Yandex führt Backlinks wieder als Ranking-Faktor ein

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Also doch: Backlinks sind als Ranking-Faktor einfach nicht tot zu kriegen, das beweist jetzt ein Zurückrudern von der russischen Suchmaschine Yandex. Nachdem die Betreiber der Suchmaschine sich bereits seit Ende 2013 von der externen Verlinkung als wichtigen Ranking-Faktor gänzlich verabschiedet haben, gesteht man sich jetzt ein: ohne Backlinks geht es wohl doch nicht. Seit Beginn des Jahres 2014 war es dann soweit und der Algorithmus, mit dem die russische Suchmaschine Websites nach ihrer Relevanz für die Suchergebnisse bewertet, ignorierte den Impact von Backlinks vollständig. Das Ergebnis war eine komplette Neuordnung der SERPs, denn ohne Links kam es auf das an, was den echten Nutzer wirklich interessiert: guten und relevanten Content und User Experience.

Yandex Backlinks Ranking-Faktor

Google, Yandex und das ewige Leid mit den Backlinks

Wirft man einen kleinen Blick zurück, dann waren externe Linkverweise praktisch der allererste und anfangs auch einzige Ranking-Faktor für Suchmaschinen – speziell für Google. Umso mehr Links man hatte, desto höher die Wahrscheinlichkeit, ganz oben in den Suchergebnissen zu ranken. Erst mit den Jahren erkannte man, dass sich gerade die Suchmaschinenoptimierer in Scharen darauf gestürzt hatten und künstliches Linkbuilding zu einem mehr als lukrativen Geschäft geworden ist. Mit dem Aufkommen von Penguin wurde erstmals auch die Qualität und Relevanz der Verlinkung von anderen Websites hinterfragt und einige Kandidaten gnadenlos abgestraft. Und trotzdem: geschickt gesetzte Backlinks haben nach wie vor funktioniert und tun es auch heute noch. Es gibt noch genügend (SEO-)Schlupflöcher, durch die man sich in den SERPs nach oben mogeln kann. Das SEO-Lager ist in dieser Hinsicht zwiegespalten: die einen freuen sich über die Tatsache, dass man auch mit mittelmäßigen Content aber ausreichenden Backlinks noch immer erfolgreich unterwegs ist. Die andere Gruppe, zu denen ich mich persönlich auch zähle, war sehr froh über den Ansatz von Yandex, Backlinks gänzlich aus seinem Such-Algorithmus zu verbannen. Denn das Resultat bedeutet im Umkehrschluss: man muss sich endlich mal mit richtig gutem Content und dementsprechend auch echten Nutzern auseinandersetzen. Mit Yandex als Vorreiter war zumindest die Hoffnung da, dass sich auch der Suchgigant aus Kalifornien sich irgendwann von Backlinks als Ranking-Faktor verabschiedet. Aber Pustekuchen: Backlinks are back!

Warum macht Yandex sowas?

Laut einem Artikel auf searchengineland.com sind die Betreiber der Suchmaschine darüber enttäuscht, dass russische SEOs noch immer im großen Stil Links kaufen und verkaufen und damit Yandex neuen Algorithmus ignorieren, berichtet Alexander Sadovsky (Head of Natural Search bei Yandex). Der ursprüngliche Grund, warum Yandex die Backlinks als Ranking-Faktor gestrichen hatte, war die Eindämmung von künstlichem Linkbuilding. Das hat nach eigener Aussage nicht funktioniert und daher orientiert sich Yandex nun am großen Konkurrenten Google, der mit seinem Penguin-Update Backlinks auch negativ bewertet. Statt neutral heißt nun die neue Devise bei den Suchexperten aus Russland: externe Links können sich positiv UND negativ auf die Position in den Suchergebnissen auswirken. So die offizielle Version. Aus eigenen (russischen Quellen) geht aber hervor, dass Yandex in den letzten Monaten dramatisch an Marktanteil eingebüßt hat. Waren es Ende 2013 noch gut 60% Suchtraffic bei Yandex und nur knapp 40% bei Google, so ist heute das Verhältnis gerade einmal 50-50. Ist die Wiederaufnahme der Backlinks als Ranking-Faktor also „nur“ ein Versuch, das Machtverhältnis im russischen Suchmaschinenmarkt umzudrehen? Fakt ist, dass auch in den nächsten Jahren die grauen Backlink-Wolken den blauen Content-Himmel (teilweise) bedecken werden. Schade eigentlich.

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