Du kennst es doch sicherlich auch: Du klickst einen Link in den SERPs an, aber der Bildschirm bleibt zunächst leer. Und ehe Du Dich versiehst, murmelst Du „ach, egal“ und bist wieder zurück bei Google. Wir leben in einer Welt, die von kurzen Clips, Fast Food und On-Demand-Videostreaming dominiert ist. Kein Wunder also, dass die Besucher Deiner Website nicht unbedingt endlose Geduld mitbringen. Wenn Du sie warten lässt, werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit nicht bleiben.
Aber wie schnell muss Deine Website eigentlich sein, um Besucher (und Google) zufriedenzustellen? In diesem kurzen Artikel gehen wir genau dieser Frage nach.
Kurz zusammengefasst
Versuche …
- … eine Ladezeit von unter 2 Sekunden,
- … einen Page-Speed-Wert von 90 oder höher
- … und eine Server-Antwortzeit von weniger als 500 ms zu erreichen.
Warum die Geschwindigkeit Deiner Website so wichtig ist
Bevor wir uns die konkreten Metriken zur Messung von Ladezeiten ansehen, ist es wichtig, zu verstehen, warum die Website-Geschwindigkeit so wichtig ist. Eine schnellere Seite hat sowohl für Deine Besucher als auch für Deine Online-Sichtbarkeit Vorteile.
1. Bessere User Experience
Besucher erwarten, dass Seiten im Internet schnell laden. Schnelle Websites verkürzen die Wartezeit, halten Besucher länger auf der Seite und senken die Absprungrate. Das gilt besonders für mobile User oder User mit langsamen Internetverbindungen.
2. Bessere Suchmaschinenoptimierung (SEO)
Suchmaschinen wie Google priorisieren schnelle Websites, weil diese eine bessere User Experience schaffen. Außerdem können Crawler die Inhalte auf schnellen Seiten effizienter indexieren, was Deine Chancen erhöht, in den Suchergebnissen zu ranken.
3. Verbesserte Generative Engine Optimization (GEO)
Auch für KI-Crawler sind schnelle Websites leichter zugänglich. Das steigert die Wahrscheinlichkeit, dass Deine Inhalte in KI-generierten Antworten von Tools wie ChatGPT auftauchen.
Wie schnell sollte Deine Website laden?
Die Geschwindigkeit einer Website kann aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden, und jeder davon hat seine Vor- und Nachteile. Es kann allerdings helfen, alle im Hinterkopf zu behalten, wenn Du Dir eine bestimmte Geschwindigkeit für Deine Website zum Ziel setzt.
Bewertung der Core Web Vitals (PageSpeed Insights)
Google PageSpeed Insights liefert einen Score, der als guter Maßstab für die Ladegeschwindigkeit Deiner Website dienen kann.

Dieser Score basiert jedoch auf sogenannten „Lab-Daten“, also simulierten Tests in einer kontrollierten Umgebung mit vordefinierten Geräte- und Netzwerkeinstellungen. Diese Daten sind hilfreich, um Probleme zu erkennen, spiegeln aber nicht immer wider, wie echte Besucher Deine Website auf unterschiedlichen Geräten, in verschiedenen Browsern oder mit langsameren Verbindungen erleben.
Du solltest daher, wenn möglich, grundsätzlich erst einmal für reale Daten optimieren. Sieh Dir dafür im Bericht ganz oben die Bewertung der Core Web Vitals an.

Hinweis:
Wenn Deine Website nicht genug Traffic hat, wird dieser Abschnitt in PageSpeed Insights möglicherweise nicht angezeigt. In diesem Fall kannst Du Tools wie Pingdom oder GTMetrix nutzen und auf Basis der dort gemessenen Ladezeiten und Scores optimieren.

Die wichtigsten Metriken
PageSpeed Insights liefert diverse Metriken, anhand derer Du die Ladezeit beurteilen kannst. Besonders wichtig sind dabei Interaction to Next Paint (INP) und Largest Contentful Paint (LCP).
Diese Metriken geben Dir einen guten Anhaltspunkt für das Erlebnis beim Laden (LCP) und der Interaktion (INP).
LCP misst, wie lange es dauert, bis das größte sichtbare Element einer Seite, etwa ein Bild, ein Video oder ein Textblock, für den User sichtbar wird. Der Wert vermittelt ein genaueres Bild von der Antwortzeit des Servers und dem Laden wichtiger Ressourcen (Bilder, Videos, Texte).
INP misst die Verzögerung zwischen der ersten Nutzerinteraktion (z. B. einem Klick) und der nächsten visuellen Aktualisierung. Diese Metrik gibt an, wie schnell eine Seite reagiert.
Es gibt keine feste Regel, aber als Richtwert solltest Du versuchen, den LCP unter 2,5 Sekunden und den INP unter 200 ms zu halten.
Am Ende gilt: Deine Seite sollte so schnell wie möglich laden, ohne dass dabei wichtige Funktionen beeinträchtigt werden. Es zählt also jede noch so kleine Verbesserung.
In unserem Leitfaden zu den Core Web Vitals findest Du Tipps, wie Du sowohl Deinen LCP– als auch Deinen INP-Wert verbessern kannst.
PageSpeed Score
Wie bereits erwähnt, basiert der PageSpeed-Score in den PageSpeed Insights auf sogenannten „Lab-Daten“. Das bedeutet, er entspricht nicht den Ladezeiten, die Deine Besucher tatsächlich erleben. Trotzdem ist er ein guter Anhaltspunkt, vor allem dann, wenn Deine Website noch nicht genügend Traffic hat, um die Bewertung der Core Web Vitals anzuzeigen.
Du solltest einen mobilen PageSpeed-Score zwischen 90 und 100 anpeilen.
Laut Google gilt alles in diesem Bereich als gut, während darunterliegende Werte entweder verbesserungswürdig (50–89) oder mangelhaft (0–49) sind.

Und wir müssen es wahrscheinlich gar nicht erwähnen: Natürlich solltest Du einen guten Wert anstreben.
Warum es nicht (immer) ein gutes Ziel ist, sich an Wettbewerbern zu messen
Aus SEO-Sicht mag es vielleicht logisch erscheinen, die Geschwindigkeit Deiner Website einfach der Deiner Mitbewerber anzupassen oder sie sogar zu übertreffen, und bis zu einem gewissen Punkt ist es das auch.
Wenn Du deutlich langsamer bist als andere Websites, die auf dieselben Suchanfragen abzielen, wirst Du sowohl bei Crawlern als auch bei Usern nicht ganz so gut punkten. Dahingehend macht es durchaus Sinn, konkurrierende Seiten als Vergleich heranzuziehen.
Allerdings gibt es dabei ein Problem:
Wenn die Websites Deiner Mitbewerber langsam sind, schießt Du Dir selbst ins Knie, wenn Du sie als Maßstab nimmst. Schließlich interagieren Deine Besucher direkt mit Deiner Website, ohne sie mit anderen Websites zu vergleichen. Wenn sie warten müssen, wird es ihnen ziemlich egal sein, dass Du vielleicht schneller bist als Deine Mitbewerber.
Es ist völlig egal, ob Deine Besucher etwas kaufen oder einen Artikel lesen wollen: Wenn Du sie warten lässt, springen sie ab.
In diesem Leitfaden von Hobo Web findest Du ein paar ziemlich gute Statistiken, die Dir zeigen, wie Absprünge und Frustration von Usern mit jeder Sekunde Wartezeit wachsen.
Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen Besuchern aus Fleisch und Blut und (KI-)Crawlern. Lange Ladezeiten werden von beiden negativ wahrgenommen.
Daher gilt: Auch wenn es sinnvoll ist, die Geschwindigkeit Deiner Mitbewerber im Blick zu behalten, solltest Du Dich in erster Linie an Best-Practice-Kennzahlen wie dem PageSpeed-Score und INP/LCP orientieren.
Wie schnell sollte die Server-Antwortzeit sein?
Auch wenn es wichtig ist, die gesamte Ladezeit Deiner Seite zu optimieren, lohnt sich ein genauerer Blick auf die Server-Antwortzeit. Dieser Wert zeigt, wie effizient Dein Server Anfragen verarbeitet, und hilft Dir herauszufinden, ob die eigentlichen Bottlenecks Deiner Website-Performance in der Infrastruktur, im Hosting oder in Backend-Prozessen liegen.
Die Antwortzeit wird in der Regel als Time to First Byte (TTFB) gemessen, also die Zeit, die vergeht, bis der Server nach einer Anfrage beginnt zu reagieren. Sie umfasst sowohl die Verarbeitungszeit des Servers als auch die Übermittlung des ersten Bytes zurück an den Browser.
Idealerweise sollte Dein TTFB unter 500 ms liegen. Laut Google PageSpeed Insights gilt alles unter 800 ms als gut, 800–1800 ms als verbesserungsbedürftig und alles darüber als mangelhaft.
Tipp:
Google PageSpeed Insights liefert Dir zwar den TTFB-Score einzelner Seiten, aber mit dem Website Audit von Seobility kannst Du einfacher Muster erkennen, die sich auf Deiner gesamten Website abzeichnen. Anstatt jede Seite einzeln zu testen, erkennst Du so alle Seiten mit mittleren oder langsamen Antwortzeiten auf einen Blick und kannst systematische Performance-Probleme so viel schneller beheben.

Nächste Schritte
Jetzt weißt Du, wie schnell Deine Website laden sollte und warum das so wichtig ist.
Was solltest Du als Nächstes tun?
Wir haben eine Reihe von Leitfäden zum Thema Page Speed Optimierung für Dich:
- 12 Tipps zur Page Speed Optimierung
- Optimierung des Page Speeds für WordPress-Websites
- Optimierung von Server und Infrastruktur
Fazit
Am Ende gilt: Eine schnellere Website macht sowohl Besucher als auch Crawler glücklich. Deine Website ist so besser zugänglich und Du kannst sogar Deine Conversion Rates steigern und die Frustration Deiner User verringern.
Denk dran, Dich für die kostenlose 14-tägige Testversion von Seobility anzumelden. So behältst Du Deine Server-Antwortzeiten im Blick und kannst Deine Website gleichzeitig auf weitere technische SEO-Probleme prüfen, die Deine Online-Sichtbarkeit beeinträchtigen könnten.