OMX & SEOkomm 2018 Recap

Die OMX und SEOkomm gehören jedes Jahr zu den Highlights für alle, die sich für Online-Marketing und Suchmaschinenoptimierung interessieren. Auch wir waren letzte Woche im schönen Salzburg zu Besuch und wurden mit einer Menge an neuem Wissen versorgt. In diesem Beitrag teilen wir unsere Key Learnings der beiden Tage zu vielfältigen Themen wie Content-Marketing, AdWords-Automatisierung, Shop SEO oder Social Media Marketing.

SEOkomm 2018

OMX 2018

Am ersten der beiden Konferenztage waren wir auf der OMX, die bereits seit sechs Jahren in Kombination mit der SEOkomm stattfindet. In mehr als 20 Sessions konnten wir intensives Online-Marketing Wissen aufsaugen, das wir nachfolgend in kompakter Form für euch zusammengefasst haben.

Keynote: Die Kunst digitaler … Berührung II

Karl Kratz – Karl Kratz Online Marketing

Der Online-Marketing Experte Karl Kratz begann die diesjährige Keynote mit der Feststellung, dass die meisten der heutigen Angebote im Internet „erklärte Tricks“ und damit langweilig sind, da ihnen der Wow-Effekt („This fucked my brain Effekt“) fehlt. Um diesen Effekt zu erzeugen, müssen Online Marketer bei ihren potentiellen Kunden zwei Gefühle auslösen: Resonanz („Das bin ja ich!“) und Selbsterkenntnis („Das will ich auch!“). Resonanz erzeugt man wiederum durch folgende drei Faktoren: Interesse (z.B. Liebe, Bildung oder Gesundheit), Sehnsucht (z.B. Zugehörigkeit, Sicherheit oder Aufmerksamkeit) und Sensorik (z.B. Visuell, Geschmack oder Geräusch). Die Komponenten auf einer Website (Texte, Bilder, Videos etc.) sollten eine Kombination aus mehreren Interessensgebieten, Sehnsüchten und sensorischen Elementen darstellen, um die Resonanzfähigkeit der eigenen Inhalte zu verbessern.

Da Kunden täglich mit Unmengen an Werbung im Internet konfrontiert werden, müssen es Unternehmen zudem schaffen, Erinnerbarkeit für ihre eigenen Angebote zu erreichen. Karls Rezept dafür lautet: Resonanz + Einzigartigkeit + Emotionale Bandbreite + Selbsterkenntnis.

Als Beispiel für ein Angebot, das Kunden definitiv in Erinnerung bleibt, nannte Karl u.a. die E-Mails des freundlichen Druckroboters „Little MOO“. Durch die Kombination der oben genannten Faktoren schafft es der kleine MOO, seinen Lesern im Gedächtnis zu bleiben und sie emotional zu berühren.

E-Mail von Little MOO

Keine Angst vor AdWords Automatisierung: Was die Maschine besser kann als wir

Sebastian Hirth – SEM Boutique GmbH

Trotz vieler Vorurteile gegenüber der Automatisierung plädierte Sebastian Hirth – Senior Online Marketing Consultant bei SEM Boutique – dafür, repetitive Aufgaben im Online-Marketing konsequent zu automatisieren. Momentan verschwenden wir viel zu viel Zeit mit manuellen Aufgaben, die stattdessen für wichtiges strategisches Arbeiten eingesetzt werden könnte. Daher sollten folgende Automatisierungsmöglichkeiten für Google AdWords (heute: Google Ads) genutzt werden:

  • Data Studio Reports (mächtiges Tool von Google zur automatischen Generierung von Reports)
  • Google Ads Regeln (z.B. E-Mail-Benachrichtigungen bei Budget-Einschränkungen)
  • Nutzung von Smart Bidding-Strategien wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS (diese benötigen allerdings Zeit und eine ausreichend große Datenbasis, um zu lernen)
  • Smart Display & Smart Shopping Campaigns testen (Google übernimmt hier die Optimierung)

Psychologie für deine Website

Sarah Weitnauer – Psyketing

Wie kann psychologisches Wissen bewusst auf Websites eingesetzt werden, um mehr Conversions zu generieren? Diese Frage beantwortete Sarah Weitnauer von Psyketing in einem äußerst spannenden und interaktiven Vortrag. Dabei ging sie auf konkrete psychologische Aspekte ein, die bei der Gestaltung von Websites berücksichtigt werden sollten:

  • Priming: Beim Priming wird die individuelle Wahrnehmung eines bestimmten Reizes durch einen vorangehenden Reiz beeinflusst. Damit kann die Wahrnehmung eines Users auf einer Website gezielt gelenkt werden.
  • Kognitive Load: Um die Besucher einer Website nicht zu überfordern, sollte der kognitive Load – also die kognitive Belastung auf einer Seite – nicht zu groß sein. Webseiten sollten daher nicht zu viele Informationen beinhalten und übersichtlich gestaltet sein, damit die wichtigsten Inhalte schnell erfasst werden können.
  • Anker-Effekt: Die Wahrnehmung von Preisen kann durch psychologische Anker auf einer Seite gelenkt werden. Beispielsweise kann ein Produkt als günstiger wahrgenommen werden, wenn daneben ein vergleichsweise teures Produkt abgebildet ist.

Wirksamer Content für schwierige Fälle

Robert Seeger & André Lampe

In einem sehr unterhaltsamen Vortrag ermutigten Robert Seeger und der Wissenschaftler André Lampe das Publikum dazu, hochwertigeren und intelligenteren Content zu erstellen. Dabei ist nicht die Menge der produzierten Inhalte entscheidend, sondern deren Qualität. Wer selber Content erzeugt, sollte sich immer 10 konkrete Personen vor Augen halten, denen der jeweilige Inhalt gefallen würde. Abschließend wurde die 3H-Methode als Erfolgsrezept für wirksamen Content vorgestellt, wonach Inhalte stets mit Hirn, Herz und Haltung produziert werden sollten. Wer den Vortrag verpasst hat, sollte sich diesen unbedingt hier ansehen.

66(6) Quick and Dirty Tipps für besseres Social Media Marketing

Felix Beilharz

Besonders spannend und sehenswert war auch der Vortrag von Felix Beilharz, der das Publikum mit 66 schnellen und einfachen Tipps für ihr Social Media Marketing druckbetankte. Zwar verschätzte sich Felix etwas in seiner Zeitplanung und musste deshalb die letzten 20 Tipps im Eiltempo durchgehen, aber das machte seine Präsentation nicht weniger lehrreich. Hier ein kleiner Auszug aus seinen Tipps:

  • Lange Blogbeiträge werden in der Regel viraler als kurze.
  • Vertrauenswürdige Inhalte werden eher geteilt.
  • Re-Posting kann die Verbreitung von Beiträgen erhöhen.
  • Angst, Freude, Ehrfurcht/Erstaunen, Nostalgie, Zugehörigkeit und Neugier sind wirkungsvolle Trigger.
  • Regelmäßige Content-Reihen erhöhen die Wiedererkennbarkeit von Inhalten.
  • Instagram Highlight Stories können als Navigation genutzt werden.
  • Personifizierung im Marketing macht Inhalte emotionaler.
  • Emojis sorgen für mehr Interaktion.

Den vollständigen Vortrag von Felix gibt es hier.

Danach ging es für uns mit dem Shuttle-Bus zur OMX Party, wo die Online-Marketing Szene bis spät in die Nacht zu Balkan Beats feierte und tanzte.

SEOkomm 2018

Der zweite Konferenztag war voll und ganz dem Thema Suchmaschinenoptimierung gewidmet, aber die Vorträge waren thematisch nicht weniger breit gefächert als am Vortag. Los ging es wie jedes Jahr mit der Keynote von Marcus Tandler, dem Geschäftsführer der Ryte GmbH.

Keynote: Codename: Kona

Marcus Tandler – Ryte GmbH

Da wir leider etwas verspätet waren, haben wir den Anfang der Keynote verpasst, aber die wichtigsten Learnings haben wir dennoch mitnehmen können:

  • Voice Search wird immer wichtiger.
  • Google versucht alles zu verstehen und Entitäten (Objekte mit Eigenschaften) zu bilden.
  • Zukünftig werden wir nicht mehr Webseiten, sondern Informationen optimieren.
  • Google befindet sich momentan in der Entwicklung eines zentralen Betriebssystems (Fuchsia) als Ersatz für Chrome und Android.

Den vollständigen Vortrag von Marcus könnt ihr euch hier noch mal ansehen.

Shop SEO: Durch Datenanalyse zu besseren SEO Rankings

Stephan Czysch – Trust Agents

Online Shops, die bessere Rankings erzielen möchten, sollten sich zunächst einmal darüber im Klaren sein, wofür sie überhaupt ranken möchten. Bei der Keyword Recherche sollten Shop Betreiber untersuchen, welche Keywords wichtiger Kategorien sie bereits durch das eigene Inventar abdecken können, und Produktdaten der eigenen Kategorien zusammentragen, um neue Keyword-Ideen zu finden. Weitere Quellen, die für die Keyword Recherche genutzt werden können, sind beispielsweise Wettbewerber & Marktplätze, die interne Suche oder ähnliche Suchen (z.B. bei Google).

Nachdem relevante Keywords ermittelt wurden, sollte in einem nächsten Schritt die Website-Struktur optimiert werden. Hierbei sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

  • Auf welcher Ebene sind die Top-Seiten? Wichtige Seiten sollten möglichst gut erreichbar sein.
  • Wie viele unique inlinks (interne Links mit einzigartigen Linktexten) zeigen auf sie?
  • URLs welcher Ebene erzielen viele Impressions?
  • Wie viel Traffic erhalten einzelne Seitentypen?
  • Wie abhängig bin ich von meinen Top URLs?
  • Was unterscheidet Seiten mit viel Traffic von denen mit wenig Traffic?

Abschließend ging Stephan noch darauf ein, wie man bereits bestehende Rankings verbessern kann. Hierfür sollten die Keyword-Daten der Google Search Console genutzt und die eigenen Snippets (insbesondere Seitentitel) optimiert werden.

Die wichtigsten Learnings für Shop SEO zusammengefasst:

  • Wofür möchtest du ranken? Und welche Keywords/Seiten gehören dazu?
  • Wird das über die Website-Struktur klar?
  • Optimiere deine Snippets!

Content Marketing: Linkbuilding durch skalierbare Strategien und Prozesse

Dominique Seppelt – Peak Ace AG

In einem sehr fundierten und inhaltsstarken Vortrag zeigte Dominique Seppelt von der Peak Ace AG, wie man erfolgreiche Content Marketing Prozesse gestaltet und skalierbar macht. Die Key Takeaways des Vortrags sind:

  • Für eine integrierte Content Marketing Strategie sollten frühzeitig Synergien zwischen SEO, PR und IT geschaffen werden.
  • Baue keine „One fits all“ Lösungen. Unterschiedliche Zielgruppen verdienen unterschiedliche Formate.
  • Pflege deine Kontakte und stelle Journalisten exklusive Daten zur Verfügung.
  • Automatisiere dein Monitoring und berücksichtige bei der Auswertung Content-Format, Zielgruppe und Industrie.
  • Mehrere KPIs, z.B. auf einer Landingpage, können sich kannibalisieren, weshalb fokussierte Ziele festgelegt werden sollten (z.B. Backlinkaufbau vs. Verkauf).
  • Internationale skalierbare Kampagnen sollten lokalisiert und nicht nur übersetzt werden.

Die Folien zum kompletten Vortrag findet ihr hier:

Der Relevanzfaktor: Der richtige Content für dein Thema

Martin Höllinger – Searchteam Consulting GmbH

Zum Thema Content Marketing lieferte auch Martin Höllinger einen interessanten Vortrag, in dem er verdeutlichte, dass es bei der Content Erstellung stets um den Besucher geht. Google will Suchenden die bestmöglichen Ergebnisse liefern, weshalb Content nicht für Suchmaschinen, sondern für User optimiert werden sollte – also UEO (User Experience Optimization) statt SEO.

In der Praxis stellt klassisches SEO – also die Optimierung von Website Architektur, Struktur der Inhalte, Interne Verlinkung und Speed – daher nur den ersten Schritt dar. Darauf aufbauend muss versucht werden, den User glücklich und bestehenden Content besser zu machen. Hierbei sollte genau untersucht werden, welche Inhalte sich die User der eigenen Website wünschen, und der bestehende Content kontinuierlich überprüft und optimiert werden.

Die richtigen SEO Maßnahmen: Ein Entscheidungsframework für SEOs

Sebastian Erlhofer – mindshape GmbH

Sebastian Erlhofer präsentierte in seinem Vortrag ein Entscheidungsframework, das SEOs dabei helfen soll, die richtigen Maßnahmen für die Suchmaschinenoptimierung ihrer Website abzuleiten. Dabei ging er zunächst auf drei wichtige Rahmenbedingungen bzw. „SEO Gesetzte“ ein:

  • SEO ist unsicher, da man nie weiß, welchen Effekt konkrete Optimierungsmaßnahmen haben werden
  • SEO kostet immer zweimal: einmal bei der Analyse und einmal bei der Optimierung
  • Man hat nie ausreichend Ressourcen (Zeit, Geld, Leute)

Als nächstes beschrieb Sebastian den Workflow für sein SEO-Framework, der in folgende Schritte untergliedert werden kann:

  • Website Bewertung: Der erste Schritt ist die Beurteilung einer Website mithilfe einer SEO Scorecard, in der qualitative und quantitative Bewertungen gebündelt werden.
  • Ziele definieren: Festlegung von Objectives (Wo möchte ich in 3 Monaten sein?) und Key Results (Wie weiß ich, dass ich auf dem richtigen Weg bin?)
  • Ableitung konkreter Maßnahmen und SEO Prozesse (z.B. Bildoptimierung)
  • Initiativen Planung
  • Reporting & Dokumentation
  • Retrospektive, um Vorgehen und Prozesse kontinuierlich verbessern zu können

Unser Fazit

Zusammengefasst waren die OMX und SEOkomm für uns zwei sehr erfrischende und lehrreiche Tage. Man merkt, dass sehr viel Mühe und Herzblut hinter der Organisation steckt, denn die Veranstaltung war von der Location über das Catering bis hin zu den Partys am Abend perfekt gelungen. Die Vorträge waren fachlich fundiert und dennoch unterhaltsam, sodass wir nach den beiden Tagen viel neues Wissen zu verarbeiten hatten. Natürlich kam auch der Spaß (besonders am Abend) nicht zu kurz. Danke für die schöne Zeit in Salzburg und bis zum nächsten Jahr!

OMX SEOkomm 2018

von links nach rechts: Thomas Gareis, Julia Kranz und Matthias Lugert von Seobility

Weitere Recaps der OMX und SEOkomm 2018

https://www.tekka.de/2018/11/25/omx-seokomm-2018-recap/
https://www.search-one.de/seokomm/
https://www.xpose360.de/recap-seokomm-2018/
https://www.more-fire.com/blog/seokomm-2018-salzburg-recap/
https://www.sblum.de/seokomm
https://www.omt.de/suchmaschinenoptimierung/seokomm/

Quelle Beitragsbild: (c) facebook.com/SEOkomm

seobility

Das Seobility Team unterstützt dich gerne bei all deinen Fragen rund um unsere SEO Software sowie bei Optimierung deiner Website für Suchmaschinen!

Ein Gedanke zu „OMX & SEOkomm 2018 Recap

Karsten Neglia Antworten
2. Dezember 2018 14:33

Ich bin immer begeistert von eurem Blog.
So ausführliche Artikel zu findet man echt selten.
Weiter so…
Beste Grüße aus Berlin
Karsten Neglia

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