor relevant bleibt.

Mit den neuen Features in der Search Console und in PageSpeed Insights hast Du jetzt noch mehr Möglichkeiten, um die User Experience Deiner Website zu analysieren. Und auch wenn die Core Web Vitals derzeit noch keinen allzu großen Einfluss auf die Suchergebnisse haben, solltest Du versuchen, die Metriken im “guten” Bereich zu halten. Deine Nutzer werden es Dir in jedem Fall danken!

gute Core Web Vitals

Zudem symbolisiert die Einführung des Page Experience Rankingfaktors Googles Versuch, die User Experience von Webseiten durch konkrete Metriken messbar zu machen und im Algorithmus zu berücksichtigen. Und auch wenn dieser Faktor isoliert betrachtet (bisher) nur wenig Gewicht hat, verdeutlicht er doch das große Ziel, das Google schon seit langem verfolgt: Suchenden diejenigen Ergebnisse zu präsentieren, die ihnen das bestmögliche Sucherlebnis bieten. Und dafür ist eine gute User Experience essentiell.

Konkret bedeutet das: wenn Du langfristig in Suchmaschinen Erfolg haben willst, wirst Du um die Optimierung Deiner User Experience nicht herum kommen (egal, ob Du diese nun anhand der Core Web Vitals oder durch andere Methoden misst).

Zur Optimierung Deiner Page Experience Metriken empfehlen wir Dir unseren Core Web Vitals Guide. Dort erklären wir die häufigsten Probleme, die zu schlechten Werten führen, und wie Du diese beheben kannst.

Und zum Thema User Experience im Allgemeinen wird es schon bald einen eigenständigen Artikel geben. Melde Dich am Ende der Seite für unseren Newsletter an, um ihn nicht zu verpassen! 🙂

Machen wir weiter mit dem nächsten größeren Update, das sich an eine etwas spezifischere Zielgruppe richtete…

March 2022 Product Reviews Update

Im März wurde das insgesamt 3. Product Reviews Update ausgerollt, welches auf den beiden Product Reviews Updates aus dem letzten Jahr aufbaut.

Ziel dieser Updates ist es, mehr hochwertige Produktbewertungen und Testberichte in den Ergebnissen für produktbezogene Suchanfragen anzuzeigen. Es sollen Content Creator belohnt werden, die ihren Besuchern wirklich hilfreiche Produktrezensionen auf ihrer Website zur Verfügung stellen. Google hat hierfür einige Guidelines zusammengestellt, die Dir beim Verfassen hochwertiger Produktrezensionen helfen können.

Die Updates betreffen sowohl Rezensionen einzelner Produkte als auch Listen und Vergleiche. Bisher wurden die Updates allerdings nur für englischsprachige Seiten ausgerollt. Sobald dies für andere Sprachen nachgeholt wird, wird das laut Google öffentlich kommuniziert.

Wenn Produktrezensionen oder -vergleiche Teil Deiner Content-Strategie sind, lohnt es sich aber definitiv, schon jetzt einen Blick in die Guidelines zu werfen und Deinen Content entsprechend zu optimieren, um für den Rollout in Deutschland perfekt vorbereitet zu sein!

May 2022 Core Update

Und schon sind wir beim vorläufigen Highlight der Google Updates im Jahr 2022 angelangt. Etwa 6 Monate seit dem letzten großen Core Update im November hat Google am 25. Mai den Rollout des May 2022 Core Updates gestartet.

Falls Du nicht weißt, was ein Core Update ist: Googles Core Updates haben das Ziel, die allgemeine Qualität der Suchergebnisse zu verbessern. Im Gegensatz zum Page Experience Update beispielsweise zielen sie daher nicht auf einzelne Rankingfaktoren oder Seiten ab. Stattdessen versucht Google, die grundlegende Art und Weise, wie die Qualität von Content bewertet wird, zu verbessern.

Google liefert nach jedem Core Update die gleichen Empfehlungen für betroffene Websites, welche hauptsächlich auf die Optimierung der sogenannten “E-E-A-T” Faktoren abzielen.

Die Auswirkungen des May 2022 Core Updates waren bereits innerhalb von 24 Stunden deutlich bemerkbar, allerdings hatte das Update laut Semrush einen etwas kleineren Einfluss als das November Core Update (und folgt damit dem vermuteten allgemeinen Trend, dass der Impact von Core Updates immer geringer wird).

Wie nach jedem Core Update haben SEOs auf der ganzen Welt Daten zu betroffenen Websites geteilt und eigenständige Analysen durchgeführt, um so festzustellen, ob bestimmte Arten von Websites besonders stark betroffen waren. Diese sind zwar mit Vorsicht zu genießen, aber zeigen teilweise dennoch interessante Tendenzen auf.

Hier ein kurzer Überblick über Analysen und Einblicke zum May 2022 Core Update:

    • Laut Semrush gibt es keine Anzeichen dafür, dass das Update bestimmte Nischen/Branchen besonders im Visier hatte.
    • SEO Experte Malte Landwehr konnte in einer Analyse drei große Trends erkennen:
      1. Video statt Text: Video-Websites wie TikTok und YouTube haben durch das Update im Schnitt 25% an Sichtbarkeit gewonnen.
      2. Spezialisten statt Generalisten: Nischen-Websites, die Spezialisten auf ihrem Gebiet sind, wurden gegenüber allgemeiner ausgerichteten Websites mit breiter Themenpalette bevorzugt. Das deutet darauf hin, dass Googles Algorithmus ein noch besseres Verständnis von EAT entwickelt hat und Experten zu einem Thema jetzt noch besser identifizieren kann.
      3. Besseres Search Intent Matching: Google kann die Suchintention von Nutzern besser verstehen und dazu passende Ergebnisse liefern.
    • Auch Marie Haynes hat auf die Bedeutung der EAT Faktoren hingewiesen und auf ihrem Twitter Kanal einige Fallbeispiele geteilt. Diese zeigen, dass Websites, die in der Vergangenheit ihren Content für EAT optimiert haben, von dem Update profitiert haben.

Wenn Du zwischen dem 25. Mai und dem 9. Juni ungewöhnlich starke Ranking-Verluste erlebt hast, solltest Du Dich also unbedingt mit dem Thema EAT auseinandersetzen. Hier auf unserem Blog findest Du einen ausführlichen Guide dafür, wie Du mit EAT Deine Rankings verbessern kannst.

Generell solltest Du aber bedenken, dass sich Dein Traffic nicht durch punktuelle Optimierungen wiederherstellen lassen wird. Stattdessen musst Du einen ganzheitlichen Blick auf Deine Website werfen und Dir überlegen, wie sich deren Qualität insgesamt und langfristig verbessern lässt.

Fazit

Die Updates der 1. Jahreshälfte bestätigen zwei große SEO Trends, die sich schon seit längerem abzeichnen: EAT und User Experience. Während EAT anfangs oft noch als Nischenthema für YMYL Websites (“Your Money, Your Life”, also Websites mit sensiblen Inhalten, z.B. Gesundheit oder Finanzen) abgetan wurde, zeigt sich inzwischen sehr deutlich, dass Google an dem Konzept festhält und es heute für jede Art von Content (in unterschiedlichem Maße) relevant ist. Und am Thema User Experience wird in den nächsten Jahren kein Websitebetreiber vorbeikommen.

Warte also am besten nicht zu lange, bevor Du diese Themen angreifst! Das nächste Google Update könnte bereits in den Startlöchern stehen.

Neues SEO Quiz von Seobility [mit Gewinnspiel!]

Bist Du bereit, Deine SEO Fähigkeiten in einem ultimativen Wissenstest zu beweisen?

Und Dir ganz nebenbei die Chance auf tolle Preise, wie einen kostenlosen Seobility Premium Jahres-Account zu sichern?

Dann bist Du hier genau richtig! 🙂 Denn heute stellen wir Dir unser brandneues SEO Quiz vor, mit dem Du ganz einfach und spielerisch Dein SEO Wissen auf den Prüfstand stellen kannst.

Hier geht’s zum SEO Quiz

Was das Quiz mit den SEO Guidelines von Google zu tun hat und wie Du Dir einen der Preise sichern kannst, erfährst Du in diesem Artikel!

Wie ist das SEO Quiz aufgebaut?

Unser SEO Quiz besteht aus 20 Fragen, die das Thema SEO in all seinen Facetten abbilden – von Indexierung über Linkbuilding bis hin zu mobiler Optimierung.

Das Besondere daran? Die Fragen und Antworten haben wir uns nicht etwa aus den Fingern gesaugt, sondern das Quiz basiert vollständig auf den offiziellen SEO Guidelines von Google (genauer gesagt, auf der Dokumentation “SEO für Fortgeschrittene” auf Google Search Central).

Dokumentation SEO für Fortgeschrittene

So kannst Du Dir sicher sein, dass nur relevantes SEO Know-How abgefragt wird und die Informationen fachlich fundiert sind.

Das Quiz besteht insgesamt aus 5 Teilen, die sich an den 5 Kapiteln aus Googles Dokumentation “SEO für Fortgeschrittene” orientieren:

  1. Einführung: Zum Aufwärmen starten wir mit ein paar allgemeinen Fragen zum Thema Suchmaschinenoptimierung und zur Funktionsweise der Google Suche.
  2. Richtlinien: In Teil 2 geht es um Google’s allseits bekannte Webmaster Guidelines sowie weitere allgemeine, Content-spezifische und Qualitäts-Richtlinien.
  3. Crawling und Indexierung steuern: Teil 3 beschäftigt sich mit der Art und Weise, wie Du das Crawling und die Indexierung Deiner Website durch Google optimieren kannst. Dies beinhaltet Themen wie Sitemaps, Robots.txt, Meta Tags, Duplicate Content, etc.
  4. Darstellung in der Suche ändern: Teil 4 enthält Fragen darüber, wie Du die Snippets Deiner Website in der Google Suche verbessern kannst, z.B. durch die Optimierung von Seitentiteln und Meta Descriptions oder durch die Verwendung von strukturierten Daten für Rich Snippets.
  5. Nutzerfreundlichkeit optimieren: Der finale Teil ist voll und ganz dem Thema User Experience gewidmet und behandelt Themen wie Core Web Vitals, Mobile Optimierung und Website-Sicherheit.

Bedeutet das, dass Du die kompletten Guidelines von Google durcharbeiten musst, bevor Du das Quiz machen kannst?

Nicht unbedingt! Wir haben die Fragen bewusst so gewählt, dass jeder mit ausreichend praktischer SEO-Erfahrung das Quiz bestehen kann. 🙂

Gewinnspiel

Update 29.06.2022: Das Gewinnspiel ist beendet. Eine Teilnahme ist nicht mehr möglich.

Neben der Möglichkeit, Dein SEO-Wissen zu beweisen, haben wir hier noch einen weiteren guten Grund dafür, warum Du bei unserem SEO Quiz mitmachen solltest:

Unter allen Teilnehmern, die das Quiz erfolgreich bestehen und ihr Ergebnis auf Social Media teilen, verlosen wir diese tollen Preise im Gesamtwert von über 4.000€:

  • 7 x Seobility Premium für ein Jahr kostenlos
  • 2x Online-Tickets für den OMT 2022 in Mainz im Wert von je 399€

Mit dem Seobility Premium Account hast Du Zugriff auf:

  • 3 Projekte zur Analyse
  • 300 Keywords im Ranking Monitoring
  • Backlink Analyse & Überwachung
  • Crawlings, wann immer und so oft Du möchtest
  • und viele weitere Vorteile!

Und so machst Du beim Gewinnspiel mit:

    1. Schließe das SEO-Quiz mit dem Ergebnis “Bestanden” ab.
    2. Teile Dein Gewinner-Bild (erscheint auf der Ergebnisseite) oder einen Screenshot Deines Ergebnisses auf Social Media.

Schreibe dazu entweder einen Kommentar unter einem unserer Gewinnspiel-Posts (Facebook, Twitter, Instagram, Linkedin) oder nutze den Hashtag #seoquiz in Deinem eigenen Post.

(Doppelte Gewinnchance, wenn Du einen Kommentar schreibst und einen Post erstellst.)

Twitter Post mit dem Hashtag seoquiz

Das Gewinnspiel läuft ab heute bis zum 8. Juni 2022.

Die Gewinner werden ab dem 9. Juni auf unseren Social Media Kanälen bekannt gegeben und müssen sich danach innerhalb von einer Woche per Privatnachricht oder Mail (support@seobility.net) bei uns melden.

Worauf wartest Du noch? Mach jetzt mit beim SEO Quiz und schnapp Dir einen der Accounts!

SEO QUIZ STARTEN

Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück und natürlich ganz viel Spaß bei unserem Quiz!

Wenn Du Fragen oder Feedback für uns hast, lass uns das gerne hier in den Kommentaren wissen.

Ein großes Dankeschön geht an unsere Medienpartner:

OMT Logo

Gründer.de Logo

OMR Reviews Logo

Teilnahmebedingungen und rechtliche Hinweise

  1. Das Gewinnspiel startet am 01.06.2022 und endet am 08.06.2022 um 23:59 Uhr.
  2. Veranstalter des Gewinnspiels ist die seobility GmbH, Willy-Brandt-Platz 16, 90402 Nürnberg.
  3. Das Gewinnspiel steht in keiner Verbindung zu Facebook, Twitter, Instagram, Linkedin oder Google und wird in keiner Weise von diesen Plattformen gesponsert, unterstützt oder organisiert.
  4. Es werden folgende Preise verlost:
    • 7 x Seobility Premium Jahresaccounts
    • 2 x Online-Tickets für den OMT 2022 (nur an deutschsprachige Teilnehmer)
  5. Die Teilnahme erfolgt über Teilen des bestandenen SEO Quiz Ergebnisses auf Social Media. Dafür stehen zwei Optionen zur Verfügung:
    • Kommentar mit Gewinner-Bild oder Screenshot des Ergebnisses beim Seobility Gewinnspiel-Post auf Facebook, Twitter, Linkedin oder Instagram
    • Verfassen eines eigenen Posts mit Gewinner-Bild oder Screenshot des Ergebnisses sowie mit dem Hashtag #seoquiz auf Facebook, Twitter, Linkedin oder Instagram
  6. Kommentare, die gegen die Richtlinien von Facebook, Twitter, Instagram oder Linkedin, gegen deutsches Recht und/oder das Copyright verstoßen, werden nach Kenntnisnahme ohne Ankündigung entfernt.
  7. Teilnahmeberechtigt sind ausschließlich Gewerbetreibende und Unternehmen. Nicht teilnahmeberechtigt sind Verbraucher und Personen im Alter von unter 18 Jahren.
  8. Von der Teilnahme ebenfalls ausgeschlossen sind Mitarbeiter der seobility GmbH sowie Angehörige solcher Mitarbeiter und deren Verwandte. Die Teilnahme mit gefälschten Identitäten oder mit Identitäten von Dritten ist nicht erlaubt.
  9. Die Gewinner werden zum Gewinnspielende nach dem Zufall ermittelt. In den Lostopf kommen sowohl die Kommentare zu unseren offiziellen Gewinnspiel-Posts sowie Beiträge mit geteiltem Quiz-Ergebnis unter dem Hashtag #seoquiz.
  10. Die Gewinner werden über unsere Social Media Plattformen verkündet. Jeder Gewinner muss sich innerhalb von 7 Werktagen per E-Mail oder über eine private Nachricht an unsere Social Media Kanäle mit Name und E-Mail Adresse melden. Meldet sich ein Gewinner nicht innerhalb dieser Frist wird sein Preis erneut unter allen Teilnehmern verlost.
  11. Wir behalten uns das Recht vor, das Gewinnspiel jederzeit, auch ohne Einhaltung von Fristen, ganz oder teilweise vorzeitig zu beenden oder in seinem Verlauf abzuändern, wenn es aus technischen oder rechtlichen Gründen nicht möglich ist, eine ordnungsgemäße Durchführung des Gewinnspiels zu garantieren.
  12. Es werden alle Namen der Teilnehmer erfasst und zur Gewinnermittlung gespeichert. Alle Daten werden nach Ende des Gewinnspiels gelöscht. E-Mail Adressen werden nur von den Gewinnern erhoben und nur zum Anlegen der Seobility Accounts genutzt. Es werden keine Daten an Dritte weitergeben. Den Teilnehmern stehen gesetzliche Auskunfts-, Änderungs- und Widerrufsrechte zu. Im Übrigen gilt unsere Datenschutzerklärung entsprechend, die unter https://www.seobility.net/de/datenschutz/ abrufbar ist.
  13. Es gilt deutsches Recht. Ein Rechtsweg zur Überprüfung der Auslosung ist ausgeschlossen.

Das war 2021: Rückblick auf ein Jahr voller Veränderungen

Heute geht ein aufregendes Jahr 2021 zu Ende – hast Du auch das Gefühl, dass die Zeit wie im Flug vergangen ist?

In den letzten 12 Monaten gab es nicht nur zahlreiche Updates bei Google, die die SEO-Szene auf Trab gehalten haben, sondern auch viele Neuerungen für Seobility, die wir dieses Jahr auf den Weg bringen konnten.

Zum Abschluss des Jahres möchten wir diese Ereignisse Revue passieren lassen. Also schnapp Dir eine Tasse Tee und mach es Dir gemütlich, denn in diesem Artikel erwarten Dich:

  • ein Überblick über die wichtigsten Änderungen bei Google, über die 2021 jeder in der SEO-Szene gesprochen hat
  • ein Rückblick darauf, wie sich Seobility 2021 weiterentwickelt hat
  • ein Einblick, wie wir als Seobility Team das Jahr erlebt haben

Mach Dich bereit für einen Rundflug über Themen wie Passage Ranking, zahlreiche Google (Core) Updates, neue Seobility Features wie das Keyword Recherche Tool, besondere Meilensteine, auf die wir mit Stolz zurückblicken, und vieles mehr!

Das Jahr 2021 in der SEO-Welt

Nachdem 2021 für die SEO Community verhältnismäßig ruhig gestartet ist, hat Google im Februar das erste offiziell bestätigte Update des Jahres veröffentlicht…

Februar: Passage Ranking

Google hat das Passage Ranking Update bereits im Vorjahr angekündigt und im Februar zunächst für englische Suchanfragen in den USA ausgerollt.

Dieses Update ermöglicht es Google, sehr spezifische Suchanfragen genauer zu beantworten, da der Algorithmus nun besser in der Lage dazu ist, relevante Abschnitte zu spezifischen Unterthemen aus umfangreichem Content zu identifizieren.

Wann das Update in anderen Ländern und Sprachen ausgerollt wird, ist aber noch nicht bekannt. Laut Googles John Müller ist es sogar denkbar, dass Google dies überhaupt nicht kommuniziert.

Früher oder später wird das Update aber definitiv auch nach Deutschland kommen. Was das für Dich bedeutet? Wenn Du auf Deiner Website sehr detaillierten Content bereitstellst, kann sich das positiv auf Deinen Traffic auswirken, da Google durch Passage Ranking besser darin wird, Deinen Content zu relevanten Longtail-Suchanfragen zuzuordnen. Wir werden Dich hier auf unserem Blog informieren, sobald wir mitbekommen, dass Passage Ranking auch in Deutschland live ist!

März: Zero-Click Searches

Kurze Zeit später folgte im März der nächste Knaller, als Rand Fishkin von Spark Toro eine Studie veröffentlichte, die für viel Diskussion sorgte: im Jahr 2020 waren laut dieser Studie ganze zwei Drittel aller Suchanfragen sogenannte “Zero-Click Searches”, bei denen Nutzer keine der in den Suchergebnissen gelisteten Websites angeklickt haben.

Die Ursachen dafür, dass so viele Suchen direkt auf den Suchergebnisseiten enden, sind vielfältig, aber ein wesentlicher Faktor sind die zahlreichen Such-Features, mit denen Google seine Nutzer in den SERPs halten will, wie z.B. Definitionsboxen, Knowledge Panels, Featured Snippets und vieles mehr.

featured snippet

Die Studie hat uns SEOs somit klar vor Augen geführt, wie wichtig es ist, das Vorhandensein solcher Features bei der Keyword-Recherche zu berücksichtigen. Denn das Suchvolumen eines Keywords kann noch so hoch sein – wenn Du am Ende keine Klicks abbekommst, da Google die Fragen der Nutzer bereits auf der Suchergebnisseite beantwortet, profitiert Deine Website trotzdem nicht wie erwartet von einer guten Platzierung.

Ein Sommer voller Google Updates

Nachdem sich Google einige Monate mit (offiziell bestätigten) Updates zurückgehalten hatte, jagte im Sommer plötzlich ein Update das nächste. Insgesamt hat Google im Zeitraum zwischen dem 2. Juni und 26. Juli sechs offiziell bestätigte Updates ausgerollt:

  1. das June 2021 Core Update
  2. das bereits angekündigte Page Experience Update
  3. zwei Spam Updates
  4. das July 2021 Core Update
  5. das Link Spam Update

Besonders spannend war in diesem Zusammenhang das Page Experience Update, das bereits seit Ende 2020 von der SEO Community erwartet wurde. Durch dieses Update wurden die Core Web Vitals – eine Reihe von Kennzahlen zur Beurteilung der User Experience einer Seite – zum offiziellen Google Rankingfaktor. Falls Du Deine Core Web Vitals also immer noch nicht optimiert hast, solltest Du das dringend nachholen! In unseren Core Web Vitals Guide findest Du eine ausführliche Anleitung.

Und wenn Du nochmal nachlesen möchtest, was es mit den anderen Updates auf sich hatte, findest Du hier unsere Zusammenfassung zu den Google (Core) Updates im Juni und Juli.

August & September: Google Title Update

Der Sommer ging spannend weiter, denn im August haben einige SEOs, darunter Brodie Clark, beobachtet, dass Google vermehrt die Seitentitel von Suchergebnissen eigenständig umschreibt. Kurze Zeit darauf hat Google dieses Update offiziell bestätigt und erklärt, dass diese Änderungen dann auftreten, wenn Google den Meta Title einer Seite nicht als gut genug erachtet.

Leider führten aber die “Verbesserungen” durch Google auch nicht immer zu idealen Ergebnissen…

Titel der auf schlechte Weise gekürzt wurde
Quelle

…weshalb das Update teilweise stark kritisiert wurde. Erfreulicherweise hat sich Google aber das Feedback zu Herzen genommen und das System zur Generierung von Seitentiteln im September weiter verbessert!

Da Google seit diesem Update öfter Seitentitel umschreibt, solltest Du Deine eigenen Titel in den Suchergebnissen gut im Auge behalten – zumindest für Deine wichtigsten Seiten. Über den Leistungsbericht in der Google Search Console kannst Du die durchschnittliche Click-Through-Rate Deiner Seiten beobachten:

durchschnittliche CTR in der Google Search Console

Solltest Du hier plötzliche Verschlechterungen feststellen, kannst Du über die Google Suche prüfen, ob diese mit umgeschriebenen Seitentiteln zusammenhängen könnten. Meist lässt sich durch einen Vergleich des Meta Titles mit dem tatsächlich dargestellten Titel erkennen, was Google zu der Änderung veranlasst hat, und entsprechend gegensteuern. Weitere Tipps findest Du in unserer Zusammenfassung zu Googles Title Update.

Was 2021 außerdem in der SEO Welt passiert ist

Weitere nennenswerte Updates, die Google in diesem Jahr veröffentlicht hat, sind das November 2021 Core Update, zwei Product Reviews Updates sowie ein kürzliches Update für die lokale Suche.

Außerdem hat Google im Mai eine spannende neue Technologie namens MUM vorgestellt. MUM ist ein System, das Künstliche Intelligenz nutzt, um die Suchanfragen von Nutzern noch besser zu verstehen. Laut Google ist das System tausend mal mächtiger als BERT (!) und kann Informationen sogar über verschiedene Sprachen und Formate (Text, Bild, …) hinweg verstehen und miteinander verknüpfen!

Da Google so die Suchintention eines Nutzers immer besser zuordnen und durch passgenaue Ergebnisse erfüllen kann, wird es für Dich als SEO zukünftig unumgänglich, diese Suchintention bei der Keyword Recherche zu berücksichtigen, und Inhalte zu liefern, die genau dem entsprechen, wonach Nutzer suchen.

Was hat Google für 2022 geplant?

Google hat uns in diesem Jahr, was Updates angeht, nur wenige Verschnaufpausen gegönnt und wir gehen davon aus, dass uns auch 2022 nicht langweilig werden wird! Wir sind jedenfalls schon extrem gespannt, mit welchen neuen Technologien und Features Google unser Sucherlebnis zukünftig noch weiter verbessern wird.

Was hat sich 2021 bei Seobility getan?

Nicht nur Google, sondern auch wir waren dieses Jahr fleißig dabei, unsere Software noch weiter für Dich zu verbessern! Herausgekommen sind zahlreiche neue Features und Tools, wobei wir uns über diese Highlights besonders freuen:

    • How Much To Rank: Mit diesem kostenlosen Tool kannst Du berechnen, wie viel es in etwa kostet, für einen bestimmten Suchbegriff in Googles Top 10 zu gelangen. Damit erhältst Du einen guten ersten Eindruck davon, wie aufwändig und kostspielig es sein wird, Deine Website für ein bestimmtes Keyword zu optimieren.

How Much To Rank

    • Kostenloses Keyword Recherche Tool: das wohl am meisten angefragte Feature für Seobility. Das Tool bietet Dir zahlreiche Analysemöglichkeiten, mit denen Du nicht nur neue Content-Ideen rund um Dein Fokus-Keyword entdecken, sondern auch analysieren kannst, für welche Keywords Deine Mitbewerber ranken. Außerdem kannst Du Dir mit den zahlreichen Filter- und Sortiermöglichkeiten Dein individuelles Keyword-Set zusammenstellen.

Keyword Recherche Tool von Seobility

    • Neue Broken Backlink Analyse: seit Mitte dieses Jahres analysiert Seobility auch die Broken Backlinks Deiner Website, also Links, die auf Deine Website verweisen, aber “kaputt” sind, da sie beispielsweise zu einem 404-Fehler führen. Indem Du diese Probleme behebst, kannst Du den positiven Einfluss dieser Links auf Deine Rankings erhalten. Zusätzlich zeigt Dir unser Linkbuilding Tool die Broken Backlinks Deiner Mitbewerber an, die Du für Dein eigenes Linkbuilding nutzen kannst. (Hinweis: Diese Features sind nur im Premium-Account enthalten.)
    • Launch von Seobility auf Spanisch: Seit Oktober sind alle unsere Tools und Analysen auf Spanisch verfügbar, inklusive spanischem Kundensupport! Für 2022 können sich unsere spanischsprachigen Nutzer auf noch mehr Unterstützung freuen, denn dann wird es auch unsere Blog- und Wiki-Artikel auf Spanisch geben.
    • Local Pack Rankings im Ranking Monitoring: Seobility zeigt Dir jetzt auch Rankings Deiner Website in Googles Local Pack an, sodass Du Deine Erfolge im Bereich Local SEO noch besser überwachen kannst.

Local Pack Rankings im Ranking Monitoring

Neben diesen Highlights haben wir auch unzählige kleinere Verbesserungen und Fixes an Seobility vorgenommen – darunter Performance-Optimierungen oder z.B. Verbesserungen am Linkbuilding Tool – sodass Du unsere Software weiterhin in der gewohnt zuverlässigen Weise und hohen Qualität nutzen kannst.

Diese Erfolge durften wir 2021 feiern

Während wir in diesem Jahr an Seobility gearbeitet haben, habt ihr uns mit eurem Lob, Feedback und tollen Bewertungen motiviert und weiter angespornt, das Beste aus Seobility herauszuholen.

Besonders stolz sind wir dabei auf die Auszeichnung als “Leader” in der Kategorie SEO Software auf der Bewertungsplattform G2. Und erst kürzlich hat uns die Nennung als einer der Marktführer im Bereich SEO Software bei OMR Reviews ein absolutes Highlight zum Abschluss des Jahres beschert!

Dafür bereits an dieser Stelle ein riesiges Dankeschön, denn ohne euch, unsere Kunden, wäre das nicht möglich!

Außerdem danke für eure zahlreichen netten Nachrichten und Rezensionen wie diese, die uns regelmäßig den Tag versüßen:

“Tolles Angebot und ein sehr freundlicher Kundensupport! Absolute Empfehlung von meiner Seite! :)”

“Preis-Leistung im Vergleich zu anderen SEO Tools unschlagbar. Auch für KMU bezahlbar und sinnvoll. Schnelle Reaktion auf Supportanfragen und netter Kontakt. Nach 12 Monaten Einsatz mein Fazit: Weiter so!”

“Euer Crawler ist mein (one and only) Tool für die OnPage-Analyse von Websites und Online Shops. Ich verwende ihn seit Beginn meiner Arbeit als SEO im Jahr 2018 und bin richtig zufrieden mit ihm – vor allem, weil er sehr detailliert analysiert und gut verständliche Berichte liefert.”

Aber natürlich ruhen wir uns auf diesen Erfolgen nicht aus. Wir haben uns für 2022 bereits einiges vorgenommen, um unsere Software noch hilfreicher und wertvoller zu gestalten, also bleibt gespannt!

So haben wir 2021 als Team erlebt

Auch für uns als Team war 2021 ein außergewöhnliches Jahr. Inmitten der zweiten Corona-Welle startete es leider nicht wie sonst mit einem freudigen Wiedersehen nach dem Weihnachtsurlaub – sondern mit Lockdown und Home Office. So haben wir uns über mehrere Wochen und Monate hinweg mit der Situation arrangiert und aus der Ferne weiter an Seobility gearbeitet.

Umso größer war dann aber die Freude, als das Team im Frühsommer langsam wieder ins Büro zurückkehrte und wir uns endlich wieder von Angesicht zu Angesicht statt nur über einen Laptop-Screen sehen konnten. Besonders die gemeinsamen Mittagspausen hatten uns allen sehr gefehlt:

 

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Und auch gemeinsamen Feiern, wie unserem Sommerfest oder der Feier zum Release von Seobility auf Spanisch stand nichts mehr im Wege!

Seobility Sommerfest

Seobility spricht Spanisch

Sogar Konferenzen waren dieses Jahr dank strenger Corona-Sicherheitskonzepte wieder möglich! Diese Gelegenheit haben wir genutzt, um bei der SEO Campixx im August und bei den Online Expert Days im November vor Ort dabei zu sein:

 

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Neben solchen Ereignissen konnten wir uns auch über zahlreiche neue Mitarbeiter freuen, die seit diesem Jahr unser Team bereichern: Anna & Ylva im Support, Melodía im Marketing, Alexander in der Entwicklung, Melly als Team-Assistenz und Theresa im Produktmanagement.

neue Mitarbeiter

Schön, dass ihr seit diesem Jahr Teil von Seobility seid!

Goodbye 2021 – hello 2022!

Trotz Corona durften wir im Jahr 2021 viele Erfolge und schöne Momente als Team erleben, wofür wir sehr dankbar sind. Und auch wenn die aktuelle Situation wieder schwieriger ist, geben uns diese Erinnerungen Hoffnung für das nächste Jahr. Wir freuen uns schon jetzt darauf, Seobility auch 2022 weiter gemeinsam voran zu bringen!

An dieser Stelle vielen lieben Dank an jeden, der Seobility im Jahr 2021 genutzt hat! Wir hoffen, dass wir Dich auch im nächsten Jahr mit unserer Software bei der Optimierung Deiner Website unterstützen dürfen!

Wir wünschen Dir ein erfolgreiches, gesundes und spannendes Jahr 2022.

Dein Seobility Team 💙

SEO und Conversion Rate Optimierung: So geht beides Hand in Hand

Ein Spitzenplatz in Googles Suchergebnissen ist für die meisten SEOs das ultimative Ziel.

Ein gutes Ranking erfordert gerade für sehr umkämpfte Suchbegriffe sehr viel Arbeit und Mühe, geeignete SEO-Tools, umfassende Erfahrung und häufig auch finanzielle Investitionen.

Viel Traffic führt allerdings nicht automatisch zu mehr Sales oder Leads – zumindest nicht, wenn die User Experience nicht entsprechend optimiert ist.

Während meiner SEO-Laufbahn habe ich immer wieder festgestellt, dass viele Marketer nahezu besessen davon sind, Traffic auf die Website zu bringen. Dieser ist die wichtigste Metrik für die organische Perfomance einer Website. Und obwohl das stimmt, handelt es sich bei dieser Metrik am Ende nur um eine hübsche Zahl, wenn man Traffic nur um des Traffic Willens generiert.

Eine erfolgreiche Website braucht neben dem Traffic auch eine ausgezeichnete User Experience, einen klaren Customer Funnel und hohe Conversion Rates.

In diesem Artikel werden wir uns daher 5 Strategien ansehen, mit denen Du SEO und CRO erfolgreich miteinander vereinen kannst.

(Hinweis: Dieser Gastbeitrag ist ursprünglich auf Englisch erschienen und wurde vom Seobility Team ins Deutsche übertragen. Hier findest Du das englische Original.)

Was ist CRO (und warum ist es wichtig)?

Durch SEO bringst Du Traffic auf Deine Website. Und durch CRO (Conversion Rate Optimierung) wandelst Du diesen in Conversions um. Obwohl man meinen könnte, dass es sich bei CRO und SEO um zwei verschiedene Dinge handelt, haben beide dasselbe Ziel, nämlich die Gewinnung von mehr Kunden und ein höherer ROI.

Die allgemeine Definition für den Begriff „Conversion Rate Optimierung“ lautet:
Ein geplanter Prozess, durch den der prozentuale Anteil der Besucher, die eine gewünschte Aktion durchführen – wie zum Beispiel den Newsletter abonnieren, ihre persönlichen Daten hinterlassen oder ein Produkt kaufen – verbessert werden soll.

Wenn zum Beispiel 20.000 Besucher Deine Landing Page aufrufen und 1.000 davon die gewünschte Aktion durchführen, liegt Deine Conversion Rate bei 5 %.

Wenn SEOs und CRO-Experten zusammenarbeiten, können sie das enorme Traffic-Potenzial einer Website deutlich besser ausschöpfen.

Mögliche Probleme, wenn CRO und SEO nicht Hand in Hand gehen

Es ist definitiv der falsche Ansatz, SEO und CRO als verschiedene Aufgaben zu betrachten.

Denn was passiert auf der einen Seite, wenn Du Dich zu sehr auf CRO konzentrierst? Es kann am Ende Deiner SEO schaden.

Der Grund dafür ist, dass sich die Bereiche CRO und SEO stark überschneiden. Hier ein Beispiel:

  • Auf Grund von Ergebnissen aus AB-Tests verändert das CRO-Team Texte auf Deiner Landing Page und entfernt damit Elemente, die für Deinen SEO-Erfolg wichtig sind.
  • Das CRO-Team entfernt einige Keywords oder semantisch verwandte Begriffe, die aus SEO-Sicht benötigt werden, um besser zu ranken.
  • Die Folge davon können höhere Conversion Rates, aber auch ein niedrigeres Ranking sein.

Wenn Du Dich wiederum zu sehr auf SEO konzentrierst, kann Deine Conversion Rate in den Keller sinken. Organischer Traffic, besonders wenn er durch Suchmaschinen generiert wird, bedeutet nicht automatisch mehr Conversions.

Sehen wir uns dieses Beispiel an, um das Problem etwas besser zu verstehen:

  • Auf der Preisseite ersetzen SEOs Social Proof, Kunden-Testimonials und Bewertungen durch optimierte Texte, um so das Ranking zu verbessern.
  • Diese Änderung führt zu einem höheren Ranking und mehr Traffic, aber auch einer Verschlechterung der Conversion-Rate.
  • Das bedeutet, dass die Website ihre SEO-Aktivitäten weiter verstärken muss, um den Verlust an Conversions wettzumachen.

Die meisten SEOs glauben, ihr Ziel sei, hohe Zahlen beim Traffic und nicht bei den Conversions zu generieren.

Und obwohl das zum Teil stimmt, hat es wichtige Neuerungen für die SEO-Branche gegeben, die auch einen erhöhten Fokus auf UX- und CRO-Faktoren mit sich bringen. Dazu gehört zum Beispiel die Einführung der Core Web Vitals.

Weitere wichtige Änderungen, die zwar weniger aktuell aber nicht minder relevant sind, haben beispielsweise mit RankBrain zu tun. RankBrain analysiert u.a. welche Erfahrung Nutzer auf Deiner Landing Page machen. Konkret heißt das, dass Click-Through-Raten, Verweildauer, Absprungraten und „Pogo-Sticking“ ausgewertet werden. All dies sind UX-Signale, die Dein Ranking stark beeinflussen können.

Sehen wir uns ein Beispiel an. Wie die meisten User siehst Du Dir nach Deiner Google-Suche zunächst das oberste Suchergebnis an. Leider ist der Content nicht gerade hilfreich. Also klickst Du im Browser auf „Zurück“ und siehst Dir das zweite Suchergebnis an, das Google Dir anzeigt. Dieses Hin und Her wird als „Pogo-Sticking“ bezeichnet und ist ein wichtiger Faktor für RankBrain.

pogo sticking

Entwicklungen wie diese haben die SEO-Branche dahingehend verändert, dass SEOs mit UX-Experten, Webdesignern, Webentwicklern und CRO-Teams zusammenarbeiten müssen, um weiter Erfolg mit ihren SEO-Kampagnen zu haben.

So verbindest Du Rankings und Conversions

Wie oben bereits erklärt reicht es nicht mehr aus, Quantität und Qualität Deines Traffics zu optimieren. Wenn Du mit Deiner Website Erfolg haben möchtest, solltest Du auch immer die Qualität und die Quantität der Conversions verbessern.

Indem Du Dich an die folgenden Best Practices hältst, kannst Du sicherstellen, dass SEO und CRO miteinander und nicht gegeneinander arbeiten.

Verbessere die User Experience

Google hat diverse Empfehlungen ausgesprochen, um Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre User Experience zu verbessern. Laut der Suchmaschine gehört die User Experience an sich zwar nicht zu den Rankingfaktoren, aber die Tatsache, dass das Nutzerverhalten ein Rankingfaktor ist, macht deutlich, dass sich SEOs intensiv mit dem Thema auseinandersetzen sollten.

In dieser Case Study habe ich durch eine Verbesserung von UX-Elementen eine beachtliche Steigerung des Traffics (und der Conversions) bewirken können.

Hier ein paar Ideen, wie auch Du die UX Deiner Website verbessern kannst:

Optimiere den Bezahlprozess

Wenn Du weder Zeit noch Geld noch Recherche in Deinen Bezahlprozess investierst, verschenkst Du womöglich viel Potential.

Du hast bereits im Warenkorb eine hohe Abbruchrate? Dann scheint irgendetwas nicht zu stimmen. Immerhin ist es Dir bereits gelungen, Kunden auf Deine Website zu bringen. Diese Kunden haben Produkte in den Warenkorb gelegt und hatten eigentlich die Absicht, diese zu kaufen. Und dann, scheinbar wie aus dem Nichts, verlieren sie diese Motivation.

Warum das so ist? Wahrscheinlich schrecken die Informationen, die Du während des Bezahlvorganges anzeigst, Deine User ab.

Einer der besten Tipps hierzu ist der folgende: Ermögliche Deinen Kunden, auch ohne Registrierung einen Kauf zu tätigen. Laut Google ist für einen Kauf im Internet kein Kundenkonto notwendig. Tatsächlich brechen sogar 24 % der User den Kauf ab, wenn sie bei der Bezahlung dazu aufgefordert werden, sich zu registrieren.

Etsy gehört zum Beispiel zu den Online-Shops, die dies berücksichtigen und ihren Usern die Wahl lassen.

als Gast zur Kasse gehen

Zusätzlich solltest Du darauf achten, eventuelle Reibungspunkte zu beseitigen. Diese entstehen normalerweise, wenn User während des Bezahlvorgangs auf etwas Unerwartetes stoßen.

Im Bereich “Trichtervisualisierung” in Google Analytics kannst Du solche Reibungspunkte identifizieren. Allerdings werden keine detaillierten Informationen dazu angezeigt, warum User Deine Website ohne Kauf wieder verlassen.

Trichtervisualisierung in Google Analytics
Von der Seite mit den Versandoptionen (“Shipping) klicken nur 79,75 % der Besucher weiter zum Bezahlen.

Oft geben diese Informationen aber bereits Hinweise auf die Ursache des Reibungspunktes. Zusätzlich ist eine Analyse in Heatmap-Tools möglich, um nach Bugs, fehlerhaften Texten, emotionalen Verhaltensweisen und vielen anderen Faktoren zu suchen, die Ursache des Problems sein könnten.

Optimiere CTAs und Formulare

Die Besucher Deiner Website sollten Dein Kaufformular schnell und ohne Umwege finden können. Dadurch sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass sie Deine Landing Page ohne Angabe ihrer Kontaktdaten direkt wieder verlassen.

Um solche Absprünge zu vermeiden, sollte sich Dein Formular „Above the fold“ befinden – also ohne Scrollen sichtbar sein.

So sehen Kunden auf einen Blick, was sie anklicken müssen und wissen, was sie auf der nachfolgenden Seite erwartet.

Spotify liefert ein gutes Beispiel dafür, wie man seinen CTA „Above the fold“ platziert und es Usern schmackhaft macht, ein Abo abzuschließen.

CTA above the fold bei spotify

Auf dieser Seite erreicht Spotify drei Ziele:

  1. Das Wort „kostenlos” suggeriert ein unwiderstehliches Angebot.
  2. Die Ergänzung „jederzeit kündbar” vermittelt dem User Sicherheit.
  3. Der CTA ist „Above the fold” und somit auch ohne Scrollen direkt sichtbar.

Verbessere die Scrolltiefe

Wenn Du einen Blog betreibst, ist wahrscheinlich Dein Hauptziel, dass Dein Content gelesen wird. Deshalb solltest Du dafür sorgen, dass Besucher, die über Suchmaschinen zu Dir finden, nicht wieder zu den Suchergebnissen zurückkehren.

Die “Scrolltiefe” ist eine Metrik, an der Du sehr gut ablesen kannst, ob Dein Content ansprechend genug ist. Sie sagt aus, wie weit Besucher auf Deiner Seite nach unten scrollen.

So verbesserst Du die Scrolltiefe für Deine Seiten:

  • Nutze gut sichtbare Navigationsmöglichkeiten, um das Anklicken verschiedener Bereiche der Seite zu vereinfachen
  • Bitte Deine User „Above the fold” nach unten zu scrollen, um weiteren Content sehen zu können

Es gibt zahllose Websites, die die oben genannten Ratschläge befolgen. Die Online-Ausgabe der Ostsee-Zeitung hat ihrer Website beispielsweise einen „Scrollen, um weiterzulesen“-Button hinzugefügt.

Scrollen um weiterzulesen Button

Wenn Du wissen möchtest, wie man die Scrolltiefe mit Google Analytics misst, solltest Du Dir die native Integration in den Tag Manager ansehen oder diesen einfachen Leitfaden von Google befolgen.

Scrolltiefe Konfigurierung

Optimiere für das „Searcher-Task-Accomplishment“

Google nutzt Daten zur Page Experience sowie Daten zum Userverhalten, die von Chrome geliefert werden, um zu bestimmen, wie zufrieden Suchende mit den Informationen auf einer bestimmten Seite sind.

Es wird angenommen, dass die Erfüllung der Suchaufgabe – das sogenannte „Searcher-Task-Accomplishment“ – ein neuer Rankingfaktor ist, den es seit etwa vier Jahren gibt. Google zeigt Usern die Suchergebnisse, die ihnen wahrscheinlich bestmöglich bei der Umsetzung ihrer Ziele weiterhelfen werden. Die Aufgabe von SEO und CRO ist es, diese Umsetzung so einfach wie möglich zu machen.

So ziemlich jede informationale und transaktionale Suchanfrage – und diese umfassen mehr als 80 % aller Suchanfragen – hat das Ziel, eine Aufgabe zu erfüllen.

Nehmen wir zum Beispiel den Suchbegriff „Pizza machen“, der eine solche Aufgabe ausdrückt.

Diese Aufgabe besteht allerdings aus einer ganzen Reihe von Zwischenschritten, wie:

  • Teig zubereiten
  • Sauce zubereiten
  • Beläge vorbereiten
  • Ofen vorbereiten
  • Auswahl der Beläge

Das alles sind Miniaufgaben, die sogar in noch kleinere Aufgaben heruntergebrochen werden können. Wenn es beispielsweise um die Wahl des Ofens geht, kann eine Aufgabe sein, herauszufinden, was die Unterschiede zwischen elektrischen und Steinöfen sind.

In diesem Fall belohnt Google die Website, die dem User die Umsetzung dieser Aufgabe am leichtesten macht.

Allerdings kann solch umfangreicher Content auch zu Problemen bei der Conversion führen. Tatsächlich sind CRO-Experten manchmal der Ansicht, SEOs stehen der Conversion der User im Weg, weil sie zu viele wichtige Informationen direkt preisgeben. Aus ihrer Perspektive ist viel Content nicht die Antwort, sondern ein Reibungspunkt.

Versuche daher immer, das richtige Gleichgewicht zwischen der Menge an Content zu finden, die aus SEO-Sicht und aus Conversion-Sicht benötigt wird.

Weniger Produkte sind oft mehr

Im Marketing herrscht häufig die Auffassung, dass viele Kontaktformulare oder Tausende von verfügbaren Produkten die Conversion Rate steigern:

Indem Du mehr Produkte in verschiedenen Bereichen anbietest, sprichst Du mehr Bedürfnisse an.

Und durch diverse Formulare für diese verschiedenen Bedürfnisse steigerst Du Deine Conversion Rate.

Diese Annahme ist im Hinblick auf Conversions jedoch ein Fehlschluss.

Nur weil Du 2.000 Produkte anbietest, heißt das noch lange nicht, dass Du diese auch mühelos verkaufen wirst.

Wir empfehlen Dir deshalb, die Möglichkeiten zur Conversion stark zu vereinfachen, um das „Paradox of Choice“ – das “Auswahlparadox” – zu reduzieren. Die Theorie um das Paradox of Choice besagt, dass viele Möglichkeiten zwar ein Gefühl der Freiheit vermitteln, sie aber gleichzeitig auch häufig zu mentaler Erschöpfung führen können.

Ein Professor aus Kalifornien kam 2010 mit einer viralen Studie zum selben Ergebnis. Obwohl diese Studie schon älter ist, sind die Erkenntnisse immer noch aktuell. Er beschäftigte sich mit dem Einfluss, den Produkte auf Verbraucherauswahl und Kaufentscheidungen haben.

Dazu stellte er in Zusammenarbeit mit einem lokalen Marmeladenproduzenten auf einem Markt wechselnde Probiertische auf. Auf dem ersten Tisch bot er 24 verschiedene Marmeladensorten an, auf dem zweiten Tisch nur noch 6 Sorten.

Trotz der Tatsache, dass 60 % der Menschen den Tisch mit den 24 Marmeladen besuchten und nur 40 % zum Tisch mit den 6 Sorten gingen, waren die Ergebnisse überraschend.

30 % der Leute, die den Tisch mit 6 Marmeladensorten besuchten, haben etwas gekauft.

Und jetzt rate mal, wie viele Leute etwas am Stand mit den 24 verschiedenen Marmeladensorten gekauft haben.

Nur 3 %.

Eine kleinere Auswahl hatte zehnmal so viele Verkäufe zur Folge.

„People who had more choices were typically less inclined to decide to buy anything at all”, („Diejenigen, die eine größere Auswahl hatten, waren in der Regel weniger entschlossen überhaupt etwas zu kaufen.”) lautete die Schlussfolgerung des Experiments.

Was wir daraus lernen ist, dass zu viele Produktvarianten wahrscheinlich zu mentaler Erschöpfung und so zu gedämpftem Kaufinteresse führen.

Was aber bedeutet das für SEO und CRO? Aus SEO-Sicht kann ein Übermaß an Produktvariationen Duplicate Content auf der Website erzeugen. Viele Online-Shops haben hiermit Probleme. Für eine detaillierte Analyse können wir Dir diesen Artikel empfehlen.

Wie das Paradox of Choice zeigt, ist auch aus CRO-Sicht eine geringere Anzahl von Conversionpunkten für dieselbe Produktkategorie von Vorteil. So können sich Website-Betreiber anstatt auf Mikro Conversions auf Makro Conversions konzentrieren. Hiermit werden wir uns im nächsten Teil dieses Artikels befassen.

Konzentriere Dich auf Makro Conversions anstatt auf Mikro Conversions

Der Begriff „Makro” bezieht sich auf das „höhere Ziel“ einer Website, während „Mikro“ eher auf Details bezogen ist.

Ein Beispiel für eine Makro Conversion ist die Anzahl der Personen, die Deinen Service oder Deine Produkte kaufen.

Online Buchungen als Makro-Conversion
600 Online-Buchungen vollständig durchgeführt

Eine Mikro Conversion ist beispielsweise die Anzahl von Usern, die auf den Warenkorb-Button klicken, Deine Preisübersicht aufrufen oder Deinen Newsletter abonnieren.

Newsletter Signups als Mikro-Conversion
29 Newsletter-Abos

Aber nur, weil jemand etwas in den Warenkorb gelegt oder die Preisübersicht aufgerufen hat, kauft er nicht zwangsläufig auch Deine Produkte.

Deshalb solltest Du, wenn Du AB-Tests auf Deinen Landing Pages durchführst, nicht nur Tests durchführen, die auf eine Erhöhung Deiner Mikro Conversions abzielen. Konzentriere Dich auf eine Erhöhung der Makro Conversions, zum Beispiel eine Steigerung der Gesamtanzahl der Leads, anstatt möglichst viele User auf Deine Preisseite zu schicken.

Wenn Du versuchst, die Anzahl an Schritten oder Conversion-Punkten zu reduzieren, wirst Du schnell mehr Verkäufe und Leads verzeichnen können.

Ein Unternehmen, das das sehr gut macht, ist Future Fit Training. Auf der Website gibt es nur einen Conversion-Punkt (Download der Preisübersicht), obwohl insgesamt mehr als 40 Kurse im Angebot sind.

future fit training uses only one conversion point

Ein Vorteil daran, nur einen Makro Conversion-Punkt zu haben, ist, dass man den kompletten Traffic auf diesen Conversion-Punkt leiten kann, was das AB-Testing sehr einfach macht. Das heißt, Du musst nur einen AB-Test für ein einziges Formular durchführen, um eine allgemeine Verbesserung Deines Umsatzes zu erreichen.

Der Schwerpunkt auf Makro Conversions ist auch für SEO-Teams von Bedeutung. Schließlich sind auch SEOs letztendlich dafür da, den Umsatz eines Unternehmens positiv zu beeinflussen. Die Erhöhung der Makro Conversions ist definitiv ein guter Weg, um zu zeigen, dass der organische Traffic zum Wachstum des gesamten Unternehmens beiträgt.

Verbessere Deinen PageSpeed

Die Ladegeschwindigkeit von Webseiten ist nicht nur ein offizieller Google Rankingfaktor, sondern auch aus CRO-Sicht überaus wichtig. Wenn eine Seite zu langsam lädt, kann es sein, dass der User sie direkt wieder verlässt und und seinen Kaufvorgang abbricht.

Eine hohe Absprungrate, oder, noch schlimmer, eine Verringerung der Verweildauer kann dann wiederum aus SEO-Perspektive katastrophal sein. Wenn Leute über Google eine Deiner Seiten aufrufen, aber anschließend über ihren Browser zu Google zurückkehren, sendet dies ein sehr starkes negatives Signal und zeigt, dass Deine Seite nicht den Anforderungen der Besucher entspricht.

Dafür kann es verschiedene Gründe geben. Einer davon ist der PageSpeed.

Untersuchungen haben ergeben, dass bei einer Seitenladezeit von unter zwei Sekunden die durchschnittliche Absprungrate bei nur 9,6 % liegt.

Einfluss von Page Speed auf Nutzerverhalten
Absprungrate der User steigt mit zunehmenden Ladezeiten an

Lädt Deine Seite innerhalb von 3 Sekunden, erhöht sich die Absprungrate auf 13 % und bei 4 Sekunden sind es schon 17,1 %.

Wir empfehlen also, den PageSpeed möglichst unter 2 Sekunden zu halten.

Eine niedrige Absprungrate zeigt außerdem, dass Besucher wahrscheinlich mehrere Seiten Deiner Website besuchen, was sich positiv auf die Conversion Rate auswirken kann.

Zur Optimierung Deiner Ladezeiten empfehlen wir Dir diesen Beitrag mit 39 Tipps zur Page Speed Optimierung.

CRO und SEO können und sollten Hand in Hand gehen

Es ist nicht einfach, Traffic zu generieren, aus dem letztendlich auch Conversions werden. Aber durch die Zusammenarbeit mit UX-Designern, Web Entwicklern und Conversion Rate-Experten wird diese Aufgabe deutlich leichter zu bewältigen.

Unternehmen haben schließlich finanzielle Ziele und die Zusammenarbeit als ein Team verbessert die Chancen, dass diese Ziele erreicht werden.

Kleinere Unternehmen mit begrenzten Budgets haben häufig Schwierigkeiten, an so vielen Projekten auf einmal zu arbeiten. Deshalb folgende Empfehlungen:

  • Konzentriere Dich auf diejenigen Strategien mit dem größten Einfluss. Besonders der Fokus auf Makro Conversion-Punkte, über die wir oben gesprochen haben, macht die Durchführung von AB-Tests einfacher und Du kannst so viel für Dein Geschäft erreichen.
  • Frage einen SEO- und CRO-Profi um Rat. Wenn Unternehmen nicht genau wissen, was benötigt wird, empfehle ich, ein vollständiges SEO- und CRO-Audit durchführen zu lassen, um Reibungspunkte zu identifizieren und diese anschließend beseitigen zu können.

Wenn Du diese Strategien umsetzt, wirst Du lernen, SEO aus mehr als einer Perspektive zu betrachten.